<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://jaeger.banater-archiv.de/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=217.50.39.52</id>
	<title>Archiv - Benutzerbeiträge [de]</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://jaeger.banater-archiv.de/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=217.50.39.52"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=Spezial:Beitr%C3%A4ge/217.50.39.52"/>
	<updated>2026-05-03T16:20:31Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.39.8</generator>
	<entry>
		<id>https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0529_-_Gedanken_um_Stefan_J%C3%A4ger&amp;diff=5968</id>
		<title>ART:0529 - Gedanken um Stefan Jäger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0529_-_Gedanken_um_Stefan_J%C3%A4ger&amp;diff=5968"/>
		<updated>2015-02-06T16:20:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.50.39.52: Die Seite wurde neu angelegt: „{{Infobox Bibliografie Zeitung  |AutorName           = Gross  |AutorVorname        = Karl-Hans  |Aufsatztitel        = Gedanken um Stefan Jäger  |Zeitungstite…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitung&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Gross&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Karl-Hans&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Gedanken um Stefan Jäger&lt;br /&gt;
 |Zeitungstitel       = Banater Post&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = München&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            = 42&lt;br /&gt;
 |Nummer              = 11&lt;br /&gt;
 |Datum               = 05.06.1997&lt;br /&gt;
 |Seite               = 4&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Zum 120. Geburtstag des Malers'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das liebste Stück, das man zuweilen an den vier Wänden im Zimmer hängen hat, ist nicht selten ein Jäger-Bild. Sei es auch nur eine Kopie eines malbegeisterten Dilettanten, eines handwerklichen Amateurs oder gar ein Farbdruck, eine fotografische Reproduktion - so es kein Original im Hause gibt -, es ist in jedem Falle ein bei unseren Leuten wohlbehütetes Kleinod, auf das man uneingeschränkt stolz ist. Stolz und begeistert nicht allein, weil es ein echter Jäger oder eine gut gelungene Nachahmung ist, sondern weil es ein Stück von daheim, zuweilen eine Erinnerung ist und etwas in sich birgt, mit dem man sich gerne identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das liebste Stück, das der bereits betagte, alleinstehende Maler in seinem schlichten Wohnzimmer an der ansonsten recht kargen Wand seit jeher hängen hatte, war das [[Bild seiner Mutter]]. Ein von ihm gemaltes Porträt, das eine ältere Frau im verzierten Goldrahmen zeigt. Es ist jene Frau, die dem Maler vor 120 Jahren das Leben geschenkt hat. Es ist das Bildnis eines von Güte erfüllten Menschen mit sanftem Ausdruck im mütterlichen Angesicht. Die recht kleine Malerei in Öl, die das Oval des leicht fülligen Gesichtes hervorleuchten lässt, hebt sich von dem satten, dunkelfarbigen Hintergrund recht deutlich und aussagekräftig ab. Dadurch kommen die vom Künstler wohl angestrebten Hell-Dunkel-Effekte mit merklicher Wirksamkeit zur Geltung. Die regelmäßigen Züge mit relativ wenigen Falten und Furchen verdeutlichen die Güte im ruhigen Angesicht. Über der freien Stirn sind die silbergrauen Haare noch recht, dicht vertreten. Sie heben die beiden Schläfen leicht hervor. Gutmütig sehen uns die hellschimmernden Augen entgegen. Ein leichter Flor umrahmt den offenen, liebevollen Blick der alten Frau. Zu alldem passen die schmalen Lippen, das rundliche Kinn und die etwas stärker hervorgearbeitete Nase recht gut. Alles ist in diesem Kopf-Bildnis zu einem harmonischen Ganzen vereint. Es ist mit Liebe und Sorgfalt, mit künstlerischem Können, der liebenden Mutter zu Ehren, vom dankbaren Sohne gemalt. Man fühlt geradezu die innere Emotion des Künstlers, die er mit jedem Pinselstrich in die Iris, in die Pupille, in das lebensechte Abbild dieser alten Frau übertragen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor uns haben wir das Bildnis einer alten Mutter, die ihrem (unverheirateten, alleinstehenden) Sohne, und damit seiner Kunst (die er solcherart ungestört treiben konnte), bis an ihr Lebensende (1927) treu ergeben war. Dem Künstler selbst war aber noch ein langes Leben in schier abgekehrter Einsamkeit beschieden (1962). Ihm hatte dazumal die sorgende Mutter schon so manches Mal gefehlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer diesem, von Stefan Jäger gemalten [[Mutter-Porträt]], gibt es noch ein zweites (das Abbild einer jüngeren Frau), zu dem ein gleichwertiges Gegenstück in Öl, ein [[Vater-Porträt]], gehört. Wenn ich nun auf diese beiden etwas größeren, gleichformatigen Kopf-Bildnisse zurückgreife, so geschieht dies aus gutem, ganz bestimmten Grund. Und zwar: Erstens, weil es um die Eltern-Porträts des Schwabenmalers geht, deren bildlicher Abdruck (obzwar als textliche Bildbefragung vorhanden) selbst in meinem Stefan-Jäger-Buch (aus finanziellen Gründen) fehlt und zweitens, weil es zu den in der wieder errichteten Hatzfelder [[Gedenkstätte]] ausgehängten Bildnissen keine eindeutige Bezugnahme gibt. Eine Bezugnahme zu dem, was daselbst bildlich dargeboten wird. Es fallen hier nämlich zwei Kopf-Bildnisse auf, die an der Stirnseite des Ausstellungssaales - da, wo in der vormaligen Stefan-Jäger-Gedenkstätte von 1969 bis 1989 das große, fünf Meter breite Einwanderungstriptychon seinen Ehrenplatz gefunden hatte - hängen und, mit je einer Plakette versehen, ganz lapidar beschriftet sind: [[„Porträt eines Mannes&amp;quot;]], [[„Porträt einer Frau&amp;quot;]]. Da staunt der kundige Besucher, wenn er feststellen muss, dass zwei Menschen mithin in der Anonymität versinken. Denn die beiden daselbst gezeigten Bildnisse stellen die Eltern des Malers dar: den Vater Franz mit dichtem Vollbart und ruhigem Blick vom Sohn, dem Maler selbst, gemalt, in Öl, und die Mutter Magdalena (geb. Schuller) mit Zügen im ruhigen Angesicht, wo die Augen, die Nase, die Stirn, der Mund und das Kinn sich durchaus mit dem vorhin präsentierten Porträt der alten Mutter vergleichen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf einem uns bekannt gewordenen frühen Foto des jungen Ehepaares im Ganzporträt erkennen wir den Vater als stattlichen, hochgewachsenen, schlanken Mann, der seine, fast um einen ganzen Kopf kleinere, zierliche, gutaussehende Gattin im langen Sonntagsstaat an der ihm dargereichten Hand hält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soweit recht und soweit gut. Die Eltern halte man in Ehren. Und Stefan Jäger?! Was halten wir eigentlich von einem Menschen, dessen wir an diesem Tag Gedenken? Aber vielleicht erübrigt es sich, mehr zum 120. Geburtstag Stefan Jägers zu sagen, weil uns doch mittlerweile die Lebensabläufe, die biographischen Stationen des Menschen und Malers zum guten Teil aus verschiedenen Publikationen, gelungenen Ausstellungen und Symposien recht gut bekannt geworden sind. Dennoch ergeben sich gelegentliche innere Zwänge und Bedürfnisse es zu tun, weil noch immer „weite Räume&amp;quot; seines künstlerischen Schaffens zu beschreiten bleiben, weil es immer noch „Neues&amp;quot; zu entdecken und bislang unbekannt gebliebene Jäger-Bilder irgendwo zu befragen