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	<title>Archiv - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<title>Volksschule</title>
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		<updated>2015-04-08T15:11:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;77.7.86.114: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Biographen nennen diese Bildungsstätte auch: deutsch katholische Schule, Dorfschule, Elementarschule, römisch-katholische-konfessionelle Schule, Schule&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Tschene wurde die alte Schule 1840 erbaut. Bis 1924 gab es eine sechsjährige Volksschule. '''Josef Dittrich''' war etwa von 1872 bis 1907 Lehrer an dieser Schule. Er unterrichtete noch hauptsächlich in deutscher Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Literatur:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vuchetich, Ferdinand und Ruttner Stefan: Tschene in: Städte und Dörfer. Bd 5 Lm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stefan Jäger lernte lesen schreiben rechnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tschene hatte damals zwei Schulen – eine serbische und eine deutsche, der auch die kroatischen Kinder zugeteilt waren. Da sie katholischer Konfession waren, katholisch aber zu jener Zeit in der Amtsübung gleichbedeutend mit deutsch war, steckte man sie ganz einfach in die deutsche [[Volksschule|Schule]]. Zwei Jahrzehnte später sollte katholisch so viel wie madjarisch bedeuten, woraus wieder andere Verwicklungen entstanden. Die Schule unterschied sich durch nichts von ähnlichen dörflichen „Lehranstalten&amp;quot;. Da gab es einen einzigen Raum für alle Klassen, der sonntags auch als Bethaus benützt wurde. Obwohl die Schulpflicht damals schon gesetzlich vorgeschrieben war, besuchte nicht einmal die Hälfte der Unterrichtspflichtigen Kinder die Schule – im Jahre 1879 zum Beispiel von 58 im ganzen 26. Hier fand der kleine Stefan Jäger Eingang in die Welt der Buchstaben und Zahlen, die ihre Pforte nicht so ohne weiteres öffnete. Nichtsdestoweniger kam er häufig genug auszeichnungsweise in die erste Bank zu sitzen, wenn er vortrefflich zu antworten wusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Beitrag bearbeiten]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>77.7.86.114</name></author>
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		<id>https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0126_-_Stefan_J%C3%A4ger&amp;diff=13966</id>
		<title>ART:0126 - Stefan Jäger</title>
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		<updated>2015-04-08T14:48:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;77.7.86.114: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Sammelband&lt;br /&gt;
 |HerausgeberName     = Podlipny-Hehn&lt;br /&gt;
 |HerausgeberVorname  = Annemarie&lt;br /&gt;
 |Buchtitel           = Stefan Jäger&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Reihentitel         =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = Bukarest&lt;br /&gt;
 |Verlag              = Kriterion&lt;br /&gt;
 |Entstehungsjahr     = 1972&lt;br /&gt;
 |Seite               = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''STEFAN JÄGER'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriterion Verlag, Bukarest 1972, 40 Textseiten, 36 Bildseiten; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einbandgestaltung: Al. Satmáry; Reproduktionen: Hans Just;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Redaktion: Elisabeth Axmann-Mocanu, Hedi Hauser; Typographie Walter Weidle;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dankend sei hervorgehoben, daß die kompetenten Studien unseres besten Jäger-Kenners, [[Robert Reiter|Franz Liebhard]], eine wesentliche Voraussetzung dieser Arbeit bildeten; ebenso die von Dr. [[Peter Pink]] mit Hingabe gesammelten Daten zum Leben unseres Heimatmalers, die von der Verfasserin dieser Monographie weitergeführt und ergänzt wurden. Auf dem Gebiete der Jäger-Forschung sei gleichzeitig die unermüdliche Sammelarbeit zu einem Jäger-Bildkatalog der [[Jimbolia|Hatzfelder]] Lehrer [[Karl-Hans Groß]] und [[Hans Schulz]] erwähnt, die auch die Initiatoren der Gründung einer [[Jäger-Gedenkstätte]] sind. Schuldirektor [[Hans Bräuner]] unterstützte sie in ihren Bemühungen, und auch [[Eduard Jankovits]] machte sich um die Jäger-Forschung verdient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Inhaltsverzeichnis''':&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Banater Maler&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorfahren des Malers&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eltern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kindheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Studien- und Reisejahre&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Einwanderungsbild&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stationen der Einwanderer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausschiffung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Triptychon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wanderung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rast&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ankunft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfolg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Varianten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lob der Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heimatkunst und Mäzenatentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwabenmaler&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekenntnis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anerkennung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Tagebuch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Banater Landschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Szenen der Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haus und Hof&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stilleben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildnisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstbildnis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trachten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sitten und Bräuche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kerwei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksfeste&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zeitrtafel'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1877 am 28. Mai wird [[Stefan Jäger]] als Sohn des Barbiers und Feldschers [[Franz Jäger]] und der [[Magdalena Schuller|Magdalene]] Jäger (geb. Schuller) in [[Cenei|Tschene]], unweit von [[Jimbolia|Hatzfeld]], geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1877—1889 Kindheit in [[Cenei|Tschene]] und erster [[Volksschule|Volksschulunterricht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1889—1893 Schüler der privaten [[private Bürgerschule|Bürgerschule]] [[Wieszners]] in [[Timișoara|Temesvar]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1893 — 1895 setzt [[Stefan Jäger]] seine Mittelschulstudien an der [[Szegediner]] sechsklassigen Bürgerschule fort. Hier entdeckt Zeichenlehrer [[Obendorf]] die künstlerische Begabung des Jungen und erweckt in ihm das Interesse für die Malerei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1895 bezieht [[Stefan Jäger]] die Modellzeichenschule und Zeichenlehrer-Bildungsanstalt in [[Budapest]], wo er Schüler von Prof. [[Balló Ede]] und [[Szekely Bertalan]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1899 Abschluß des Kunststudiums. Studienreisen nach Österreich, Deutschland und Italien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1901 unterbricht [[Stefan Jäger|Jäger]] seine Studienreise wegen der Erkrankung seines Vaters und kehrt nach [[Cenei|Tschene]] zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1901 stirbt der Vater des Malers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1902 läßt sich [[Stefan Jäger|Jäger]] in [[Budapest]] als freier Künstler nieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1902-1906 malt er auf Bestellung Stilleben, Idyllen und Landschaftsbilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1906 erster großer Auftrag: „[[Die Ansiedlung der Deutschen im Banat]]&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1906—1910 Arbeit am [[Einwanderungsbild]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1906 zweite große Studienreise durch Deutschland (Stuttgart, Ulm, Nürnberg — Trachtenstudien für das Einwanderungsbild).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 feierliche Enthüllung des [[Einwanderungsbildes]] in [[Cărpiniș|Gertjanosch]]. Jäger läßt sich in [[Jimbolia|Hatzfeld]] nieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910—1914 malt er auf Bestellung; es entstehen die ersten Heimatbilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1914—1918 Landssturmmann an der Front.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1918 Heimkehr nach [[Jimbolia|Hatzfeld]], wo er zurückgezogen und bescheiden von der Kunst lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1927 stirbt die Mutter des Malers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1930 Veranstaltung der ersten Stefan-Jäger-Ausstellung in [[Groß-Betschkerek]] (Jugoslawien) mit Bildern aus dem Privatbesitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1930—1940 Glanzzeit von [[Stefan Jäger|Jägers]] Heimatkunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1957 Verleihung des [[Arbeitsordens]] II. Klasse anläßlich des achtzigsten Geburtstags.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1962 am 16. März stirbt [[Stefan Jäger]] in [[imbolia|Hatzfeld]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1967 Gedächtnisausstellung im [[Banater Museum]] [[Timișoara|Temesvar]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1969 Gründung der [[Stefan-Jäger-Gedenkstätte]] in [[Jimbolia|Hatzfeld]] im ehemaligen Atelier des Malers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quellenangabe'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Franz Liebhard'', Stefan Jägers Leben und Werk, Zum achtzigsten Geburtstag des schwäbischen Altmeisters, Neuer Weg, 24. Mai 1957.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Franz Liebhard'', Stefan Jäger 80 Jahre alt, Volk und Kultur, Nr. 5, 1957, S. 24—27.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Johann Wanderer'' (Franz Liebhard), Der Schwabenmaler Stefan Jäger, Neuer Weg, 1. Februar 1957.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Franz Liebhard'', Stefan Jäger und seine Welt, Bemerkungen zur Temesvarer Ausstellung, Neuer Weg, 24. Juni 1967.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Franz Liebhard'', Schein und Widerspruch, Nachwort zu einer Ausstellung, Neue Literatur, Heft 7-8, 1967. S. 124-128.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Franz Liebhard'', Stefan Jäger, Der Schwabenmaler, Karpaten-Rundschau, 29. Februar 1968.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Franz Liebhard'', Der Schwabenmaler Stefan Jäger, Menschen und Zeiten, Kriterion Verlag Bukarest, 1970, S. 105-120.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Karl-Hans Groß'', Maler seiner heimatlichen Gefilde, Die Wahrheit, 1. Juni 1967.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Karl-Hans Groß'', Schwäbische Trachtenstudie, Das Einwanderungsbild Stefan Jägers, Karpaten-Rundschau, 14. März 1969.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Dr. Peter Pink'', Manuskript zu einer Stefan-Jäger-Biographie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beatrice Schmidt'', Aus dem Leben und Schaffen Stefan Jägers, Das Wandern ist des Malers Lust, Neue Banater Zeitung, 29. Febr. 1968.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Annemarie Podlipny-Hehn'', Ein Tagebuch Stefan Jägers, Die Skizzen gehören zu dem wertvollsten, das der Maler hinterließ, NBZ, 27. Juli 1969.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* * * Kleines NBZ-Jäger-Album, Begleittext von K''arl-Hans Groß'' und ''Annemarie Podlipny-Hehn'', Reproduktionen von Eduard Jankovits und Rudolf Müll, NBZ vom 14. Sept. 1969 bis 13. Juni 1970.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verzeichnisse der Abbildungen'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. SELBSTBILDNIS&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öl auf Karton 0,270x0,210&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsigniert und undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im Besitz des Banater Museums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. DIE EINWANDERUNG DER SCHWABEN INS BANAT&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öl auf Leinwand&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1,450x5,100&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert rechts unten: Jäger I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im Besitz des Banater Museums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. DIE EINWANDERUNG DER SCHWABEN INS BANAT. Ausschnitt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. DIE EINWANDERUNG DER SCHWABEN INS BANAT. Ausschnitt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. MUTTER MIT KIND (Skizze)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell auf Karton&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,055x0,065&lt;br /&gt;
unsigniert, undatiert, beschriftet: Orczydorf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im Besitz des Banater Museums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. TRACHTENSTUDIE (Skizze)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öl auf Karton&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,135x0,205&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsigniert und undatiert, beschriftet: Guttenbrunn 1907, 8/9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im Besitz des Banater Museums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. DIE EINWANDERUNG DER SCHWABEN INS BANAT/VARIANTE&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell und Gouache auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,300x0,480&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert rechts unten: St. Jäger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im Besitz des Banater Museums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. ROSSMUHLE&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell und Gouache auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,200x0,300&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert links unten: St. Jäger, undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Elisabeth Zappe, Lovrin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. MITTAGSPAUSE AUF DEM FELDE (Skizze)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,125x0,205&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsigniert und undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im Besitz des Banater Museums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10.FELDARBEIT (Skizze)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,120x0,150&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsigniert, undatiert, beschriftet: Schnitterin und Schnitter, Kukuruzhacken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im Besitz des Banater Museums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. IM SCHNITT&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öl auf Holz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,330 x 0,450&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert rechts unten: St. Jäger, undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Elisabeth Sterz, Hatzfeld&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. HEIMKEHR VOM FELDE&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell und Gouache auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,360x0,230&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert rechts unten: St. Jäger, undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Elisabeth Zappe, Lovrin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. BAUERNMÖBEL&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,160x0,255&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsigniert und undatiert beschriftet: gesehen bei Orczydorfer 150. Jahrfeier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im Besitz des Banater Museums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. SCHWÄBISCHE BAUERNSTUBE&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell und Gouache auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,250x0,240&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert links unten: St. Jäger, undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Elisabeth Zappe, Lovrin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15. MUTTER, KIND UND GODEL MIT DEM APFEL&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell und Gouache auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,230x0,180&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert rechts unten: St. Jäger, undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Maria Kreiling, Temesvar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16. BEIM BÜGELN&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell und Gouache auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,235x0,190&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert rechts unten: St. Jäger, undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Nikolaus Neuhaus, Temesvar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. TRACHTENSKIZZEN AUS ENGELSBRUNN&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,315x0,235&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsigniert und undatiert, reich beschriftet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im Besitz des Banater Museums&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
18. BÄUERIN&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,200x0,160&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert rechts unten: St. Jäger, undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Nikolaus Schmidt, Temesvar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19. BILDNIS APOTHEKER HOLZ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öl auf Karton&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,315x0,240&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsigniert und undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Hans Schulz, Hatzfeld&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. KINDERBILDNIS&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öl auf Karton&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,370x0,270&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsigniert und undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Hans Schulz, Hatzfeld&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21. IM HAUS DER VORTÄNZERIN (Skizze)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,210x0,280&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsigniert und undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Norbert Schmidt, Temesvar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22. IM SONNTAGSSTAAT (Skizze)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,110x0,090&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert links unten: St. J., undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im Besitz des Banater Museums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. DORFKLATSCH&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell und Gouache auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,270 x 0,200&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert rechts unten: St. Jäger, undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Elisabeth Konrad, Temesvar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24. NECKEREI. Detail&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öl auf Leinwand&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,600 x 0,700&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert rechts unten: St. Jäger, undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Stefania Funk, Temesvar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25. ZUSCHAUER IM TANZSAAL (Skizze)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,155x0,235&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsigniert und undatiert, beschriftet: In Jahrmarkt gesehen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im Besitz des Banater Museums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26. SONNTAGSAUSGANG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell und Gouache auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,220 x 0,310&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert rechts unten: St. Jäger, undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Elisabeth Zappe, Lovrin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27. KERWEIZUG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell und Gouache auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,200x0,330&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert links unten: St. J., undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Elisabeth Zappe, Lovrin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28. KERWEI&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öl auf Leinwand&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,900x0,750&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert links unten: St. Jäger, undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Elisabeth Konrad, Temesvar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. BEI DER TAUFE&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell und Gouache auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,210x0,275&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert links unten: St. Jäger, undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Dr. Peter Pink, Ostern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30. MUTTERGLÜCK&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell und Gouache auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,230x0,200&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert links unten: St. Jäger, undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Dr. Peter Pink, Ostern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31. TANZPAUSE&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell und Gouache auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,410x0,350&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert links unten: St. Jäger, undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Anna Ráday, Hatzfeld&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32. BEIM TANZ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell und Gouache auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,280x0,260&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert rechts unten: St. Jäger, undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Barbara Konrad, Hatzfeld&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33. SONNTAGSAUSGANG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell und Gouache auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,230x0,200&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert rechts unten: St. Jäger, undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Barbara Konrad, Hatzfeld&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34. PLAUDERSTÜNDCHEN&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aquarell und Gouache auf Papier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,230x0,310&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert rechts unten: St. Jäger, undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Elisabeth Konrad, Temesvar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35. STILLEBEN MIT BLUMEN. Detail&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öl auf Leinwand&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,520x0,600&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
signiert links unten: St. Jäger, undatiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Privatbesitz: Nikolaus Neuhaus, Temesvar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Monographie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Budapest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tschene]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gertianosch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hatzfeld]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Temeschburg]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>77.7.86.114</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0109_-_16._M%C3%A4rz_1962&amp;diff=13965</id>
		<title>ART:0109 - 16. März 1962</title>
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		<updated>2015-04-08T14:44:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;77.7.86.114: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitung&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Senz &lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Josef Volkmar&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = &lt;br /&gt;
 |Zeitungstitel       = Der Donauschwabe&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = Aalen&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            = 22&lt;br /&gt;
 |Nummer              = 12&lt;br /&gt;
 |Datum               = 19.03.1972&lt;br /&gt;
 |Seite               = 2&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr als von jedem anderen donauschwäbischen Maler läßt sich vom malerischen Lebenswerk [[Stefan Jäger|Stefan Jägers]] sagen: Seine Bilder bewahren für die Donauschwaben, für alle Deutschen und für diese unsere Welt die nach 1945 zerstörte oder umgewandelte Heimat der Donauschwaben, die von ihnen gestaltete Kulturlandschaft und Lebenswelt mit ihren arbeitenden und betreuenden Menschen. Diese seine Bilder hängen heute als Originalgemälde oder als Farbdrucke in den Wohnungen seiner Landsleute, nicht nur in der alten Heimat, sondern über alle Welt zerstreut, und vermitteln ihnen im täglichen Anblick das Bild einer geordneten „heilen Welt&amp;quot;, die freilich neben den Licht- auch ihre Schattenseiten hatte; sie finden sich aber auch im Besitz von öffentlichen Sammlungen, wo sie das Leben und Werk der Donauschwaben dokumentieren. In dem vielfältigen Mosaik deutscher Malerei wird so durch ihn und, sein Werk die donauschwäbische Nuance sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger]] wurde am 28. Mai 1877 in der serbisch-deutschen Mischgemeinde [[Cenei|Tschene]] im Banat geboren. Sein Vater, der aus Nakodorf stammte, betätigte sich im Barbierfach und als Feldscher, wozu er nach einer Ausbildung in [[Budapest]] die Befähigung erlangte. Seine Mutter, eine geborene [[Magdalena Schuller|Margarete]] Schuller stammte aus Biled. Sie war 20 Jahre jünger als ihr Mann und auf ihren heranwachsenden Sohn von nachhaltigstem Einfluß. Sie erschloß ihm bereits in jungen Jahren die Schatzkammern des donauschwäbischen Volkstums und volkhaften Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der heimatlichen [[Volksschule]] besuchte [[Stefan Jäger]] eine private [[private Bürgerschule|Bürgerschule]] mit deutscher Unterrichtssprache in [[Timișoara|Temeschburg]]. Mit vierzehn Jahren kam er nach Segedin, um seine Mittelschulstudien abzuschließen und seine Kenntnisse der ungarischen Sprache zu vervollkommnen. Das wichtigste Moment der Segediner Jahre liegt für den weiteren Werdegang [[Stefan Jäger|Jägers]] aber darin, daß sein Zeichenprofessor, ein Burgenländer namens [[Obendorf]], seine künstlerische Begabung erkannte und ihm durch seine Ratschläge die Richtung wies, in die er zu gehen hatte. Er kam im Jahre 1895 nach [[Budapest]] an die Musterlehranstalt zur Ausbildung von Zeichenprofessoren. Die vierjährige Ausbildungszeit unter der Leitung von hervorragenden Lehrern verhalf seinem Talent zur Malerei zum Durchbruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf [[Budapest]] folgten die Wanderjahre, deren Stationen Wien — München — Stuttgart — Venedig waren und die 1901 ihre vorzeitige Unterbrechung erfuhren, da ihn die Kunde von der schweren Erkrankung des Vaters in die Banater Heimat zurückkehren ließ. Dieser sollte er nun für immer verbunden bleiben, denn auch die große Studienreise im Jahre 1906 nach Deutschland hatten keinen anderen Zweck, als Aufschluß über die Trachten zu geben, in denen die schwäbischen Vorfahren im 18. Jahrhundert ihre Wanderung in das Land an der mittleren Donau unternahmen. Nach seinen Lehr- und Wanderjahren ließ sich [[Stefan Jäger]] 1910 in [[Jimbolia|Hatzfeld]] nieder, ein stiller, zurückgezogener Mann, der nur für die Malerei und ausschließlich von der Malerei lebte. Eine Kühnheit war das in einem Orte, der, obwohl er sich in dieser Zeit vom Dorf zum Marktflecken und von diesem zur Kleinstadt entwickelte, für das Dasein eines Malers nicht gerade die günstigsten Bedingungen bot. Zum [[Jimbolia|Hatzfeld]] dieser Zeit schreibt [[Robert Reiter|Franz Liebhard]]: „Welche Widersprüche barg diese vom Rollen der gräflichen Kalesche und den Dampfsirenen der Fabriken durchlärmte Großgemeinde, die vom Drang in das Städtische fieberte. Welche Widersprüche zwischen den wüsten Kartenschlachten im Kasino und den meisterlichen Operationen des Chirurgen Dr. [[Ludwig Diel]], volkstümlich „der alte Diel&amp;quot; genannt! Welche unversöhnlichen Gegensätze zwischen dem Rufe des Ortes, dank dem Atelier [[Stefan Jäger|Stefan Jägers]] ein schwäbisches Athen in der Heide zu sein, wo ein [[Paul Moussong]] in den achtziger Jahren seine Gedichte drucken ließ, [[Peter Jung]] bis ins Greisenalter seine Tausende Gedichte schrieb, und dem kapitalistischen Frevel, nach dem ersten Weltkrieg, nach der Enteignung des gräflichen Latifundiums (durch Jugoslawien), die obdachlos gebliebene Bibliothek, deren Anfänge aus dem 18. Jahrhundert, stammten, im Ringofen des Ziegeleibarons Threiß, des „schwäbischen Stinnes&amp;quot;, für den sehr nüchternen Zweck der Ziegelerzeugung zu verheizen! In der gleichen Gemeinde, die in ihrem Park der Menschenfreundlichkeit ein Denkmal setzte, ein Standbild des Wohltäters der Leidenden, Dr. Diel, wurden nach etlichen Jahren sieben Männer ermordet, weil sie von einer Welt der Menschenfreundlichkeit träumten und bereit waren, für eine solche Welt ihr Bestes in die Schanze zu schlagen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtwerk [[Stefan Jäger|Jägers]], aus rund sechs Jahrzehnten malerischer Arbeit hervorgegangen, ist von einem optimistischen Glanz überzogen. Es ist ein aus Hunderten Stücken bestehendes Lebenswerk, von dem man wirklich sagen kann, daß es mit dem Leben des Volkes verschmolz, als dessen Abbild es geschaffen und dem es als solches zugedacht war. Neben dem malerischen Gesamtwerk, das über das ganze Gebiet des Banats gestreut ist, hat sich [[Stefan Jäger|Jägers]] Bedeutung für die Gegenwart und die Zukunft in seiner reichen Skizzenmappe verankert, die eine wahre Schatzkammer volkskundlicher Dokumente schwäbischen Volkslebens darstellt. Die Beobachtungsarbeit von Jahrzehnten liegt in diesen Blättern verschiedener Größen, in diesen Aquarell- und zum kleineren Teil Bleistift- und Tuschskizzen. Das Hauptwerk [[Stefan Jäger|Stefan Jägers]] ist aber das große, sechs Meter lange und etwa anderthalb Meter hohe Triptychon [[„Die Einwanderung der Schwaben ins Banat&amp;quot;]], kurz [[Einwanderungsbild]] genannt. Das große Gemälde hat sein eigenes Schicksal. Es wurde seinerzeit im halbfertigen Zustand von [[Budapest]] nach [[Timișoara|Temeschburg]], von da nach [[Cărpiniș|Gertjanosch]] und dann wieder nach [[Budapest]] gebracht, jedes Stück für sich zusammengerollt, bis es nach drei Jahren endlich vollendet war. Die Fahrt von [[Cărpiniș|Gertjanosch]] nach [[Timișoara|Temeschburg]] im Jahre 1910 sollte aber nicht die letzte Fahrt des Gemäldes gewesen sein. Während des zweiten Weltkrieges gelangte es aus dem [[Banater Museum]] in das deutsche Forschungsinstitut, das es vor den im Frühjahr 1944 einsetzenden Bombenangriffen nach Blumenthal „evakuierte&amp;quot;. 1945 wurde das Gemälde ins [[Banater Museum]] zurückgebracht und war, nach einer fachkundigen Restaurierung, das Zentralstück der 1967 stattgefundenen großen Jäger-Ausstellung in [[Timișoara|Temeschburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schöpfer des Bildes, [[Stefan Jäger]], ist am 16. März 1962 in [[Jimbolia|Hatzfeld]] verstorben. Außer den Ovationen, die der junge Maler anläßlich der Enthüllung des [[Einwandererbildes]] während der Landwirtschafts- und Gewerbeausstellung 1910 in [[Cărpiniș|Gertjanosch]] bekam, und der Ehrung durch Rumänien zu seinem 80. Geburtstag im Jahre 1957 wurden dem Maler kaum öffentliche Ehrungen zuteil. In [[Jimbolia|Hatzfeld]] wurde eine  bescheidene Nebengasse nach ihm benannt. Das [[Einwanderungsbild]] aber und mit ihm sein Schöpfer wird bekannt und geehrt bleiben, solange die Gemeinschaft der Donauschwaben existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