gibt. Wer gibt sie zu erkennen? Wer hat sie im Besitz? Jedes der Originale von Jäger ist von geistigem Interesse und einschätzbarer Bedeutung, wenngleich auch sein Œuvre sich uneingeschränkt in großen Zügen bereits abhandeln lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dahingehend widerspiegeln die Jäger-Bilder - wie allgemein bekannt - das Leben in fast ausschließlicher Weise, wie es einstmals auf unseren schwäbischen Dörfern vonstatten gelaufen ist. So gesehen ist ein Stück unserer Vergangenheit in seinem Werk vertreten, wenngleich auch manche der dargestellten Vorkommnisse durchaus noch in der Gegenwart des Dorfes ihre Entsprechungen finden. Seine Kunst ist voller Ereignisse, voller bekannter Geschehen; das werden wir immer wieder auch bei „Neuentdeckungen&amp;quot; erfahren; sie ist ausgefüllt mit den Vorkommnissen des täglichen Lebens, dessen Gewichtigkeit und Tiefe wie eine Eingebung die empfindsame Seele des aufmerksamen Betrachters umfängt. Lassen Sie mich es bitte nochmals sagen: Seine Kunst ist nicht bloßer Anschein, ist keine vorgespielte, künstlich aufgeblähte Welt; sie ist im wahrsten Sinne des Wortes eine konkrete, reale und erlebte, wenn auch kleine (schwäbische) Welt, die zwar meistens nur die schönen Augenblicke des Lebens - frei von Brutalität, Gewalt und Hässlichkeiten - widerspiegelt und dennoch eine wahre ist. Damit wäre sein Wert für uns in knapper Form umrissen, wissend, dass sich noch vieles dazu sagen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und noch etwas - zu seinem Angedenken. Vor 20 Jahren wurde sein Centenarium im Rahmen einer propagandistisch aufgezogenen multinationalen Trachtenschau als Anhängsel mit einbezogen. Ob es heuer in Hatzfeld (oder hier - ich habe gerne eine Bilderausstellung befürwortet) einen Gedenktag ihm zu Ehren gibt, das weiß ich nicht. Tatsache ist, dass es im vergangenen Jahr eine Stefan-Jäger-Feier, zur Eröffnung des neuerrichteten [[Begegnungshauses]] mit renovierter Gedenkstätte, gab. Lob und Dank all jenen, die sich bei diesem einzigartigen Vorhaben verdient gemacht haben. Außerdem waren ja auch Bilderausstellungen, in letzter Zeit, mal da und dort zu sehen. Damit glaubt vielleicht manch einer, es wäre des Guten genug um Jäger herum getan. Dem ist aber nimmer und niemals so. Denn Stefan Jäger kann nicht nur zwischendurch mal gelten. Und Jäger-Bilder sind nicht nur dann und wann beliebt. Denn - Jäger-Bilder sind auch wir. So ergeben sich aus diesen Sachverhalten Konsequenzen, deren wir auch hier in unserer neuen Heimat Rechnung tragen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die neue Gedenkstätte? Sie hat ihre Türen dort geöffnet, wo auch die alte ihre Besucher entgegen nahm. Im ehemaligen Atelier des Meisters. Im Hinterhof. Dort schließt sie baulich an das neue Begegnungshaus an. Es ist ein sauberer, zweckdienlicher, wenn auch in der Außenarchitektur etwas zu nüchtern ausgefallener, ebenerdiger Bau, der anstelle des sehr vernachlässigten (zum Teil baufälligen) Gemäuer eines Hauses (in dem auch Jäger zu Lebzeiten wohnte) getreten ist. Wohl gemerkt, ich war bisher noch nicht vor Ort. Es liegen mir aber Fotos von diesen baulichen Einrichtungen vor. Wenn ich nun diese Bilder mit jenen vergleiche, die den hochbetagten Altmeister zeigen, als er sich noch tagtäglich über den Hof - von seiner Wohnung zum Atelier und nach getaner Arbeit wieder zurück - mühte, dann wird es mir nach fast einem halben Jahrhundert erst recht bewusst, in welche Armut, in welches unwirtliche Umfeld der Maler in der ersten Nachkriegszeit hineingezwängt worden war. Wie sehr ist er doch zu bewundern, ob der Leistungen und der Treue, ob der vielen schönen Arbeiten, die trotz der widrigen Lebensverhältnisse unbeirrt von allen Nöten der Zeit entstanden sind. So wird er uns wohl auch in dieser Hinsicht – in einer Zeit der Entrechtung, Enteignung und allgemeinen Verarmung, in der wir damals lebten - zum Vorbild. Denn Stefan Jäger zeigt, dass der Mensch auch unter diesen Zwängen würdig arm sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Repro;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1, Stefan Jäger: Die Eltern des Malers (Ölgemälde).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Foto:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1,Stefan Jäger im Hof seines Wohnhauses. Einsender des Fotos: Verfasser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Banater Post]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Würdigung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildbeschreibung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.50.39.52</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0380_-_Zum_ersten_Mal_in_Deutschland&amp;diff=5926</id>
		<title>ART:0380 - Zum ersten Mal in Deutschland</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0380_-_Zum_ersten_Mal_in_Deutschland&amp;diff=5926"/>
		<updated>2015-02-06T10:14:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.50.39.52: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitung&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Graf&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Franziska&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Zum ersten Mal in Deutschland&lt;br /&gt;
 |Zeitungstitel       = Der Donauschwabe&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = Aalen&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            = 41&lt;br /&gt;
 |Nummer              = 31&lt;br /&gt;
 |Datum               = 04.08.1991&lt;br /&gt;
 |Seite               = 5&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Stefan Jägers Tryptichon „Die Einwanderung&amp;quot; in Ingolstadt'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war das erste Mal, dass [[Stefan Jägers]] [[Einwanderungsbild]] einem interessierten Publikum in Deutschland gezeigt werden konnte. Bei den 4. Kultur- und Heimattagen der Banater Schwaben aus Rumänien in Ingolstadt, am 28. Juni 1991, konnte das 1,5 x 5,5 m große Gemälde im Foyer des Ingolstädter Stadttheaters ausgestellt werden. Die Kunsthistorikerin [[Annemarie Podlipny-Hehn]] aus Temeschburg sprach einige erläuternde Worte darüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Jahrhundertwende kamen die Landsleute auf die Idee, dass man seinen Ahnen eigentlich in gebührender Ehre und Dankbarkeit, durch ein bleibendes Werk ein Denkmal setzen müsste. Einige beherzte Männer in [[Gertianosch]] beschlossen, ein Gemälde über die Einwanderung der Ahnen anfertigen zu lassen. Damit betrauten sie den Kunstmaler [[Stefan Jäger]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim ersten Entwurf des Künstlers fand man, dass die Bekleidung der Personen nicht der damaligen Zeit und den Herkunftsgebieten entsprach. Um eine naturgetreue Wiedergabe zu sichern, unternahm der Künstler eine [[Forschungsreise]] nach Deutschland und studierte die Trachten der Ahnen in ihren Herkunftsländern. Die ganze Gemeinde Gertianosch stand hinter diesem Auftrag und finanzierte die Reise. Er fuhr nach Stuttgart, Ulm, in den Schwarzwald, den Rhein entlang über Elsass und Lothringen, die Pfalz, nach Franken, Hessen und Bayern. Er machte sein Studien in Museen und auf Wochenmärkten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ergebnis war dann so umwerfend, dass der letzte Zweifler begeistert von diesem Werk