jvs&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Der Donauschwabe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kurzbiografie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Triptychon]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Budapest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tschene]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gertianosch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hatzfeld]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Temeschburg]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>77.7.86.114</name></author>
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		<id>https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0351_-_Stefan_J%C3%A4ger,_der_Maler_der_Banater_Schwaben_und_aller_Donauschwaben&amp;diff=13964</id>
		<title>ART:0351 - Stefan Jäger, der Maler der Banater Schwaben und aller Donauschwaben</title>
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		<updated>2015-04-08T14:38:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;77.7.86.114: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Aufsatz&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Scherer &lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Anton, Prof. Dr.&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Stefan Jäger, der Maler der Banater Schwaben und aller Donauschwaben&lt;br /&gt;
 |HerausgeberName     =&lt;br /&gt;
 |HerausgeberVorname  =&lt;br /&gt;
 |Buchtitel           = Donauschwaben-Kalenderș&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Reihentitel         =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = &lt;br /&gt;
 |Verlag              =&lt;br /&gt;
 |Entstehungsjahr     = 1989&lt;br /&gt;
 |Seite               = 109–112&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Maler des Banater Volkslebens, [[Stefan Jäger]] aus [[Hatzfeld]], ist schon viel geschrieben worden. Mindestens sieben Aufsätze veröffentlichte [[Franz Liebhard]] (auch Johann Wanderer, eigentlich Robert Reiter), dann kennen wir Ansätze zu einer Bio- und Monographie von [[Peter Pink]], zwei Aufsätze von [[Hans-Karl Groß]], Aufsätze und ein Buch (Stefan Jäger, Bukarest 1972) von [[Annemarie Podlipny-Hehn]] und das „Kleine NBZ-Jäger-Album“ in der „Neuen Banater Zeitung“ vom 14. September 1969 bis 13. Juni 1970, die deutschsprachige Sendung im Bukarester Fernsehen vom 26. Mai 1977, in der Franz Liebhard den Kronzeugen Georg Bohmann aus [[Blumenthal]] befragte, mein eigener Aufsatz in den „Südostdeutschen Vierteljahresblättern“ u. a. mehr. Alle diese Würdigungen und Bildnachweise gehen von dem aus, was man an Gemälden, Zeichnungen, Skizzen im rumänischen Banat noch feststellen konnte, was sich dort in Privatbesitz befindet oder im Jäger-Museum in Hatzfeld, das ich mir angesehen habe, ausgestellt ist. Von Interesse wäre es, auch jene Bilder kennen zu lernen, die nicht im rumänischen Banat verblieben sind. Für mich war überraschend eine Aussage [[Stefan Jägers]], der in seiner kurzgefassten Selbstbiographie mitteilt, die meisten seiner Auftraggeber seien aus der (jugoslawischen) Batschka gewesen. Nun, Hatzfeld war ja ursprünglich jugoslawisch, bevor es gegen Modosch (später Jaša Tomić) ausgetauscht wurde. Dass die Donauschwaben in Jugoslawien [[Stefan Jäger]] schätzten, geht aus der Tatsache hervor, dass zu Lebzeiten Jägers, nach den Ausführungen von [[Annemarie Podlipny-Hehn]], nur eine einzige Personal-Ausstellung veranstaltet wurde, und zwar nicht etwa im rumänischen Banat, sondern 1930 in [[Groß-Betschkerek]], also im jugoslawischen Banat, zu einer Zeit, als Hatzfeld längst schon zu Rumänien gehörte und Jäger rumänischer Staatsbürger war. In dieser Ausstellung wurden ausschließlich Bilder aus Privatbesitz gezeigt. Das heißt, es muss doch eine ausreichende Anzahl von Bildern Jägers in Jugoslawien vorhanden gewesen sein. Jäger schreibt auch, dass zu seinen Auftraggebern der [[Schwäbisch-Deutsche Kulturbund]] (in Jugoslawien) gehört habe. Dieser hatte seinen Sitz in Neusatz in der Batschka. Nun, ich war zu jener Zeit ein Kind, und dass es Jäger-Bilder in der Batschka gegeben hat, ist mir neu, aber ob ein einziges dieser Bilder von Donauschwaben bei der Flucht mitgenommen wurde, ist fraglich. Jedenfalls wäre es von Interesse, darüber etwas zu erfahren. Vielleicht können sich ältere Leute noch erinnern. Auf alle Fälle ist das „Kleine NBZ-Jäger-Album“ unvollständig. Für Bilder von Jäger interessierten sich auch Serben. So war ein serbischer Abgeordneter aus Kikinda Besitzer von Bildern dieses Künstlers. Sein Sohn bot sie in Salzburg zum Kaufe an. Etwas davon ist im Hohenzollerischen gelandet, ein Bild wurde für das Haus der Donauschwaben in Sindelfingen angekauft. Es stellt ein Weizenfeld dar. Über die näheren Umstände des Ankaufs herrscht einige Unklarheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Jäger brachte laut [[Podlipny-Hehn]] das „Neuland“ in Salzburg Reproduktionen heraus. Angeblich wurde dabei das Urheberrecht verletzt; Jäger soll von diesen Reproduktionen laut Annamarie Podlipny-Hehn überhaupt nichts erhalten haben. Peter Binder, Inhaber des Pannoniaverlages, teilte mir brieflich mit, von der Behauptung von A. Podlipny-Hehn nichts gewusst zu haben. Er habe zwar nicht Jäger, wohl aber einer im Westen lebenden Verwandten des Malers ein ordentliches Honorar bezahlt. Und dem Maler, der unverheiratet war, ging es schlecht. Sehr schlecht sogar. Erst als er 80 Jahre alt geworden war, 1957, erhielt er eine Ehrenpension in Höhe von 800 Lei monatlich. Er ist am 16. März 1962 gestorben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt noch einige biographische Angaben über Stefan Jäger, den populärsten donauschwäbischen Maler überhaupt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Großvater war Kaufmann in Nakodorf und starb im Alter von 76 Jahren. 1833 hatte er als Witwer im Alter von 52 Jahren die ledige, um fast 30 Jahre jüngere Elisabeth Waldner geheiratet. Dieser Ehe entsprossen vier Kinder, darunter [[Franz]] (1839), der Vater des späteren Malers Stefan Jäger. Franz wurde in Budapest zum Feldscher ausgebildet. Er ließ sich in [[Tschene]] nieder und heiratete die Tochter des Notars Wagner aus Klein-Jetscha und nach deren Tod die um sechzehn Jahre jüngere [[M. Schuller]] aus Billed. Sie war ein Adoptivkind und arm. Dieser Ehe entsprossen zwei Kinder: der jüngere war Stefan, geb. am 28. Mai 1877 in [[Cenei|Tschene]] in der Nähe von [[Jimbilia|Hatzfeld]]. Dort gab es eine serbische und eine deutsch-katholische [[Volksschule|Schule]]. Die letztere besuchte Stefan. Starken Eindruck machte auf den Knaben die Riedlandschaft an der alten Bega. In Temeswar gab es noch eine private deutsche [[private Bürgerschule|Bürgerschule]] mit deutscher Unterrichtssprache, die ihren Namen nach ihrem Besitzer, einem gewissen [[Wieszner]], trug. In diese wurde Stefan geschickt. Die sechsjährige Bürgerschule schließt er dann in [[Segedin]] (Szeged) ab. Sein schon damals offenkundiges Zeichentalent wird von seinem „Kunstlehrer“, dem Fachlehrer [[Obendorf]], gefördert und gelenkt. Ab 1895 ist Stefan Jäger Kunststudent in Budapest. Als solcher mittellos. Er muss kein Schulgeld zahlen und ist Erzieher bei der gräflichen Familie [[Széchy]]. Seine Lehrer an der Modellzeichenschule und an der Zeichenlehrer-Bildungsanstalt sind Professor [[Ede Balló]] und [[Bertalan Székely]], 1899 schließt er das Studium ab und unternimmt Studienreisen nach Österreich, Deutschland und Italien, 1901 unterbricht er seine Reisen wegen der Erkrankung seines Vaters und kehrt nach Tschene zurück. Im gleichen Jahr stirbt der Vater. 1902 ist Jäger wieder in Budapest, als freischaffender Künstler. Auf Bestellung malt er bis 1906 viele Landschaftsbilder, Stilleben und Idyllen. Davon ist so gut wie nichts erhalten oder bekannt. Er malt auch Heiligenbilder. Und nun erhält er einen Auftrag, der ihn unter den Schwaben berühmt machen sollte: das bekannte dreiteilige Bild [[„Die Ansiedlung der Deutschen im Banat“]]. Auch dies hatte eine Vorgeschichte und eine (verschollene) Erstfassung. Die Anregung kam von [[Jakob Knopf]], Buchhalter an der Ersten Gyertyámoser Sparkasse. Den Auftrag für dieses Bild gab aber der Gründer und Besitzer dieser Sparkasse, [[Adam Röser]]. Die erste Fassung des Bildes war drei Meter lang und kam in den Besitz Rösers. Sie ist verschollen. Die Einwände gegen dieses Bild: die Trachten stammten aus der Gegenwart, waren also historisch nicht treu. Nun wurde eine Sammelaktion gestartet, um Jäger eine Studienreise nach Deutschland zu ermöglichen. Sie brachte 4 560 Kronen ein. 1906 tritt Jäger die Reise an, die ihn nach Stuttgart, Ulm, Nürnberg führt. Er betreibt Trachtenstudien für das Einwanderungsbild. Von 1906 bis 1910 arbeitet er an diesem, teils in Hatzfeld, teils in Budapest. Es ist 5,1 m lang und 1,45 m hoch. Im Frühjahr 1910 wird das Bild feierlich enthüllt, und zwar im Rahmen der Gewerbe- und Landwirtschaftsausstellung in Gyertyámos (Gertianosch). Die Enthüllungsrede hielt der Abt-Domherr [[Franz Blaskovics]] (Vgl. hierzu: Stefan Dold: Die Einwanderung und Ansiedlung der Deutschen in Südungarn. Danach hieß das Bild bei seiner Enthüllung: [[„Die Einwanderung der Deutschen nach Ungarn“]].) Da Röser infolge von Fehlspekulationen verarmte, sah er sich gezwungen, das Bild zu verkaufen. Die Stadt Temeswar zahlte ihm dafür 2000 Kronen. Die Hälfte dieser Summe bekam der Maler. Schon vorher hatte Röser [[Reproduktionen]]&lt;br /&gt;
herstellen und vertreiben lassen. Vom Erlös derselben erhielt Jäger nichts. Bürgermeister Telbisz ließ es im „Südungarischen Geschichtsverein“ (Délmagyarországi Történelmi …) unterbringen, wo auch die aus den Jahren 1859/60 stammenden „Ethnographischen-topographischen Beschreibungen“ vieler donauschwäbischer Ortschaften bis 1918 aufbewahrt waren, unter Bürgermeister Geml wurde es in stadteigene Räumlichkeiten überstellt. 1941 gelingt es der Deutschen Volksgruppe, in den Besitz des [[Einwanderungsbildes]] zu gelangen: sie erhält es gegen zwei Bilder [[Popescus]], an denen der rumänische Bürgermeister mehr interessiert war als am Einwanderungsbild. Diese Popescu-Bilder stammten aus dem Nachlass des Banater Kulturhistorikers [[Franz Wettel]]. Im Rahmen der 225-Jahrfeier der Befreiung Temeswars wurde das [[Einwanderungsbild]] im sogenannten [[Scherter-Haus]] ausgestellt, wo es bis 1944 verblieb. Und wo ist es heute? Im Städtischen Museum. Der Tausch der Popescu-Bilder aus dem Wettel-Nachlass gegen das Einwanderungsbild Jägers wird in keiner der in Rumänien erschienenen Jäger-Abhandlungen erwähnt. Zeitzeugen sollten auch über das Schicksal von Wettels Büchersammlung (einer einmaligen Banatica-Bücherei) berichten. Nach Christ N. Herr, einem Blumenthaler, mit dem ich 1965 in Chicago darüber sprach, soll ein Teil von unkundigen Händen verheizt, ein anderer Teil von Personen gerettet worden sein, denen es um die Bücher leid getan habe. Aber C. N. Herr verließ sich 1965 auch nur auf unüberprüfbare Gerüchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das weiter Schicksal des Einwanderungsbildes? Im Jahre 1944 wurde es in Blumenthal (Mașloc) untergebracht, im Haus eines Blumenthalers der in den USA lebte. Dort waren nach Aussagen von Georg Bohmann, eines Blumenthalers, den Franz Liebhard für das rumänische Fernsehen befragt hatte, auch volkskundliche Sammlungen untergebracht worden. Zeitweise war [[Peter Barth]], der Banater Dichter, dort Bibliothekar. (Barth sandte mir einige Jahre darauf über einen seiner in Graz lebenden Verwandten namens Bauer unveröffentlichte Gedichte.) Bohmann sah sich das zusammengerollte aufbewahrte Bild Jägers selbst an, weil er, wie er angab, neugierig war. Als Kolonisten das Haus des „Amerikaners“ bereits bewohnt hatten, kamen eines Tages die zwei Bohmann-Buben zum Vater und baten ihn um zwei Liter Rotwein. Damit kauften sie von zwei Kolonisten-Jungen ein „sehr großes und sehr schönes Bild“ ab, das Einwanderungsbild. Da der Mais noch nicht gebrochen und der Kukurutz-Hambar leer war, entrollten die Bohmann-Jungen das Bild und stellten es für sich aus. Von Blumenthal kam das Bild ins Banater Museum, wo es aus „politischen Gründen“ über ein Jahrzehnt im Keller aufbewahrt wurde. 1969 – ich weilte in jenem Jahr mit der Internationalen Lenau-Gesellschaft in Temeswar – forderte der damalige Vorsitzende des Kreisrates Timiş (Temesch) der Deutschen Werktätigen, Nikolaus Berwanger, das Bild für das Stefan-Jäger-Haus an, wo es seither im Blickpunkt der Ausstellungsstücke steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon 1910 hatte sich Jäger in Hatzfeld niedergelassen und blieb dort bis zu seinem Tode. Von 1910 bis 1914 malte er auf Bestellung Bilder mit Motiven aus dem donauschwäbischen Volksleben und der Landschaft. Von 1914 bis 1918 war er als Landsturmmann an der Front. 1918: Heimkehr nach Hatzfeld. Er führte ein zurückgezogenes Leben und lebte bescheiden vom Verkauf seiner Bilder. Die Glanzzeit seiner Heimatkunst fällt in die Jahre 1930 bis 1940.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner handgeschriebenen Biographie vom 5. November 1953 nennt er sein Triptychon, in dem die Einwanderinnen in hessische und Schwarzwälder Tracht gekleidet sind, [[„Einwanderung der Deutschen im Südosten“]]. Vorherige Bezeichnung „...im Banat“. Offenbar will Jäger sein Bild auf einen größeren Raum, auf alle Donauschwaben, bezogen wissen. An die Einwanderung der Siebenbürger Sachsen hat Jäger auf keinen Fall gedacht, denn da hätte nicht einmal die Tracht gestimmt. Und da er ausdrücklich darauf hinweist, dass die meisten seiner Auftraggeber aus der Batschka kamen, will er mit dieser bewussten Ausweitung vom Banat auf den ganzen Südosten – durchaus im Sinne der früheren Bezeichnung „Ungarn“ (vor 1918) –, der Maler aller Donauschwaben sein, auch wenn ihm dieser Name nicht geläufig ist. Dass ihm keine einzige Ausstellung zu Lebzeiten in Rumänien gewidmet worden ist, nicht einmal zu Zeiten der Deutschen Volksgruppe, dürfte ihn bedrückt haben. Dagegen kaufte die Deutsche Volksgruppe im Serbischen Banat eine größere Anzahl von  Jäger-Bildern in Hatzfeld an. Erst fünf Jahre nach seinem Tode fand eine [[Gedächtnisausstellung]] im Banater Museum zu Temeswar statt, 1969 wurde in seinem ehemaligen Atelier in Hatzfeld eine [[Stefan-Jäger-Gedenkausstellung]] gegründet und eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jäger hatte keinen anderen Brotberuf. Er lebte von der Kunst, einer „brotlosen“ Kunst. Und lebte entsagungsvoll. Damit nimmt er unter den zeitgenössischen donauschwäbischen Künstlern eine Sonderstellung ein. Dass er zur Idylle neigte, dürfte ein Zugeständnis an den Geschmack seiner Auftraggeber gewesen sein. Es ist die Welt von gestern, die er gemalt hat. Eine liebenswerte Welt, auch wenn sie nicht mehr besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Foto:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kirchweihpaare in Sackelhausen, rum. Banat, im Jahre 1972. (Einsender des Photos: Georg Kurzhals, Hölderlinstr. 2, 7530 Pforzheim)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kalender]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Donauschwaben-Kalender]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kurzbiografie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reproduktionen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Triptychon]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>77.7.86.114</name></author>
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		<id>https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0311_-_Der_Hatzfelder_Stefan_J%C3%A4ger,_der_Maler_der_Donauschwaben&amp;diff=13963</id>
		<title>ART:0311 - Der Hatzfelder Stefan Jäger, der Maler der Donauschwaben</title>
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		<updated>2015-04-08T14:35:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;77.7.86.114: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitschrift&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Scherer&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Anton&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Der Hatzfelder Stefan Jäger, der Maler der Donauschwaben&lt;br /&gt;
 |Zeitschrifttitel    = Südostdeutsche Vierteljahresblätter&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            = 35&lt;br /&gt;
 |Heftnummer          = 2&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsjahr    = 1986&lt;br /&gt;
 |Seite               = 89-91&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Maler des Banater Volkslebens [[Stefan Jäger]] aus [[Hatzfeld]] ist schon viel geschrieben worden. Mindestens sieben Aufsätze veröffentlichte [[Franz Liebhard]] (auch Johann Wanderer, eigentlich Robert Reiter), dann kennen wir Ansätze zu einer Bio- und Monographie von [[Peter Pink]], zwei Aufsätze von [[Hans-Karl Groß]], Aufsätze und ein Buch (Stefan Jäger, Bukarest 1972) von [[Annemarie Podlipny-Hehn]] und das „Kleine NBZ-Jäger-Album“ in der „Neuen Banater Zeitung“ vom 14. September 1969 bis 13. Juni 1970 und anderes mehr. Alle diese Würdigungen und Bildnachweise gehen von dem aus, was man an Gemälden, Zeichnungen, Skizzen im rumänischen Banat noch feststellen konnte, was sich dort in Privatbesitz befindet oder im Jäger-Museum in Hatzfeld, das ich mir angesehen habe, ausgestellt ist. Von Interesse wäre es, auch jene Bilder kennen zu lernen, die nicht im rumänischen Banat verblieben sind. Für mich war überraschend eine Aussage [[Stefan Jägers]], der in seiner kurzgefassten Selbstbiographie mitteilt, die meisten seiner Auftraggeber seien aus der (jugoslawischen) Batschka gewesen. Nun, Hatzfeld war ja ursprünglich jugoslawisch, bevor es gegen Modosch (später Jaša Tomić) ausgetauscht wurde. Dass die Donauschwaben in Jugoslawien [[Stefan Jäger]] schätzten, geht aus der Tatsache hervor, dass zu Lebzeiten Jägers, nach den Ausführungen von Annemarie Podlipny-Hehn, nur eine einzige Personal-Ausstellung veranstaltet wurde, und zwar nicht etwa im rumänischen Banat, sondern 1930 in [[Groß-Betschkerek]], also im jugoslawischen Banat, zu einer Zeit, als Hatzfeld längst schon zu Rumänien gehörte und Jäger rumänischer Staatsbürger war. In dieser Ausstellung wurden ausschließlich Bilder aus Privatbesitz gezeigt. Das heißt, es muss doch eine ausreichende Anzahl von Bildern Jägers in Jugoslawien vorhanden gewesen sein. Jäger schreibt auch, dass zu seinen Auftraggebern der Schwäbisch-Deutsche Kulturbund (in Jugoslawien) gehört habe. Dieser hatte seinen Sitz in Neusatz in der Batschka. Nun, ich war zu jener Zeit ein Kind, und dass es Jäger-Bilder in der Batschka gegeben hat, ist mir neu, aber ob ein einziges dieser Bilder von Donauschwaben bei der Flucht mitgenommen wurde, ist fraglich. Jedenfalls wäre es von Interesse, darüber etwas zu erfahren. Vielleicht können sich ältere Leute noch erinnern. Auf alle Fälle ist das „Kleine NBZ-Jäger-Album“ unvollständig. Für Bilder von Jäger interessierten sich auch Serben. So war ein serbischer Abgeordneter aus Kikinda Besitzer von Bildern dieses Künstlers. Sein Sohn bot sie in Salzburg zum Kaufe an. Etwas davon ist im Hohenzollerischen gelandet, ein Bild wurde für das Haus der Donauschwaben in Sindelfingen angekauft. Es stellt ein Weizenfeld dar. Über die näheren Umstände des Ankaufs herrscht einige Unklarheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Jäger brachte laut [[Podlipny-Hehn]] das „Neuland“ in Salzburg Reproduktionen heraus. Angeblich wurde dabei das Urheberrecht verletzt; Jäger soll von diesen Reproduktionen überhaupt nichts erhalten haben. Und dem Maler, der unverheiratet war, ging es schlecht. Sehr schlecht sogar. Erst als er 80 Jahre alt geworden war, 1957, erhielt er eine Ehrenpension in Höhe von 800 Lei monatlich. Er ist am 16. März 1962 gestorben. Schließlich noch einige biographische Angaben über Stefan Jäger, den populärsten donauschwäbischen Maler überhaupt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Großvater war Kaufmann in Nakodorf und starb im Alter von 76 Jahren. 1833 hatte er als Witwer im Alter von 52 Jahren die ledige, um fast 30 Jahre jüngere Elisabeth Waldner geheiratet. Dieser Ehe entsprossen vier Kinder, darunter [[Franz]] (1839), der Vater des späteren Malers Stefan Jäger. Franz wurde in Budapest zum Feldscher ausgebildet. Er ließ sich in [[Tschene]] nieder und heiratete die Tochter des Notars Wagner aus Klein-Jetscha und nach deren Tod die um sechzehn Jahre jüngere [[M. Schuller]] aus Billed. Sie war ein Adoptivkind und arm. Dieser Ehe entsprossen zwei Kinder: der jüngere war Stefan, geb. am 28. Mai 1877 in [[Cenei|Tschene]] in der Nähe von [[Jimbolia|Hatzfeld]]. Dort gab es eine serbische und eine deutsch-katholische [[Volksschule|Schule]]. Die letztere besuchte Stefan. Starken Eindruck machte auf den Knaben die Riedlandschaft an der alten Bega. In Temeswar gab es noch eine private deutsche [[private Bürgerschule|Bürgerschule]] mit deutscher Unterrichtssprache, die ihren Namen nach ihrem Besitzer, einem gewissen [[Wieszner]], trug. In diese wurde Stefan geschickt. Die sechsjährige Bürgerschule schließt er dann in [[Segedin]] (Szeged) ab. Sein schon damals offenkundiges Zeichentalent wird von seinem „Kunstlehrer“, dem Fachlehrer [[Obendorf]], gefördert und gelenkt. Ab 1895 ist Stefan Jäger Kunststudent in [[Budapest]]. Als solcher mittellos. Er muss kein Schulgeld zahlen und ist Erzieher bei der gräflichen Familie [[Szechy]]. Seine Lehrer an der Modellzeichenschule und an der Zeichenlehrer-Bildungsanstalt sind Professor [[Ede Balló]] und [[Bertalan Székely]], 1899 schließt er das Studium ab und unternimmt Studienreisen nach Österreich, Deutschland und Italien, 1901 unterbricht er seine Reisen wegen der Erkrankung seines Vaters und kehrt nach Tschene zurück. Im gleichen Jahr stirbt der Vater. 1902 ist Jäger wieder in Budapest, als freischaffender Künstler. Auf Bestellung malt er bis 1906 viele Landschaftsbilder, Stilleben und Idylle. Davon ist so gut wie nichts erhalten oder bekannt. Er malt auch Heiligenbilder. Und nun erhält er einen Auftrag, der ihn unter den Schwaben berühmt machen sollte: das bekannte dreiteilige Bild [[„Die Ansiedlung der Deutschen im Banat“]]. Auch dies hatte eine Vorgeschichte und eine (verschollene) Erstfassung. Die Anregung kam von [[Jakob Knopf]], Buchhalter an der Ersten Gyertyámoser Sparkasse. Den Auftrag für dieses Bild gab aber der Gründer und Besitzer dieser Sparkasse, [[Adam Rösner]]. Die erste Fassung des Bildes war drei Meter lang und kam in den Besitz Rösners. Sie ist verschollen. Die Einwände gegen dieses Bild: die Trachten stammten aus der Gegenwart, waren also historisch nicht treu. Nun wurde eine Sammelaktion gestartet, um Jäger eine Studienreise nach Deutschland zu ermöglichen. Sie brachte 4 560 Kronen ein. 1906 tritt Jäger die Reise an, die ihn nach Stuttgart, Ulm, Nürnberg führt. Er betreibt Trachtenstudien für das Einwanderungsbild. Von 1906 bis 1910 arbeitet er an diesem, teils in Hatzfeld, teils in Budapest. Es ist 5,1 m lang und 1,45 m hoch. Im Frühjahr 1910 wird das Bild feierlich enthüllt, und zwar im Rahmen der Gewerbe- und Landwirtschaftsausstellung in Gyertyámos (Gertianosch). Die Enthüllungsrede hielt der Abt-Domherr [[Franz Blaskovics]] (Vgl. hierzu: Stefan Dold: Die Einwanderung und Ansiedlung der Deutschen in Südungarn. Reprint besprochen in unserer Zeitschrift, 30. Jg./1981, S. 333 f. Danach hieß das Bild bei seiner Enthüllung: [[„Die Einwanderung der Deutschen nach Ungarn“]].). Da Rösner infolge von Fehlspekulationen verarmte, sah er sich gezwungen, das Bild zu verkaufen. Die Stadt Temeswar zahlte ihm dafür 2000 Kronen. Die Hälfte dieser Summe bekam der Maler. Schon vorher hatte Rösner Reproduktionen herstellen und vertreiben lassen. Vom Erlös derselben erhielt Jäger nichts. 1941 gelingt es der Deutschen Volksgruppe, in den Besitz des Einwanderungsbildes zu gelangen: sie erhält es gegen zwei Bilder [[Popescus]], an denen der rumänische Bürgermeister mehr interessiert war als am Einwanderungsbild. Diese Popescu-Bilder stammten aus dem Nachlass des Banater Kulturhistorikers [[Franz Wettel]]. Im Rahmen der 225-Jahrfeier der Befreiung Temeswars wurde das [[Einwanderungsbild]] im sogenannten [[Scherter-Haus]] ausgestellt, wo es bis 1944 verblieb. Und wo ist es heute? Im Städtischen Museum. Der Tausch wird in keiner der in Rumänien erschienenen Jäger-Würdigungen erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon 1910 hatte sich Jäger in Hatzfeld niedergelassen und blieb dort bis zu seinem Tode. Von 1910 - 1914 malte er auf Bestellung Bilder mit Motiven aus dem donauschwäbischen Volksleben und der Landschaft. Von 1914 bis 1918 war er als Landsturmmann an der Front. 1918: Heimkehr nach Hatzfeld. Er führte ein zurückgezogenes Leben und lebte bescheiden vom Verkauf seiner Bilder. Die Glanzzeit seiner Heimatkunst fällt in die Jahre 1930 bis 1940.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner handgeschriebenen Biographie vom 5. November 1953 nennt er sein [[Triptychon]], in dem die Einwanderinnen in hessische und schwarzwälder Tracht gekleidet sind, [[„Einwanderung der Deutschen im Südosten“]]. Vorherige Bezeichnung „...im Banat“. Offenbar will Jäger sein Bild auf einen größeren Raum, auf alle Donauschwaben, bezogen wissen. An die Einwanderung der Siebenbürger Sachsen hat Jäger auf keinen Fall gedacht, denn da hätte nicht einmal die Tracht gestimmt. Und da er ausdrücklich darauf hinweist, dass die meisten seiner Auftraggeber aus der Batschka kamen, will er mit dieser bewussten Ausweitung vom Banat auf den ganzen Südosten – durchaus im Sinne der früheren Bezeichnung „Ungarn“ (vor 1918) –, der Maler aller Donauschwaben sein, auch wenn ihm dieser Name nicht geläufig ist. Dass ihm keine einzige Ausstellung zu Lebzeiten in Rumänien gewidmet worden ist, nicht einmal zu Zeiten der Deutschen Volksgruppe, dürfte ihn bedrückt haben. Erst 5 Jahre nach seinem Tode fand eine [[Gedächtnisausstellung]] im Banater Museum zu Temeswar statt, 1969 wurde in seinem ehemaligen Atelier in Hatzfeld eine [[Stefan-Jäger-Gedenkausstellung]] gegründet und eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jäger hatte keinen anderen Brotberuf. Er lebte von der Kunst, einer „brotlosen“ Kunst. Und lebte entsagungsvoll. Damit nimmt er unter den zeitgenössischen donauschwäbischen Künstlern eine Sonderstellung ein. Dass er zur Idylle neigte, dürfte ein Zugeständnis an den Geschmack seiner Auftraggeber gewesen sein. Es ist die Welt von gestern, die er gemalt hat. Eine liebenswerte Welt, auch wenn sie vorbei ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitschrift]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Südostdeutsche Vierteljahresblätter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kurzbiografie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Triptychon]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>77.7.86.114</name></author>
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		<title>ART:0068 - Stefan Jäger</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;77.7.86.114: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitung&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Kovács&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Andreas&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Ein Banater schwäbischer Kunstmaler&lt;br /&gt;
 |Zeitungstitel       = Typoskript&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     =&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            =&lt;br /&gt;
 |Nummer              =&lt;br /&gt;
 |Datum               = 1968&lt;br /&gt;
 |Seite               =&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stefan Jäger'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Ein Banater schwäbischer Kunstmaler'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Von Dr. Peter Pink''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''(Kopie nach einer handschriftlichen Abschrift angefertigt von Andreas Kovács, Lehrer in Pension, Bogarosch)''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunstmaler [[Stefan Jäger]] wurde am 28. Mai 1877 in der Gemeinde [[Cenei]] als zweites Kind geboren. Er hatte noch einen Bruder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Cenei]], deutsch geschrieben [[Cenei|Tschene]], ungarisch [[Cenei|Csene]], liegt 16 km südöstlich von [[Jimbolia|Hatzfeld]] und 22 km westlich von [[Timișoara|Temeswar]]. Es ist eine größere gemischtsprachige Gemeinde, in der zum Großteil Serben wohnen, es leben darin aber auch eine ansehnliche Zahl Kroaten und Deutsche. Letztere sind durch die sogenannte Binnenwanderung der Banater Schwaben hierher gezogen, welche schon kurz nach der offiziellen Ansiedlung der Deutschen im Banat allmählich begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Kunstmaler [[Stefan Jäger]] geboren wurde, gab es noch zwei Gemeinden namens [[Cenei|Tschene]]. Die größere war hauptsächlich von Serben bewohnt und hieß daher [[Cenei|Serbisch-Tschene]]. Sie hatte ungefähr 3200 Einwohner und war ein Marktflecken mit Stuhlamt. Die kleinere trug nach der Mehrheit ihrer knapp 500 zählenden Einwohnerzahl den Namen [[Cenei|Kroatisch-Tschene]]. Später wurden beide Gemeinden miteinander vereinigt und so entstand das heutige [[Cenei|Tschene]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Minderheit stellte die Mehrzahl der Handwerker der Ortschaft [[Cenei|Tschene]]. Halb zu den Handwerkern gehörte auch der aus Nakodorf stammende Barbier und Feldscher [[Franz Jäger]], der Vater des Kunstmalers [[Stefan Jäger]]. Obzwar schon seit dem Jahre 1859 Gewerbefreiheit herrschte, machte er sich nach dem alten Wahlspruch der Wandergesellen: „Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt&amp;quot;, unternehmungslustig auf die Gesellenwanderschaft und gelangte dabei auch nach [[Budapest]], wo er zu seinem Barbierfach auch den Feldscherberuf erlernte. Die Feldscher lernten erste Hilfe zu leisten, Ader zu lassen, Zähne zu ziehen, Wunden zu behandeln, Gelenkverrenkungen einzurenken und dergleichen mehr und da damals ein großer Mangel an gut ausgebildeten Ärzten war, hat man sie gehörig geachtet. Dementsprechend nannten höfliche Menschen sie auch: „Chirurg-Arzt-Stellvertreter.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Jäger war ein stattlicher Mann mit Vollbart. Er heiratete die um zwanzig Jahre jüngere Magdalena Schuller aus Billed und ließ sich auf der Suche nach einer Existenz in der Gemeinde [[Cenei|Tschene]] nieder. Seine Frau [[Magdalena]] war klein, zierlich, mit fein geformten Gesichtszügen, die ihr Sohn Stefan von ihr erbte. Sie war lieb, gut und fleißig und ihre Kinder hingen mit sehr großer Liebe an ihr. Sie war ein adoptiertes Kind und erbte einen sehr verschuldeten Feldbesitz, den das junge Ehepaar bald verkaufen musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ehepaar [[Franz Jäger]] war deutscher Abstammung, benützte die deutsche Schriftsprache als Umgangssprache und kleidete sich nach städtischer Art. Logischer Weise zählte man die Familie des Chirurg-Arzt-Stellvertreters zu den Intellektuellen, hatte sich doch der Feldscher [[Franz Jäger]] in Ungarns Hauptstadt, neben einem gediegenen Fachwissen, eine gute Allgemeinbildung und gute Umgangsformen angeeignet, die sich auf die Familie übertrugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Stefan Jäger]] schulpflichtig wurde, hatte [[Cenei|Tschene]] zwei Elementarschuten, eine serbisch- orthodoxe mit serbischer und eine römisch-katholisch konfessionelle mit deutscher Unterrichtssprache. Letztere Schule wurde nicht nur von den deutschen Kindern, sondern auch von den kroatischen besucht, da auch diese römisch-katholisch waren. Sämtliche Klassen waren damals in einem Raum, der an Sonn- und Feiertagen auch als Betstätte benutzt wurde. Obwohl der Schulbesuch gesetzlich vorgeschrieben war, besuchte kaum die Hälfte der Kinder den Unterricht. Der kleine [[Stefan Jäger]] gehörte aber zu den Fleißigsten, weshalb sein Platz auszeichnungsweise fast immer in der ersten Bank war. Unter diesem bescheidenen Verhältnissen fand der kleine Stefan Eingang in die Welt der Buchstaben und Zahlen und besuchte da die vorgeschriebenen Volksschulklassen. Nebenbei bemerkt, ein aufmerksamer Beobachter, konnte in den zwei Elementarschulen [[Cenei|Tschenes]] etwas abweichende Geistesrichtungen beobachten. Während in der serbisch-orthodoxen Schule der Unterricht ein bisschen serbisch-national gewürzt wurde, herrschte in der römisch-katholisch konfessionellen Schule mehr eine katholisch-humanistische Geistesrichtung vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Formung der Geisteshaltung der Kinder spielten in der damaligen Zeit auch die mündlichen Überlieferungen eine sehr große Rolle, an denen alle drei in [[Cenei|Tschene]] wohnhaften Nationalitäten sehr reich waren. Diese mündlichen Überlieferungen waren hauptsächlich nationaler bzw. vorgeschichtlicher, aber auch allgemeingeschichtlicher Natur. Da fast nur die Intellektuellen und die Großgrundbesitzer eine bescheidene Zeitung hielten, die sie über die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Probleme unterrichtete und Tagesneuigkeiten brachte, war beim werktätigen Volk, neben Familien- und Wirtschaftssorgen, die mündliche Überlieferung der Hauptgesprächsstoff und dabei hörten die kleinen Schüler den Alten sehr gerne zu. Da hörten sie, wie serbische und kroatische Nationalhelden mit kleinen tapferen Scharen gegen große türkische Übermacht kämpften und schließlich erlagen, wie sie dann in Gefängnissen schmachteten oder in die Sklaverei verschleppt wurden, wie die Türken serbische und kroatische Kinder raubten, die dann in besonderen Lagern zu berüchtigten Janitscharen erzogen wurden und dergleichen mehr. Die Deutschen wussten mehr darüber zu erzählen, wie die Türken durch tapfere kaiserliche Heere aus Ungarn wieder zurück in den Balkan vertrieben wurden. Nun gerade auf der Gemarkung von [[Cenei|Tschene]] kämpften ein kaiserliches Heer ausgangs des 17, Jahrhunderts gegen die Türken, unter der Führung des sächsischen Kurfürst August des l. Man sprach auch gerne über die Napoleonischen Kriege und die 48er Revolution, noch sehr lebendig. Stefans Vater hatte auf Grund seiner Berufe ganz besonders innigen Kontakt mit den werktätigen Volke und pflegte gerne, soweit es möglich war, Geselligkeit, so dass der kleine Stefan immer wieder mit Interesse zuhören konnte, wie die Alten sich mit mündlichen Überlieferungen unterhielten. Seine Mutter nahm ihn auch gerne zuweilen mit, wenn sie auf Besuch ging oder eine schwäbische Spinnstube aufsuchte. Wie schön war es da, wenn man beim gleichmäßigen Surren der Spinnräder schöne alte Volkslieder sang, gute Märchen erzählte und zur Abwechslung auch gruselige Hexen-, Räuber- und Wolfsgeschichten vortrug. Ja nicht lange vorher gab es in Rohr des ausgedehnten Riedes bei [[Cenei|Tschene]] „Rohrwölfe“, so genannt, weil sie sich am Tag im Rohr verstecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun die Geselligkeit der Alten war schön und was der kleine Stefan hörte, bewahrte er in seinem Herzen. Die gute Mutter hatte auch sehr viel Herz und Sinn für die schwäbische Tracht und die alten Sitten und Gebräuche. Bei jeder festlichen Gelegenheit machte sie ihren Stefan schon in seinen jungen Jahren auf die schönen, bunten, farbenfrohen schwäbischen Trachten aufmerksam und erklärte ihm den Sinn der alten Sitten und Gebräuche, deren es recht viele gab und die ihre Beziehungen zu Familienfesten (wie Taufe, Trauung, Namensfeste), zu Volksfesten (wie Kirchweih, Erntefest, Fasching) und zur Religion (wie zu Weihnachten, Ostern, den hl. Dreikönigen, Fronleichnam, St. Nikolaus usw.). Sie machte auch gern ihr Söhnchen auf den Stil der althergebrachten schwäbischen Möbel mit ihren Verzierungen an den Stuhllehnen, der Familientruhe, am Zapfenbrett und auf gelegentliche geschnitzte Holzeinlagen an Schränken aufmerksam. Auch die Glasmalerei des Bildaltars in der Stube, dessen Mittelstück das hl. Grab war und die buntbemalten Teller am Zapfenbrett sollten seiner Aufmerksamkeit nicht entgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt den kleinen Elementarschüler in Gesellschaft seiner Mutter sehen, die großen Einfluss auf ihn hatte, so braucht niemand zu glauben, dass er ein Stubenhocker war. Er verstand sich mit seinen schwäbischen und kroatischen Schulkameraden sehr gut. Da wurden in der freien Zeit so manche abwechslungsreiche Spiele ausgetragen und in den warmen Jahreszeiten lockte sie oft ein über 270 Joch großer Ried an der alten Bega mit seiner ungebunden wachsenden Pflanzen- und Kleintierwelt zu sich. Dieser Ried war ein Überbleibsel eines großen Sumpfes aus der Ansiedlungszeit, hatte nicht mit Unrecht etwas Geheimnisvolles für die Phantasie der Kinder und bot ihnen aber auch Gelegenheit zu Bewegungsspielen, wie Versteckeln, Buschkämpfen aber auch kriegerischen Auseinandersetzungen mit den „Türken&amp;quot;. Dieser Ried, der in wasserreichen Jahren eine wirkliche kleine Sumpflandschaft war, prägte sich der kleine Stefan ganz besonders gut ein. Nur mit den serbischen Schulkindern war der Umgang mehr steif, denn unter diesen war immer der eine und andere, dem die Schwaben ein Dorn im Auge waren. Sie fanden leicht Spottworte gegen die Schwaben, wussten auch gereimte Sprüche auf diese und arteten sich auch leicht in Tätlichkeiten aus. Diese rauen Umgangsformen der Serben überhaupt, sagten dem Elementarschüler Stefan nicht zu und er versuchte auch nie, auch später nicht, ihre raue Schale zu durchbrechen, um zu ihrem gesunden Kern zu gelangen. So blieb denn auch ihre Arbeits- und Lebensweise für ihn fremd und so sind auch ihre Sitten und Gebräuche nie in seine Seele gedrungen. Die Kälte der serbischen Nationalität steigerte um mehr im; feinfühlenden Kinde das Feuer der Liebe zum eigenen Volkstum, dessen Arbeits- und Lebensweise und dessen Sitten und Gebräuche seine Seele ungeteilt ausfüllen sollten. Was der Elementarschüler [[Stefan Jäger]] im Elternhaus, in der Schule, bei den geselligen Zusammenkünften der Schwaben, speziell auch in den Spinnstuben und bei den Festen der werktätigen Volksdeutschen sah und hörte, waren die ersten kleinen Mosaiksteine zu einem großen Lebenswerk und er wurde sein ganzes Leben nicht müde, Mosaiksteine zu sammeln und sie zu seinem Lebenswerk zusammenzufügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Absolvierung der [[Volksschule|Elementarschule]] kam [[Stefan Jäger]] nach [[Timișoara|Temesvar]] in die staatlich genehmigte vierklassige private [[private Bürgerschule|Bürgerschule]] Wiesners, mit deutscher Unterrichtssprache, wo er außerschulisch Gelegenheit fand im Umgang mit ungarischen Kindern auch die ungarische Sprache notdürftig zu erlernen. In der Metropole des Banates interessierten den kleinen Studenten die historischen Baulichkeiten wie das Hunyadikastell, die alten Festungsmauern, die Siebenbürger Kaserne, die Domkirche, das Dikasterialgebäude und andere amtliche Gebäuden und Patrizierhäuser Alt-Temesvars, nicht zuletzt das bunte Treiben der verschiedenen Nationalitäten und der verschiedenen Militäreinheiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 14 Jahren kam [[Stefan Jäger]] nach Szegedin, um seine Mittelschulstudien an der dortigen sechsklassigen ungarischen Bürgerschule abzuschließen und gleichzeitig seine mangelhaften Kenntnisse in der ungarischen Sprache zu vervollkommnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wichtigste Moment der Szegediner Jahre liegt für den weiteren Werdegang [[Stefan Jäger|Jägers]] darin, dass sein Zeichenprofessor, ein Burgenländer namens [[Obendorf]], seine künstlerische Begabung erkannte und ihm durch treffliche Ratschläge die Richtung wies, in die er zu gehen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Grund der Wegweisung von Zeichenprofessor [[Obendorf]] begann [[Stefan Jäger]] 1895 in [[Budapest]] seine vierjährige Fachausbildung für den Kunstmalerberuf als Künstlereleve an der königlich ungarischen Landeszeichenschule und Zeichenprofessoren-Präparandie in der Abteilung für bildenden Kunst, die seinem Talent zur Malerei zum Durchbruch verhalf. Er konnte diese ganze vierjährige Ausbildung auf Grund eines Mittellosigkeitszeugnisses der [[Cenei|Tscheneer]] Gemeindebehörde als Freischüler absolvieren und vollenden. Unter der leitenden Händen des Professors Bartholomäus Székely, Schöpfer großer historischer Gemälde (er unterrichtete figurales Zeichnen und Malen), und des Professors Eduard Balló, ein bekannter Porträtist, reifte [[Stefan Jäger|Jäger]] zu einer Kunstauffassung und Kunstpraxis heran, die durch die Achtung vor dem, einem sinnvollen Ganzen zugehörenden Detail und damit vor der Realität des Menschlichen und Gegenständlichen gekennzeichnet war und ihn zeitlebens davor bewahrte, sich in Ausflügen jenseits des einwandfrei Wirklichen zu ergehen und das Leben zum Spielzeug der Phantasie zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz guter Studienresultate hatte es der Künstlereleve [[Stefan Jäger]], insbesondere im ersten Studienjahr, sehr schwer. Er hatte das erste Schuljahr buchstäblich durchgehungert. Er erzählte gelegentlich seiner Nichte Maria Jäger, es ist vorgekommen, dass der Hunger ihn auf den Markt trieb, sein Taschengeld reichte aber nur für eine Gurke sich kaufen zu können, die er dann roher aß. Er bewarb sich ich dieser Zeit um eine Erziehersteile und bekam eine bei der gräflichen Familie Széchy, wo er drei Jahre wirkte. Er musste von jetzt an weniger hungern, aber sein ernstes Studium, gepaart mit der außerschulischen Erziehertätigkeit, stelltet an ihn große Anforderungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der bescheidenen Hinterlassenschaft [[Stefan Jäger|Jägers]] befanden sich drei von ihm eigenhändig mit Bleistift geschriebene Aufzeichnungen über seinen Lebenslauf, welche scheinbar für eine „Autobiographie&amp;quot; anzufertigen, verfasst wurden und zwei mit Maschinenschrift geschriebene Autobiographien in rumänischer Sprache. Die eine mit Maschinenschrift geschriebene Autobiographie trägt das Datum 5. November 1953 folglich wurden die handgeschriebenen Schriften wahrscheinlich kurz vorher verfasst. Es ist vielleicht angebracht, schon an dieser Stelle authentizitätshalber paar Zeilen [[Stefan Jäger|Jägers]] aus zwei von den erwähnter Schrift wörtlich anzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der einen: „Nach vierjähriger Ausbildung unternahm ich Studienreisen im Ausland (Österreich Deutschland, Italien). Dann begann ich in [[Budapest]] selbstständig zu arbeiten an den Aufträgen religiöser Bilder, die ich aus der engeren Heimat bekam. Unter diesen war auch der Auftrag für die „Ansiedlung dei Deutschen im Südosten“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der zweiten Handschrift [[Stefan Jäger|Jägers]]: „Nach meiner vierjährigen Ausbildung unternahm ich Studienreiser nach Österreich, Deutschland (München, Stuttgart) und Italien (Venedig). Nachher begann ich selbstständig zu arbeiten an den Aufträgen, welche mir aus der engeren Heimat zukamen, unter diesen auch der Auftrag für die „Ansiedlung der Deutschen im Südosten.&amp;quot; Zwecks Studium der Trachten der Ansiedlung unternahm ich abermals eine Reise nach Deutschland (Stuttgart, Ulm, Nürnberg). Dieses Triptychon habe ich teilweise in [[Budapest]], teilweise in der engeren Heimat ausgeführt, es wurde 1910 in Gyertyámos, gelegentlich einer Gewerbeausstellung enthüllt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ich die Wahrnehmung gemacht habe, dass in den Jahren um 1900 herum das Banat und Bacska mit reisenden Bilderhändlern überflutet war, die mit Dutzendbildern ihre Geschäfte machten und ich so manche Aufträge aus der Heimat erhielt, habe ich mich entschlossen in [[Jimbolia|Hatzfeld]] niederzulassen. Meine malerische Tätigkeit war hauptsächlich dahin gerichtet, meinen Landsleuten gewissenhaft ausgeführte Bilder in leicht verständlicher Form, mit Motiven aus dem Banater Volksleben und Heidelandschaften zugänglich zu machen und war darauf bedacht, auch den weniger bemittelten Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, solche Bilder zu beschaffen, ich habe mich darauf verlegt, die schönen schwäbischen Trachten, die landschaftlichen Stimmungen, Sitten und Gebräuche bei Festlichkeiten und im Alltagsleben darzustellen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf die vier [[Budapest|Budapester]] Studienjahre folgten Wanderjahre, bzw. Auslandsreisen des nun diplomierten Kunstmalers [[Stefan Jäger]], wie er uns zuvor selbst berichtet hatte, die ihn nach Wien, München, Stuttgart und Venedig führten. Er machte seine zweite Studienreise nach Deutschland im Jahre 1906, die ihn nach Stuttgart, Ulm und Nürnberg brachte, um Aufschlüsse zu erhalten über die Trachten, in denen die schwäbischen Vorfahren im 18. Jahrhundert die Wanderung nach Südungarn vollzogen, wodurch es ihm möglich wurde, das sogenannte „Einwanderungsbild&amp;quot; geschichtlich einwandfrei zu malen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger|Jägers]] erste Auslandsreise wurde im Jahre 1901 vorzeitig unterbrochen, da ihn die Kunde von einer schweren Erkrankung seines Vaters veranlasste, in das Banat zurückzureisen, dem er nun für immer verbunden bleiben sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familiennöte und materielle Sorgen, die sich durch die Erkrankung seines Vaters gesteigert haben, fesselten nun den jungen Kunstmaler [[Stefan Jäger]] bis 1902 an seine Geburtsgemeinde [[Cenei|Tschene]], wo er sich, mit besseren Aussichten rechnend, nur provisorisch eingerichtet hatte. Der Marktflecken [[Cenei|Tschene]], war zwar schon damals eine relativ große Gemeinde, doch verhältnismäßig rückständig und konnte, außerhalb der Kulturzentren des Banates liegend, auf die Entwicklung eines jungen Malers auf die Dauer nicht fördernd wirken. Eine gute Seite hatte der Geburtsort für den Anfänger doch. Der Vater des jungen Kunstmalers hatte auf Grund seiner Berufe und guten menschlichen Eigenschaften sehr gute Beziehungen zur großen kroatischen Vuchetich-Sippe, die ein Bauernadelsgeschlecht mit guten Verbindungen war, aber er pflegte auch gute Freundschaft zu anderen Personen und „Chirurg-Arzt-Stellvertretern.&amp;quot; Diese Beziehungen, Freundschaften und Bekanntschaften brachten dem jungen Kunstmaler gebührendes Interesse entgegen, umso mehr, da damals im Banat Künstler Raritäten waren und man ihnen gerne den Künstlernimbus zubilligte. Sie sollten sich in ihm nicht getäuscht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Interessentenkreis um den jungen Künstler [[Stefan Jäger]] war ohne Zweifel eng begrenzt und die Aufträge demnach spärlich. Dem damaligen Zeitgeist gemäß verlangte man von ihm hauptsächlich Heiligenbilder, Stillleben und Landschaftsbilder. [[Stefan Jäger|Jäger]] begann aber schon jetzt, da er mit Aufträgen nicht überhäuft war, mit den Augen des Künstlers das Leben und die Sitten und Gebräuche seiner schwäbischen Landsleute zu studieren und Skizzen zu machen. Das Interesse, das in ihm, als er noch Kind war, seine Mutter weckte und seine Neigung dazu, die sich in ihm als Student und Hochschüler immer mehr steigerte, spornten ihn immer wieder zu volkskundlichen Studien an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der junge Kunstmaler [[Stefan Jäger|Jäger]] kam rasch zur Einsicht, dass er aus seinem all zu bescheidenen Geburtsort und seinem noch zu kleinen Liebhaberkreis, den Sprung in die große Welt wagen muss, einerseits um nicht weiterhin mit unangenehmen materiellen Sorgen kämpfen zu müssen, vor allem aber, um seine künstlerische Weiterentwicklung zu fördern. Da kam ihm seine gute Bekanntschaft mit dem Leiter einer [[Budapest|Budapester]] Kunstwarenhandlung namens Almásy zu Gute, der ihm den Antrag stellte in [[Budapest]] sich niederzulassen und für ihn zu arbeiten. Almásy befasste sich mit Vorliebe mit dem Verkauf von Bildern von Kunstmalern und schätzte besonders die Bilder von [[Stefan Jäger|Jäger]]. Dieser ist in 1902 in Ungarns Hauptstadt umgezogen, wo er bis 1910 blieb, seinen Freund Almásy fleißig belieferte und auch an den Aufträgen arbeitete, die ihm nicht nur im Banat, sondern von Volksdeutschen aus dem ganzen damaligen Südungarn, also auch aus der Batschka und Syrmien zukamen. Die Aufträge aus Südungarn waren auch jetzt, wie [[Stefan Jäger|Jäger]] in einer Aufzeichnung persönlich schreibt; „hauptsächlich kirchlich-religiöse Bilder&amp;quot;, so malte er z. B. den Erzengel Gabriel für Pancsova, den heiligen Stefan für Arad und den Erzengel Michael für [[Jimbolia|Hatzfeld]]. Dann folgen an zweiter Stelle Aufträge für Bildnisse, darunter wohl Porträts zu verstehen sind und ebenfalls während seiner [[Budapest|Budapester]] Zeit, wohl vor 1906, bekam er den wichtigsten Auftrag seines Lebens, „Die Einwanderung der Deutschen in das Banat&amp;quot; zu malen, ein Triptychon, das sein Hauptwerk ist und das 1910 in [[Cărpiniș|Gertianosch]] enthüllt wurde. Über dieses sogenannte „Einwanderungsbild&amp;quot; wird an geeigneter Stelle ausführlicher die Rede sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Aufzeichnung schreibt [[Stefan Jäger|Jäger]] persönlich: „Nach Vollendung dieses Triptychons, welches ich teilweise in der engeren Heimat ausführte, habe ich meine weitere malerische Tätigkeit begonnen, welche hauptsächlich dahin gerichtet war, meinen Landsleuten die Kunst zugänglich zu machen, indem ich mich bemühte in leichte verständlicher Form, Motive aus dem Banater Volksleben und Landschaften darzustellen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Einwanderungsbild wurde bei seiner Enthüllung von tausenden Volksdeutschen bewundert und alle zollten dem jungen Kunstmaler Anerkennung, Bewunderung mit Liebe und trugen seinen Ruhm bis in die entlegensten Dörfer der sogenannte Banater Schwaben. Der seinerzeit allgemein bekannte Abt-Domherr Franz Blaschkovics hielt die Enthüllungsrede.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der junge Kunstmaler [[Stefan Jäger]] in der Großstadtluft sich nicht wohl fühlte, entschloss er sich, von der Liebe seiner geliebten Banater Schwaben angezogen, im Jahre 1910 in [[Jimbolia|Hatzfeld]] niederzulassen, wo er dann bis zu seinem Tode am 16. März 1962 wohnhaft blieb. Er stellte fest, dass dieses ihm günstige Bedingungen bietet, seine volkskundlichen Studien, die er in [[Cenei|Tschene]] begann und an denen er sein ganzes Leben hindurch inniglich hing, fortzusetzen und sie dann später immer mehr, bis in die entlegensten Schwabendörfer auszudehnen. Zur Zeit der Niederlassung [[Stefan Jäger|Jägers]] in [[Jimbolia|Hatzfeld]] war dieses eine Großgemeinde, die sich zu einem Marktflecken entwickelt hat und von diesem, durch eine namhafte Industrie gefördert, schließlich zur Kleinstadt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist am Platz, hier die schönen Worte von Robert Reiter einzufügen: „Es kann [[Jimbolia|Hatzfeld]] nicht hoch genug angerechnet werden, dass ein Maler vom Wesen [[Stefan Jäger|Jägers]], hier die Möglichkeit für seine Betätigung gefunden hat und dass er sie bis ins hohe Alter hinein behalten konnte, durch sein ununterbrochenes Bekenntnis zum Menschlichen, zur Schönheit des Lebens bei Arbeit und Fest, durch seine Treue zum einfachen Volke, in seiner rührenden Liebe zu allem, was diesem gehörte, vom Spinnrad bis zum Zapfenbrett, von einer einfachen Schnitzerei bis zum Barockgiebel der Bauernhäuser, vom Kerweihstrauß bis zur Haartracht der aufgesteckten Zöpfe, von den einfachen Ornamenten an Möbelstücken bis zu den in die prächtige Seide der Röcke hineingewebten Blumen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Anfang fiel die Anwesenheit [[Stefan Jäger|Jägers]] in [[Jimbolia|Hatzfeld]] nicht viel auf, da er bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges in 1914 fleißig für die Kunsthandlung in [[Budapest]], die sein früher genannter Freund leitete, malte und seine volkskundlichen Studien ganz unauffällig betrieb. Da aber sein Name nach der Enthüllung des Einwanderungsbildes in Südungarn, insbesondere im Banat und der Batschka immer mehr bekannt wurde, mehrten sich die Aufträge aus diesen Gebieten und außer Heiligen-, Landschaftsbildern und Stillleben, begann man allmählich Genrebilder zu wünschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der einen, seiner oben erwähnten, mit Hand geschriebenen Schrift für einen Lebenslauf, schreibt [[Stefan Jäger|Jäger]]: „eine unangenehme Unterbrechung kam durch den ersten Weltkrieg, den ich auch leider mitmachen musste von 1914 - 18. Zurückgekehrt, nahm ich meine Tätigkeit wieder auf.&amp;quot;&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger|Jäger]] war im ersten Weltkrieg an den Fronten in Serbien, Italien und Siebenbürgen. Er hatte auch als Soldat in seiner wenig freien Zeit gemalt. (Schreiber dieser Lebensdaten, gab seinem Sohne Helmuth, zwei Aquarelle aus dieser Zeit [[Stefan Jäger|Jägers]]. Das eine stellt die durch Kriegseinwirkung niedergebrannte Sabacser Kirche dar, das andere eine Balkan-Gebirgslandschaft).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausgang des Weltkriegs in 1918 mit seinen neuen Landesgrenzen, trennte den Kunstmaler [[Stefan Jäger|Jäger]] endgültig von [[Budapest]] und so wurde auch seine Verbindung mit der früher erwähnten Kunstwarenhandlung unterbrochen. [[Jimbolia|Hatzfeld]] wurde bis zum Jahre 1925 ein Teil des jugoslawischen Banates und wurde dann durch eine Grenzregelung endgültig an Rumänien angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist bekannt, dass im alten Ungarn sehr ernste Bestrebungen im Gange waren, die Volksdeutschen zu magyarisieren, so auch die Schwaben in Südungarn. Dem hat der Ausgang des ersten Weltkrieges ein Ende gemacht. Sowohl in Jugoslawien wie in Rumänien kam eine deutsche Bewegung auf, die bestrebt war, die ungarische Gesinnung aus den Schwaben im gewesenen Südungarn (Banat, Batschka und Syrmien), wieder auszulöschen, sie zur Treue dem neuen Vaterland gegenüber zu erziehen und sie zu selbstbewussten deutschen Menschen zu machen. Diese deutsche Bewegung führte in Jugoslawien zur Gründung des Kulturbundes mit dem Sitz in Neusatz, in Rumänien zur Gründung der Deutsch-schwäbischen Volksgemeinschaft mit dem Sitz in [[Timișoara|Temeswar]]. [[Stefan Jäger|Jäger]] hatte sich dabei niemals als Politiker betätigt, aber man wurde auf ihn, den schwäbischen Kunstmaler immer mehr aufmerksam, obzwar er nie in der Öffentlichkeit auftrat, sondern man könnte sagen, er blühte wie ein Veilchen im Verborgenen. Sehr intelligente Menschen sagten, auch unser sehr verehrter alte [[Jimbolia|Hatzfelder]] Heimatdichter [[Peter Jung]], sie wurden erst nach Beendigung des erstem Weltkrieges darauf aufmerksam, dass der Kunstmaler [[Stefan Jäger]] in [[Jimbolia|Hatzfeld]], unter ihnen lebt. Man wurde auf seine schönen Bilder, welche Heidelandschaften, dann die Schwaben an der Arbeit und ihre Sitten und Gebräuche, nicht zuletzt mit ihren farbenprächtigen Trachten, darstellen, immer mehr aufmerksam, sein Einwanderungsbild aber wurde zum Symbol der Volksdeutschen im Südosten. [[Stefan Jäger|Jäger]] hat auf die Rückverdeutschung der Schwaben im gewesenen Südungarn, durch seine schönen Genrebilder viel mehr Einfluss gehabt als so mancher lautstarke Politiker. Das große Interesse, dass durch die deutsche Bewegung für seine Genrebilder entstand, hat die Aufträge für Heiligenbilder, Portraits und Stillleben immer mehr in den Hintergrund gedrängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ein paar Zeilen aus [[Stefan Jäger|Jägers]] eigenhändigen Lebenslaufnotizen: „Cca 1930 herum war von meinen Arbeiten eine Collektiv-Ausstellung in Groß-Betschkerek. Die meisten Auftraggeber waren im jugoslawischen Teil des Banates und der Bacska. Darunter auch der Kulturbund in Neusatz. Die ausgestellten Bilder waren Privatbesitz.&amp;quot; Diese Zeilen machen es einem verständlich, dass die Behauptung alter [[Jimbolia|Hatzfelder]] [[Stefan Jäger|Jägerverehrer]] stichhaltig ist, dass bis zum zweiten Weltkrieg der Großteil der [[Stefan Jäger|Jägerbilder]] nach Jugoslawien verkauft wurde, umso mehr, da es bis dahin im Grenzverkehr keine Schwierigkeiten gab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger|Jäger]] hatte in [[Jimbolia|Hatzfeld]] im Laufe der fünf Jahrzehnte, die er hier wohnte, in drei verschiedenen Gassen gewohnt. In der letzten Zeit in der sogenannten Hauptgasse, Strada Tudor Vladimirescu Nr. 98. Hier war im Hofe sein geräumiges und hohes Atelier, das mit seinen großen Fenstern nach dem Süden schaute. Er malte am liebsten mit Ölfarben. Die Zahl seiner Ölbilder beläuft sich auf ungezählte hunderte. Nichtsdestoweniger hat [[Stefan Jäger|Jäger]] auch hunderte Aquarelle gemalt, die von manchen Kunstkennern noch höher geschätzt werden, als seine Ölbilder. Bevor aber von den Bildern selbst, den Bildmotiven und der künstlerischen Wertung der Arbeit des Kunstmalers gesprochen werden soll, ist es angebracht, über ihre Vorstufen, die Skizzen, einiges zu sagen. [[Stefan Jäger]] machte bekanntlich eingehende und umfangreiche volkskundliche Studien, die er auf seinen Skizzenblättern festhielt, um durch sie eine gute Grundlage, vor allem für seine Genrebilder, zuhaben. Diese Studien betrieb er mit den Augen des Kunstmalers und nicht als Wissenschaftler der Volkskunde, um nur volkskundliche Arbeit zu leisten und das volkskundliche Wissen zu mehren, obzwar diese seine Arbeit, auch diesen Gewinn brachte. Bei einem Kunstmaler kann man wohl die Skizzen auch als Früchte der malerischen Inspiration betrachten, die sich dann in die größeren Inspirationen der Bildmotive eingliedert.&lt;br /&gt;