war. Dem Künstler ist es gelungen, in den drei Teilen – und doch ein Ganzes – die Geschichte der Banater Schwaben mit dem Pinsel auf ein Gemälde zu zaubern, das sein Lebenswerk genannt werden kann und zugleich ein wertvolles Andenken an die Ahnen ist, die aus allen Teilen Deutschlands in das von den Türken verödete Land kamen, aus diesem einen Garten Eden schufen und, als man sie entwurzelt, enterbt und entrechtet hatte, zurück ins Muttertand kamen, wo sie wieder in allen Teilen Deutschlands eine Heimat fanden. Das Land dort aber, die Banater Heide, verödet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Teil [[Die Wanderung]], sind mit Bündel beladene Frauen und Männer mit Kindern zu sehen, die rüstig voranschreiten. Aus ihren Zügen strahlt Hoffnung auf eine neue Heimat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Teil [[Die Rast]]. Erschöpft lassen sich die müden Wanderer nieder. Ein Vater hält sein Kind schützend an sich gedrückt. Einige Männer sitzen um ein Feuer und sind im Gespräch vertieft, andere hören zu. Man merkt, es geht um die Zukunft, um die neue Heimat. Eine Mutter hält ihr blauäugiges, rotwangiges Knäblein an der Brust.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im dritten Teil [[Ankunft]] in der neuen Heimat sind die Siedler am Bestimmungsort angelangt, es werden ihnen Häuser und Felder zugewiesen, ein harter Kampf mit den Naturgewalten und schwere Arbeit beginnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Künstler ist es meisterhaft gelungen, die über 80 Personen zeichnerisch und malerisch mit einer beachtenswerten Sicherheit zu verteilen, die Trachten sind bunt durcheinandergewürfelt – bemüht bis ins kleinste Detail um eine naturgetreue Wiedergabe – was bei dieser beachtlichen Dimension Bewunderung hervorruft.&lt;br /&gt;
Das Triptychon wurde das erste Mal an Pfingsten 1910 in Gertianosch anlässlich einer Gewerbe- und Landwirtschafts-Ausstellung gezeigt Der Künstler wurde dadurch auf einen Schlag berühmt. Erst danach begann Stefan Jäger sich intensiver mit der Welt der Banater Schwaben zu befassen. Er bezog seine Motive aus dem schwäbischen Alltag, den Festen und den Fest-Trachten. Seine Verbundenheit mit seinem Volk vertiefte sich immer mehr. Er gilt als der beliebteste Schwabenmaler, hat er doch wie kein Zweiter das Dorfleben mit all’ seinen Variationen in seinen Gemälden festgehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stefan Jäger ist am 28. 5. 1877 in Tschene geboren, seine Eltern waren [[Franz Jäger]] und [[Magdalena geb. Schuller]]. Gestorben ist der Künstler in Hatzfeld am 16. 3. 1962 im Alter von 85 Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Einwanderungsbild]] wurde auf Anordnung des damaligen Temeschburger Bürgermeisters [[Geml]] für das „Städtische Museum“ erworben. Seit man 1969 im ehemaligen Atelier des Künstlers in Hatzfeld eine [[Stefan Jäger-Gedenkstätte]] einrichtete, wurde es des öfteren ausgestellt. Ansonsten hat dieses Gemälde seinen Platz im [[Banater Museum]] in Temeschburg. Zur Zeit wurde es ausgeliehen, um es den Landsleuten zu zeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Der Donauschwabe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wertung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ausstellung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.50.39.52</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0407_-_Die_heile_Welt_des_Banats&amp;diff=5925</id>
		<title>ART:0407 - Die heile Welt des Banats</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0407_-_Die_heile_Welt_des_Banats&amp;diff=5925"/>
		<updated>2015-02-06T10:13:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.50.39.52: Die Seite wurde neu angelegt: „{{Infobox Bibliografie Zeitung  |AutorName           = gre  |AutorVorname        =   |Aufsatztitel        = Die heile Welt des Banats  |Zeitungstitel       = D…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitung&lt;br /&gt;
 |AutorName           = gre&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = &lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Die heile Welt des Banats&lt;br /&gt;
 |Zeitungstitel       = Der Donauschwabe&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = Aalen&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            = 42&lt;br /&gt;
 |Nummer              = 12&lt;br /&gt;
 |Datum               = 22.03.1992&lt;br /&gt;
 |Seite               = 5&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Stefan Jägers Ölbilder und Aquarelle im Stuttgarter Rathaus'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom bäuerlichen Alltag und reichen Traditionsschatz der Banater Schwaben in ihren ehemals angestammten Siedlungsgebieten Südosteuropas erzählen die historischen Ölbilder und Aquarelle [[Stefan Jägers]] (1877 bis 1962). Eine [[Ausstellung]] im Foyer des Stuttgarter Rathauses zeigte bis zum 21. Februar zahlreiche Sittengemälde des Banater Künstlers, die mit viel Liebe zum Detail die menschlichen Seiten der 250jährigen harten Siedlungsgeschichte seiner vertriebenen Landsleute dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einem [[Triptychon]] (1910) über die Ansiedlung der Deutschen im Südosten hinterließ Jäger sein imposantestes Werk. Das naturalistische Ölgemälde spiegelt wider, unter welchen Strapazen die ersten deutschen Ansiedler im 18. Jahrhundert, das damals unwirtliche, sumpfige Land westlich der Südkarpaten erreichten. Die mühselige Feldarbeit und den Hühnerhof – hinterm Haus hat Jäger ebenso festgehalten, wie den „Tanz im Dorfwirtshaus“. Mit besonderer Akribie malte er unzählige Trachtenstudien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jäger studierte vier Jahre lang an der Kunstakademie in Budapest und machte zahlreiche [[Reisen]] durch Deutschland und Italien. Als er 1962 starb, überlieferte er die alte Welt der Banater in einem fast lückenlosen, gemalten Kulturdokument. Die Ausstellung im Rathaus, eine gemeinsame Initiative der Landsmannschaft der Banater Schwaben und des Kulturamtes, zeigt Leihgaben aus dem Banater Museum in Temesburg, Rumänien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Der Donauschwabe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ausstellung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.50.39.52</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0380_-_Zum_ersten_Mal_in_Deutschland&amp;diff=5923</id>
		<title>ART:0380 - Zum ersten Mal in Deutschland</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0380_-_Zum_ersten_Mal_in_Deutschland&amp;diff=5923"/>
		<updated>2015-02-06T10:02:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.50.39.52: Die Seite wurde neu angelegt: „{{Infobox Bibliografie Zeitung  |AutorName           = Graf  |AutorVorname        = Franziska  |Aufsatztitel        = Zum ersten Mal in Deutschland  |Zeitungst…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitung&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Graf&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Franziska&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Zum ersten Mal in Deutschland&lt;br /&gt;
 |Zeitungstitel       = Der Donauschwabe&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = Aalen&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            = 41&lt;br /&gt;
 |Nummer              = 31&lt;br /&gt;