In den Notizen [[Stefan Jäger|Jägers]] für seinen Lebenslauf ist nur mit einem Satz von Skizzen die Rede, wenn auch hier daraus drei Sätze zitiert werden: „1954 habe in [[Timișoara|Temesvar]] bei einer Regionalausstellung teilgenommen, wo auch ein Stück für das [[Banater Museum|Regionalmuseum]] angekauft wurde. Dorthin habe ich auch Skizzen und Entwürfe überlassen (150 Stück). Auch ein in Aquarell und Deckfarbe ausgeführtes Bild (Festtag) war bei der Regionalausstellung in [[Timișoara|Temesvar]] 1954 für das [[Banater Museum|Museum]] angekauft.&amp;quot; Laut Information vom Kunstmaler [[Franz Ferch]], der Präses der Vereinigung der [[Timișoara|Temesvarer]] Filiale der Plastikkünstler ist, hat das [[Banater Museum|Temesvarer Regionalmuseum]] [[Stefan Jäger|Jäger]] als Ehrengabe für die 150 Skizzen 13.000 Lei gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tode des Kunstmalers [[Stefan Jäger]] übernahm seine Nichte Maria Jäger mit dessen Verlassenschaft ca. 600 (sechshundert) Stück Skizzen, die der Verstorbene in seinen letzten Lebensjahren, nach Themen in Mappen geordnet hatte. Sie hatte diese Skizzen dem [[Banater Museum|Temesvarer Regionalmuseum]] zum Kauf angeboten und sie wurden von einer Kommission geprüft, aber man hat sie ihr mit der Bemerkung zurückgegeben, sie möge sie auch weiterhin aufbewahren. Es hatte ihr zum Trost gereicht, dass bei dieser Gelegenheit der Kunstmaler Franz Ferch zu ihr sagte: „Ich habe Meister [[Stefan Jäger|Jäger]] aufrichtig verehrt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 10. August 1968 sandte Maria Jäger dem Verfasser dieses in bescheidenem Rahmen gestalteten Lebenslaufes, nachstehende Aufstellung (Klassifizierung) der bei ihr befindlichen ca. 600 Skizzen von [[Stefan Jäger|Jäger]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1.Das Volksleben der Banater Schwaben&lt;br /&gt;
a.Bauarten&lt;br /&gt;
b.Trachten&lt;br /&gt;
c.Typen&lt;br /&gt;
d.Landwirtschaftliche Arbeit auf dem Acker (hauptsächlich um die Weizensaat, Maispflanzungen, Ernte und der Bauernhof, Hausfrau, Kinder, Haustiere).&lt;br /&gt;
e.Mußestunden: Spinnstube, Kartenspiel Plaudereien, Gesang.&lt;br /&gt;
f.Festtage: kirchliche und mit der Kirche verbundene Gebräuche, Tanz&lt;br /&gt;
2.Landschaften: Das Flachland des Banates in den vier Jahreszeiten, doch hauptsächlich im Frühling und Sommer auf dem Feld und im Wald.&lt;br /&gt;
3.Stillleben: Blumen und Obst&lt;br /&gt;
4.Gemüsemarkt&lt;br /&gt;
5.Porträte&lt;br /&gt;
6.Zigeuneridylle&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was das weitere Schicksal dieser Skizzen sein wird, ist derzeit eine Frage. Es wäre allerdings schade, wenn sie in unbefugte Hände geraten würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur richtigen Einschätzung der Skizzen ist es angebracht, die Würdigung dieser durch einen Kenner des ganzen Lebenswerkes des Kunstmalers [[Stefan Jäger]] wiederzugeben, wie sie uns der Schriftsteller Robert Reiter in zwei Artikeln bietet, die im Jahre 1957 erschienen sind, als unser geliebter Meister sein achtzigstes Lebensjahr vollendete. Paar Worte hat der Verfasser frei wiedergegeben und paar Sätze weggelassen, da [[Stefan Jäger|Jäger]] geraume Zeit nach dem Erscheinen genannter Artikel, das Ordnen seiner Skizzen beendete und die Hoffnung des Artikelschreibers, dass in farbiger Wiedergabe ein Trachtenbuch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, bis zu Stunde nicht erfüllt wurde und dem Anschein nach, noch lange nicht erfüllt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem einen Artikel: „Neben dem Gesamtwerk, das über das ganze Gebiet des Banates zerstreut ist, liegt [[Stefan Jäger|Jägers]] Bedeutung für die Gegenwart und die Zukunft, in seinen reichen Skizzenmappen eingeschlossen, die eine wahre Schatzkammer der Dokumente, schwäbischen Volkslebens darstellen. Die Ereignisse der Beobachtungsarbeit von Jahrzehnten, liegen in diesen Blättern verschiedener Größen, in diesen Aquarellen und zum kleineren Teil Bleistift- und Tuschskizzen, die oft die Jahreszahl ihrer Entstehung und verschiedene, mit Bleistift gemachte Anmerkungen ausweisen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist eine Skizze der Mädchentracht von Neubeschenowa, durch folgenden Text begleitet: „Blumen in Silberfarbe, ähnlich wie Sackelhausen&amp;quot;. Skizzen eines Erntefestes mit der Zeichnung eines halbkugelförmigen Ohrgehänges in Großausführung, Tanzausführung, Tanzpaare aus Bakowa, wechseln mit Schnitterinnen aus Kleinbetschkerek ab, zu denen die Bemerkung geschrieben ist, dass die besonderen breiten Strohhute im Schnitt auch von den Männern getragen werden, neben einer Stube aus Guttenbrunn (Ofen, Spinnrad, Schubladkästen, Bett, davor Stühle und Tisch mit Krug) eine Frau beim Bügeln, ein malerisches Gassl und das Bild eines Silvesterständchens der Blechmusik aus dem gleichen Dorf. Sackelhausen ist durch eine Frauenhaube vertreten (mit Bleistift: Schwarz mit Goldstickerei). „Mattfleischfarbener Spenzer, Hemd mit roten Zacken eingefasst&amp;quot;, liest man neben einem Mädchen in Tracht. Ein anderes Sackelhausener Mädchen ist wie folgt beschrieben: „Tochter Suppe auftragend. Rock hechtgrau.&amp;quot; Und so geht es fort: Deutschbentschek und Kreuzstätten, Jahrmarkt und Schöndorf und noch viele andere Ortschaften. Jedes Blatt eine Fundgrube, auf jedem Blatt eine neue Entdeckung. So kehrt das, was dem Ursprung nach dem Volke gehört, über den Kunstmaler wieder dem Volke zurück, als Spiegelbild der schöpferischen Kraft, die ihm innewohnt und die wir an Hand der [[Stefan Jäger|Jägerschen]] Skizzen noch besser werden kennen lernen, als es bisher möglich war.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem anderen Artikel: „Bereiter als alles andere, überzeugender als das sorgfältigst fertiggestellte Gemälde, geben über des Malers innere Haltung, die Richtung seiner Gedanken und über seine Bekenntnisse betreffs der kleinen und großen Dinge des Lebens, die während der vielen Wanderjahre flüchtig gezeichneten Skizzen, die sparsam konzentrierten Aquarellwiedergaben, ihm wesentlich dünkender Erscheinungen, Auskunft.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die große Bedeutung der Skizzen für die schwäbische Trachten- und Brauchtumskunde, ist vom gleichen Schriftsteller, auch in anderen Aufsätzen hervorgehoben worden. Nach diesem Hinweis schreibt er in obigem Artikel wörtlich weiter: „Kerweih- und Erntefest finden da in der Eile des Augenblicks geborene Abbild, die verschleierten weißen Christkind – Engel mit dem Belzebub und dem lichten Reiter, ebenso wie die Dreikönige aus dem Morgenland oder die „Gartenlies&amp;quot;, mit der man schlimme Kinder schreckt und die sich zwischen den im Winde raschelnden Maisstängeln zu verstecken pflegt. Man trennt sich nur schwer von dem Skizzenblatt, auf dem ein Spinnrad mit allen Einzelheiten abgebildet ist; es ließe sich schwer entscheiden, was den tieferen Eindruck erweckt, die Schönheit des Gerätes, die in den Proportionen ruht, oder das Sinnreiche des Gegenstandes, das sich einem durch die natürlichen Assoziationen erschließt. Die vielen Pferdeskizzen bezeugen die schwäbische Begeisterung für schöne Rosse, die Grabatzer, Großjetschaer und Lenauheimer Abstamms allenthalben begehrt wurden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Neben scheinbar ganz peripheriellen Skizzen wie „Hühner bei Regen,&amp;quot; oder „Bau einer Fronleichnamskapelle&amp;quot;, „Studien über Bauernhände mit den fächergleich geordneter Spielkarten&amp;quot; oder Versuche, Fata-Morgana-Erscheinungen der Heide auf einer ganzen Reihe von Blättern festzuhalten, wobei die Tageszeit und der Einfall des Gegenlichts angegeben ist, kehrt immer wieder ein großes, sich trotz allem durchsetzendes Leitmotiv, die Arbeit, zurück: die verschiedenen Phasen der Bewegung, die beim Mähen die Sense breit ausschwingen lässt und die harte Mühe eines Schwerarbeiters, der mit dem entblößten, nach hinten gestemmten Oberleib, einen anstrengenden Handgriff auszuführen hat.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der großen Anzahl der Skizze kann man auf die Vielfalt der Bildmotive des Kunstmalers [[Stefan Jäger]] schließen. Wie groß die Anzahl der Bildmotive im engeren Sinne war, also die Varianten einzelner Bilder nicht gerechnet, lässt sich heute nicht mehr feststellen, da die [[Stefan Jäger|Jägerbilder]] weit und breit zerstreut sind und wie wir noch hören werden, viele schon verloren gingen. Die Zahl seiner Bildmotive beläuft sich jedenfalls auf weit über 100. Nach grober Schätzung sind ca. 75% der Bildmotive [[Stefan Jäger|Jägers]] aus dem Leben und Wirken und den Sitten und Gebräuchen der Banater Schwaben entnommen, die restlichen ca. 25% sind Motive aus den Banater Landschaften, Stillleben, Porträts, Heiligenbilder und paar Zigeuneridyllen. Es interessierten zwar [[Stefan Jäger|Jäger]] auch Bildmotive der mit den Schwaben im Banat wohnenden anderen Nationalitäten, aber mit seinem Pinsel hielt er sie nie fest, wie das auch seine Nichte Maria Jäger ausdrücklich hervorhob. Er wollte seine Kraft nicht verzetteln und hat sich bis in die kleinsten und feinsten Einzelheiten des Lebens der Banater Schwaben eingelebt, man könnte sagen, spezialisiert und die Inspirationen, die ihn dabei überkamen, in Bildern auf der Leinwand und auf dem Papier festzuhalten, machten ihm große Freude. Während seines ganzen Lebens blieb er den Prinzipien, die er als junger Kunstmaler fasste, immer treu: „Meine malerische Tätigkeit war hauptsächlich darauf gerichtet, meinen Landsleuten gewissenhaft ausgeführte Bilder, in leicht verständlicher Form, mit Motiven aus dem Banater Volksleben und Heidelandschaften zugänglich zu machen und war darauf bedacht, auch den weniger bemittelten Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, solche Bilder zu beschaffen&amp;quot;, um wie man ergänzen kann, die „Dutzendbilder&amp;quot; zu verdrängen. Daher musste [[Stefan Jäger|Jäger]] eben auch viel malen und sein ganzes Leben ging in dieser Arbeit auf. So ein gigantisches Ziel, aber kann ein Mensch allein, wenn er auch noch so tüchtig ist, nicht erreichen. Da hätte wohl ein ganzes Kollektiv von Kunstmalern an der Arbeit sein müssen und es wäre erwünscht gewesen, noch tausende Reproduktionen von ihren Bildern anzufertigen, um in jedes deutsche Haus einzudringen. Reproduktionen gab es aber nur vom Einwanderungsbild, die allerdings gut verbreitet waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunstmaler [[Stefan Jäger|Jäger]] malte, wie schon früher gesagt wurde, ungezählte hunderte von Bildern. Dabei konnte man von ihm nicht erwarten, dass er ein Bildmotiv nur einmal malt, wie das manche große Kunstmaler pflegen, um so mehr, da er nur von seiner Kunst, d. h. vom Erlös seiner Bilder lebte und gar keine andere Einnahmequelle hatte. Er war aber bestrebt, seine Bildmotive zu variieren. Von manchen beliebten Bildmotiven gibt es daher viele Variationen, wie z. B. von manchen beliebten Volksliedern Variationen gibt. Wiederholt wünschten sich Volksgenossen von seiner Hand gemalte Kopien vom Einwanderungsbild, manche weniger kunstbeflissene, wohlhabende Bauern beauftragten ihn, Kopien auch von anderen seiner Bildmotive zu malen, denn sie sagten, sie wünschen gerade so ein Bild zu besitzen, wie X oder Y eines hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die fast sechs Jahrzehnte währende malerische Arbeit [[Stefan Jäger|Jägers]] richtig einzuschätzen, ist es angezeigt, an dieser Stelle zwei Kunstkenner zu diesem Thema sprechen zu lassen, denn Schreiber dieses Lebenslaufes betrachtet sich nur als ein Verehrer des Kunstmalers und als ein Liebhaber seiner Bilder, ist aber kein Kunstsachverständiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst eine Stellungnahme Robert Reiters zu dieser malerischen Arbeit, aus einem seiner früher genannten Artikeln: „Sie ist in ihrer Gesamtheit durch eine vielfältige Thematik, durch die Art und Weise, wie sie den Alltag und das Festliche der Menschen widerspiegelt, durch ihre realistischen Vorzüge, ihre Wirklichkeitsnähe, aber auch durch ihre Schwächen, ihre zeitweiligen Zugeständnisse an einen Kunstgeschmack anfechtbarer Art, der Banater Heimat, zugehörig. Ihr positiver Zug besteht darin, dass die Landschaft ihre höchste Sinnerfüllung durch die Arbeit empfängt, die der Mensch in ihr vollbringt. Das Wesentliche des Banates ist, dass es in rund zweihundertfünfzig Jahren einen mehrfachen Gestaltungswandel durchgemacht hat, dank der friedlichen Macht menschlicher Betätigung, die ein Netz von geordneten Wasserläufen schuf, ohne Unterlass Neuland eroberte, sprachliche Verschiedenheiten durch gleichgerichtetes Tun überbrückte, die Erde schon vor hundert Jahren durch Eisenbahnen erschüttern ließ und den Menschen bezwingende Zukunftsgläubigkeit verlieh. Aus diesem Grund ist auch das Gesamtwerk [[Stefan Jäger|Jägers]] von einem optimistischen Glanz überzogen. Es ist ein aus ungezählten hunderten Stücken bestehendes Lebenswerk, von dem man wirklich sagen kann, dass es mit dem Leben des Volkes verschmolz, als dessen Abbild es geschaffen worden und dem es als solches zugedacht war. Es wäre ungemein schwer, dieser Zerstreuung der [[Stefan Jäger|Jägerbilder]] über einen großen Teil des Banates nachzuspüren, ja es wäre von vornherein aussichtslos, ein Inventar von [[Stefan Jäger|Jägers]] Bildern anlegen zu wollen. Sein Werk ist nicht nur geistig, sondern auch tatsächlich Eigentum des Volkes geworden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Elisabeth Axmann]] schreibt im Jahre 1958 in einem kurzen Aufsatz über den Kunstmaler [[Stefan Jäger]] unter anderem folgendes: „Jedem oberflächlichen oder formalistischen Streben fern, blieb [[Stefan Jäger|Jägers]] Kunst stets der Wirklichkeit treu, sie war in all den Jahren, dem an Arbeit und auch malerischen Festen reichen Leben, der Banater Schwaben gewidmet. Denn [[Stefan Jäger]], davon zeugt sein ganzes Werk, hängt an seiner Heimat mit inniger, unwandelbarer Liebe, der auch die lebendigen Quellen seines künstlerischen Schaffens entspringen. In liebevoller Mühe hat er, der von blasierten und entwurzelten Ästheten oft als ,Bauernmaler' über die Achsel angesehen wurde, ein Werk geschaffen, das wohl über die Tageserfolge manch eines ,...stischen' Malers hinausging und lebendig bleiben wird.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist gebührend, über das Einwanderungsbild des Kunstmalers [[Stefan Jäger]] im Zusammenhang seines Lebenswerkes ausführlich zu schreiben, soweit der Rahmen dieser bescheidenen Arbeit es erlaubt, ja es würde sich lohnen, dass ein Kunstsachverständiger eingehend sich mit diesem Thema befasst. Am besten stellt uns dieses unser nun schon wiederholt zitierter Schriftsteller und guter [[Stefan Jäger|Jägerkenner]] [[Robert Reiter]] vor. Aus seinem zu Ehren des 80. Geburtstages des schwäbischen Altmeisters geschriebenem Artikel entnehmen wir folgende aufschlussreiche Teile:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Das Hauptwerk [[Stefan Jäger|Stefan Jägers]] ist das große, 6 m lange und etwa 1,40 m hohe Triptychon, „Die Einwanderung der Schwaben ins Banat,&amp;quot; kurz Einwanderungsbild, ein dreiteiliges Ölgemälde, dessen Einzelteile trotz der Trennung voneinander, nicht nur thematisch, sondern auch darstellungsmäßig zusammengehören. Das Mittelstück setzt das auf dem ersten Dargestellte sowohl landschaftlich als auch in figuraler Hinsicht fort und mündet auf die gleiche Weise in das dritte ein. Das Werk zeigt eine Gruppe von Kolonisten auf der Wanderung durch die damalige Banater Einöde, stellt sie auf der Rast unterwegs dar und bietet zum Schluss ihr Abbild auf der Stätte der Erfüllung, vor den halbfertigen Siedlerhäusern, in dem Augenblick, da ihnen die Besitzurkunde überreicht werden soll. Ein kollektives Menschenschicksal zwischen zwei Polen: zwischen der Loslösung von der alten Heimat, deren Staub sie von den Schnallenschuhen schon längst abgeschüttelt haben und der nunmehr wahr gewordenen Begegnung mit der neuen Heimat, mit dem was ihnen verheißen wurde und wovon während der langen Fahrt, ihre Träume voller Unruhe waren. Etwa achtzig kleinere und größere Gestalten bevölkern dieses Werk. Es ist also keine Übertreibung, wenn man es eine Darstellung kollektiven Schicksals nennt. Bloß ein einziger Mensch gehört nicht in ihre Reihe, ein Mann auf dem dritten Bildteil, der sie in ihr neues, aus halbgedeckten Rohbauten bestehendes Dorf einweist.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Das Einwanderungsbild hat thematisch seine Vorgeschichte in mehreren Aquarellblättern, die zum Teil den Aufbruch in Deutschland zeigen: Die Kolonne der Auswanderer strömt durch das Gänstor von Ulm auf den Donaustrand. Ein schwerer Bagagewagen fährt gerade über die Aufzugbrücke und weit unten sind die Fahrzeuge zu sehen, die wegen ihrer viereckigen Form „Ulmer Schachteln&amp;quot; genannt wurden und die die von kaiserlichen Agenten Geworbenen nach dem Banat zu bringen haben. Zwei Skizzen stellen die Ankunft im Banat dar, die Ausschiffung in Anwesenheit kaiserlicher Beamten und eines Mönches ist im Gange, der Anfang des Zuges hat sich schon gebildet und setzt sich mit einem Ochsengespann an der Spitze in Bewegung, um landeinwärts zu ziehen, Ein zweites Blatt enthält eine Variante dieser Begebenheit. Diese Entwürfe blieben unausgeführt. Das große Einwanderungsbild hat dagegen ein Pendantstück, ein Aquarell, gleichfalls ein Triptychon, doch kleinen Formats. Der erste Teil ist Ausschnitt aus einer Banater Sumpflandschaft, das Mittelstück stellt Vater und Sohn dar, als sie die erste Furche ackern, während der abschließende Teil schöne, der Ernte entgegen harrende Fluren und die Häuserreihe eines freundlichen Dörfchens im Hintergrund erkennen lässt. Das große Ölgemälde, das Aquarell-Triptychon, das lange vor dem Krieg ins Ausland gelangt ist und die drei Skizzen, die Studienreise, die [[Stefan Jäger|Jäger]] im Jahre 1906 nach Deutschland unternahm, um die Trachten der Einwanderungszeit kennen zu lernen, die Arbeit an dem Gemälde, die sich in Abständen auf beinahe drei Jahre erstreckte, alle diese Tatsachen zeigen uns, mit welchem Eifer sich [[Stefan Jäger|Jäger]] seinem Gegenstand widmete und wie vielfältig er sich damit auseinander setzte. Sie berechtigt uns, das geschichtliche Thema der Einwanderung als das Zentralthema in seinem malerischen Schaffen, das Gemälde selbst, als sein Hauptwerk zu betrachten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Einwanderungsbild wurde seinerzeit in halbfertigem Zustand von [[Budapest]] nach [[Timișoara|Temeswar]], von da nach [[Cărpiniș|Gertianosch]] und dann wieder nach [[Budapest]] gebracht, jedes Stück für sich zusammengerollt, bis es nach drei Jahren vollendet war. Die Fahrt von [[Cărpiniș|Gertianosch]] nach [[Timișoara|Temeswar]] im Jahre 1910 sollte aber nicht die letzte Fahrt des Gemäldes gewesen sein. Während des zweiten Weltkrieges gelangte es aus dem [[Banater Museum]] in den Besitz des im Rahmen der Volksgruppe bestandenen Forschungsinstitutes, das es vor den im Frühjahr 1944 einsetzenden Bombenangriffen nach Blumenthal evakuierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Einwanderungsbild wurde im Jahre 1945 in das [[Banater Museum]] zurückgebracht, das in [[Timișoara|Temeswar]] im denkwürdigen Schloss der Hunyadis untergebracht ist.&lt;br /&gt;
Um ein abgerundetes Bild über das Thema Einwanderungsbild zu bekommen, ist es angebracht, an dieser Stelle paar Sätze aus der Monographie von Dr. Matz Hoffmann „Hundertfünfzig Jahre deutsches Gertianosch&amp;quot; und einige diesbezügliche Informationen des jetzt 76jährigen pensionierten Lehrers Simon Kreppel anzuschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dr. Matz Hoffman schreibt auf Seite 57 seines Buches im Zusammenhang eines Berichtes über „Die Ausstellung 1910&amp;quot; in [[Cărpiniș|Gertianosch]] folgendes: „Wenn die Ausstellung für diese Gemeinde ein selten schönes Fest darstellte, so muss ein Ereignis, welches sich damals in [[Cărpiniș|Gertianosch]] zutrug, in seiner Bedeutung für das ganze Banat rühmlich hervorgehoben werden. Es handelt sich um die Enthüllung des Bildes vom Maler [[Stefan Jäger]] ,[[Die Einwanderung der Schwaben]]'. Dieses Bild ist in Banater Schwabenkreisen allgemein bekannt. Die Idee zu seiner Schaffung gab Jakob Knopf, ein eifriger Förderer war [[Adam Röser]]. [[Stefan Jäger|Jäger]] wohnte damals in [[Cenei|Tschene]]. Er schuf ein Bild auf Grund von Trachtenstudien, die er in Deutschland vollführte. Röser fand das ursprüngliche Einwanderungsbild in seinen Maßen zu klein. So musste [[Stefan Jäger|Jäger]] ein zweites schaffen. Es ist das heute bekannte.&amp;quot; Die letzten drei Sätze veranlassen einen nachzudenken und weiter zu forschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der pensionierte Lehrer Simon Kreppel besitzt eine 23 x 16,5 cm große Photographie, die anlässlich der Enthüllung des Einwanderungsbildes im Jahre 1910 in [[Cărpiniș|Gertianosch]] aufgenommen wurde. Sie ist ein vor der [[Cărpiniș|Gertianoscher]] Gewerbehalle aufgenommenes Gruppenbild der Gewerbevereinsmitglieder mit ihren Familienangehörigen und dem Kunstmaler [[Stefan Jäger]] in ihrer Mitte. Auf der Rückseite dieser Photographie schrieb Kreppel in 1910 in ungarischer Sprache Aufzeichnungen, die hier in deutscher Sprache frei, aber sinngenau, wie folgt übersetzt wurden: &amp;quot;Diese Photographie wurde anlässlich der Enthüllung des Einwanderungsbildes aufgenommen. Für diese Enthüllungsfeier haben die Gewerbetreibenden eine Gewerbeausstellung veranstaltet. Aber auch der Südungarische Landwirtschaftliche Verein wollte nicht hinter unseren Gewerbetreibenden zurückbleiben, auch er hat sich angeschlossen. Dieses große Einwanderungsbild ist durch die tatkräftige Unterstützung der Gewerbetreibenden seitens Anton Gamauf und Bankdirektor Johann Walzer zustande gekommen, so dass der Kunstmaler [[Stefan Jäger]] in das Mutterland fahren konnte, die Volkstracht zu studieren, die unsere Ahnen zur Zeit der Einwanderung trugen. Johann Walzer hat mit 200 Kronen den Sammelbogen eröffnet, den unsere Gewerbetreibenden auch unterstützt haben. Lehrer Simon Kreppel wurde als Sekretär mit der Sammlung betraut. Diese Photographie zeigt das Veranstaltungskomitee mit dem Kunstmaler [[Stefan Jäger]], auf den das Zeichen X hinweist. Die Spender haben insgesamt 4.560 Kronen gespendet, mit welcher Summe der Kunstmaler sein Studium in Deutschland vollführte und das dreiteilige Einwanderungsbild beenden konnte.&amp;quot; Soweit die Aufzeichnungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lehrer [[Simon Kreppel]], der von den jetzt noch Lebenden über die Entstehung des Einwanderungsbildes und die Geschichte seiner ersten Jahre am besten informiert zu sein scheint, verdient kurz vorgestellt und angehört zu werden, damit einem gewisse Zusammenhänge klar werden. Er ist derzeit 76 Jahre alt, war von 1907 bis 1929 Lehrer in [[Cărpiniș|Gertianosch]], also auch in der Zeit, als das Einwanderungsbild gemalt, enthüllt und verkauft wurde, lebt seit 1940 ebenda als Pensionist und hat ein Gedächtnis, das an ein medizinisches Wunder grenzt. Er hatte den Kunstmaler [[Stefan Jäger]] und die Personen, die bei der Entstehung und beim Verkauf des Einwanderungsbildes eine Rolle spielten, alle sehr gut gekannt. Kreppel weiß von engen freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Chirurg-Arzt-Stellvertreter-Familie [[Franz Jäger]] und der ebenfalls Feldscher-Familie Klein in [[Cărpiniș|Gertianosch]], welche letztere wieder mit dem seinerzeit namhaften Bürgermeister von [[Timișoara|Temeswar]], Karl Telbisz, verwandt war. Ein weibliches Mitglied der Familie Klein war mit einem Manne aus der einflussreichen kroatischen Familie Vuchetich aus [[Cenei|Tschene]] verheiratet, eine Tochter dieses Ehepaares wieder war die Frau von Kreppels Bruder, der Notar war und durch die verwandtschaftlichen Beziehungen seiner Frau, als Sekretär bei der Verwaltungswirtschaft der Stadt [[Timișoara|Temeswar]] angestellt wurde. Adam Röser der erste Postmeister von [[Cărpiniș|Gertianosch]], Gründer des [[Cărpiniș|Gertianoscher]] [[Konviktes]] in [[Szegedin]] und Gründer der ersten [[Cărpiniș|Gertianoscher]] Sparkassen-Aktiengesellschaft, hatte ebenfalls eine Frau aus der Vuchetich-Sippe. So wurde auch damals, in der verkehrstechnisch noch armen Zeit, Fäden hin und her gesponnen und natürlich sprach man zuweilen auch über neue Ereignisse. Und so sprach wohl eines Tages Adam Röser mit dem Buchhalter seiner Bank, Jakob Knopf, über den „Landsmann&amp;quot; seiner Frau, den vielversprechenden jungen Kunstmaler [[Stefan Jäger]]. Da meinte wohl Jakob Knopf, es wäre schön und gut, wenn [[Stefan Jäger|Jäger]] ein Bild über die Einwanderung der Banater Schwaben malen würde. Wie aber so ein Bild gemalt werden sollte, darüber hatte er ganz gewiss nur eine ganz nebelhafte Vorstellung. Der geistesrege Adam Röser befreundete sich mit der Idee von Knopf und es gelang ihm für sie, die Besten von [[Cărpiniș|Gertianosch]] zu gewinnen, um [[Stefan Jäger|Jäger]] zu beauftragen, die Einwanderung der Banater Schwaben zu malen. Zu diesem Zwecke haben dann der [[Cărpiniș|Gertianoscher]] Kasinoverein, Leseverein, Gewerbeverein, zum Teil auch der Bauernverein Vorträge, Liederabende, Konzerte, Dilettantenvorstellungen und Tanzunterhaltungen veranstaltet, deren Einnahmen sie für das Zustandekommen des Einwanderungsbildes widmeten. Es wurden aber auch direkte Spenden gesammelt, wobei Röser ein gutes Beispiel gab und als ein hübsche Summe beisammen war, beauftragte er den Kunstmaler [[Stefan Jäger]], das Einwanderungsbild zu malen und förderte eben mit seinem Bemühen, [[Stefan Jäger|Jäger]] entsprechend zu honorieren, das Zustandekommen des Bildes. Wie das Bild gestaltet werden soll, damit musste [[Stefan Jäger|Jäger]] sich selbst auseinandersetzen, bis ihm die große Inspiration zu dem dreiteiligen Triptychon mit der Darstellung der Wanderung, der Rast und der Ankunft der Einwanderer am Bestimmungsort kam. [[Stefan Jäger|Jäger]] malte dann das „ursprüngliche&amp;quot; Einwanderungsbild (um das treffliche Wort von Dr. Matz Hoffmann zu gebrauchen), so wie das Einwanderungsbild allgemein bekannt ist, mit dem Unterschied, dass seine Figuren mit der Tracht der Banater Schwaben gekleidet waren, wie sie sich nach der Ansiedlung im Banat abgewandelt bzw. entwickelt hat. Das fertige Bild war ca. 3 m lang und es wurde zur Besichtigung im [[Cărpiniș|Gertianoscher]] Kasinoverein ausgestellt. Der Präses des Kasinovereines, ein intelligenter Bauersohn mit Reifeprüfung und Direktor der [[Cărpiniș|Gertianoscher]] Kleinbauernsparkasse; Johann Walzer, unterzog das Bild einer kritischen Betrachtung und beanstandete auf höfliche Weise, dass die Figuren des Bildes nicht mit der Originaltracht der Einwanderungszeit bekleidet sind. Seiner Meinung schlossen sich dann auch andere intelligente Mitglieder des Kasinovereines an, so vor allem der Präses des Gewerbevereines Anton Gamauf. Der junge Kunstmaler [[Stefan Jäger]] hat die Berechtigung dieser Kritik anerkannt und gewürdigt. Auf Betreiben von Johann Walzer wurde beschlossen, dass [[Stefan Jäger|Jäger]] nach Deutschland fährt, um die Volkstracht der Einwanderungszeit zu studieren. Das geschah dann auch im Jahre 1906. Anton Gamauf beantragte für diese Studienreise ein Sammlung zu veranstalten und mit der Durchführung dieser wurde der Lehrer Simon Kreppel beauftragt. Die Sammelliste eröffnete Johann Walzer mit 200 Kronen und es flossen insgesamt 4560 Kronen ein, somit eine hohe Summer, mit der man damals z. B, ca. 4 ½ Waggon Weizen hätte kaufen können. Da nun das Einwanderungsbild noch einmal gemalt werden sollte, beantragte Röser, es größer zu malen als