 |Datum               = 04.08.1991&lt;br /&gt;
 |Seite               = 5&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Stefan Jägers Tryptichon „Die Einwanderung&amp;quot; in Ingolstadt'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war das erste Mal, dass [[Stefan Jägers]] [[Einwanderungsbild]] einem interessierten Publikum in Deutschland gezeigt werden konnte. Bei den 4. Kultur- und Heimattagen der Banater Schwaben aus Rumänien in Ingolstadt, am 28. Juni 1991, konnte das 1,5 x 5,5 m große Gemälde im Foyer des Ingolstädter Stadttheaters ausgestellt werden. Die Kunsthistorikerin [[Annemarie Podlipny-Hehn]] aus Temeschburg sprach einige erläuternde Worte darüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Jahrhundertwende kamen die Landsleute auf die Idee, dass man seinen Ahnen eigentlich in gebührender Ehre und Dankbarkeit, durch ein bleibendes Werk ein Denkmal setzen müsste. Einige beherzte Männer in [[Gertianosch]] beschlossen, ein Gemälde über die Einwanderung der Ahnen anfertigen zu lassen. Damit betrauten sie den Kunstmaler [[Stefan Jäger]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim ersten Entwurf des Künstlers fand man, dass die Bekleidung der Personen nicht der damaligen Zeit und den Herkunftsgebieten entsprach. Um eine naturgetreue Wiedergabe zu sichern, unternahm der Künstler eine [[Forschungsreise]] nach Deutschland und studierte die Trachten der Ahnen in ihren Herkunftsländern. Die ganze Gemeinde Gertianosch stand hinter diesem Auftrag und finanzierte die Reise. Er fuhr nach Stuttgart, Ulm, in den Schwarzwald, den Rhein entlang über Elsass und Lothringen, die Pfalz, nach Franken, Hessen und Bayern. Er machte sein Studien in Museen und auf Wochenmärkten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ergebnis war dann so umwerfend, dass der letzte Zweifler begeistert von diesem Werk war. Dem Künstler ist es gelungen, in den drei Teilen – und doch ein Ganzes – die Geschichte der Banater Schwaben mit dem Pinsel auf ein Gemälde zu zaubern, das sein Lebenswerk genannt werden kann und zugleich ein wertvolles Andenken an die Ahnen ist, die aus allen Teilen Deutschlands in das von den Türken verödete Land kamen, aus diesem einen Garten Eden schufen und, als man sie entwurzelt, enterbt und entrechtet hatte, zurück ins Muttertand kamen, wo sie wieder in allen Teilen Deutschlands eine Heimat fanden. Das Land dort aber, die Banater Heide, verödet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Teil [[Die Wanderung]], sind mit Bündel beladene Frauen und Männer mit Kindern zu sehen, die rüstig voranschreiten. Aus ihren Zügen strahlt Hoffnung auf eine neue Heimat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Teil [[Die Rast]]. Erschöpft lassen sich die müden Wanderer nieder. Ein Vater hält sein Kind schützend an sich gedrückt. Einige Männer sitzen um ein Feuer und sind im Gespräch vertieft, andere hören zu. Man merkt, es geht um die Zukunft, um die neue Heimat. Eine Mutter hält ihr blauäugiges, rotwangiges Knäblein an der Brust.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im dritten Teil [[Ankunft]] in der neuen Heimat sind die Siedler am Bestimmungsort angelangt, es werden ihnen Häuser und Felder zugewiesen, ein harter Kampf mit den Naturgewalten und schwere Arbeit beginnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Künstler ist es meisterhaft gelungen, die über 80 Personen zeichnerisch und malerisch mit einer beachtenswerten Sicherheit zu verteilen, die Trachten sind bunt durcheinandergewürfelt – bemüht bis ins kleinste Detail um eine naturgetreue Wiedergabe – was bei dieser beachtlichen Dimension Bewunderung hervorruft.&lt;br /&gt;
Das Triptychon wurde das erste Mal an Pfingsten 1910 in Gertianosch anlässlich einer Gewerbe- und Landwirtschafts-Ausstellung gezeigt Der Künstler wurde dadurch auf einen Schlag berühmt. Erst danach begann Stefan Jäger sich intensiver mit der Welt der Banater Schwaben zu befassen. Er bezog seine Motive aus dem schwäbischen Alltag, den Festen und den Fest-Trachten. Seine Verbundenheit mit seinem Volk vertiefte sich immer mehr. Er gilt als der beliebteste Schwabenmaler, hat er doch wie kein Zweiter das Dorfleben mit all’ seinen Variationen in seinen Gemälden festgehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stefan Jäger ist am 28. 5. 1877 in Tschene geboren, seine Eltern waren [[Franz Jäger]] und [[Magdalena geb. Schuller]]. Gestorben ist der Künstler in Hatzfeld am 16. 3. 1962 im Alter von 85 Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Einwanderungsbild]] wurde auf Anordnung des damaligen Temeschburger Bürgermeisters [[Geml]] für das „Städtische Museum“ erworben. Seit man 1969 im ehemaligen Atelier des Künstlers in Hatzfeld eine [[Stefan Jäger-Gedenkstätte]] einrichtete, wurde es des öfteren ausgestellt. Ansonsten hat dieses Gemälde seinen Platz im [[Banater Museum]] in Temeschburg. Zur Zeit wurde es ausgeliehen, um es den Landsleuten zu zeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Der Donauschwabe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wertung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.50.39.52</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0420_-_Ein_Kapitel_geht_zu_Ende&amp;diff=5920</id>
		<title>ART:0420 - Ein Kapitel geht zu Ende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0420_-_Ein_Kapitel_geht_zu_Ende&amp;diff=5920"/>
		<updated>2015-02-06T09:42:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.50.39.52: Die Seite wurde neu angelegt: „{{Infobox Bibliografie Zeitung  |AutorName           = Glatt  |AutorVorname        = Robert  |Aufsatztitel        = Ein Kapitel geht zu Ende  |Zeitungstitel   …“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitung&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Glatt&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Robert&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Ein Kapitel geht zu Ende&lt;br /&gt;
 |Zeitungstitel       = Der Donauschwabe&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = Aalen&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            = 42&lt;br /&gt;
 |Nummer              = 26&lt;br /&gt;
 |Datum               = 28.06.1992&lt;br /&gt;
 |Seite               = 2&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''115 Jahre seit der Geburt des Banater Kunstmalers Stefan Jäger'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Banat, zu dessen kultureller Entwicklung vier Sprachgemeinschaften im gleichen Maße und mit gleicher Hingabe jahrhundertelang ihren Beitrag geleistet haben, hat zahlreiche Künstlerpersönlichkeiten hervorgebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Reihen der Banater Deutschen sind während ihrer über zweihundertjährigen Geschichte mehrere namhafte Maler hervorgegangen, die bleibende Werte hinterlassen haben. So der Temeswarer Amsel Wagner, der erste bedeutende Bildnismaler der Banater überhaupt, dann Ludwig Bersuder (Temeswar) und der ebenfalls aus Temeswar stammende Karl Broky (1807 - 1855), der aber frühzeitig die Vaterstadt verließ, um seine Kunst in die Dienste des Adels- und Hofkreises Englands zu stellen. Der in Orawitz geborene Adolf Humborg (1847 - 1921) wirkte als freischaffender Maler in München, während der aus Groß-Betschkerek stammende Johann Wälder (1854 -1902) die wohlhabende Bürgergeschichte seiner Heimat porträtierte. [[Stefan Jäger]] hingegen, dessen Geburtstag sich am 28. Mai zum 115. Mal jährte, schildert in seinen Werken die idyllische Atmosphäre und heiteren Seiten des schwäbischen Dorflebens. Der Stoff für seine Bilder schöpfte der Künstler aus dem eigenen Volke und der Banater Landschaft, gleichwohl ob im Ostbanat, der Batschka oder der Baranya.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lassen wir [[Stefan Jäger]] selbst sprechen, so sagt er über sein Schaffen: ''„Meine malerische Tätigkeit war hauptsächlich darauf gerichtet, meinen Landsleuten gewissenhaft ausgeführte Bilder in leichtverständlicher Form mit Motiven aus dem Banater Volksleben und der Heidelandschaft zugänglich zu machen.“'' Diese Worte standen als Motto über dem gesamten Lebenswerk Stefan Jägers, das die Liebe zum fleißigen Banater Schwaben und der Banater Landschaft zum Ausdruck bringt. Die unzähligen Ölgemälde, Hunderte von Aquarellen und Guaschmalereien, auch seine Tusch- und Bleistiftskizzen wiedergeben farbenfroh und lebendig die Lebensweise des schwäbischen Bauern, dessen Alltag und Feste, die Trachten und Bräuche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Maler [[Stefan Jäger]] war ein rastloser Wanderer und dies zu allen Jahreszeiten, wenn er bei seinen Spaziergängen durch Fluren und Felder der Banater Ebene alles was ihn beeindruckte als Natur und Menschenfreund aufs Papier brachte. Er konnte den frischen und herben Duft des Herbstackers mit seinen dunklen und satten Erdschollen vermitteln, den Bauern bei seiner Feldarbeit, den Bauernhof mit Haus, Hof, Garten und all seinem Zubehör und selbst die gute Stube, Blumen am Fensterbrett oder im Garten. Er wiedergab die Dorfstraße, den Dorfrand, die Ackerfluren und die wogenden Ährenfelder. All’ diese Bilder mit der idyllischen Atmosphäre zeigen die tiefe Verbundenheit des Künstlers mit der Natur und lassen den Menschen mit dem aufgelockerten Charakter der Banater Landschaft und die Freiheit dieser Banater Ebene empfinden, die der Zwangslosigkeit der einfachen bäuerlichen Lebensform entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Festtage war der Heimatmaler Jäger ein rastloser Wanderer, der durch die Dörfer zog, um Bräuche, Sitten und Trachten seiner Landsleute zu Papier zu bringen. Das Erntefest, die Kerwei, Hochzeit und Taufe, Christkindengel mit Belzebub, Faschings- und Trachtenbälle sowie die Spinnstube oder die Kartenpartie im Wirtshaus wurden in allen Einzelheiten dargestellt. Man könnte noch unzählige Themen anführen, die Jäger aus dem unerschöpflichen Reichtum bunten Volkslebens des Banates für die Nachwelt gesammelt und wiedergegeben hat. Es sind wahrheitsgetreue Bilder der Wirklichkeit, die viel Liebe und Wärme für seine Mitmenschen ausstrahlen, ein Teil der Geschichte und der Banater Volkskunde in Bildern gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stefan Jägers vielleicht bekanntestes Werk aus dem Jahre 1906 -1910 ist das Gemälde zum Thema [[„Die Ansiedlung der Deutschen im Südosten&amp;quot;]], das auch [[„Die Einwanderung der Schwaben ins Banat&amp;quot;]] oder kurz [[„Das Einwanderungsbild&amp;quot;]] genannt wird. Dieses [[Einwanderungstriptychon]] mit seinen Teilen [[„Wanderung“]], [[„Rast“]] und [[„Ankunft“]], eine figurenreiche Komposition, ist ein geschichtlich-ethnographisches Dokument aus dem Leben und Schicksal der Banater Schwaben bei der Ansiedlung in ihrer neuen Heimat. Das Werk wurde von der Stadt Temeswar gekauft und dem Städtischen Museum geschenkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stefan Jäger hat seine Anschauung und Auffassung von der Kunst der Malerei mit konsequenter Haltung bis an sein Lebensende ohne wesentliche Abweichung beibehalten. Wenn Jäger im eigentlichen Sinne seiner Malerei kaum einen Vorläufer im Banat gehabt hat – aber auch ohne nennenswerten Nachfolger verblieben ist –, so liegt dies wohl an der Tatsache, dass bis Jäger kaum ein schwäbischer Maler den Mut gezeigt hat, sich ausschließlich dem bäuerlichen Genre vorbehaltlos zu widmen und auf die Darstellung des bäuerlichen Milieus der Banater Ebene gerichtet zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis ins hohe Alter lebte Stefan Jäger zurückgezogen in Hatzfeld, wo er schlicht, ehrlich und bescheiden an seinem Werk schuf. Dem Altmeister wurde für sein langjähriges Schaffen Anerkennung gerecht, und er wurde anlässlich seines 80. Geburtstages mit einem hohen [[Orden]] ausgezeichnet. Auch als Zeichen der Anerkennung seines Schaffens wurde 1969 in Hatzfeld im ehemaligen Atelier des Künstlers eine [[Stefan Jäger-Gedenkstätte]] gegründet. Er starb am 16. 3. 1962 nach kurzer Krankheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges musste Jäger einen Großteil seiner Bilder vor allem nach Jugoslawien verkaufen. Dies bezeugt auch eine Aussage aus der Selbstbiographie des Malers: „… die meisten Auftraggeber waren in dieser Zeitspanne in der Batschka, darunter der Kulturbund in Neusatz.“ Auch wurde im Jahre 1930 in Groß-Betschkerek eine [[Ausstellung]] der Werke Jägers eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider hat das Banat keinen Maler, der nach dem Exodus der Massenauswanderung im Jahre 1990 ein neues Werk mit dem Titel „Die Auswanderung der Schwaben aus dem Banat“ auf die Leinwand bringen hätte können. Aber auch die [[Gedenkstätte]] existiert heute nicht mehr in Hatzfeld, denn der Volksaufstand im Dezember 89 brachte nichts Neues für diesen Landstreifen, und so geht ein Kapitel in der Geschichte der Banater Schwaben dem Ende entgegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Der Donauschwabe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wertung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.50.39.52</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0758_-_Stefan_J%C3%A4gers_Einwandererbild_und_das_Selbstverst%C3%A4ndnis_der_Banater_Schwaben&amp;diff=5918</id>
		<title>ART:0758 - Stefan Jägers Einwandererbild und das Selbstverständnis der Banater Schwaben</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0758_-_Stefan_J%C3%A4gers_Einwandererbild_und_das_Selbstverst%C3%A4ndnis_der_Banater_Schwaben&amp;diff=5918"/>
		<updated>2015-02-06T08:50:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;217.50.39.52: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{Infobox Bibliografie Aufsatz&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Glas &lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Christian&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Stefan Jägers Einwandererbild und das Selbstverständnis der Banater Schwaben&lt;br /&gt;
 |HerausgeberName     = Hengatner / Moser&lt;br /&gt;
 |HerausgeberVorname  = Thomas / Johannes&lt;br /&gt;
 |Buchtitel           = Grenzen &amp;amp; Fifferenzen&lt;br /&gt;
 |Untertitel          = Zur Macht sozialer und kultureller Grenzziehungen&lt;br /&gt;
 |Reihentitel         =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = Leizip&lt;br /&gt;
 |Verlag              = Leipziger Universitätsverlag&lt;br /&gt;
 |Entstehungsjahr     = 2006&lt;br /&gt;