das erste und so malte dann auch [[Stefan Jäger|Jäger]] das vorher von [[Robert Reiter]] beschriebene große [[Einwanderungsbild]], das 6 m lang und ca. 170 cm hoch ist. Das erste, also das kleinere, wie Dr. Hoffmann eine treffende Bezeichnung gab: „ursprüngliche&amp;quot; Einwanderungsbild, blieb im Besitz von Adam Röser, während das zweite große Einwanderungsbild gemeinsamer Besitz von [[Stefan Jäger|Jäger]] und Röser wurde. Dieses Gemälde wurde zu Pfingsten im Jahre 1910 mit einer schönen Feierlichkeit, im Rahmen einer in [[Cărpiniș|Gertianosch]] veranstalteten Gewerbe- und Landwirtschaftsausstellung, enthüllt und auch von vielen auswärtigen Besuchern bewundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Röser geriet inzwischen durch Fehlspekulationen der von ihm gegründeten Sparkasse in materielle Schwierigkeiten und veranlasste auch [[Stefan Jäger|Jäger]], das große [[Einwanderungsbild]] zu verkaufen. Durch gute Familienbeziehungen wurde für das Gemälde zuerst der damaligen Bürgermeister der Stadt [[Timișoara|Temeswar]], [[Karl Telbisz]] interessiert, dieser Übertrug die Anregung zum Ankauf seinem Nachfolger in seinem Amte, [[Geml]], in dessen Amtszeit dann der Stadtrat von [[Timișoara|Temeswar]] den städtischen Obernotar Martin Balassa mit dem Ankauf des Bildes betraute. Das Bild wurde mit 2000 Kronen honoriert, welche Summe [[Stefan Jäger|Jäger]] und Röser untereinander teilten. Die [[Timișoara|Temeswarer]] Stadtgemeinde schenkte das Gemälde dem [[Timișoara|Temeswarer]] städtischen [[Banater Museum|Museum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man jetzt erfuhr, war nicht nur Adam Röser der „Förderer&amp;quot; des Einwanderungsbildes, sondern auch andere ehrenwerte Personen aus [[Cărpiniș|Gertianosch]] und wohl gebührt auch der ganzen Gemeinde [[Cărpiniș|Gertianosch]] Dank und Anerkennung. Schon der Spendenbetrag der Gemeinde von 4.560 Kronen fällt doch auf, wenn man hört, dass das Gemälde von der Stadt[[Timișoara|Temeswar]] um 2000 Kronen gekauft wurde. Die Summe vor 4560 Kronen hat [[Stefan Jäger|Jäger]] während seiner Studienreise in Deutschland sicherlich nicht ganz ausgegeben sondern, es blieb ihm von ihr gewiss ein hübscher Betrag als Honorar für seine Arbeit am [[Einwanderungsbild]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schlechte materielle Lage, in die Röser durch Fehlspekulationen der von ihm gegründeten Sparkasse geriet, veranlasste ihn bei der [[Budapest|Budapester]] Verlagsaktiengesellschaft „Franklin&amp;quot; eine große Anzahl von Reproduktionen vom Einwanderungsbild herstellen zu lassen, die er durch Reisende in den von Volksdeutschen bewohnten Gegenden des damaligen Ungarn verkaufen ließ, wobei er den größten Teil des Betrages für sich behielt. Wohin aber das erste „ursprüngliche&amp;quot; Einwanderungsbild aus Rösers Händen gelangte, ist uns derzeit noch unbekannt. Nachforschungen die nach dem Tode [[Stefan Jäger|Jägers]] in 1962 angestellt wurde, blieben bisher ergebnislos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend zum Thema Einwanderungsbild: wenn man in der Monographie von Dr. Matz Hoffmann über die Geschichte von [[Cărpiniș|Gertianosch]] auf Seite 57 die Worte liest: „Röser fand das ursprüngliche Einwanderungsbild in seinen Maßen zu klein. So musste [[Stefan Jäger|Jäger]] ein zweites schaffen. Es ist das heute Bekannte&amp;quot;, dann müsste man denken, das erste wäre das Originale und das zweite die Kopie. Der Umstand, dass es kleiner war (es hatte allerdings die ansehnliche Länge von 3 Metern) hebt die Qualifikation „Original&amp;quot; nicht auf. Dieses kleinere Einwanderungsbild malte doch der junge, talentierte Kunstmaler, auf Grund seiner großartigen Inspirationen. Nun aber, wie Lehrer Simon Kreppel behauptet, ist ihm dabei ein Fehler unterlaufen, indem er die Figuren des Gemäldes nicht in der originalen Volkstracht der Einwanderungszeit darstellt, sondern in der Banater schwäbischen Tracht. Ein Fehler, den man gutgemacht hat, ist kein Fehler mehr, sagte ein tüchtiger Mann. Auf dem zweiten Einwanderungsbild wurde der Fehler gutgemacht. [[Stefan Jäger|Jäger]] malte dieses auf Grund seiner ersten großartigen Inspiration, gab ihm dieselbe Komposition und kleidete die Gestalten des Bildes in die Originalvolkstracht der Einwanderungszeit. Daher kann man das im [[Banater Museum|Banater Regionalmuseum]] befindliche große Einwanderungsbild mit ruhigem Gewissen als das Original betrachten und das erste kleinere als das „Ursprüngliche&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem zweiten Weltkrieg malte [[Stefan Jäger|Jäger]] paar vereinzelte, scheinbar ganz periphere Bilder aus dem Zeitgeschehen, oder durch Beeinflussung aus diesem Grunde heraus, die sich schwer in sein Gesamtwerk einfügen lassen. Sie liegen neben seinem Gesamtwerk, wie paar übriggebliebene Mosaiksteinchen neben einem fertigen großen Mosaikbild. Er hat diese Bilder nur auf ausdrücklichen Wunsch der Auftraggeber gemalt und da ihre Motive nicht aus seiner eigenen Inspiration entsprungen sind, hat der nicht alle signiert. [[Stefan Jäger|Jäger]] hat zwar die gewünschten Motive mit mehr-weniger Ambition gestaltet, er konnte sich aber nicht recht zu allen bekennen. Er war eben schon alt und brachte kaum die Energie auf, sich an neue Studien zu wagen, um neue Bildmotive zu gestalten. Wenn er noch malte, malte er am liebsten auf Grund seiner alten volkskundlichen Studien, Skizzen und Entwürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Selbstbildnis hat [[Stefan Jäger|Jäger]] nicht gemalt, wie das selbstbewusste Kunstmaler gerne zu tun pflegen, nur einen kleinen farbigen Selbstbildentwurf und zwei kleine Zeichnungen mit Stift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Aufträge hatte [[Stefan Jäger|Jäger]] aus Kreisen der Volksdeutschen Intellektuellen und wohlhabenden Bauern. Je nach Wohlstand haben manche mehr, andere weniger „Jägerbilder&amp;quot; gekauft, manche waren auch mit 1 -2 Aquarellen zufrieden. Gewiss gab es auch unter den Kaufleuten und Gewerbetreibenden [[Stefan Jäger|Jägerliebhaber]], die Arbeiterklasse aber konnte sich keine [[Stefan Jäger|Jägerbilder]] leisten, wenn diese auch relativ billiger waren, als Bilder von anderen Kunstmalern mit gutem Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den letzten Weltkrieg und die Nachkriegsverhältnisse sind viele [[Stefan Jäger|Jägerbilder]] verloren gegangen. Es ist bekannt, dass aus Jugoslawien gegen Ende des Krieges ein Teil der Volksdeutschen nach dem Westen geflüchtet ist und mit ihrem Hab und Gut auch viele [[Stefan Jäger|Jägerbilder]] zurückließen. Ein anderer Teil der Jugoslawiendeutschen wurde in Lagern durch Seuchen dezimiert und so manche wurden im Ausflusse eines unbarmherzigen Strafvollzuges liquidiert, weil sie durch das Hitlerregime zwangsrekrutiert, gegen das eigene Vaterland zu kämpfen gezwungen wurden und für ihre [[Stefan Jäger|Jägerbilder]] hatten wohl auch kein gutes Schicksal. Auch die Schwaben aus dem rumänischen Banat, die im Nachsommer 1944, von Panik ergriffen, vor der Front nach dem Westen flüchteten, speziell auch aus [[Jimbolia|Hatzfeld]], mussten nach ihrer Rückkehr, nachdem Deutschland kapituliert hatte, feststellen, dass von ihrem beweglichen Gut, das sie zurückließen, so manches verloren ging, darunter auch [[Stefan Jäger|Jägerbilder]]. Als man im Jahre 1951 viele Einwohner aus den Gebieten des Banates, die an Jugoslawien angrenzen, in den Bărăgan umgesiedelt hat, haben diese von ihrem beweglichen Gut vieles eingebüßt, vor allem die [[Jimbolia|Hatzfelder]] auch viele [[Stefan Jäger|Jägerbilder]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Probebesuch im Sommer 1962 in [[Jimbolia|Hatzfeld]], um zu sehen, was an [[Stefan Jäger|Jägerbildern]] noch vorhanden ist, haben gezeigt, dass es hier noch immer viele Ölbilder und Aquarelle von [[Stefan Jäger|Jäger]] gibt, auf Grund deren alle Zweige seiner Kunst studiert werden können. Es wäre zu wünschen, dass dies in absehbarer Zeit geschieht, bevor weitere Bilder vom Winde verweht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Kunstmaler [[Stefan Jäger]] auch keine Selbstbildnisse malte, so haben doch alle Menschen mit Herz und Sinn, die ihm nahe standen oder auch nur zeitweilig mit ihm Umgang hatten, von seiner Person ein schöneres und besseres Bild bekommen, als es Pinseln malen können. Von diesem stillen, bescheidenen, innerlich aufrechten, zurückgezogenen Manne, der nur für die Malerei und ausschließlich von der Malerei lebte, gibt uns wohl das schönste Bild, der Schriftsteller Robert Reiter: „Wie er aber dieses lange Leben gestaltet hat, darin liegt sein besonderes Verdienst. Dass kein Schatten darauf fiel aus den Verfinsterungen, die die Welt seit seiner Jugend immer wieder in Unruhe versetzten, dass von der Glut der Hassbrände, die in seiner engeren und weiteren Umwelt ihre Flammen zeitweilig emporschlagen ließen, nichts in seine Pinselstriche hineinzudringen vermochte, dass er immer einen klaren Blick für das Menschliche hatte, dass er nie müde wurde, die Arbeit anderer zu preisen, mit Zeichenstift, der Tuschfeder, den Ölfarben seiner Palette und den kleinen runden Wasserfarben – das ist das große Verdienst [[Stefan Jäger|Stefan Jägers]] und, dass er nie etwas anderes sein wollte, als dieses eine: ein Freund der Menschen und damit ein Freund des Lebens.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es versteht sich, dass so einem Menschen und Künstler, seine Volksgenossen und mit diesen jeder, der volksverbundene und lebendige Kunst zu schätzen weiß, gebührende Anerkennung und Liebe zollte, wenn auch nur rein geistiger Art, dass aber auch eine materielle Unterstützung in Frage gekommen wäre, daran dachte kaum jemand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man sagt, [[Stefan Jäger|Jäger]] war zeitlebens im bestimmten Sinne ein Einsamer, der einen Kreis um sich gezogen und sich darin eingerichtet hatte, oder sogar dass er in mancher Hinsicht ein Sonderling war, so darf man das gar nicht tragisch nehmen.&lt;br /&gt;
Als Junggeselle war [[Stefan Jäger|Jäger]] tatsächlich im bestimmten Sinne zeitlebens ein Einsamer, Auf die Frage, warum er nicht geheiratet hat, gab seine Nichte jedenfalls eine sehr treffende, kurze Antwort: „Er wollte kein geteilter Mensch sein.&amp;quot; Ein [[Stefan Jäger|Jägerverehrer]] hat eine romantischere Behauptung: [[Stefan Jäger|Jäger]] hatte in jungen Jahren ein [[Cenei|Tscheneer]] schwäbisches Mädchen verehrt, die der Tod zu früh geknickt hat. Er hätte sogar ein Ölbild von diesem jungen Mädchen gemalt. Nun der Durchschnittsmensch neigt gerne zu romantischen Betrachtungen und wartet auch leicht mit der Behauptung auf, Künstler sind Sonderlinge, also muss auch [[Stefan Jäger|Jäger]] einer sein. Man muss natürlich auch ihn von diesem Standpunkte aus unter die Lupe nehmen. Was aber da herauskommt, ist sehr wenig und reicht nicht einmal aus zu einem Gesprächsthema für ein wortreiches Kaffeekränzchen. Nun, [[Stefan Jäger|Jäger]] hatte z. B. in seinem geräumigen Atelier einen entsprechenden Arbeitsraum in engeren Sinne, in dem er malte. Er wollte nicht haben, dass diesen jemand betrete und ging dennoch jemand hinein, so musterte er sehr genau dessen Benehmen und man konnte es sich als eine Ehre anrechnen, wenn man nicht gleich in den Empfangsraum hinauskomplimentiert wurde. Da ging ein ehrenwerter [[Jimbolia|Hatzfelder]] Bürger sein in Auftrag gegebenes Ölbild abnehmen, es war aber noch nicht unterschrieben. Während nun [[Stefan Jäger|Jäger]] das Bild signierte, stellt sich der gute Mann hinter ihn um zuzuschauen. Das sagte [[Stefan Jäger|Jäger]]: „Glauben Sie, wenn Sie nicht zuschauen, kann ich meinen Namen nicht schreiben?&amp;quot; Der alte Meister wollte auch nicht haben, dass man ihn fragt, wie alt er ist Fragte ihn jemand danach, da kam in der Regel die Gegenfrage: „Warum wollen sie das wissen?&amp;quot;, oder „Warum ist das wichtig?&amp;quot; Einem Bekannten antwortete er auf die gleiche Frage der schon achtzigjährige Meister: „Ich will noch nicht sterben, ich habe noch große Pläne.&amp;quot; Es ist menschlich verständlich, aus diesen großen Plänen ist nichts mehr geworden. Seiner langjährigen Wirtschafterin, die er wegen ihrer Redlichkeit und Tüchtigkeit gebührend schätzte, schrieb er seine Wünsche und Anordnungen mit einer Kreide auf eine Tafel, obzwar sie lieber mündliche Weisungen gehabt hätte. [[Stefan Jäger|Jäger]] wollte eben, sie soll sich ohne viel zu fragen, auf ihre eigene Erfahrung stützen. Er war jedenfalls kein Mann vieler Worte. Dem gemäß wollte er auch nicht haben, dass man ihm gegenüber seine Bilder lobte. Tat man das, dann fuhr er wie überrascht dazwischen: „Na also! Darüber lässt sich streiten,&amp;quot; und lenkte das Gespräch ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man sagt, [[Stefan Jäger|Jäger]] war im bestimmten Sinne ein Einsamer und ein Sonderling, so kann man dem gegenüberhalten: ein Mensch, der mit so viel Hingabe seine volkskundlichen Studien betrieb und im Ausfluss dieser, so viele Skizzen malte, der so viel Interesse am Leben und Wirken seiner Volksgenossen hatte, der so großen Anteil an deren Sitten, Gebräuchen und Festen nahm, wie es durch [[Stefan Jäger|Jägers]] unzählige Genrebilder zum Ausdruck kommt, kann kein Einsamer gewesen sein. Die Innigkeit und Hingabe, mit der [[Stefan Jäger|Jäger]] gemalt hat, zeigt jedenfalls, dass er sehr viel Herz und Gemüt hatte. Es handelt sich dabei um eine ganz große Aufgeschlossenheit, die eine Verschlossenheit nur vortäuscht. Wir Durchschnittsmenschen sehen eben vor lauter Bäumen den Wald nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser stille, bescheidene Mann mit Herz und Gemüt, wie es eben [[Stefan Jäger|Jäger]] war, hatte einen stillen, feinen Humor, dessen so richtig auch nur der gewahr wurde, der das Stille, Beschauliche liebt. Erwähnt seien hier in diesem Sinne nur ein paar Aquarelle [[Stefan Jäger|Jägers]], welche dies veranschaulichen; Wasser schöpfende und trinkende, herzige, übermütige Mädchen am Brunnen. Mädchen heben graziös ein wenig, mit einem schelmischen Zug um den Mundwinkel, ihre prächtigen Röcke beim Überschreiten einer kleinen Wasserpfütze. Ein hübsches Mädchen flüstert ihrer eben so schönen Freundin, auf der Bank sitzend, einen lustigen Einfall ins Öhr, während der Kavalier in gemessener Haltung vor ihnen steht. Ein alter Spaßvogel flüstert einem schelmisch lachenden Mädchen, das eine Hand vor den Mund hält, etwas in das Ohr, während ihre Freundin lachend abwinkt. Die schönen schwäbischen Trachten heben dabei die Wirkung der Bilder. Sehr gut ist der Mausfang; Ein Knabe liegt kniend, mit einem Stock in der Hand, das Sitzorgan gegen die Zuschauer gewendet, unter dem Schubladenschrank, unter dem sich das schreckliche Tier befindet. Ein großes Mädchen wartet dabei kampfbereit mit dem Zimmerbesen in der Hand auf das Erscheinen des Ungeheuers, ein zweites hat sich lachend auf ein Schämelchen geflüchtet, damit es von der Maus nicht gebissen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, unser guter Meister [[Stefan Jäger|Jäger]] war gar nicht griesgrämig, wie manche glauben, die ihn nur oberflächlich kannten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einzige außerberufliche Leidenschaft [[Stefan Jäger|Jägers]] war das Wandern zu Fuß. Er machte gerne an Sonn- und Feiertagen Ausflüge weit über die mit [[Jimbolia|Hatzfeld]] benachbarten schwäbischen Dörfer hinaus, bis in entfernt gelegene deutsche Ortschaften. Seinen guten Maleraugen prägten sich dabei immer wieder die Schönheiten der Banater Landschaft ein und sammelten Bildmotive für seine Genrebilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist charakteristisch, wie ein Volksgenosse in einem Briefe den wandernden Maler schildert: „Ich fuhr eines Tages mit dem Wagen von Gottlob auf der Landstraße gegen Grabatz. Von weitem sah ich einen nicht sportlich gekleideten Wanderer mit Spazierstock. Er schien selbstvergessen aber aufgeschlossen für alles um ihn herum. Hier schien ihn die Kornblume und der rote Mohn am Rande des Ackers anzusprechen, dort bewunderte er die wogenden Weizenfelder, dann lauschte er vermutlich dem Lerchengesang, die Sonne am blauen Himmel war ihm Wegweiser und das nächste Schwabendorf hat ihn gerufen zu neuen Beobachtungen, Eindrücken, Inspirationen. Sein Wanderweg war Vorbereitung, um dann in gehöriger Sonntagsstimmung sein Volk, sein Dörflein, mit ganzer Liebe, Hingezogenheit, mit offenen Augen, mit wärmsten Künstlersinnen, in sein Herz schließen zu können. Das war die Quelle, das führte ihm den berufenen Pinsel zur gestalteten Schönheit, in Liebe, Anhänglichkeit und Verehrung.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Brief, wie tausende geschrieben werden, der keinen Anspruch auf literarische Wertung erhebt. Aber viel Herz und Gemüt spricht aus dem Schreiber des Briefes, der ein großer [[Stefan Jäger|Jägerverehrer]] ist und wie viel Herz und Gemüt entdeckte er in unserem lieben Meister [[Stefan Jäger|Jäger]]! Sieht wohl das der Sachverständige, der mit einem Sektionsmesser das Lebenswerk des Kunstmalers zerlegt? Manchen ergeht es vielleicht wie dem Röntgenologen, der dem Patienten Wismutbrei zu trinken gab und als er ihn dann im verdunkelten Kabinett hinter den Röntgenschirm stellt, sieht er keinen Menschen mehr, sondern nur einen Darmtrakt So geht es den Chauvinisten, die in [[Stefan Jäger|Jäger]] nicht den volksverbundenen Künstler sehen, sondern er ist ihnen zu deutsch, weil seine Kunst in seinem Volkstum wurzelt, anstatt dass sie ihn als Muster betrachten und ihrem Volk als Muster hinstellen würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinen alten Tagen machte der alte Meister täglich seinen Spaziergang in [[Jimbolia|Hatzfeld]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewiss hatte der gute Kunstmaler [[Stefan Jäger]] zuweilen auch seine Launen. Er schreibt an einer Stelle seiner Aufzeichnungen für einen Lebenslauf, wohl im Jahre 1953; „ Bis 1942 habe ich von verschiedenen Aufträgen eine Lebensmöglichkeit gehabt, doch derzeit ist mein Einkommen höchst gering“ Nun in dem Zeitabschnitt von 1942 bis 1953 fallen der zweite Weltkrieg, die Flucht vieler Banater Schwaben nach Deutschland vor der nach dem Westen rollenden Front, die Enteignung der Mitglieder der Deutschen Volksgruppe Rumäniens und die Bărăganaktion, was [[Stefan Jäger|Jägers]] Worte hinlänglich erklärt. Nach der Information seiner Nichte ging es ihm am schlechtesten in den Jahren 1947-1948. Er musste dann sein silbernes Essbesteck, Glas-, Porzellan- und anderes Küchengeschirr verkaufen. In dieser Zeit ging er zu einer in seiner Nähe wohnhaften Lehrerfamilie, sie bitten, von ihm Bilder zu kaufen. Dieser Weg mag dem alten Meister nicht leicht gewesen sein. Diese Zeit nutzten so manche aus, um von ihm billig Bilder zu kaufen. Da er jetzt eilig und billig verkaufen musste, hat er auch manche Bilder eilig ausgeführt. Als die Lage sich mehr zu normalisieren begann, kamen auch wieder etwas mehr Aufträge, hauptsächlich von deutschen Intellektuellen, aber auch von anderen Schwaben, die heimwehgeplagte Angehörige im Westen hatten, welche [[Stefan Jäger|Jägeraquarelle]] verlangten. Die Existenz des Meisters war dennoch unsicher, um so mehr, da ihn auch das Alter drückte. In dieser Notlage hat ihm der rumänische Staat großherzig geholfen. Im Jahre 1957, zu Ehren seines 80. Geburtstages, bekam er von ihm eine Ehrengabe von 20.000 Lei und einen Arbeitsorden, welchen man ihm im Rahmen einer schönen Feierlichkeit überreichte. In dieser Zeit wurde [[Stefan Jäger|Jäger]] auch eine monatliche Ehrenpension von 800 Lei angewiesen. Damit war der Lebensunterhalt des Meisters für seine alten Tage gesichert. Eben schon altersschwach malte er jetzt nur noch wenig und im allgemeinen nur noch der Kunst zu Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer den Gratulationen und Ovationen, die der junge Kunstmaler [[Stefan Jäger]] im Jahre 1910, während der Landwirtschafts- und Gewerbeausstellung in [[Cărpiniș|Gertianosch]], anlässlich der Enthüllung des Einwanderungsbildes bekam und der Ehrung durch die R.V.R. zu seinem 80. Geburtstage im Jahre 1957, wurden dem Meister kaum öffentliche Ehrungen zu Teil. Vielleicht sei nebenbei erwähnt, dass in [[Jimbolia|Hatzfeld]] eine bescheidene Nebengasse nach seinem Namen benannt wurde. [[Stefan Jäger|Jäger]] reflektierte auch auf öffentliche Ehrungen und empfing daher nur ausnahmsweise Pressevertreter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der allerseits verehrte und geliebt Meister [[Stefan Jäger]] ist in [[Jimbolia|Hatzfeld]] einsam und verlassen gestorben, nachdem er vorher paar Wochen hindurch an den Beschwerden einer Brusterschütterung gelitten hat, die er sich durch Fallen bei einem Spaziergang zuzog. Am 16. März 1962, in der Früh, ungefähr 6 Uhr, hörten die Zimmernachbarn den kranken Meister noch husten, nachher herrschte absolute Stille. Da er am Tage vorher augenfällig schwach war und man jetzt im Vor- und Wohnzimmer den ganzen Vormittag Licht sah, ohne dass sich etwas rühren würde, hatte man das Schlimmste geahnt. Um ungefähr 14 ½ Uhr wurde dann die Wohnungstür gewaltsam aufgemacht und man fand den Meister tot. Er hatte einen Schlafanzug an, seine zwei Füße berührten den Fußboden, der Oberkörper lag seitwärts gebeugt auf den Polstern seines Bettes, als hätte er aufstehen wollen. Der dahingeschiedene Meister wurde an seinem Todestage, den 16. März 1962 um 18 Uhr in der Kapelle des [[Jimbolia|Hatzfelder]] Friedhofs aufgebahrt und am nächsten Nachmittag nach dem Gebräuche der röm.-kath. Kirche in bescheidenem Rahmen in die Gruft beigesetzt, in der auch seine gute Mutter ruht (Sein Vater ist in [[Cenei|Tschene]] beerdigt). Die Gruft befindet sich im südwestlichen Teil des Friedhofes, paar Schritte nach rechts vom vorderen, vor der Kapelle beginnenden, nach Westen führenden Seitenweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Begräbnis waren aus [[Timișoara|Temeswar]] gekommen das ganze Komitee des Vereines der Plastikkünstler, Filiale [[Timișoara|Temeswar]], dessen Präses der bekannte deutsche Kunstmaler Franz Ferch ist, und auch andere Kunstschaffende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Jimbolia|Hatzfelder]] politische Behörde war durch den Vorsitzenden des [[Jimbolia|Hatzfelder]] Stadtrates und durch den Stadtratsekretär vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gedächtnisreden, in denen die Persönlichkeit des Dahingeschiedenen und dessen künstlerisches Schaffen gewürdigt wurden, hielten Professor Somoşan Nichifor, Mitglied des Komitees des [[Timișoara|Temeswarer]] Künstlervereines in rumänischer Sprache und Professor [[Hans Bräuner]], Mitglied des [[Jimbolia|Hatzfelder]] Lehrkörpers in deutscher Sprache. (Der Kunstmaler [[Franz Ferch]] meinte, das Schönste am Begräbnis waren ein Schneesturm und ein Heimatlied, das der [[Jimbolia|Hatzfelder]] Kantor mit dem Pfarrer sangen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine behördliche Person sagte zur Nichte des verstorbenen Kunstmalers, sie sei mit dem Arrangement des Begräbnisses der Behörde um eine halbe Stunde zuvorgekommen, denn diese wollte ein offizielles Begräbnis veranstalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ruhen die vielen Pinsel, die des Meisters Hand so fleißig und so wunderbar geführt hat. Er war ein Mensch und ein Künstler, dem man keinen Alltagsmaßstab anlegen kann. In seinem Auftreten war er immer bescheiden aber in seinem Inneren so groß, dass man nur in stiller Verehrung vor ihm stehen konnte. Es wird sich mit der Zeit wohl eine Künstlerseele finden, die das Schaffen unseres über alles geliebten Meisters, vom künstlerischen Standpunkt aus, fachmännisch und ausführlich würdigen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser lieber Meister [[Stefan Jäger]], der im Laufe von sechs Jahrzehnten unzählige Bilder gemalt hat, hat nach seiner Nichte Maria Jäger, die zusammen mit ihren Bruder seine Verlassenschaft geerbt hat, nur drei kleine Ölbilder und vier Aquarelle hinterlassen. (Von den Mappen mit den 600 Skizzen, war schon früher die Rede), Die Ölbilder sind ein Stilleben und zwei stellen Blumensträuße dar. Auf die Frage, ob in der Verlassenschaft Meister [[Stefan Jäger|Jägers]] Bilder oder andere Objekte waren, die man einem eventuell zu gründenden „Jägermuseum&amp;quot; überlassen oder verkaufen könnte, antwortete die Nichte, es wäre nichts vorhanden. Die wichtigen Einrichtungsgegenstände des Ateliers des Kunstmalers [[Stefan Jäger]] samt seinen Pinseln, Farben Farbtiegeln und dergleichen hatte sie gleich nach dem Tode des Meisters um billiges Geld einem Lehrer des [[Jimbolia|Hatzfelder]] Lehrkörpers verkauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ostern, den 26. Dezember 1962&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dr. Peter Pink, Arzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NACHWORT&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin ein Verehrer des Kunstmalers [[Stefan Jäger]], ein Kunstliebhaber, aber kein Kunstsachverständiger. Das Lebenswerk [[Stefan Jäger|Jägers]] müsste nämlich ein Kunstsachverständiger wissenschaftlich bearbeiten. Wenn ich dennoch mich entschloss, einen kleinen Lebenslauf Meister [[Stefan Jäger|Jägers]] zu schreiben, so deshalb, weil ich beobachtet habe, dass diejenigen, die mit notweniger Sachkenntnis seine Kunst bis zur Jubiläumsfeier seines 80. Geburtstages mit entsprechender Begeisterung und Wärme gewürdigt haben, nachher über ihn schwiegen. Warum, wissen sie wohl besser als ich. Mein kleiner Lebenslauf soll daher nur ein kleines Provisorium sein, bis ein Berufener sich entschließt, zur Feder zu greifen und dieses Problem gründlich und ausführlich behandelt. Ich wollte nur den roten Faden, der sich von der Geburt [[Stefan Jäger|Jägers]] bis zu seinem Tode zieht, festhalten und auch meine paar Beobachtungen in die Erkenntnisse von Menschen einschalten, die das Glück hatten, unseren geliebten Meister noch besser zu kennen als ich und sein Lebenswerk als anerkannte Kunstkritiker zu studieren. Ich lernte [[Stefan Jäger|Jäger]] erst nach dem letzten Weltkrieg persönlich kennen und kam in einen inneren Kontakt mit ihm zwischen 1952 und 1959, als ich in [[Jimbolia|Hatzfeld]] tätig war. Diesen persönlichen Kontakt rechne ich, kleiner Dorfarzt, zu den größten und schönsten Erlebnissen meines Lebens. Ich preise glücklich diejenigen, die ihn noch besser kannten als ich. Zu diesen zähle ich die Nichte des Meisters, Maria Jäger, die mir an einem schönen Nachmittag paar Stunden opferte, um mir über ihren lieben Oheim zu erzählen und den Schriftsteller Robert Reiter, der mit weitem Gesichtskreis das Leben und Werk [[Stefan Jäger|Jägers]] überschaute und durchschaute. Die künstlerische Wertung [[Stefan Jäger|Jägers]] übernahm ich fast ganz von [[Robert Reiter]], paar Zeilen auch von [[Elisabeth Axmann]]. Ich nehme an, sie werden es mir nicht verübeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser kleine Lebenslauf ist keine wissenschaftliche Arbeit, sondern eine kleine Datensammlung für meine Familie und paar gleichgesinnte Freunde und gute Bekannte. Ich mache mir auch keine Illusionen, dass ich ihn drucken lassen und mit Jägerbilder-Reproduktionen veranschaulichen kann. Bin aber jedenfalls der Meinung, dass ein volkstümlich gehaltener Lebenslauf über den Kunstmaler [[Stefan Jäger|Jäger]], mit einigen Jägerbilder-Reproduktionen, zu geeigneter Zeit herausgegeben werden müsste, für die Volksgenossen, die nach der Tagesmühe der landwirtschaftlichen Arbeiten oder der Werkstatt, außer ihrem Kalender, auch etwas anderes lesen wollten. Und sie sollten eigentlich viel lesen. Denn so tüchtig sie auch im Leben, im Kampf um das Dasein sind, so wenig wissen sie leider über die großen Persönlichkeiten der Südostschwaben, so über den Schriftsteller Adam Müller-Guttenbrunn, den Dichter Lenau, den Arzt Semmelweis, den Retter der Mütter, u. a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne Zweifel hat der Kunstmaler [[Stefan Jäger]] seine Banater Schwaben über alles geliebt. Sein Lebenswerk ist ein grandioses Denkmal für sie, das wie ein Felsen stehen bleibt, auch wenn die Banater Schwaben in diesem Völkermeer untergehen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verfasser,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dr. Peter Pink, Arzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Typoskript]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lebenslauf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wertung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Triptychon]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Budapest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tschene]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gertianosch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hatzfeld]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Temeschburg]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>77.7.86.114</name></author>
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	<entry>
		<id>https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0430_-_Stefan_J%C3%A4ger&amp;diff=13961</id>
		<title>ART:0430 - Stefan Jäger</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;77.7.86.114: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Sammelband&lt;br /&gt;
 |HerausgeberName     = Petri&lt;br /&gt;
 |HerausgeberVorname  = Anton Peter, Dr.&lt;br /&gt;
 |Buchtitel           = Biographisches Lexikon des Banater Deutschtums&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Reihentitel         =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = Marquartstein &lt;br /&gt;