 |Seite               = 753-760&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die historische Region Banat ist etwa so groß wie das Bundesland Baden-Württemberg und wird im Süden von der Donau, im Westen von der Theiß und im Norden vor der Marosch begrenzt. Im Osten grenzt das Banat an Siebenbürgen und an die Ausläufer der Südkarpaten. Der Begriff Banat entstand, nachdem die Habsburger Truppen in den Jahren 1716 bis 1718 die Osmanen  in diesem Teil Südosteuropas besiegt, hatten. Die Osmanen, die die Region seit Mitte des 16. Jahrhunderts besetz hielten, maßen ihr wirtschaftlich keine besondere Bedeutung bei. Nach dem Frieden von Passaro im Jahr 1718 bot das Banat, wie ein Chronist bemerkte, eine traurige Abwechslung von Sumpf-, Sand- und Gestrüppboden; Fieber decimierten die serbisch-romanishe Bevölkerung. 1/ Die Historiografie, insbesondere die landsmannschaftlich orientierte Geschichtsschreibung beschreibt das Banat zum Zeitpunkt der Eroberung zuweilen auch als öden und menschenleeren Raum, was bei näherer Betrachtung aber nicht stimmt. Die Region war zu diesem Zeitpunkt zumindest gering besiedelt: Die lückenhafte Auflistung eines Offizierswährend der Türkenkriegezählte immerhin 688 bewohnte Orte. 2/ Die Legende vom Banat als unbewohnter Wüstenei hat allerdings eine zentrale Bedeutung für die donauschwäbische Geschichtsschreibung und für die Identität der Banater Schwaben, wie ich noch zeigen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Habsburgern nahm die neu eroberte Kameralprovinz, deren Name sich vom mittelalterlichen Banus (Titel des Herrschers über ein Territorium in Kroatien, Bosnien und der Walachei, später auch von Ungarn übernommen) ableitet, in einem lange andauernden Prozess andauernden Prozess wirtschaftlichen Aufschwungs. Grundlage für die Entwicklung war eine aktive  Wirtschafts- und Bevölkerungspolitik des Wiener Hofes. Die staatlich gesteuerte Kolonisation im Zeitraum vom späten 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts führte zur Gründung zahlreicher neuer Ortschaften und zu einem deutlichen Anwachsen der Bevölkerung im Banat. Im Zuge mehrerer Migrationswellen über einen Zeitraum von 150 Jahren, die in der Popularliteratur gerne als die „drei Schwabenzüge&amp;quot; beschrieben werden, wanderten vor allem Bauern und Handwerker aus den süddeutschen Territorien in das Banat ein. Die Migranten, die nur zu einem geringen Teil aus dem württembergischen oder bayerischen Schwaben kamen, siedelten ebenso aus Tirol, aus der Steiermark, aus dem Badischen, aus rhein- und mainfränkischen Gebieten, aus der Pfalz, aus dem Elsass und Lothringen oder von Saar und Mosel im Banat ein. Es handelte sich also keineswegs um eine homogene Einwanderergruppe sondern die Herkunft der Migranten war regional und sozial sehr unterschiedlich, was sich heute noch daran zeigt, dass im Banat in einem Dorf beispielsweise die bayerisch-österreichische Mundart dominiert und in einem Nachbardorf eine rheinpfälzische Mundart. Alle Dörfer im Banat, auch die von der Wiener Kameralverwaltung neu angelegten Dörfer für deutsche Kolonisten, hatten eine multiethnische Struktur, wobei die ethnische Zusammensetzung von Gemeinde zu Gemeinde verschieden war und sich im Laufe der Zeit durch Zu- und Abwanderung sowie durch das Heiratsverhalten zum Teil erheblich veränderte. Die größten ethnischen Gruppen im Banat waren um 1890 die Rumänen (39 Prozent), die Deutschen (27 Prozent), die Serben (18 Prozent) und die Ungarn (10 Prozent). 3/ Darüber hinaus lebten und leben in der Region slowakische, kroatische, ruthenische, jüdische, bulgarische Minderheiten und die statistisch schwer zu fassende Gruppe der Roma.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kolonisten machten infolge ihrer Einwanderung in das Banat einen mehrfachen Beheimatungs- und Akkulturationsprozess durch. Zum einen mussten sich die Migranten aus verschiedenen Herkunftsregionen auf gemeinsame kulturelle Codes und Standards einigen - ein Prozess, der unter anderem von der volkskundlichen Sprachinselforschung der 1920er bis 1940er Jahre und in der Nachkriegszeit zum Beispiel von Johannes Künzig untersucht wurde. 4/ Zum anderen mussten sich die Einwanderer mit ihrer neuen Umgebung auseinandersetzen, was zum kulturellen Austausch mit den anderen Ethnien im Dorf und in der Region führte. Die Austauschbeziehungen zwischen Schwaben, Rumänen, Ungarn und Serben untersuchte in der deutschen Volkskunde der 1960er und 1970er Jahre Ingeborg Weber-Kellermann mit ihren Forschungen zur Interethnik. 5/ Weber-Kellermann richtete den Fokus auf die interkulturellen Aspekte und verstand ihre Forschungen auch als Wiedergutmachung für eine ethnozentrisch-nationalistische Sprachinselforschung, in der sie als junge Forscherin selbst involviert war. 6/ In der Ansiedlungsphase und in dem sich daran anschließenden, sich teilweise über mehrere Generationen hinziehenden Prozess der Anpassung an die sozialen und geografischen Gegebenheiten der Zielregion konnte Annemene Röder keine ethnische begründete Abgrenzung der Einwanderergruppen gegenüber der Aufnahmegesellschaft feststellen. Die Immigranten orientierten sich in erster Linie an ihrer pluriethnischen Umgebung und „passten sich in mehrfacher Hinsicht den Herausforderungen des geografischen Raumes an, der dadurch eine wichtige Rolle im Identitätsbildungsprozess spielte&amp;quot;. 7/ Die deutschen Siedler definierten sich zunächst nicht über ihre Zugehörigkeit zur ethnischen Gruppe, sondern sie verstanden sich, vor allem auf dem Land, zunächst als Mitglieder ihrer dörflichen Gemeinschaft, zu der neben den deutschen Bewohnern auch die Angehörigen anderer ethnischer Gruppen gehörten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für eine banatschwäbische Siedlung ist das Dorf [[Gertianosch]] (ungarisch Gyertyámos, rumänisch Cărpiniş), etwa 25 Kilometer westlich von Temeswar, der „Hauptstadt des Banats“, gelegen. Im Jahr 1784 erhielten 66 Siedlerfamilien aus verschiedenen Regionen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation die Erlaubnis, sich hier unter privilegierte Bedingungen niederzulassen. Gertianosch war eine überwiegend deutsche Gemeinde, ein von der Landwirtschaft geprägtes Großdorf, das im Jahr 1934 3.100 Einwohner zählte, von denen 83 Prozent Deutsche waren, ähnlich wie schon um die Jahrhundertwende. Die Schwaben hatten im Dorf das Sagen und besetzten die repräsentativen sowie die wirtschaftlichen und politisch wichtigen Funktionen. Einer ihrer Entscheidungsträger war der Bauer [[Johann Röser]], der um die Jahrhundertwende im Banat das schwäbische Raiffeisenwesen organisierte. 8/ Röser gehörte zu den führenden Männern im Dorf, die zusammen mit dem Gewerbeverein im Jahr 1906 den Banater Künstler [[Stefan Jäger]] mit der Anfertigung eines Bildes beauftragten. Sie sammelten den stattlichen Betrag von 4.500 Kronen, um dem jungen Maler, der gerade sein Studium an der ungarischen Modellzeichenschule und Zeichenlehrer-Bildungsanstalt beendet hatte, Studienreisen nach Deutschland zu ermöglichen. [[Stefan Jäger]] erhielt nämlich den Auftrag, die Einwanderung der Schwaben in das Banat in eine Bild zu fassen, und auf seinen Studienreisen wollte er die typischen Trachten der Herkunftsregionen studieren. Vier Jahr später wurde das Monumentalbild auf der Gertianoscher Gewerbe- und Bauernausstellung zu Pfingsten feierlich präsentiert. In einem zeitgenössischen Bericht heißr es, dass die Enthülling des [[Einwanderungsbildes]] im patriotischen Rahmen erfolgte, und dass das Bild die Gefühle des Publikums uneingeschränkt widerspiegelte. 9/ Das Wandbild hatte Jäger in Gestalt eines Triptychons mit einer Höhe von 1,5 Metern und einer Breite von insgesamt fünf Metern gemalt. Den Bildern hat er von links nach rechts die Titel [[„Am Weg der Wanderung&amp;quot;]], [[„Rast beim Ankommen in der neuen Heimat&amp;quot;]] und [[„Die eigentliche Ansiedlung&amp;quot;]] gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger]] hatte mit seiner Darstellung der Einwanderung nicht nur den Zeitgeschmack getroffen, sondern gleichzeitig eine Ikone banatschwäbischer [[Identität]] geschaffen, die ihre Wirkung sofort entfaltete und bis heute das Geschichtsverständnis der Banater Schwaben dominant prägt und visualisiert. Die Szenen und Figuren in Stefan Jägers Gemälde, deren Authentizität keineswegs verbürgt ist - die meisten regionaltypischen Trachten entwickelten sich erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts -, wurden vom Publikum als wahrhaftige und allgemeingültige Darstellung der Einwanderung akzeptiert. Der Gertianoscher Dorfschullehrer schreibt 1910 über das Bild: Drei charakteristische Anschauungen lassen sich vom Bilde herunterschauen: Unsere Ahnen trugen weder Schnurr- noch Backenbart; sie rauchten nicht und sie liebten den Kindersegen. 10/ Stefan Jäger wurde durch das Einwanderungsbild zum berühmten und herausragenden Maler banatschwäbischen Volkslebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung des Bildes fällt zusammen mit einer Epoche, in der die lokalen Identitätsbezüge der Deutschen im Banat abgelöst wurden von einem langsam entstehenden Bewusstsein von der Zugehörigkeit zur deutschen Minderheit in Ungarn beziehungsweise im Banat. Historiker und Ethnologen sind sich weitgehend einig, dass Ethnizität ein von außen herangetragener Prozess der Bewusstwerdung einer „Wir-Gruppe&amp;quot; ist, und dass Ethnisierung als eine Folge von Marginalisierung konstruiert wird. 11/ Für die Deutschen im Banat oder, besser, für die ländliche deutsche Bevölkerung hieß das, dass um die Wende zum 20. Jahrhundert der dörfliche Bezugsrahmen als alleinige Grundlage der Identität nicht mehr taugte. Die Ursache hierfür lag einerseits in der Modernisierung der Gesellschaft durch Industrialisierung, Urbanisierung und eine allgemeine Veränderung der Lebensverhältnisse auch auf dem Land. Das dörfliche Gefüge veränderte sich beispielsweise durch überregionale Marktbeziehungen, durch die Industrialisierung der Landwirtschaft oder durch eine neue Verkehrsinfrastruktur. Andererseits verfehlte der unter dem Begriff Magyarisierung bekannte Assimilationsdruck der ungarischen Gesellschaft seine Auswirkungen auf die Minderheiten nicht. Nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich 1867 war die ungarische Reichshälfte der Doppelmonarchie innenpolitisch weitgehend selbständig. Und Ungarn war bestrebt, aus dem Vielvölkerstaat, in dem die Magyaren nicht die Bevölkerungsmehrheit darstellten, einen ethnisch zumindest homogeneren Staat zu schmieden. Während sich weite Teile des städtischen deutschen Bürgertums freiwillig magyarisierten, indem sie ungarische Namen annahmen und im Alltag die ungarische Sprache gebrauchten, war die Resistenz bei den Donauschwaben auf dem Lande größer. Doch mit verschiedenen Schulgesetzen wurde im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert die Vorherrschaft der magyarischen Unterrichtssprache festgeschrieben, was im Ergebnis zur Schließung von Nationalitätenschulen führte. Die Schwaben waren durch diese und andere Magyarisierungsmaßnahmen in ihrer kulturellen Identität bedrängt und gründeten als Reaktion darauf erstmals überregionale Interessenverbände, was 1906 zur Gründung der „Ungarländisch Deutschen Volkspartei&amp;quot; (UDVP) führte. 12/ Stefan Jager schuf sein Einwanderungsbild also genau zu der Zeit, als die traditionellen Fundamente donauschwäbischen Selbstverständnisses ins Wanken gerieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Historiker Gerhard Seewann hat für die Donauschwaben insgesamt vier Identitätstypen ausgemacht, die in einer zeitlichen Abfolge stehen, die sich teilweise aber auch überlagern. Ich möchte hier nur zwei nennen. Der deutschungarische Typus, den Seewann auch „Hungarus&amp;quot; nennt, entstand „im Jahrhundert der Ansiedlung und war bis zur Schwelle des 20. Jahrhunderts, ja vielfach bis zum Ende des Ersten Weltkriegs in Geltung geblieben&amp;quot;. 13/ Der Hungarus-Typ zeichnet sich aus durch „subjektive Merkmale seines ethnischen Bekenntnisses, das heißt, er pflegt ethnische Bräuche und Muttersprachenkultur aufgrund eigener Überzeugung, ist um Kulturaustausch und Interessenausgleich mit der Mehrheitsgesellschaft bemüht.&amp;quot; 14/ Der Hungarus interpretiert sich im Sinne eines Staats- und Verfassungspatriotismus als Teil der ungarischen Nation mit deutscher Herkunft, der auf Ausgleich bedacht ist. Dieser im 19. Jahrhundert dominierende Identitätstyp der Deutschen in Ungarn wird abgelöst von einem völkischen Identitätsschema. Nach dem völkischen, deutsch-nationalen Selbstverständnis definieren sich die Donauschwaben als „Neustamm“ des deutschen Volkes, der durch die Siedlungsbewegung des 17. bis 19. Jahrhunderts entstanden ist. 15/ Die völkische Identität überhöht die eigene Gruppe steht in einem potenziellen Konfliktverhältnis zur andersethnischen Mehrheitsbevölkerung und sieht die deutsche Minderheit in einem beständigen Abwehrkampf gegen „fremdvölkische Elemente&amp;quot;, von denen sie wie auf einer Sprachinsel umgeben ist. 16/ Von zentraler Bedeutung ist dabei der Kolonisationsmythos, nach dem die Schwaben in Ungarn quasi aus dem Nichts blühende Landschaften erschaffen haben. Diese Kulturschöpfung aus dem Nichts ist nach dem völkischen Denkmuster auch eine Begründung für die Kulturträger-Mission der Donauschwaben. Sie beruht auf dem „rassisch begründeten Axiom von der Herrenmenschen-Überlegenheit der eigenen und der Minderwertigkeit der fremden Kultur.&amp;quot; 17/ Die Einwanderung der Schwaben wird später, in den 1930er und 1940er Jahren, als legitime germanische Landnahme fremden Bodens interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der völkische Identitätstyp entsteht Anfang des 20. Jahrhunderts, also noch in der alten Donaumonarchie. Während der Zeit des Dritten Reiches entwickelt er sich in radikalisierter Form zum alleingültigen Modell eines banatschwäbischen Selbstverständnisses. Doch auch in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg hat das auf Abgrenzung der Eigengruppe basierende völkische Identitätsmodell vor allem bei den Vertriebenen und in Kreisen der Landsmannschaften eine hohe Anziehungskraft. Gerhard Seewann ist in seinen Untersuchungen vor allem der „donauschwäbischen Geschichtsschreibung&amp;quot; - also der zahlreichen, in der Regel von Laien geschriebenen Ortsmonografien - zu dem Schluss gekommen, dass sich bei den Vertriebenen ein weitgehend völkisch determiniertes Selbstverständnis durchgesetzt hat. 18/ Diese Aussage gilt sicherlich für die Zeit der 1950er bis 1980er Jahre. Für die Zeit danach, vor allem seit dem Fall des Eisernen Vorhangs, konnte ich von Seiten der Landsmannschaften der Donauschwaben aber auch auf Ausgleich und Verständnis bedachte Formen donauschwäbischen Selbstverständnisses feststellen. Gegenüber den anderen Ethnien in den Siedlungsgebieten sind sie aufgeschlossen; sie sehen ihre Gruppe zusammen mit den anderen als gleichberechtigte Ethnien in einem gemeinsamen Raum und sie betonen den gegenseitigen kulturellen Austausch.&lt;br /&gt;