 |Verlag              =&lt;br /&gt;
 |Entstehungsjahr     = 1992&lt;br /&gt;
 |Seite               = 811-812&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stefan Jäger''', Maler * 28. Mai 1877 [[Tschene]] † 16. März 1962 [[Hatzfeld]] Vater: Feldscher und Barbier [[Franz Jäger]] (1839 - 1901); Mutter: [[Magdalena]], geborene Schuller (Schuler) (1855 - 1927).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1889 - 1893 Private [[private Bürgerschule|Handelsschule]] von [[Franz Wiessner]] in [[Timișoara|Temeschburg]]; 1893 - 95 Bürgerschule [[Szegedin]], erhielt dort ersten Malunterricht durch seinen Zeichenlehrer [[Obendorf]]; 1895 - 99 [[Modellzeichenschule]], Zeichenlehrer-Bildungsanstalt in [[Budapest]]; 1895 - 97 Schüler von [[E. Balló]], 1897 - 99 von [[B. Székely]]; 1899 - 1901 [[Studienreisen]]: Österreich, Deutschland, Italien; 1901 nach Tschene zurück, Vater stirbt in diesem Jahr; 1902 kam er nach Budapest, lebte hier als „freier Künstler&amp;quot;; 1902 - 06 malte er für die Firma [[Almásy]] und auf „Bestellungen&amp;quot; Idylle, Landschaftsbilder, Stilleben; 1906 erteilte ihm die Gemeinde [[Gertianosch]] [vor allem [[Adam Röser]]] einen Großauftrag; 1906 zweite große [[Studienreise]] durch Süddeutschland, Trachtenstudien für das Bild, das später als [[„Die Einwanderung der Schwaben ins Banat&amp;quot;]] weitbekannt geworden ist; das Werk wurde in Gertianosch am 15. Mai 1910 der Öffentlichkeit vorgestellt; im gleichen Jahr ließ sich Jäger in Hatzfeld nieder; 1910 - 14 malte er die ersten Heimatbilder auf Bestellung; 1914 -18 Militärdienst bei der Landwehr, einige Fronteinsätze; erste große [[Ausstellung]] in Großbetschkerek; 1930 - 40 Glanzzeit seiner Heimatkunst; erhielt 1957 den [[Arbeitsorden]] II. Klasse, bezog bis zu seinem Tode eine bescheidene Rente; 1967 [[Gedächtnisausstellung]] „Banater Museum&amp;quot; in Temeschburg; 1969 Gründung, Eröffnung der [[„Stefan-Jäger-Gedenkstätte&amp;quot;]] in Hatzfeld im ehemaligen Atelier des Künstlers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Werke''''': Sein bekanntestes Werk ist das Triptychon [[„Die Einwanderung der Schwaben ins Banat&amp;quot;]]; brachte ihm keine großen finanziellen Vorteile, die hatte eher der obengenannte [[Adam Röser]]; Maße des Bildes: 5,1 x 1,45 m; noch im Ersten Weltkrieg kaufte die Stadt Temeschburg das Bild, schenkte es dem [[Städtischen Museum]]; heute befindet es sich in der Hatzfelder Gedenkstätte;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''''Werkverzeichnis''''' (Auswahl): 1) Selbstbildnis; 2) Mutter mit Kind; 3) Trachtenstudien; 4) Rossmühle; 5) Mittagspause auf dem Felde; 6) Feldarbeit; 7) Im Schnitt, 8) Heimkehr vom Felde; 9) Bauernmöbel; 10) Schwäbische Bauernstube; 11) Mutter, Kind und Godel mit dem Apfel; 12) Beim Bügeln; 13) Trachtenskizzen aus Engelsbrunn; 14) Bäuerin; 15) Bildnis Apotheker Holz; 16) Kinderbildnis; 17) Im Haus der Vortänzerin; 18) Im Sonntagsstaat; 19) Dorfklatsch; 20) Neckerei; 21) Zuschauer im Tanzsaal; 22) Sonntagsausgang; 23) Kerweizug; 24) Kerwei; 25) Bei der Taufe; 26) Mutterglück; 27) Tanzpause; 28) Beim Tanz; 29) Plauderstündchen; 30) Stilleben mit Blumen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Literatur''''': 1) Thieme-Becker, Bd. XVIII, 333; 2) Annemarie Podtipny-Hehn: Stefan Jäger. Bukarest 1972. 40 S. + Bildteil; 3) Menschen und Zeiten, 105 -120; 4) Südostdeutsche Vierteljahresblätter 1962, Heft 3, 136 - 137; 5) Volk und Kultur 1980, Heft 5,17 - 18; 6) Stefan Dold: Kurzgefaßte Gelegenheits-Broschüre zur Bildenthüllung in Gyertyámos am 15. Mai 1910. Die Einwanderung und Ansiedlung der Deutschen in Südungarn. Temesvár 1910. 23 S.; 7) Karl-Hans Gross: Stefan Jäger. Maler seiner heimatlichen Gefilde. Sersheim 1991. 450 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kurzbiografie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Werkverzeichnis]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Triptychon]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>77.7.86.114</name></author>
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	<entry>
		<id>https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0876_-_Durch_Zufall_gerettet&amp;diff=13960</id>
		<title>ART:0876 - Durch Zufall gerettet</title>
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		<updated>2015-04-08T14:24:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;77.7.86.114: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitung&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Mildenberger&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Peter&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Durch Zufall gerettet&lt;br /&gt;
 |Zeitungstitel       = Banater Post&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = München&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            = 55&lt;br /&gt;
 |Nummer              = 23-24&lt;br /&gt;
 |Datum               = 10.12.2011&lt;br /&gt;
 |Seite               = 6&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Stefan Jägers Einwanderungsbild im Tausch gegen zwei Liter Wein'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 28. Mai 1877 wurde [[Stefan Jäger]] in [[Tschene]] geboren, einem Dorf auf der Banater Heide nahe der Stadt Hatzfeld. Sein Großvater Michael Jäger, von Beruf Kaufmann, hatte sich erst Anfang des 19. Jahrhunderts, aus Deutschland kommend, in der Banater Ortschaft Nakodorf (heute in Serbien) niedergelassen. Geboren wurde er im fränkischen Bad Königshofen im Grabfeld. Das vierte Kind von Michael Jäger aus seiner zweiten Ehe war [[Franz Jäger]], der Vater des Malers Stefan Jäger. Als Sohn eines Kaufmanns bekam Franz Jäger in Budapest eine gute Ausbildung als Barbier und Feldscher, ein zu jener Zeit geschätzter und angesehener Beruf. Es gab wenige Ärzte, und das führte dazu, dass oftmals der Feldscher für die Behandlung von Wunden, zum Aderlassen, Zähneziehen und andere medizinische Eingriffe herangezogen wurde. Mit dieser Ausbildung zum Heilpraktiker zählte man bereits zur Schicht der Gebildeten. In Tschene eröffnete Franz Jäger eine gut gehende Praxis. Nach dem Tode seiner ersten Frau heiratete er die zehn Jahre jüngere [[Magdalena Schuller]] aus Billed. Sie bekamen zwei Söhne: [[Ferdinand]] und Stefan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1889 war Stefan Jäger in [[Cenei|Tschene]], wo er auch die [[Volksschule]] besuchte. Ab 1889 besuchte er [[Franz Wieszners]] Öffentliche private Knaben-[[private Bürgerschule|Bürgerschule]] in [[Timișoara|Temeswar]]. Hier wurden Sprachen, (ungarisch, deutsch, französisch), Naturwissenschaften (Naturkunde, Chemie, Physik, Erdkunde), Mathematik, Zeichnen, Gesang, Schönschreiben, Religion und Gymnastik unterrichtet. Der Madjarisierungsdruck wurde in jener Zeit immer heftiger, insbesondere in [[Timișoara|Temeschburg]]. [[Franz Jäger|Stefans Vater]] wollte seinem Sohn eine gute Ausbildung sichern. Deshalb schickte er ihn 1893 zur weiteren Ausbildung nach [[Szegedin]] an die Städtische Knaben-Bürgerschule. Dabei war dem Vater wichtig, dass der nun schon Sechzehnjährige auch seine Kenntnisse in der ungarischen Sprache vervollkommnen sollte. Aber Stefan Jägers Interesse am Zeichnen war größer als jenes, die neue Sprache zu erlernen. Sein Talent fiel seinem Zeichenlehrer ([[Obendorf]]) in der Szegediner Schule bald auf. Der Lehrer erweckte in Stefan Jäger das Interesse für die Malerei. Das führte dazu, dass Stefan Jäger im September 1895 auf die [[Modellzeichenschule]] und Zeichenlehrer-Bildungsanstalt in [[Budapest]] wechselte. Hier war er in den ersten beiden Jahren Schüler des bekannten Porträtisten Professor [[Ede Balló]]. Im dritten und vierten Schuljahr war er Schüler des berühmten aus Klausenburg stammenden Malers [[Bertalan Székely]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss des Kunst studiums 1899 unternahm Stefan Jäger eine [[Studienreise]], die ihn nach Österreich, Deutschland und Italien führen sollte. Die Reise hat er 1901 wegen der Erkrankung seines Vaters unterbrochen. Er kehrte zurück nach Tschene. Noch im selben Jahr starb sein Vater. Der 25-jährige Stefan Jäger sah in Tschene keine Zukunft für sich. Deshalb zog er 1902 nach Budapest und arbeitete dort als freier Künstler. Er malte auf Bestellung Heiligenbilder, Landschaftsbilder, Idyllen und Stillleben. Nach einiger Zeit bekam er auch Aufträge aus der Heimat. Es waren meist Heiligenbilder oder Kopien von Vorlagen. Der große Auftrag aus der Heimat kam im Jahr 1906 aus der Gemeinde [[Gertianosch]]. Es war ein Auftrag für ein Bild zum Thema [[„Die Ansiedlung der Deutschen in Südungarn“]]. [[Adam Rösner]], Postmeister von Gertianosch, war einer der Initiatoren und gleichzeitig Verbindungsmann zu Stefan Jäger. Rösner, verheiratet mit einer Tochter aus der reichen Familie Vuchetich aus Tschene, war auch Gründer eines Heimes für katholische Theologiestudenten in Szeged und Gründer der ersten Gertianoscher Sparkassen-Aktiengesellschaft. Er organisierte großangelegte Sammelaktionen und kulturelle Veranstaltungen, um die Finanzierung des [[Einwanderungsbildes]] zu gewährleisten. Aber [[Adam Rösners]] Engagement für die Entstehung des Einwanderungsbildes war nicht ohne Hintergedanken. Er sicherte sich das Recht des Mitbesitzers. Noch in Budapest entsteht der erste Entwurf für das spätere Gemälde. Es war ein 3 x 1,50 Meter großes Bild, auf dem die Trachten der Siedler leider nicht zeitgemäß dargestellt waren. Deshalb musste ein zweites Bild gemalt werden. Neue Sammelaktionen wurden gestartet, und Stefan Jäger machte zunächst [[Studienreisen]] nach Stuttgart, Ulm und Nürnberg, die aus Spenden der Gertianoscher finanziert wurden. Auf diese Weise sollte dem Künstler die Möglichkeit geboten werden, das Einwanderungsbild realitätsbezogener zu gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seiner Rückkehr 1906 begann Stefan Jäger die Arbeit an einem neuen Bild. Es wurde 1910 fertiggestellt und besteht aus drei Teilbildern: Wanderung (1,5 x 1,5&lt;br /&gt;
Meter), Rast (1,5 x 2 Meter) und Ankunft (1,5 x 1,5 Meter). Somit entstand ein [[Triptychon]] in der Gesamtgröße von 1,5 x 5 Meter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Gertianosch war für das gleiche Jahr eine Gewerbe- und Landwirtschaftsausstellung geplant. Für diese [[Ausstellung]] wurde eine neue Ausstellungshalle aus Brennziegeln erbaut. Der langgestreckte Bau der Ausstellungshalle war vierzig bis fünfzig Meter lang und sechs Meter hoch. Am Pfingstsonntag, dem 15. Mai 1910, frühmorgens um 8 Uhr, fand in dieser Halle die Eröffnung der Gewerbeausstellung und die Enthüllung des Einwanderungsbildes statt. Die Ausstellung endete am Pfingstmontagabend. Sie war ein voller Erfolg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stefan Jäger ließ sich 1910 in der Großgemeinde Hatzfeld endgültig nieder und begann, auf Bestellung Bilder zu malen. In den Kriegsjahren 1914–18 war Jäger als Landsturmmann an der Front. Nach Kriegsende kehrte er nach Hatzfeld zurück. Zurückgezogen lebte er bescheiden von seiner Kunst. 1927 stirbt seine Mutter Magdalena. 1930 veranstaltete Jäger in [[Großbetschkerek]] (heute Zrenjanin, im serbischen Teil des Banats) seine erste [[Ausstellung]] mit Arbeiten aus dem Privatbesitz. Seine Bilder wurden immer bekannter. Nach dieser Ausstellung kamen besonders aus dem Torontaler Komitat viele Bestellungen. Auch in der Batschka interessierte man sich zunehmend für seine Malereien. Aus dem rumänischen Teil des Banats hingegen kamen anfangs wenige Bestellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich seines achtzigsten Geburtstags im Jahr 1957 wurde Stefan Jäger der rumänische [[Arbeitsorden]] II. Klasse verliehen. Er starb am 16. März 1962 in seiner Wahlheimat Hatzfeld. 1967 fand im [[Temeschburger Museum]] (Muzeul Banatului) eine [[Gedächtnisausstellung]] statt. Im Jahre 1968 wurde in seinem ehemaligen Atelier in Hatzfeld eine erste [[Stefan-Jäger-Gedenkstätte]] eingerichtet, aus der das heutige [[Stefan-Jäger-Museum]] hervorging. Hier sind Originale und originalgetreue Reproduktionen ausgestellt. Das erste [[Einwanderungsbild]], das Stefan Jäger noch in Budapest begonnen hatte, ist verschollen. Das [[Einwanderungsbild]] von der Ausstellung in Gertianosch hat Adam Rösner in späteren Jahren, als er sich in materiellen Schwierigkeiten befand, für 2000 Kronen der Stadt Temeschburg verkauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juli 1944 begann für das [[Einwanderungsbild]] eine abenteuerliche Reise. Am 16. und 17. Juni 1944 wurde Temeschburg von den Engländern und am 3. Juli von den Amerikanern bombardiert. Der damalige Direktor in der „Banatia“, [[Anton Valentin]], suchte wie viele andere einen Wohnort auf dem Lande, wo er sich und seine Familie in Sicherheit bringen konnte. Durch Vermittlung des Blumenthaler Kapellmeisters Nikolaus Barth, der damals im Orchester der Banatia spielte, kam die Familie Valentin schließlich nach [[Blumenthal]], einem Dorf 35 Kilometer nordöstlich von Temeswar. Hier konnte er Anfang Juli 1944 mit seiner Familie in das freistehende Haus mit der Hausnummer 63 einquartiert werden. Anton Valentin hatte neben den wichtigsten Habseligkeiten auch mehrere wertvolle Bücher aus seinem Eigentum mitgebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Temeschburger „Scherter-Haus“, dem ursprünglichen „De-Jean-von-Hannsen-Haus“, hatte das [[Kulturamt der Deutschen Volksgruppe in Rumänien]] seinen Sitz. [[Anton Valentin]] war dessen Leiter. Ab 1941 fand im Scherter-Haus eine [[Ausstellung]] statt, in der bedeutende Werke Banater Kunst und Wissenschaft gezeigt wurden, auch das [[Einwanderungsbild]] von Stefan Jäger. Anton Valentin nahm das Einwanderungsbild in seine Obhut und brachte es in sein Haus in [[Blumenthal]]. Bekanntlich wechselte Rumänien am 23. August 1944 die Seiten. Familie Valentin flüchtete aus Blumenthal. Fast alles blieb zurück – auch das Einwanderungsbild, in drei Rollen zusammengewickelt. Bald danach zogen russische Truppen plündernd durch Blumenthal. Sie suchten alkoholische Getränke, Frauen und Wertsachen. Am Haus der Valentins waren das Eingangstor und alle Türen verschlossen. Russische Soldaten brachen ein, durchsuchten alles, fanden aber anscheinend nichts Wertvolles. Nach dem Abzug der Russen kamen rumänische Flüchtlinge aus dem Grenzgebiet zur Sowjetunion. In das von Familie Valentin verlassene Haus wurde die rumänische Flüchtlingsfamilie des [[Ion Paiu]] einquartiert. Der Onkel von Ion Paiu, der unter anderem auch mit Schmuck handelte, war unweit einquartiert. Er erkannte als erster den Wert der drei Rollen des Einwanderungsbildes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kind der rumänischen Flüchtlingsfamilie spielte mit dem damals zehnjährigen [[Georg Bomans]], einem Jungen, der gegenüber wohnte. Bald darauf bot der Onkel des rumänischen Jungen Georg Bomans das Einwanderungsbild zum Tausch an. Gegen zwei Liter Wein! Georg Bomans und sein älterer Bruder erzählten dies ihrem Vater, und dieser willigte in den Tausch ein. Auf dem Hambar (in Blumenthal Kotarke genannt), einem winddurchlässigen Speicher für Mais, wurde das Bild bei Bomans ausgebreitet, bestaunt und begutachtet. Es wurde dem Gemeindeangestellten [[Peter Müller]] und später auch [[Pfarrer Haubenreich]] gezeigt. Man war sich einig, dass dieses Bild das [[Einwanderungsbild]] von [[Stefan Jäger]] sei. In Tüchern verhüllt behielten die Brüder Bomans das Bild allerdings weiterhin versteckt. Erst nach den Kriegswirren und nachdem sich die Lage in Temeschburg einigermaßen beruhigt hatte, wurde das Triptychon [[Peter Müller]] übergeben, der es der Stadt Temeschburg zurückgab. Heute befindet sich das Einwanderungsbild im Besitz des Banater Museums in Temeswar und ist in der großen Eingangshalle des [[Adam-Müller-Guttenbrunn-Hauses]] ausgestellt. Es kann jederzeit besichtigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Banater Post]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kurzbiografie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Triptychon]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geburtstag]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>77.7.86.114</name></author>
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		<title>ART:0095 - Der Schwabenmaler Stefan Jäger</title>
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		<updated>2015-04-08T14:19:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;77.7.86.114: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Sammelband&lt;br /&gt;
 |HerausgeberName     = Liebhard&lt;br /&gt;
 |HerausgeberVorname  = Franz&lt;br /&gt;
 |Buchtitel           = Menschen und Zeiten&lt;br /&gt;
 |Untertitel          = Aufsätze und Studien&lt;br /&gt;
 |Reihentitel         =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = Bukarest&lt;br /&gt;
 |Verlag              = Kriterion Verlag&lt;br /&gt;
 |Entstehungsjahr     = 1970&lt;br /&gt;
 |Seite               = 105–120&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den siebziger Jahren gab es im Banat noch zwei Gemeinden namens [[Cenei|Tschene]]. Die größere war hauptsächlich von Serben bevölkert und hieß [[Cenei|Serbisch-Tschene]]. Sie hatte an die 3.200 Einwohner und war ein Marktflecken mit Stuhlamt. Die kleinere, die im ganzen etwa hundert Häuser zählte, trug nach der Mehrheit ihrer ein knappes halbes Tausend zählenden Einwohner den Namen [[Cenei|Kroatisch-Tschene]]. Später wurden beide miteinander vereinigt. So entstand das heutige [[Cenei|Tschene]]. Beide hatten über 270 Joch [[Ried]] – ein Überbleibsel des großen Sumpfes, der sich westwärts um die alte Bega hinzog und im Süden stellenweise über den &amp;quot;Schifffahrtskanal&amp;quot; reichte. Auf der Mercyschen Karte von 1725 wird er als &amp;quot;Morast, welcher nicht durch zu kommen ist&amp;quot; bezeichnet. Auch die Karte von 1761 vermerkt noch das gleiche, während doch inzwischen auf dem Gebiete der Entwässerung so manches geleistet worden ist. Die Deutschen der Ortschaft waren neben einer ziemlich geringen Zahl von Bauern vor allem Handwerker, in [[Cenei|Serbisch-Tschene]] 16 von 26, in [[Cenei|Kroatisch-Tschene]] aber 7 von 10. Halb zu den Handwerkern gehörte auch der Feldscher [[Franz Jäger]], der sich auf der Walz, die ihn von seinem Heimatdorf Nakodorf nach [[Budapest]] geführt, zu seinem Barbierfach noch die Befähigung erworben hatte, zur Ader zu lassen und Zähne zu reißen, eine Ausbildung, der fast zur gleichen Zeit auch Adam Müller aus Guttenbrunn oblag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Franz Jäger]] war nicht mehr einer der Allerjüngsten, als am 28. Mai 1877 seine um rund 20 Jahre jüngere Frau, geborene [[Magdalena Schuller|Margarete]] Schuller aus Billed, eines Knaben entbunden wurde, mit dem sich die Godel zur Taufe auf der Achse nach [[Cărpiniș|Gertjanosch]] begeben musste, das in der Luftlinie zehn Kilometer entfernt lag und erst achtzehn Jahre später mit der Eisenbahn erreicht werden konnte. Einer der vielen verschlungenen Wege der schwäbischen Binnenwanderungen hatte dem Feldscher, der ein stattlicher Mann mit Vollbart war und sich nach städtischer Art kleidete, und seine junge Frau, die sich gleichfalls „herrisch&amp;quot; trug, nach [[Cenei|Tschene]] geführt. Hier übte er seine Kunst aus, in einer recht sonderbaren Umwelt, wenn man bedenkt, dass von den 23 Mitgliedern der Gemeinderepräsentanz nicht weniger als 23 den Namen Vuchetich führten, 5 von diesen aber sogenannte Virilisten (die Begütertsten, die die höchste Steuer zahlten) waren, die kraft ihres Vermögens in den Gemeinderat gelangten. Alle diese Vuchetich waren Angehörige einer kroatischen Adelsfamilie, die um 1820 ins Banat gekommen war und als Entschädigung für ihre in der Militärgrenze an das Ärar abgetretenen Liegenschaften hier begütert wurde. Unter den Meistbesteuerten befand sich auch ein Schwabe namens [[Adam Röser|Adam Rösner]] 1/ aus [[Cărpiniș|Gertjanosch]] gebürtig, der einen namhaften Feldbesitz in [[Cenei|Tschene]] erheiratet hatte und im Leben des jungen [[Stefan Jäger|Jäger]] später eine nicht unbedeutende Rolle spielen sollte. In den größten Teil des Hotters von [[Cenei|Tschene]] teilten sich noch etliche nicht bäuerliche Gutsbesitzer, so bis 1861 auch Karl von Arizi, den nach der Niederwerfung der Revolution von 1848 - 49 petitionierende Schwaben zum „Schwabengrafen&amp;quot; vorgeschlagen hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter gehörte die Ortschaft [[Cenei|Tschene]] eine Zeitlang der Abtei von Ittebe an, deren allzu weltlich gesinnten Mönche eines Tages alles Kirchengerät aus Silber einschmelzten, um Münzen daraus zu schlagen. Vor dem Zorn des Königs, der darin einen ungeheuerlichen Eingriff In seine Hoheitsrechte sah, ergriffen sie die Flucht und ließen die Abtei im Stich, was das Einschreiten des Papstes nach sich zog. Im ausgehenden 17. Jahrhundert rang bei [[Cenei|Tschene]] ein großes kaiserliches Heer unter der Führung des sächsischen Kurfürsten Friedrich August in einer blutigen Schlacht mit den Türken. Tausende türkischer und kaiserlicher Soldaten lagen in der Erde begraben, über die zur Zeit, als [[Stefan Jäger]] in der Schule lesen, schreiben und rechnen lernte, die Bauern den Pflug führten, um zumeist als Hälftler den Acker kleinerer und größerer Herrschaften zu bestellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Cenei|Tschene]] hatte damals zwei Schulen – eine serbische und eine deutsche, der auch die kroatischen Kinder zugeteilt waren. Da sie katholischer Konfession waren, katholisch aber zu jener Zeit in der Amtsübung gleichbedeutend mit deutsch war, steckte man sie ganz einfach in die deutsche [[Volksschule|Schule]]. Zwei Jahrzehnte später sollte katholisch so viel wie madjarisch bedeuten, woraus wieder andere Verwicklungen entstanden. Die Schule unterschied sich durch nichts von ähnlichen dörflichen „Lehranstalten&amp;quot;. Da gab es einen einzigen Raum für alle Klassen, der sonntags auch als Bethaus benützt wurde. Obwohl die Schulpflicht damals schon gesetzlich vorgeschrieben war, besuchte nicht einmal die Hälfte der Unterrichtspflichtigen Kinder die Schule – im Jahre 1879 zum Beispiel von 58 im ganzen 26. Hier fand der kleine [[Stefan Jäger]] Eingang in die Welt der Buchstaben und Zahlen, die ihre Pforte nicht so ohne weiteres öffnete. Nichtsdestoweniger kam er häufig genug auszeichnungsweise in die erste Bank zu sitzen, wenn er vortrefflich zu antworten wusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz aller Unzulänglichkeiten gab ihm die [[Volksschule|Schule]] von [[Cenei|Tschene]] doch so viel, dass ihn sein Vater in die [[Timișoara|Temesvarer]] private [[private Bürgerschule|Bürgerschule]] [[Franz Wieszner|Wiesners]] einschreiben konnte. [[Franz Wieszner|Wiesner]] ließ in seiner staatlich genehmigten Bürgerschule deutsch unterrichten, während im Gymnasium der Piaristen der Unterricht schon lange madjarisch war, in der staatlichen Oberrealschule aber, in der mit Rücksicht darauf, dass die große Mehrheit der Schüler deutscher Muttersprache war, deutsch anfangs als Hilfssprache verwendet würde, die Madjarisierungstendenz immer stärker um sich griff und Disziplinarstrafen verhängt wurden, wenn die Schüler im Umgang miteinander anders als madjarisch sprachen, wodurch Reibereien und Zusammenstöße mit den Eltern entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger]], den der Vater in der Schlossgasse 4/ in einem „Kosthaus&amp;quot; untergebracht hatte, erlebte in den vier Jahren, die er in den Mauern der Stadt verbringen sollte, noch das alte [[Timișoara|Temesvar]], die Festung mit ihren grauen Basteien und finster dreinblickenden, vergitterten Kasemattenfenstern, den düsteren Toren vor dem Theater und beim militärischen Stockhaus gegen die Fabrik zu, während auf der nördlichen Seite die Einfahrt in die Festung in Anbetracht des durch den Zusammenlauf der Szegediner, der Arader und der Lippaerstraße verursachten lebhaften Verkehrs schon erweitert war. Den größten Reiz aber übten auf den Knaben aus [[Cenei|Tschene]] neben der lustig dahinscheppernden Pferdebahn die vielen Festungsgräben mit ihrem dichten Röhricht aus, durch die man wahre Expeditionen unternehmen konnte, die immer wieder etwas Neues entdecken ließen. Zwanzig Jahre später hielt sich [[Stefan Jäger|Jäger]] wieder einige Zeit in [[Timișoara|Temesvar]] auf. Die Bleistift- und Ölskizzen, aber auch vollendete Malereien, 5/ die von den Überresten der Festungswerke später entstanden, dürften die Anregung dazu zum großen Teil dem Wunsche verdanken, in letzter Stunde noch festzuhalten, was der Knabenseele von ehedem viele, von der Phantasie ausgeschmückte Bilder beschert hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit vierzehn Jahren kam [[Stefan Jäger|Jäger]] nach [[Szegedin]], um seine Mittelschulstudien an der dortigen sechsklassigen Bürgerschule abzuschließen und gleichzeitig auch seine mitunter recht kantigen Kenntnisse aus der madjarischen Sprache zu glätten und zu polieren – ein Bildungsweg, der in der Folgezeit für die anwachsende Schicht der schwäbischen Gebildeten typisch werden sollte, mit allen seinen Vor- und bedeutend größeren Nachteilen, die eine allmähliche sprachliche Spaltung zwischen der Masse der schwäbischen Bevölkerung und den ihrem Schöße entsprungenen Intellektuellen bewirkte. Das wichtigste Moment der Szegediner Jahre liegt für den weiteren Werdegang [[Stefan Jäger|Jägers]] darin, dass sein Zeichenprofessor, ein Burgenländer namens [[Obendorf]], seine künstlerische Begabung erkannte und ihm durch treffliche Ratschläge die Richtung wies, in der er zu gehen hatte. Das Ergebnis dieser Wegweisung waren die vier Jahre in der [[Musterlehranstalt]] zur Ausbildung von Zeichenprofessoren in [[Budapest]], die seinem Talent zur Malerei den Durchbruch erleichterten. Unter der leitenden Hand eines Meisters vom Range [[Székely Bertalans]], eines Piloty-Schülers und Schöpfers großer historischer Gemälde, reifte [[Stefan Jäger|Jäger]] zu einer Kunstauffassung und Kunstpraxis heran, die durch die Achtung vor dem einem sinnvollen Ganzen zugehörenden Detail und damit vor der Realität des Menschlichen und Gegenständlichen gekennzeichnet war und ihn zeitlebens davor bewahrte, das Leben zum bloßen Spielzeug der Phantasterei zu machen, was in der wechselvollen Kunstgeschichte der letzten fünfzig Jahre zu mancher Abwegigkeit und zeitweiligen Triumphen der Unlogik führte. Auf [[Budapest]] folgten die [[Wanderjahre]], deren Stationen Wien-München-Stuttgart-Venedig waren und die 1901 ihre vorzeitige Unterbrechung erfuhren, da ihn die Kunde von der schweren Erkrankung des Vaters in die Banater Heimat zurückkehren ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser sollte er nun für immer verbunden bleiben, denn auch die große [[Studienreise]] im Jahre 1906 nach Deutschland hatte keinen andern Zweck, als Aufschluss über die Trachten zu geben, in denen die schwäbischen Vorfahren im 18. Jahrhundert ihre Wanderung in das unbekannte Land unternahmen, das vielen ein frühes Grab bereitete, der Nachkommenschaft aber aller Not und Gefahr zum Trotz eine neue Heimat wurde als Lohn für Fleiß und Anhänglichkeit, als Vergeltung der werktätigen Liebe, die im Laufe von Generationen durch die Schöpfungen redlicher Arbeit immer wieder zum Ausdruck kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinen Lehr- und Wanderjahren ließ er sich 1910 in [[Jimbolia|Hatzfeld]] nieder, ein stiller, zurückgezogener Mann, der nur für die Malerei und ausschließlich von der Malerei lebte. Eine Kühnheit war das in einem Orte, der, obwohl er sich in dieser Zeit vom Dorf zum Marktflecken und von diesem zur Kleinstadt entwickelte, für das Dasein eines Malers nicht gerade die günstigsten Bedingungen bot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da war die Riesendomäne der Grafen Csekonics in einer Ausdehnung von rund 40.000 Joch, da entfaltete sich ein großbäuerliches Herrentum, das seinen Reichtum demonstrativ zur Schau stellte und sich von der damals herrschenden Nation sprachlich infiltrieren ließ, um auch auf diese Weise zu zeigen, dass es etwas Besonderes sei. Nachdem [[Jimbolia|Hatzfeld]] schon sehr früh (1857) in den Eisenbahnverkehr eingeschaltet worden war, entstand eine Industrie – Mühlen, Ziegeleien, Hut- und Schuhfabrik –, es entwickelte sich rasch eine kompliziertere Bevölkerungsstruktur. Die gesellschaftlichen Kämpfe, die sich auf dem Boden [[Jimbolia|Hatzfelds]] seit der Jahrhundertwende abspielten, waren daher verwickelter Natur und manchmal von überaus großer Heftigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Widersprüche barg diese vom Rollen der gräflichen Kalesche und den Dampfsirenen der Fabriken durchlärmte Großgemeinde, die vom Drang in das Städtische fieberte. Welche Widersprüche zwischen den wüsten Kartenschlachten im Kasino und den meisterlichen Operationen des Chirurgen [[Dr. Ludwig Diel]], 6/ volkstümlich „der alte Diel&amp;quot; genannt! Welche unversöhnlichen Gegensätze zwischen dem Rufe des Ortes, dank dem Atelier [[Stefan Jäger|Stefan Jägers]] ein schwäbisches Athen in der Heide zu sein, wo ein [[Paul Moussong]] in den achtziger Jahren seine Gedichte drucken ließ, [[Peter Jung]] bis ins Greisenalter seine Tausende Gedichte schrieb, und dem kapitalistischen Frevel, nach dem ersten Weltkrieg, nach der Enteignung des gräflichen Latifundiums, die obdachlos gebliebene Bibliothek, deren Anfänge aus dem 18. Jahrhundert stammten, im Ringofen des Ziegeleibarons [[Threiß]], des „schwäbischen Stinnes&amp;quot;, für den sehr nüchternen Zweck der Ziegelerzeugung zu verheizen! In der gleichen Gemeinde, die in ihrem Park der