Stefan Jägers [[Einwandererbild]], das wohl vor allem den Stolz auf die Leistungen der Vorfahren transportieren sollte, eignete sich bestens für eine ethnozentrische Interpretation. Das Triptychon wurde dann auch in diesem Sinne instrumentalisiert. Nach der Präsentation in Gertianosch kaufte der (deutsche) [[Bürgermeister von Temeswar]] das Bild noch vor dem Ersten Weltkrieg für das [[Stadtmuseum]]. In den 1920er und 1930er Jahren erschienen [[Drucke]] des Einwanderungsbildes, unter anderem ein großformatiger Farbdruck im [[Franklinschen Verlag]] in Budapest, der unter dem Titel [[„Einwanderung der Schwaben in Südungarn&amp;quot;]] verbreitet wurde. 1931 schmückt das Bild eine Publikation des Deutschen Auslands-Instituts über die Donauschwaben. Darüber hinaus wurde das Jäger-Bild in Büchern, vor allem in deutschen Schul- und Lesebüchern publiziert. Eine Schulwandtafel aus dem Jahr 1935 greift in Anlehnung an Jäger ebenfalls das Thema Kolonisation auf und zeigt „Schwäbische Bauern auf dem Zug ins Banat&amp;quot; (Signatur: W. PL.). Die Einwanderung wird hier als Kolonisation im Stile der amerikanischen Siedlertrecks dargestellt. (Was sicher ist: so darf man sich die Einwanderung nicht vorstellen.) Stefan Jägers Triptychon wurde um 1940 aus dem Banater Museum in die Räume der deutschen Volksgruppe im [[Scherter-Haus]] am Freiheitsplatz in Temeswar gebracht. Das Kulturamt der inzwischen nationalsozialistisch dominierten deutschen Volksgruppe hatte das Jäger-Bild gegen zwei Bilder eines anderen Malers getauscht. Anlässlich einer Ausstellung zum 225. Jahrestag der Befreiung der Stadt Temeswar heißt es in einem Bericht, dass „das Bild von Stefan Jäger an der Stirnwand des großen Saales eine überragende Stellung&amp;quot; einnahm. 19/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende des Krieges, als Bombenangriffe drohten und die Rote Armee ins Banat vorrückte, versteckte man das Triptychon auf dem Dachboden eines Bauernhofes 1945 kam es wieder zurück ins Banater Museum, wurde aber nicht in die ständige Ausstellung integriert, sondern verblieb im Depot. Anlässlich einer [[Gedenkausstellung]] nach Stefan Jägers Tod wurde es 1967 in Temeswar gezeigt. 1969 fand es seinen Platz als Leihgabe in der [[Stefan-Jäger-Gedenkstätte]] in Hatzfeld (Jimbolia). Als nach dem Sturz des Ceauşescu-Regimes 1989 in Temeswar mit deutschen Geldern das [[Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus]] gebaut wurde, hat das [[Einwandererbild]] seit 1994 als Leihgabe des Banater Museums im Foyer seinen Platz. Das AMG-Haus ist nicht nur Altersheim, sondern auch Sitz des Deutschen Forums und zentraler Veranstaltungsort für die Deutschen in Temeswar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl das Originalbild also in der Nachkriegszeit öffentlich kaum prässent war, behielt es im Bewusstsein der Banater Schwaben seine Wirkungskraft, was sich zum Beispiel daran zeigt, dass Stefan Jäger bis ins hohe Alter (er vestarb 1962) teilweise auf Bestellung, zahlreiche Kopien und Neuschöpfungen seines Einwanderungsmotives anfertigte. Noch heute wird es gerne als identifikationsstiftende Chiffre verwendet, wie zum Beispiel auf einer Einladungskarte zum Volkstanztreffen der Banater Schwaben aus dem Jahr 2002. Bedenklich ist es, wenn das Jäger-Bild auch unkommentiert von der Wissenschaft übernommen wird, wie beim Cover einer Publikation des Germanistischen Institutes der Loránd Eötvös Universität in Budapest aus dem Jahr 2001 über die Trachten der Donauschwaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Künstler Josef de Ponte hat 2002 ein zweiteiliges Mosaik für das Donauschwäbische Zentralmuseum geschaffen Die allegorische Darstellung zeigt die Geschichte der Deutschen in Ungarn seit dem Mittelalter. Die Einwanderung der Schwaben in Ungarn ist im rechten Bild dargestellt, wo sich im Zentrum die bildliche Umsetzung der unter Donauschwaben üblichen Redensart „den Ersten der Tod, den Zweiten die Not, den Dritten das Brot&amp;quot; befindet. Auch de Pontes künstlerische Umsetzung kann in Bezug zum Bild Stefan Jägers und dem Ansiedlungsmythos interpretiert werden. Ganz offen auf das Jägersche Vorbild bezogen ist die laienhafte Nachbildung der Besiedlung der Ortschaft Kudritz im jugoslawischen Banat aus dem Jahr 1996. Das Donauschwäbische Zentralmuseum hat das breitformatige Bild vom Maler Jakob Rosenberg als Schenkung erhalten; es zeigt die Besiedlung des Ortes Kudritz (Gudurica) im serbischen Banat. Rosenberg hat das Bild 1996 fertig gestellt und nicht nur die Ansiedlung von Schwaben im Jahr 1739 ins Bild gesetzt, sondern gleichzeitig auch den idealisierten Dorfalltag mit dem Pinsel inszeniert. Auf der Rückseite ist vermerkt: „150 Menschen, Tiere, Häuser&amp;quot;. Damit hat er auf seinem Gemälde mehr Figuren untergebracht als Stefan Jäger in seiner historischen Vorlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__________________________________________________________________&lt;br /&gt;
1  Karl von Czoerning, Ethnographie der Oesterreichischen Monarchie. Mit einer ethnographischen Karte cin vier Blättern, Band I-III, Wien 1855-1857, hier Band III, S.6&lt;br /&gt;
2  Vgl. dazu Josef WOLF / Horst Förster, Entwicklung der entnischen Struktur des Banats 1890-1992, Wien 2004, S. 30f.&lt;br /&gt;
3  Vgl. ebd., S. 193.&lt;br /&gt;
4  Vgl. JOHANNES KÜNZIG, Kleine volkskundliche Beiträge aus fünf Jahrzehnten, Freiburg 1972.&lt;br /&gt;
5  Vgl. INGEBORG WEBER-KELLERMANN, Zur Interethnik. Donauschwaben, Siebenbürger Sachsen und ihre Nachbarn, Frankfurt 1978.&lt;br /&gt;
6  Vgl. ebd., S. 17.&lt;br /&gt;
7  ANNEMARIE RÖDER, Deutsche, Schwaeb, Deutschschwaben. Ethnisierungsprozesse einer deutschen Minderheit in Südosteuropa, Marburg 1998, S. 39&lt;br /&gt;
8  Vgl. ebd., S. 134.&lt;br /&gt;
9  Vgl. KARL-HANS GROSS, Stefan Jäger – Maler seiner heimatlichen Gefilde, Sersheim 1991, S.49&lt;br /&gt;
10  Zitiert nach Ebd., S. 50,&lt;br /&gt;
11  Vgl. dazu RÖDER, Donauschwaben (wie Anm. 7), S. 27 und S. 53.&lt;br /&gt;
12  GÜNTER SCHÖDL, Am Rande des Reiches, am Rande derNation: Deutsche im Königreich Ungarn (1867-1914/18), in: Ders. (Hg.),Landan der Donau, Berlin 1995, S. 349-454, Hier S. 410.&lt;br /&gt;
13  GERHARD SEEWANN, Siebenbürger Sachse, Ungarndeutscher, Donauschwabe? Überlegungen zur Identitätsproblematik des Deutschtums in Südosteuropa, in. Ders. (Hg.),Minderheitsfragen in Südosteuropa, München 1992, S. 139-156, hier S. 142.&lt;br /&gt;
14  Ebd., S. 154&lt;br /&gt;
15  JOSEF VOLKMAR SENZ, Geschichte der Donauschwaben, München 1993, S. 17.&lt;br /&gt;
16  Ders.; Die Verteidigung der donauschwäbischen Heimat, in: Mathias Weifert (Hg.), Donauschwäbisches Unterrichtswerk, München 1997, S. 84&lt;br /&gt;
17  SEEWANN, Siebenbürger Sachse (wie Anm. 13), S. 144.&lt;br /&gt;
18  Ebd., S. 143f.&lt;br /&gt;
19  GROSS, Stefan Jäger (wie Anm. 9), S. 136.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufsatz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Identität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirkung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Epigonen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>217.50.39.52</name></author>
	</entry>
</feed>