Menschenfreundlichkeit ein Denkmal setzte, ein Standbild des Wohltäters der Leidenden, [[Dr. Diel]], wurden nach etlichen Jahren sieben Männer ermordet, weil sie von einer Welt der Menschenfreundlichkeit träumten und bereit waren, für eine solche Welt ihr Bestes in die Schanze zu schlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie stand der Maler [[Stefan Jäger]] inmitten dieser Spannungen und Auseinandersetzungen? Hatte [[Stefan Jäger|Jäger]], den man lange mit einem billigen Lächeln als einen Maler des Kleinen und Engen, des harmlosen Genres, des Unproblematisch-Hellen, das kein Kopfzerbrechen verursacht, hinzustellen versuchte, in seiner Art, nach den Möglichkeiten seiner Kunst, eine Stellung bezogen, die einen Teil des Inhaltes der Zeit zum Ausdruck brachte? Oder wäre es eine Übertreibung, in Verbindung mit [[Stefan Jäger|Jäger]] hievon zu sprechen, da er doch ein Unpolitischer gewesen sei, der es zu allen Zeiten vorgezogen hätte, als ein solcher gerühmt oder verdammt zu werden? Der hochbetagte Meister schüttelte staunend das Haupt, wenn er vernahm, dass nach Zusammenhängen gesucht wird, die nicht auf der Oberfläche liegen, sondern darunter. Sie müssen aufgespürt und ins Licht gerückt werden. Denn anders wird man seiner Bedeutung nie gerecht werden können, anders wird es nicht einmal annähernd möglich sein, sein besonderes Gewicht im Leben der deutschen Bevölkerung des Banats richtig zu ermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war zeitlebens in bestimmtem Sinne ein Einsamer, ja sogar in einem gewissen Maße ein Eigenbrötler, der einen Kreis um sich gezogen und sich darin eingerichtet hatte. Vergegenwärtigen wir uns nur einmal die Zeit: Wir stehen vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges, ein Gewitter ist im Anzug, in dem die gräfliche Herrlichkeit versinken sollte. Aber um 1910 war sie noch unangetastet. Müssen wir nicht der Einsamkeit, ja sogar der Eigenbrötelei [[Stefan Jäger|Stefan Jägers]] zustimmen, weil er sich durch sie davor behüten konnte, in das gräfliche Schlepptau genommen zu werden? Wir dürften aber diese Einsamkeit auch aus einem andern Grunde verstehen. Sie bewirkte, dass er zweifellos vorhanden gewesenen Verlockungen, ein schönfärberischer, idealisierender Porträtist des Großbauerntums zu werden, nicht erlag. Manchen schien dieser selbstgezogene Kreis des Einsamen sehr eng, geradezu krähwinklig, außerhalb der höheren Kunstbezirke liegend, außerhalb des heiligen Schauders, wo der Geheimsprache der Farben die Gefahr droht, vom Grau des prosaischen Alltags verschlungen zu werden und einen der seelische Veitstanz der Dürrnis so lange schüttelt, bis man nicht vergisst, einmal irgendwann im Leben innere Stimmen vernommen und im Scheine innerer Gesichte gestanden zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer erinnert sich nicht an die Zeit der Kunstverzückung, an die exaltierten Schwärmereien und das Rätselgeflecht von Ismen? All das war auch zu uns geflutet, es gab auch bei uns Auserwählte und Exaltierte, Verschmäher des Wirklichen und Dogmatiker der Phantasterei, die in einer Sackgasse auf der Stelle traten. Diese Gilde der Traumschwangeren, die ihrer Palette ein Eigenleben, ein vom Leben der Umwelt unabhängiges, zugedichtet hatten, blickten auf ihn nieder, wie wenn man von einem an die Wolken stoßenden Gipfel in die unermessliche Tiefe, die alles winzig-klein erscheinen lässt, hinabschaut. [[Stefan Jäger]] galt manchem Adepten des Kunstbetriebs nicht als vollgültiger Maler; er war den Zünftigen zu einfach, er verrannte sich in keine Komplikationen, und was er mit seinem Pinsel darstellte, sollte nichts anderes sein als sich dem Auge darbot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die Kriegsjahre 1914 - 1916 abrechnet, die den Landsturmmann [[Stefan Jäger]] bald an die serbische, bald an die italienische und dann wieder an die rumänische Front warfen, so haben wir rund sechs Jahrzehnte malerischer Arbeit vor uns. Sie ist in ihrer Gesamtheit durch eine vielfältige Thematik, durch die Art und Weise, wie sie den Alltag und das Festliche der Menschen widerspiegelt, durch ihre realistischen Vorzüge, ihre Wirklichkeitsnähe und auch durch ihre Schwächen, ihre Zugeständnisse an einen Kunstgeschmack nicht immer unanfechtbarer Art, durch stellenweise auftretende idealisierende und idyllisierende Überhöhung der Banater Heimat zugehörig. Ihr positivster Zug besteht darin, dass die Landschaft ihre höchste Sinnerfüllung durch die Arbeit empfängt, die der Mensch in ihr vollbringt. Das Wesentliche des Banats ist, dass es in rund 250 Jahren einen mehrfachen Gestaltwandel durchgemacht hat durch die friedliche Macht menschlicher Betätigung, die ein Netz von geordneten Wasserläufen schuf, ohne Unterlass Neuland eroberte, sprachliche Verschiedenheiten durch gleichgerichtetes Tun überbrückte, die Erde schon vor mehr als hundert Jahren durch Eisenbahnen erschüttern ließ und den Menschen bezwingende Zukunftsgläubigkeit verlieh. Aus diesem Grunde ist auch das Gesamtwerk [[Stefan Jäger|Jägers]] von einem optimistischen Glanz überzogen. Es ist ein aus Hunderten Stücken bestehendes Lebenswerk, von dem man wirklich sagen kann, dass es mit dem Leben des Volkes verschmolz, als dessen Abbild es geschaffen und dem es als solches zugedacht war. Es wäre ungemein schwer, der Verstreuung der [[Stefan Jäger|Jägerschen]] Bilder über einen großen Teil des Banats nachzuspüren, ja es wäre von vornherein fast aussichtslos, ein Inventar der [[Stefan Jäger|Jägerschen]] Bilder anlegen zu wollen. Mit welchem Schmunzeln schüttelte er das Haupt, wenn man ihn nach dem Verbleib dieses oder jenes Gemäldes fragte, und es war, als wenn er dazu mit dem Auge kaum merkbar gezwinkert hatte. Ich bin froh, dass die Fährten verweht sind. Sein Werk ist nicht nur geistig, sondern auch tatsächlich Eigentum des Volkes geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beredter als alles andere, überzeugender als die sorgfältig ausgeführten Gemälde haben über des Malers innere Haltung, die Richtung seiner Gedanken und über seine Bekenntnisse betreffend die kleinen und großen Dinge des Lebens die flüchtig gezeichneten Skizzen, die sparsam konzentrierten Aquarelle Auskunft gegeben. Die große Bedeutung der [[Skizzen]] für die schwäbische Trachten- und Brauchtumskunde ist bei verschiedenen Anlässen hervorgehoben worden. Kerweih und Erntefest finden da ihr in der Eile des Augenblicks geborenes Abbild, die verschleierten weißen Christkind-Engel mit dem Belzebub und dem lichten Reiter ebenso wie die Dreikönige aus dem Morgenland oder die sagenhafte „Gartenlies&amp;quot;, mit der schlimme Kinder geschreckt wurden, und die sich zwischen den im Winde raschelnden Maisstängeln zu verstecken pflegt. Man trennt sich nur schwer von dem Skizzenblatt, auf dem ein Spinnrad mit allen Einzelheiten abgebildet ist; es ließe sich schwer entscheiden, was den tieferen Eindruck erweckt – die Schönheit des Gerätes, die der Proportionen oder das Sinnreiche, das sich einem durch die natürliche Assoziation erschließt. Die vielen Pferdeskizzen bezeugen die schwäbische Begeisterung für schöne Rosse. Die Grabatzer, Großjetschaer und Lenauheimer Zucht wurden allenthalben begehrt und ließen den alten Spruch entstehen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weibersterwe is ke Männerverderwe,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber Pferdfrecke, das macht de Bauer verschrecke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben scheinbar ganz peripheren Skizzen wie [[„Hühner bei Regen&amp;quot;]] oder [[„Bau einer Fronleichnamshütte&amp;quot;]], Studien über Bauernhände mit den fächergleich geordneten Spielkarten, oder dem Versuch, Fata Morgana-Erscheinungen der Heide auf einer ganzen Reihe von Blättern festzuhalten, wobei die Tageszeit und der Einfall des Lichts angegeben ist, kehrt immer wieder wie ein großes, sich trotz allem durchsetzendes Leitmotiv die Arbeit zurück. In einem großen Kreise sieht man die verschiedenen Phasen der Bewegung, die beim Mähen die Sense breit ausschwingen lässt, und die harte Mühe eines Schwerarbeiters, der, den Oberleib stark nach hinten gestemmt, vermutlich in einem Eisenwerk einen anstrengenden Handgriff auszuführen hat. Und dass er diese Motive auch bis ins hohe Alter hinein behalten konnte, verdankte er seinem ununterbrochenen Bekenntnis zum Menschlichen, zur Schönheit des Lebens bei Arbeit und Fest, seiner Treue zum einfachen Volke, seiner rührenden Liebe zu allem, was diesem gehört: vom Spinnrad bis zum Zapfenbrett, von einer einfachen Schnitzerei bis zum Barockgiebel der Bauernhäuser, vom Kerweihstrauß bis zur Haartracht der aufgesteckten Zöpfe, von der hauchigen, festlichen Mädchentracht bis zur ehrwürdigen Ruhe der Alten, von den einfachen Ornamenten an Möbelstücken bis zu den in die prächtige Seide der Röcke hineingewebten Blumen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alles ist ja Volkskunstgewerbe – vielleicht findet sich jemand, der das mit dem Nebengeschmack leiser Missachtung auch heute noch sagt. Unbestreitbar – das ist es, und es wäre nur das, wenn nicht alles durchdrungen wäre von einem unvorstellbaren Gefühl der Zusammengehörigkeit aller dieser Dinge, einem Gefühl, das sie in die Sphäre des Schönen erhebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem malerischen Gesamtwerk, das über das ganze Gebiet des Banats gestreut ist, hatte sich [[Stefan Jäger|Jägers]] Bedeutung für die Gegenwart und die Zukunft in seine reichen Skizzenmappen verankert, die vom [[Banater Museum]] leider nur zum Teil erworben wurden und eine wahre Schatzkammer volkskundlicher Dokumente schwäbischen Volkslebens darstellen. Die Beobachtungsarbeit von Jahrzehnten liegt in diesen Blättern verschiedener Größen, in diesen Aquarell- und zum kleineren Teil Bleistift- und Tuschskizzen, die oft die Jahreszahl ihrer Entstehung und verschiedene mit Bleistift gemachte Anmerkungen aufweisen, die zum Beispiel die Farben der einzelnen Trachtenstücke genau angeben. So ist eine Skizze der Mädchenfesttracht von Neubeschenowa durch folgenden Text begleitet: „Blumen in Silberfarbe, ähnlich wie Sackelhausen.&amp;quot; Skizzen eines Erntefestes mit der Zeichnung eines halbkugelförmigen Ohrgehängs in Großausführung, Tanzpaare aus [[Bacova|Bakowa]] wechseln mit Schnitterinnen aus Kleinbetschkerek, zu denen die Bemerkung geschrieben ist, dass die besonders breiten Strohhüte im Schnitt auch von den Männern getragen werden. Neben einer Stube aus Guttenbrunn (Ofen, Spinnrad, Schubladenkasten, Bett, davor Stühle, Tisch mit Krug) eine Frau beim Bügeln, ein malerisches Gässchen und das Bild eines Silvesterständchens der Blechmusik aus dem gleichen Dorf. Sackelhausen ist durch eine Frauenhaube vertreten (mit Bleistift: „schwarz mit Goldstickerei&amp;quot;), „Mattfleischfarbener Spenzer, Hemden mit roten Zacken eingefasst&amp;quot; liest man neben einem Mädchen in Tracht. Ein anderes Sackelhausener Mädchen ist folgend beschrieben: „Tochter, Suppe auftragend. Rock: hechtgrau&amp;quot;. Und so geht es fort: Deutschbentschek und Kreuzstätten, Jahrmarkt und Schöndorf und noch viele andere Ortschaften. Jedes Blatt eine Fundgrube, auf jedem Blatt eine neue Entdeckung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bezeichnendste und Aufschlussreichste dieses unvergleichlichen umfangreichen Materials – die. Zahl der Skizzenblätter beläuft sich auf aber Hunderte, jedes mit mehreren Abbildungen – sollte einmal mit seinen besten Stücken durch ein Trachtenbuch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. So würde das, was dem Ursprung nach dem Volk gehört, über den Maler zum Volk wieder zurückkehren als Spiegelbild der schöpferischen Kraft, die ihm innewohnt und die wir anhand der [[Stefan Jäger|Jägerschen]] Skizzen noch besser werden kennen lernen, als es bisher möglich war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hauptwerk [[Stefan Jäger|Stefan Jägers]] ist das große, sechs Meter lange und etwa anderthalb Meter hohe [[Triptychon]] [[„Die Einwanderung der Schwaben ins Banat&amp;quot;]], kurz [[Einwanderungsbild]], ein dreiteiliges Ölgemälde, dessen Einzelteile trotz der Trennung voneinander nicht nur thematisch, sondern auch darstellungsmäßig zusammengehören. Das Mittelstück setzt das auf dem ersten Dargestellte sowohl landschaftlich als auch in figuraler Hinsicht fort und mündet auf die gleiche Weise in die dritte Bildtafel ein. Das Werk zeigt eine Gruppe von Kolonisten auf der Wanderung durch die damalige Banater Einöde, stellt sie auf einer Rast unterwegs dar und bietet zum Schluss ihr Abbild auf der Stätte der Erfüllung, vor den halbfertigen Siedlerhäusern, in dem Augenblick, da ihnen die Besitzurkunde überreicht werden soll. Ein kollektives Menschenschicksal zwischen zwei Polen: zwischen der Loslösung von der alten Heimat, deren Staub sie schon längst von den Schnallenschuhen geschüttelt haben, und der nunmehr wahrgewordenen Begegnung mit der neuen Heimat, mit dem, was ihnen verheißen wurde und wovon während der langen Fahrt ihre Träume voller Unruhe waren. Etwa achtzig größere und kleinere Gestalten bevölkern dieses Werk. Es ist also keine Übertreibung, wenn man es eine Darstellung kollektiven Schicksals nennt. Bloß ein einziger Mensch gehört nicht in ihre Reihe, ein Mann auf dem dritten Bild, der sie in ihr neues, aus halbgedeckten Rohbauten bestehendes Dorf einweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Einwanderungsbild hat thematisch seine Vorgeschichte in mehreren Aquarellblättern, die zum Teil den Aufbruch in Deutschland zeigen. Die Kolonne der Auswanderer strömt durch das Tor von Ulm auf den Donaustrand,ein schwerer Bagagewagen fährt gerade über die Aufzugsbrücke und weit unten sind die Boote zu sehen, die wegen ihrer viereckigen Form „Ulmer Schachteln&amp;quot; genannt wurden und die von kaiserlichen Agenten Geworbenen nach dem Banat zu bringen haben. Zwei Skizzen stellen die Ankunft im Banat dar – die Ausschiffung in Anwesenheit kaiserlicher Beamten und eines Mönches ist im Gange, der Anfang des Zuges hat sich schon geformt und setzt sich mit einem Ochsengespann an der Spitze in Bewegung, um landeinwärts zu ziehen. Ein zweites Blatt enthält eine Variante dieser Begebenheit. Diese Entwürfe blieben unausgeführt. Das große Einwanderungsbild hat dagegen ein Pendantstück in Aquarell, gleichfalls ein Triptychon, doch kleinen Formats. Der erste Teil ist ein Ausschnitt aus einer Banater Sumpflandschaft, das Mittelstück stellt Vater und Sohn dar, indem sie die erste Furche ackern, während der abschließende Teil schöne, der Ernte entgegen harrende Fluren und die Häuserreihe eines freundlichen Dörfchens im Hintergrunde erkennen lässt. Das große Ölgemälde, das Aquarelltriptychon, das lange vor dem Kriege ins Ausland gelangt ist, und die drei Skizzen, die Studienreise, die [[Stefan Jäger|Jäger]] 1906 nach Deutschland unternahm, um die Trachten der Einwanderungszeit kennen zu lernen, die beharrliche Arbeit an dem Gemälde, die sich in Abständen auf beinahe drei Jahre erstreckte – all diese Tatsachen zeigen uns, wie gründlich er sich damit auseinander setzte. Sie berechtigen uns, das geschichtliche Thema der Einwanderung als das Zentralthema in seinem Schaffen, das Gemälde selbst als sein Hauptwerk zu betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das große Gemälde hat sein, eigenes Schicksal, wir dürfen mit Fug und Recht sagen: sein politisches Schicksal, das von Widersprüchen beladen ist, die ihren Ursprung aber nicht im Verhältnis des Malers zu seinem Thema haben, sondern dem Verhältnis bestimmter Menschen der jeweiligen Zeit zu dem Bild entspringen. An der Entstehung des Bildes hatte [[Adam Rösner]] einen Anteil – nach [[Stefan Jäger|Jäger]] in gewissem Sinn als Anreger: „Damit nicht allein die Sachsen ein Einwanderungsbild haben sollen&amp;quot;, so irgendwie soll der Rösnerische Ansporn gelautet haben. Nach den Behauptungen, die sich in der Geschichte von [[Cărpiniș|Gertjanosch]] (1785—1935) aus der Feder von Dr. Matz Hoffmann nachlesen lassen, soll Rösner durch gewisse Vorschüsse nur die Studienreise ermöglicht haben. Rösner war Postmeister von [[Cărpiniș|Gertjanosch]], durch Einheirat reich geworden, wurde er tonangebend für die kapitalistische Entwicklung des Dorfes. Er war der Wortführer der den Kleinhäuslern abträglichen Aufteilung der Hutweide und verstärkte durch die von ihm 1871 gegründete Sparkasse die wirtschaftliche Machtstellung der Großbauern. Von ihm ging auch die Gründung des [[Cărpiniș|Gertjanoscher]] [[Konvikt|Konviktes]] in [[Szegedin]] aus, das ein Instrument nationalistischer Unduldsamkeit war und in dessen Mauern den Söhnen schwäbischer Eltern untersagt wurde, untereinander in ihrer schwäbischen Muttersprache zu sprechen. Wie widersprüchlich ist all dies zu der Tatsache, dass der gleiche Rösner an der Planung des Einwanderungsbildes beteiligt war, an einem Werk, das vollständig jenseits der Gedankenwelt stand, die in der Sparkassa-gründung, kapitalistischen Hutweidenspekulationen, den Handlangerdiensten für eine sprachliche Abtötung und einem schwäbischen Krähwinkelneid den Sachsen gegenüber zum Ausdruck kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemälde wurde zu Pfingsten 1910 im Rahmen einer in [[Cărpiniș|Gertjanosch]] veranstalteten Landwirtschafts- und Gewerbeausstellung enthüllt und von Tausenden Besuchern bewundert. Das brachte Adam Rösner auf den Gedanken, durch die [[Budapest|Budapester]] Verlagsgesellschaft Franklin eine große Reproduktion herstellen zu lassen, die er durch Reisende in den von Schwaben bevölkerten Gegenden des damaligen Ungarn verkaufen ließ. Den größten Teil des Ertrages behielt er für sich, wie er auch später, als das Gemälde von der Stadt [[Timișoara|Temesvar]] um 2.000 Kronen angekauft wurde, als „Miteigentümer&amp;quot; des Bildes die Hälfte des Kaufpreises für sich beanspruchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemälde wurde seinerzeit im halbfertigen Zustand von [[Budapest]] nach [[Timișoara|Temesvar]], von da nach [[Cărpiniș|Gertjanosch]] und dann wieder nach [[Budapest]] gebracht, jedes Stück für sich zusammengerollt, bis es nach drei Jahren endlich vollendet war. Die Fahrt von [[Cărpiniș|Gertjanosch]] nach [[Timișoara|Temesvar]] im Jahre 1910 sollte aber nicht die letzte Fahrt des Gemäldes gewesen sein. Während des zweiten Weltkrieges gelangte es aus dem [[Banater Museum]] in den Besitz des damals eine Zeitlang bestandenen deutschen Forschungsinstituts, das es vor den im Frühjahr 1944 einsetzenden Bombenangriffen nach [[Blumenthal]] „evakuierte&amp;quot;. In diesen Jahren versuchte man aus dem [[Stefan Jäger|Jägerschen]] Gemälde eine Art Kultstück des Mythos von Grund und Boden zu machen, eine offensive Landnahme hineinzudeuten, die auf dem Triptychon dargestellten Menschen, die sich eine neue Heimat suchten, um die Fesseln eines fürstlich autoritären Zustandes und einer bitteren leiblichen Not abschütteln zu können, zu Streitern eines ewigen deutschen Gedankens zu machen, die irgendeinem geheimnisvollen inneren Gebote gehorchend als völkische Missionäre in die Welt hinausgezogen seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemälde wurde 1945 ins [[Banater Museum]] zurückgebracht und war, einer fachkundigen Restaurierung unterzogen, das Zentralstück der 1967 stattgefundenen großen Jäger-Ausstellung im ehemaligen Rittersaal des denkwürdigen Schlosses derer von Hunead, dessen Umgestaltung in ein [[Banater Museum|Museum]] als eine der bedeutsamsten Kulturleistungen der Volksmacht in der Stadt [[Timișoara|Temesvar]] gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein wertvolles menschliches und malerisches Zeugnis wird das Einwanderungsbild [[Stefan Jäger|Stefan Jägers]] unverändert die Sprache der Liebe zu den Menschen sprechen, die einem guten Zweck zuliebe zusammengreifen und bereit sind, als Mühende und Beladene ihren Weg zu suchen, bis sie feste Erde unter den Füßen fühlen und voller Zuversicht sagen können: Da sind wir daheim, da senken wir unseren Spaten in die Erde, da zünden wir unser Herdfeuer an und pflanzen ringsherum Bäume. Wie werden wir uns freuen, wenn über der Glut unseres Herdes das Brot gebacken sein wird und wir es teilen können mit allen Gutgesinnten, die morgen ihr Brot mit uns teilen würden, wenn unsere Glut aus unvorhergesehenem Grund zeitweilig verlöschen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht anders ist die Botschaft zu deuten, die uns aus dem Gesamtwerk [[Stefan Jäger|Stefan Jägers]], des vom rumänischen Staat ehrenvoll ausgezeichneten und in seinen letzten Lebensjahren mit einem hohen Gnadengehalt bedachten Malers anspricht – eine Botschaft der emsigen Arbeit, der Liebe zum Menschlichen, der Freude am Leben, der Treue zum eigenen Menschlich-Besonderen in Sprache und Gebräuchen, die Botschaft des Verständnisses für jedes Anderssein in Sprache und Gesittung, die Botschaft vom Bunde der Menschen, die aus guten Keimen Zukünftiges wachsen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anmerkungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1/ Adam Röser betrieb eine Rossmühle in Tschene&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4/ Schlossgasse: Erőd utcza (1900), Strada Fortăreții (1921), Strada Solderer (1926), Strada Karl Marx (1949), Strada Blaga Lucian (2000);&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5/ Hunyadischloss, Domkirche, usw&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6/ richtig Karl Diel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufsatz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Skizzen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildbeschreibung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wertschätzung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Budapest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tschene]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gertianosch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hatzfeld]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Temeschburg]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>77.7.86.114</name></author>
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		<id>https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0176_-_Begegnung_mit_dem_Meister&amp;diff=13958</id>
		<title>ART:0176 - Begegnung mit dem Meister</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;77.7.86.114: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitung&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Liebhard&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Franz&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Begegnung mit dem Meister&lt;br /&gt;
 |Zeitungstitel       = Neue Banater Zeitung&lt;br /&gt;
 |Untertitel          = NBZ-Sonderseite zum 100. Geburtstag des Jeimatmalers Stefan Jäger&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = Temeswar&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            = 21&lt;br /&gt;
 |Nummer              = 4503&lt;br /&gt;
 |Datum               = 26.05.1977&lt;br /&gt;
 |Seite               = 2 und 3&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu jener Zeit, an einem herrlichen Tag des Hochfrühlings – es war im Kalenderjahr 1944, und das Banat stand unter unbestimmten Ahnungen – entschloss ich mich, eine Sonntagsfahrt nach [[Hatzfeld]] zu unternehmen. Damit sollte endlich der Schlusspunkt hinter einen Redaktionsplan gesetzt werden, den wir schon vor Jahren gefasst hatten. Es ging um ein Gespräch mit [[Stefan Jäger]], von dessen monumentalem [[Einwanderungsbild]] im Temeswarer Buchhandel damals noch in ziemlicher Anzahl [[Farbdrucke]] vorhanden waren, die vor dem Weltkrieg in einer Pester Kunstdruckanstalt bestellt worden waren und auf die Käufer warteten. Für das Gespräch war von der Redaktion aus seinerzeit der Dichter [[Peter Jung]] bestimmt gewesen, ein seit der Geburt einsässiger Hatzfelder, dem [[Stefan Jäger]] nach der triumphalen 1910er [[Ausstellung]] in [[Gertjanosch]] und seiner kurz darauf erfolgten Übersiedlung in den Hauptort der gräflich Csekonichschen Domäne im spruchhaften Sinne Landsmann geworden war. Trotzdem, das Gespräch wollte und wollte nicht zustande kommen, es gab immer wieder von Seiten des Dichters eine Ausflucht und es hatte den Anschein, dass Reim- und Pinselkunst – zumindest in Hatzfeld – sich nicht am besten verstanden. Jäger sei verschlossen, für derlei Gespräche überhaupt nicht zugänglich und es ergab sich eine hartnäckige Stockung, bis dann [[Peter Jung]] 1/ eines Tages die Temeswarer Redaktion verließ und nach Arad zur dortigen Zeitung verzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stand im Hintergrund vielleicht ein Hatzfelder Kasino-Konflikt 2/ zwischen beiden? Dies kann man heute, nach so langer Zeit, weder bejahen noch verneinen. Allerdings war das kein Grund, den Gesprächsplan fallen zu lassen, und so kam es zu meiner Hatzfelder Fahrt, die ich – der Rückblick mag das nicht verschweigen – mit einer guten Dosis Lampenfieber antrat. Ich sollte doch dem Mann gegenübertreten, der als Urheber eines Riesengemäldes weithin bekannt geworden war. Es war die Wiedergabe von etlichen Dutzenden Menschen, Erwachsenen und Kindern, die unter Fährnissen und Spannungen im 18. Jahrhundert hierher gewandert waren, um sich in der Mitte der unwirtlichen Banater Steppe niederzulassen und Wurzeln zu schlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Erster Aufsatz'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Empfang war überaus herzlich. Wir kamen sehr rasch in ein recht lebendiges Gespräch. Von Wortknappheit oder gar Einsilbigkeit war bei Jäger keine Spur. Die Zeit verrann im Nu, und da erlebte ich auch die große Überraschung dieses Besuches. Es waren die aber Hunderte von [[Skizzenblättern]] in Aquarell und Tusche, und als ich entzückt vom Gesehenen bemerkte, ich habe das Gefühl, skizzierte Dokumente der schwäbischen Ethnographie, Tracht und Geräte vor mir zu haben, war ein wohlgestimmtes Lächeln das Zeichen seines Einverständnisses mit diesen Worten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Besuch dauerte etwa drei Stunden. Wir nahmen gemeinsam das Mittagmahl ein. Als ich mich dann mit meinen Notizen und mehreren Skizzenblättern zur Auswahl auf den Weg machte, um den nächsten Temeswarer Zug nicht zu versäumen, fragte er freundschaftlich, ob ich damit einverstanden sei, mich von ihm zum Stationsgebäude begleiten zu lassen. Das ist die Entstehungsgeschichte meines Jägeraufsatzes von 1944, signiert von [[Robert Reiter]]. Es war der erste, den ich über ihn geschrieben hatte. Es sollten dann noch etwa sieben oder acht folgen, die von [[Franz Liebhard]] und [[Johann Wanderer]] signiert waren. Besonders gut gelang die Druckwiedergabe der dem ersten Aufsatz beigelegten Aquarell-Skizzen. Sie waren für mich, und ich zweifle keinen Augenblick daran, auch für die vielen Leser des Blattes der Beweis, dass es dem Autor gelungen war, einen wertvollen Schatz schwäbisch-banater Volkskunde ausfindig zu machen. Ich wurde nicht müde, über die stoßweise geschichteten Skizzenblätter immer wieder in dieser Tonart zu sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch in einer anderen Hinsicht war es ein erster Aufsatz. Man hatte über Jäger bisher nur eine geringe Anzahl von Zeilen aus der Feder fließen lassen. Vielleicht auch, weil es an der entsprechenden Einstellung zu Jägers Künstlerpersönlichkeit und Werk fehlte. Interessant ist es festzuhalten, dass die Verfasser der Temeswarer Zeitungsberichte über die [[Ausstellung]] des Jäger-Gemäldes in Gertjanosch den Einfluss der in der kleinen Geleitbroschüre enthaltenen Feststellungen nicht abzuschütteln vermochten. Meine Jäger-Aufsätze brachten mir eine Freundschaft ein, die sich im Laufe der Zeit immer mehr vertiefte. Es handelt sich um den Osterner und eine Zeitlang Hatzfelder Arzt [[Dr. Pink]], der sich von meinem ersten Aufsatz veranlasst sah, mich in Temeswar zu besuchen und mit mir die Gedanken über Jäger auszutauschen, der in ihm einen aufrichtigen Bewunderer hatte und gleichzeitig einen Forscher, der alles daran setzte, konsequent und leidenschaftlich zusammenzutragen und aufzunotieren, was zum besten Verständnis des Malers und seines Werkes beizutragen vermochte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Sinn für Monumentalität'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Jägers Werde- und Studiengang sind wir nur in großen, flüchtigen Zügen unterrichtet. Zumeist handelt es sich leider nur um Informationen aus zweiter und dritter Hand. Die erste Schulanstalt, die er nach Beendung der [[Volksschule|Dorfschulklassen]] besuchte, war die [[Wiesnerische]] vierklassige private [[private Bürgerschule|Bürgerschule]] in [[Timișoara|Temeswar]]. Die Wahl des Vaters, des Feldschers Jäger, fiel auf diese Lehranstalt offenbar aus dem Grund, weil sie im damaligen [[Timișoara|Temeswar]] die einzige Mittelschule war, die Deutsch als Unterrichtssprache zu behalten vermocht hatte. Über [[Szegedin]], wo er in eine staatliche Schule höheren Grades eingeschrieben war, führte ihn dann der Weg nach [[Budapest]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer dem für alle Absolventen gültigen Lehrstoff nahm er als geistige Bagage das neu erweckte Interesse für Zeichnen und Malerei mit, das er dem Zeichenlehrer [[Obendorf]], einem gebürtigen Burgenländer, zu verdanken hatte. Dass seine Ausbildung als Maler in [[Budapest]] von Anbeginn an den richtigen Händen anvertraut wurde, dürfte auch auf die Ratschläge Obendorfs zurückzuführen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Sinn für historische Monumentalität erfuhr in [[Budapest]] die beste Pflege im Lehrgang des Akademieprofessors [[Bertalan Székely]], dessen Name damals schon mit etlichen grandiosen Schöpfungen verbunden war, indes seine Ausbildung zum vorzüglichen Porträtisten in den Händen des gleichfalls in Budapest wirkenden Professors [[Ede Baló]] lag. Bei dem ersteren eignete er sich das Wissen des figuralen Zeichnens an und vertiefte seinen Sinn für Monumentalität, worauf die Schaffung des Großgemäldes der Einwanderung eigentlich zurückzuführen war. Beide Meister unterrichteten an der Landeszeichenschule, die gleichzeitig auch die Funktion einer Zeichenlehrer-Präparandie besaß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine weitere Ausbildung empfing er im Ausland (München, Stuttgart, Venedig). Die materielle Voraussetzung 3/ dafür ergab eine in breiten Kreisen bewerkstelligte Sammlung, ein durchaus demokratischer Akt, durch den nicht weniger als 456 Goldkronen aufgebracht wurden, der gleiche Betrag, den zu jener Zeit viereinhalb Waggon Weizen kosteten. Als Jäger fortzog, stand noch keineswegs fest, was diesen vielfältigen Bemühungen entspringen soll – ein Großgemälde über das Thema der Schwabeneinwanderung ins Banat oder ein Trachtenbuch. Ausschlaggebend für den Entschluss, alte Bemühungen auf das Zustandebringen eines Einwanderungsbildes zu konzentrieren, scheint die Stellungnahme des Buchhalters [[Adam Knopf]] gewesen zu sein. Als Angestellter der Adam Röserschen Bank hatte er offenbar einen starken Sinn dafür, wie die Gesamtheit all der geistigen und materiellen Investitionen am besten zu Geld zu machen wäre. Zunächst wurde dann später, als das Gemälde fertig war, eine große Auflage farbiger [[Reproduktionen]] bei einer Budapester Kunstdruckanstalt bestellt, die als Wandschmuck für die schwäbischen Häuser in den Verkauf gelangen sollten. Es mochte ein Test nach dieser Richtung gewesen sein, dass Adam Röser, der Bankier und Großbauer, seine Zustimmung erteilte, einen schwarz-weißen Abdruck in Adam Müller-Guttenbrunns Volkslesebuch dritter Jahrgang in das Romanfragment „Der große Schwabenzug&amp;quot; zwischen Seite 72 und 73 einzufügen. Diese Beilage war ein Produkt der Heimischen Druckanstalt von Temeswar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der seiner zeitige Farbendruck ist längst vergriffen. Für ein Trachtenbuch wäre es auch heute noch nicht zu spät. Das Notwendigste – die Aquarell- und Tuschskizzen – dürften im großen ganzen noch unversehrt vorhanden sein. Es fragt sich nur, wer Kraft und Begeisterung aufbrächte, mit diesem Buch unsere Bevölkerung zu beschenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Einwanderungsbild nach Temeswar'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vor dem ersten Weltkrieg keineswegs reißende Absatz des Bildes dürfte gezeigt haben, dass mit der Vervielfältigung auf keinen Fall das gewinnreiche Geschäft zu machen war, mit dem [[Adam Röser]], der sich so gerne in der Rolle des uneigennützigen Mäzens von [[Stefan Jäger]] gefiel, gerechnet hatte. Das von Röser lange erwartete Geld kam von einer ganz anderen Seite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine Freundschaft zwischen Temeswarer und Gertjanoscher Jägern entstand eine Situation, die es ermöglichte, den damaligen Bürgermeister von Temeswar, Dr. Telbisz, der selbst mit Leib und Seele dem Jagdsport frönte, für einen Ankauf des Gemäldes durch die Stadt Temeswar zu stimmen. Wie der einstige Gertjanoscher Lehrer [[Simon Kreppel]], ein zweifellos fabulierbegabter Mann, in hinterlassenen Aufzeichnungen erzählt, soll eine wahre Konspiration eingefädelt worden sein, um das Oberhaupt der Stadt Temeswar für den Ankauf zu gewinnen. An einem Jagdausflug nach Gertjanosch nahm zusammen mit anderen Temeswarer Nimrod-Jüngern auch Telbisz teil. Er sah sich bei dieser Gelegenheit das Gemälde an und lernte auch dessen Schöpfer kennen. Wie nicht anders zu erwarten war, fand er Worte der Anerkennung für den Meister. Nach alter Jagdsitte beteiligte sich an der Jagd auch der Maler, und zwar als Treiber ehrenhalber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Veranlassung von Kreppels Bruder, der Wirtschaftssektor der Stadt war, brachte Simon am nächsten Tag von der Jagdbeute zwölf Rebhühner, vier Fasane und zwei Hasen dem Jagdfreund der Gertjanoscher im Temeswarer Bürgermeisterstuhl als Präsent. Bei dem Gespräch, das sich im Bürgermeisterzimmer des alten Stadthauses in freudiger Stimmung entspann, waren auch Oberbuchhalter Balassa und der Kultursenator der Stadt Bellai zugegen, der nach der 1917er Oktoberrevolution unter seinem früheren Namen Bellak in der selbständig gewordenen Slowakei als erster slowakischer Obergespan – Schupan – ernannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ergebnis der herzlichen Pourparlers war der Beschluss, das [[Einwanderungsbild]] des Hatzfelder Malers zu Lasten der Stadt Temeswar anzukaufen. Der Kaufpreis wurde mit 2.000 Kronen festgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Betrag zur Auszahlung gekommen, war, streifte der „Mäzen&amp;quot; die Hälfte der Summe kurzweg ein. Für die immense Arbeit und den bedeutenden künstlerischen Aufwand musste sich der Maler mit der anderen Hälfte begnügen. Das war des „Gönners&amp;quot; allerhöchster Wille, an dem niemand zu rütteln vermocht hätte, denn in der Person Rösers vereinigten sich der Bankier, der Großgrundbesitzer und der Kunstspekulant. Was blieb dem Maler anderes übrig, als angesichts einer solchen Zusammenballung der Macht kleinlaut die Waffen zu strecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemälde kam als städtische Donation in den Besitz der Temeswarer Archäologischen und Geschichtswissenschaftlichen Gesellschaft. Seither ist es schon längs Staatseigentum und in der Hatzfelder Jägergedenkstätte aufbewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was geschah, bis es an diese Stätte gelangte, würde ein umfangreiches Schlusskapitel bilden, das noch geschrieben werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anmerkungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1/ Dem Redakteur Peter Jung wurde der Stuhl vor die Tür gestellt. Was geschahin Zusammenhang mit dem Anliegen der Zeitung bis 1944?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2/ Es ist nicht überliefert, dass Jäger das Kasino frequentiert hätte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3/ Jäger war zweimal auf Auslandsreisen. Die zweite wurde von den Auftragegebnern finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Repro:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1, Reproduktion aus dem Volkslesebuch Adam Müller-Guttenbrunns (1914) [III. Jahrgang zum Romanfragment „Der große Schwabenzug“ S. 72 – 73] Die erste fotografische Wiedergabe des Triptychons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2, Handgearbeitetes Medaillon – Karton mit Sicherheitsnadel überklebt mit Fotografie. Arbeit des Fotografen Eduard Jankovits und der Lyzealschüler und Leitung von Prof. Karl-Hans-Gross. Das Medaillon wurde beim Eintritt zu den Festlichkeiten aufgesteckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3/ Mit dem Frühzug musste der Gertjanoscher Kreppel dem Temeswarer Bürgermeister als Geschenk 12 Rebhühner, 4 Fasane und 2 Hasen auf die Kanzlei bringen, damit dieser schon „in der Früh gut gelaunt wird&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4/Von den Bildern Stefan Jägers „imponierten“ den Temeswarern „besonders das Einwanderungsbild“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neue Banetr Zeitung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bild - Weg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Würdigung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>77.7.86.114</name></author>
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		<title>ART:0066 - Die Biographie des schwäbischen Kunstmalers Stefan Jäger</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;77.7.86.114: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitung&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Kovács&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Andreas&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Biographie Stefan Jäger&lt;br /&gt;
 |Zeitungstitel       = Typoskript&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     =&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            =&lt;br /&gt;
 |Nummer              =&lt;br /&gt;
 |Datum               = 01.12.1968&lt;br /&gt;
 |Seite               =&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die Biographie des schwäbischen Kunstmalers Stefan Jäger'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Kurzfassung nach dem Manuskript von Dr. Peter Pink, Ostern'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''von Andreas Kovács Lehrer in Pension''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Handschrift, Bogarosch, 1. Dezember 1968''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger]] ist am 28.05.1877 in der Gemeinde [[Cenei|Tschene]] als Sohn der Eheleute [[Franz Jäger]] nach seiner Profession Barbier und Feldscher und der [[Magdalena Schuller]] geboren. Zuhause besuchte er die römisch-katholisch konfessionelle [[Volksschule|Schule]] mit deutscher Unterrichtssprache. Seine Mutter hatte viel Herz und Sinn für die schwäbische Tracht, die Sitten und für die Gebräuche der Schwaben. Bei jeder festlichen Gelegenheit machte sie ihren Sohn Stefan schon in seinen jungen Jahren auf die schönen farbenreichen Trachten aufmerksam und erklärte ihm den Sinn der alten Sitten und Gebräuche mit ihren Beziehungen zu Familienfesten, die das Interesse ihres Sohnes wachriefen. Was der Elementarschüler im Elternhaus, in der Schule, bei geselligen Zusammenkünften der Schwaben sah und hörte, waren die ersten Mosaiksteine zu seinem großen Lebenswerk gewesen. Nach Beendigung der [[Cenei|Tscheneer]] [[Volksschule|Elementarschule]] besuchte er die vierklassige deutsche [[private Bürgerschule|Bürgerschule]] in [[Timișoara|Temeswar]], wo er mit den ungarischen Schülern zusammenkam und die ungarische Sprache notdürftig erlernte. Er sah mit Interesse die historischen Baulichkeiten [[Timișoara|Temeswars]]: wie das Hunyadikastell, die alte Festung, die Siebenbürgerkaserne, die Domkirche, andere amtliche und Privathäuser Alttemeswars, das bunte Treiben der Nationalitäten und Militäreinheiten. Mit 14 Jahren kam er nach Szegedin um seine Mittelschulstudien an der dortigen ungarischen sechsklassigen Bürgerschule abzuschließen und seine Kenntnisse in der ungarischen Sprache zu vervollkommnen. Sein Zeichenprofessor, ein Burgenländer, namens Obendorf, erkannte in ihm seine künstlerische Begabung und gab ihm treffliche Richtlinien für seine Weiterentwicklung. Auf Grund dieser Weisungen absolvierte er in den Jahren 1895 - 1899 die vierjährige Fachausbildung für den Kunstmalerberuf an der ungarischen Landeszeichenschule und Zeichenprofessorenpräparandie in [[Budapest]], in der Abteilung für bildende Kunst. Er konnte diese Ausbildung nur auf Grund eines Mittellosigkeitszeugnisses ausgestellt von der [[Cenei|Tscheneer]] Gemeindebehörde als Freischüler absolvieren. Unter der Leitung des Professors Bartholomäus Székely, Schöpfer großer historischer Gemälde und des Professors Eduard Balló, ein berühmter Porträtist, reifte [[Stefan Jäger|Jäger]] zu seiner Kunstauffassung und Kunstpraxis heran. Während seines Hochschulstudiums hatte er öfter mit materiellen Sorgen genug zu kämpfen gehabt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser vierjährigen Ausbildung unternahm er Studienreisen nach Österreich (Wien), Deutschland (München, Stuttgart) und nach Italien (Venedig).&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger|Jägers]] erste Auslandsreise wurde im Jahre 1901 unterbrochen, da die Kunde von einer schweren Erkrankung seines Vaters ihn veranlasste in die Banater Heimat zurückzukehren. Familiensorgen und materielle Nöte, die sich durch die Erkrankung seines Vaters noch mehr gesteigert hatten, fesselten nun den jungen Kunstmaler bis zum Jahre 1902 an seine Geburtsgemeinde [[Cenei|Tschene]], wo er sich provisorisch eingerichtet hatte. Der Interessenkreis um den jungen Künstler war eng begrenzt, demnach auch die Aufträge spärlich. Dem damaligen Zeitgeist gemäß verlangte man von ihm hauptsächlich Heiligenbilder, Stillleben und Landschaftsbilder. Da er nicht mit Aufträgen überhäuft war, begann er mit den Augen des Künstlers das Leben, die Sitten und Gebräuche seiner Schwäbischen Landsleute zu studieren und darüber Skizzen zu machen. Das Interesse, das in ihm, als er noch Kind war, seine Mutter weckte und seine Neigung dazu, die sich in ihm als Student und Hochschüler immer mehr steigerte, spornten ihn immer wieder zu volkskundlichen Studien an. Der junge Kunstmaler kam rasch zur Erkenntnis, dass er aus seinem allzu bescheidenen Geburtsort den Sprung in die große Welt wagen muss, um einerseits sich weiter bilden zu können und andererseits sich von den unangenehmen materiellen Sorgen zu befreien. Die Bekanntschaft mit dem Leiter einer [[Budapest|Budapester]] Kunstwarenhandlung noch aus der Studienzeit kam ihm zu Gute, da dieser sich mit Vorliebe mit dem Verkauf der Bilder von Kunstmalern beschäftigte. Auf sein Verlangen ist [[Stefan Jäger|Jäger]] in die Ungarnhauptstadt umgezogen. Er belieferte fleißig diese Firma mit seinen Bildern und arbeitete auch an den Aufträgen, die für ihn aus seiner engeren Heimat, aus dem Banat und aus dem damaligen Südungarn kamen. Seine malerische Fähigkeit war hauptsächlich dahin gerichtet, seinen Landsleuten gewissenhaft ausgeführte Bilder in verständlicher Form mit den Motiven aus dem Banater Volksleben und Heidelandschaften zugänglich zu machen und er war darum bestrebt auch den weniger bemittelten Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, solche Bilder beschaffen zu können. Er hat sich darauf verlegt die schönen schwäbischen Trachten, die landschaftlichen Stimmungen, Sitten und Gebräuche bei Festlichkeiten und im Alltagsleben darzustellen. Im Jahre 1906 bekam er aus der Gemeinde [[Cărpiniș|Gertianosch]] den wichtigsten Auftrag seines Lebens: „Die Einwanderung der Deutschen in das Banat&amp;quot; in Triptychon zu malen. Um dieses Werk durchführen zu können, machte er im Jahre 1906 eine zweite Reise nach Deutschland, für diese die [[Cărpiniș|Gertianoscher]] mittels einer freiwilligen Spende (Sammlung) ihm eine ansehnliche Summe zukommen ließen, die ihn nach Stuttgart, Ulm und Nürnberg brachte, um Aufschlüsse über die Trachten, in denen die schwäbischen Vorfahren im 18. Jahrhundert die Wanderung nach Südungarn vollzogen, wodurch es ihm erst dann möglich wurde das sogenannte „Einwanderungsbild&amp;quot; geschichtlich einwandfrei malen zu können. Das dreiteilige 6 m lange und ca. 1,70 m hohe mit etwa 80 kleineren und größeren Gestalten bevölkerte Bild, an dem er 3 Jahre gearbeitet hat, teilweise in [[Budapest]] und teilweise in der engeren Heimat ausgeführt, wurde im Jahre 1910 in [[Cărpiniș|Gertianosch]] gelegentlich bei einer Gewerbeausstellung enthüllt. „Das Einwanderungsbild&amp;quot;, das Meisterstück seiner Kunst, wurde bei seiner Enthüllung von tausenden Volksdeutschen bewundert und alle zollten dem jungen Kunstmaler Anerkennung, Liebe und trugen seinen Ruhm bis in die entlegendsten Schwabendörfer des Banates. Das Einwanderungsbild hat die [[Timișoara|Temeswarer]] Stadtgemeinde käuflich erworben und es dem städtischen [[Banater Museum|Museum]] geschenkt. Es ist heute noch vorhanden und kann von jedem Menschen besichtigt werden. Das dreiteilige (Aufbruch, Rast, Ankunft) Einwanderungsbild wurde von der [[Budapest|Budapester]] Verlagsgesellschaft „Franklin&amp;quot; in Farbe in der Größe von 100 x 33 cm reproduziert und hunderte deutsche Familien erworben sie käuflich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der junge Maler [[Stefan Jäger]] in der Großstadtluft sich nicht mehr wohlfühlte, entschloss er sich, von der Liebe seiner Banater Schwaben angezogen, im Jahre 1910 in [[Jimbolia|Hatzfeld]] niederzulassen, wo er auch bis zu seinem Tode am 16.03.1962 wohnhaft blieb. [[Stefan Jäger|Jäger]] hatte sich in einem Hofe sein geräumiges und hohes Atelier eingerichtet, das mit seinen großen Fenstern nach dem Süden schaute. Er malte am liebsten mit Ölfarben, deren Zahl auf ungezählte Hunderte sich beliefen. Nicht destoweniger hat [[Stefan Jäger|Jäger]] auch einige hundert Aquarelle gemalt, die von manchen Kunstkennern noch höher geschätzt wurden. Die Vorstufen zum Bildermalen waren seine Skizzen. Diese sich dann in größeren Inspirationen der Bildmotive eingliederten. Von diesen Skizzen und Entwürfen hat das [[Banater Museum|Regionalmuseum]] gelegentlich einer Ausstellung im Jahre 1954 150 Stück mit einem Ehrenpreis von 13.000 Lei käuflich erworben. Nach seinem Tode hinterließ [[Stefan Jäger|Jäger]] bei 600 Skizzen zurück mit folgenden Motiven:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1, Das Volksleben der Banater Schwaben (Bauarten, Trachtentypen, landwirtschaftliche Arbeiten auf dem Acker, Musestunden, Spinnstube, Kartenspiel, Gesang, Festtage, Kirchgänge und mit der Kirche verbundene Gebräuche).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2, Landschaften (Flachland des Banates mit den Jahreszeiten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3, Stillleben (Blumen, Obst).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4, Gemüsemarkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5, Porträts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6, Zigeuneridylle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Motive zu seinen Bildern sammelte er durch unzählige Spaziergänge von Gemeinde zu Gemeinde. Auf den Straßen am Rande des Ackers schien ihn die Kornblume und der rote Mohn anzusprechen. Dort bewunderte er die wogenden Weizenfelder, dann lauschte er vermutlich dem Lerchengesang zu. Die Sonne am blauen Himmel war ihm Wegweiser und das nächste Schwabendorf hat ihn gerufen zu neuen Beobachtungen, Eindrücken und Inspirationen. Seine Wanderung war Vorbereitung um dann in gehöriger Sonntagsstimmung sein Volk, sein Dörflein mit ganzer Liebe, Hingezogenheit, mit offenen Augen, mit wärmsten Künstlers innen in sein Herz einschließen zu können. Das war die Quelle, das führte seinen berufenen Pinsel zur gestaltenden Schönheit in Liebe, Anhänglichkeit und Verehrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1957 zu seinem 80. Geburtstag wurde ihm im Rahmen einer schönen Feierlichkeit von Seiten des rumänischen Staates als Anerkennung seiner Tätigkeit als Kunstmaler eine Ehrengeschenk von 20.000 Lei und einen [[Arbeitsorden]] II. Klasse überreicht und ihm eine monatliche Pension von 800 Lei bis zu seinem Lebensende zugesichert. Somit waren seine letzten Tage frei von materiellen Sorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Folge des Wandels der Zeit sind viele [[Stefan Jäger|Jäger]] verloren gegangen und trotzdem sind noch so viele da gewesen, dass man unter der Obhut des [[Banater Museum|Regionalmuseums]] im Jahre 1967 eine [[Ausstellung]] mit beiläufig 300 Stück vom Altmeister [[Stefan Jäger|Jäger]] gemalten Bildern organisieren konnte, die hunderte Verehrer [[Stefan Jäger|Jägers]] nach [[Timișoara|Temeswar]] lockten um diese an der Spitze mit dem originalen Einwanderungsbild – welches Eigentum des [[Banater Museum|Museums]] bildet – zu bewundern und gedenken seiner – der bereits 6 Jahre im [[Jimbolia|Hatzfelder]] Friedhof ruht – mit Ehrfurcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ruhen die vielen Pinsel, die des Meisters Hand so fleißig und wunderbar geführt hat. Er war ein Mensch und ein Künstler, dem man keinen Allgemeinmaßstab anlegen kann. In seinem Auftreten war er immer bescheiden, aber in seinem Innern so groß, dass man nur in stiller Verehrung vor ihm stehen konnte. Sein Andenken wird von alten Banater Schwaben bewahrt und sein Geist lebt weiter in ihrem Herzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ist die gekürzte Form der vom [[Stefan Jäger]] Verehrer Dr. [[Peter Pink]], Arzt in Ostern, zusammengestellten Biographie des großen Meisters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bogarosch, am 1. Dezember 1968 Andreas Kovács, Lehrer in Pension&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bemerkung: Im Dossier ist: Die Abschrift der Biographie Dr. Pink, davon die Kurzfassung von Lehrer Kovács, 6 Fotos und die Repros aus dem Kalender 1968 (Die Wahrheit)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Repro:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Abendläuten“ – Heimkehr vom Felde Reproduktion Eduard Jankovits (Das Foto ist in dem Dosier eingebunden, deshalb am rechten Rand nicht vollständig erfasst)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Einwanderungstriptychon: Aufbruch, Rast, Ankunft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Foto:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stefan Jäger – Porträtfoto&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Grab des Malers im Hatzfelder Friedhof&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abschrift nach der Handschrift]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kurzbiographie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wertung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Budapest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tschene]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gertianosch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hatzfeld]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Temeschburg]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>77.7.86.114</name></author>
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		<id>https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0811_-_Ein_St%C3%BCck_von_uns&amp;diff=13955</id>
		<title>ART:0811 - Ein Stück von uns</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;77.7.86.114: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Aufsatz&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Heinz&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Franz&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Ein Stück von uns&lt;br /&gt;
 |HerausgeberName     = Landsmannschaft&lt;br /&gt;
 |HerausgeberVorname  =&lt;br /&gt;
 |Buchtitel           = Aufbruch und Ausklang&lt;br /&gt;
 |Untertitel          = Zur Ansiedlung und &amp;quot;Rückwanderung der Banater Schwaben&lt;br /&gt;
 |Reihentitel         = Kulturtagung&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = Stuttgart&lt;br /&gt;
 |Verlag              =&lt;br /&gt;
 |Entstehungsjahr     = 2009&lt;br /&gt;
 |Seite               = 147-161&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Stefan Jägers Einwanderungsbild und die Identität der Banater Schwaben'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''in: Aufbruch und Ausklang. Zur Ansiedelung der Banater Schwaben im 18. Jahrhundert und ihrer „Rückwanderung&amp;quot; Ende des 20. Jahrhunderts, Beiträge der 43. und 44. Kulturtagung in Sindelfingen - 17./18. November 2007 und 22./23. November 2008 - Stuttgart 2009, S.147-161''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist unser Bild. Kein anderes ist so verbreitet bei den Banater Schwaben, kein anderes hat so viel Beachtung und Zustimmung gefunden wie [[Stefan Jägers]] [[Triptychon]] [[„Die Einwanderung der Schwaben ins Banat&amp;quot;]] - korrekter wohl „der Deutschen“, wie es gelegentlich auch bezeichnet worden ist. Es waren ja nicht vorwiegend Schwaben, die das Banat besiedelt und kultiviert haben, sondern Deutsche aus den südwestlichen Landschaften und aus anderen Gebieten des Reiches. Auch die anderssprachigen Nachbarn - die Rumänen, Ungarn und Serben - haben, so weit es mir bekannt ist, kein Kunstwerk mit vergleichbarer Popularität und Verbreitung vorzuzeigen. Der Erfolg war übrigens nicht wiederholbar. Jäger selbst hat auf Bestellung Repliken seines Monumentalwerkes angefertigt und zum Einwanderungsthema mehrere bald vergessene Varianten gemalt, und der zwei Jahrzehnte jüngere Banater Maler [[Franz Ferch]] hat mit dem Triptychon „Das Gebet der Ahnen&amp;quot; und seiner groß angelegten Komposition „Das Lagerfeuer&amp;quot; vergeblich an Jägers Erfolg anzuknüpfen versucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist das Besondere an diesem Bild? Ist es seine Monumentalität, die Meisterschaft der Ausführung oder haben doch eher seine Verehrer und Mittelsmänner - die Manager, wie wir heute sagen würden - den Erfolg bewirkt und ihn verfestigt? Von jedem wird wohl etwas dabei sein und jedes verdient gesondert unsere Aufmerksamkeit. Auch hier jedoch gilt die alte Regel, dass es das richtige Bild in der richtigen Zeit war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welches war nun diese Zeit, und wie sah sie im Banat aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 28. Mai 1877 als zweites Kind des Feldschers [[Franz Jäger]] und seiner Frau [[Magdalena Schuler]] in der Gemeinde [[Tschene]] geboren 1/, war Stefan Jägers Welt das aufstrebende Bürgertum der Jahrhundertwende, die sich in Mitteleuropa als Gründerzeit definierte, als eine Art fortschrittlicher Wohlstandsgesellschaft begriff und sich in der so genannten Belle Èpoque nicht nur in Frankreich den Sinn für das Dekorative aneignete und entwickelte. Die Industrie veränderte die Welt, alles schien machbar: Die Titanic wurde gewagt und gebaut, die großen europäischen Städte trugen ihre alten Befestigungsanlagen um den Stadtkern ab und ersetzten sie mit modernen Prachtstraßen, die Wirtschaft expandierte, die letzten Teilstücke der kolonialen Welt fanden ihre Herren, und die Kaiser, Könige und Zaren überboten einander mit Paraden und demonstrativer Macht. Europa war das unbestrittene Zentrum der Welt, und seine Mitte markierten die Dynastien der Habsburger und Hohenzollern. Nie wieder hat Europa einen solchen Glanz entfaltet. Die Dörfer im Banat, zumindest die größeren unter ihnen, blieben davon nicht unberührt. Als wichtige Errungenschaft der Zeit durchkreuzte die Eisenbahn Heide und Hecke, die Walzmühlen verdrängten Wasser-, Wind- und Rossmühlen, die Kapitalisierung der Landwirtschaft und ihrer Märkte steigerte die Preise und brachte das Geld in Umlauf, Sparkassen entstanden, das Großbauerntum etablierte sich neben den traditionellen Grundherren - man wollte etwas gelten und sich auch entsprechend darstellen. In ganz Europa feierte die Historienmalerei Triumphe: Preußen erkannte sich in der Bilderwelt von Adolph Menzel wieder, in Österreich war es Hans Makart, der die kaiserliche Glorie künstlerisch festzuhalten verstand, die Polen feierten ihre Taten in Johann Matejkos Bildern, die Ungarn ihre Eigenart im Werk von Michael Munkácsy, mit dem vormals schönen deutschen Namen Lieb. Im Banat waren es bis dahin neben der Kirche und ihren Würdenträgern die gehobene Beamtenschicht und der eher etwas dürftige Adel, der Aufträge, vornehmlich Porträtaufträge, an einheimische und zugewanderte Künstler vergab. Nun drängte das reiche und zunehmend selbstbewusste Bürgertum nach vorn und wollte, wenn auch auf andere Weise, repräsentieren. Die in den gleichen Sog geratenen großen Landgemeinden wollten und durften nicht nachstehen. Handel und Gewerbe, aber auch das Bildungswesen hatten die Abgeschiedenheit und Weltfremdheit der Dörfer durchbrochen und sie mit einem neuen Selbstwertgefühl ausgestattet, das seinen angemessenen Standort suchte. Das Vereinswesen blühte, die ausgedienten Militärmusiker gründeten mit Eifer konkurrierende Blaskapellen, Männergesangvereine traten auf, und es reihten sich die Feste aneinander: Fahnenweihen, Sport- und Sängerfeste, Kathreinbälle, Gewerbeausstellungen. Die ersten Ortsmonografien wurden geschrieben. Begüterte Familien und wendige - manchmal auch windige - Männer fanden oder erstritten sich ihren Platz in der aufstrebenden Dorfgemeinschaft, häuften Güter und Ämter, machten sich unentbehrlich und verdarben nicht selten an einer Überdosis von Raff- und Geltungssucht. Einer von ihnen war [[Adam Röser]] in [[Gertianosch]]: Postmeister, Leiter des Schulausschusses, Gründer und Obmann des Leichenbestattungsvereins, Gründer des Schützenvereins, Direktor der ersten Gertianoscher Sparkassa-Aktiengesellschaft und Mitbegründer des Gertianoscher [[Konviktes]] in Szegedin, Besitzer einer Ziegelei. Er war durch Einheiraten in die begüterte Familie Vuchetics 2/ im benachbarten [[Tschene]] reich geworden, galt als tüchtig, gewitzt und ist doch bis zuletzt infolge verfehlter Spekulationen zahlungsunfähig geworden. Dennoch ein Mann der Stunde und mit dem Blick aufs Ganze. Es ist so unnatürlich und auch so missfällig nicht, dass gerade dieser umtriebige [[Adam Röser]] maßgeblich an der Entstehung des [[Einwanderungsbildes]] beteiligt gewesen ist. Die Idee dazu soll, eher beiläufig, sein damaliger Buchhalter [[Jakob Knopf]] geäußert haben, wie [[Dr. Peter Pink]] in seiner Arbeit „Stefan Jäger - ein Banater schwäbischer Kunstmaler&amp;quot; berichtet. Zur Ausführung bedurfte es dann doch eines Adam Röser, zumal die Finanzierungsfrage für das Gelingen des Vorhabens entscheidend war. Und groß - das stand von Anfang an fest - musste das Bild schon sein. Größer als groß - monumental.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das passte in die Zeit, die sich im Repräsentativen gefiel, und es passte in ein groß, wohl etwas zu groß geratenes Königreich Ungarn 3/, das seine neue Glorie probte für sich selbst wie gegen andere Völker, und so ungewollt eine Identitätsfrage bei den benachbarten Slawen und Rumänen und sogar bei den biederen und landestreuen Banater Schwaben ausgelöst, um nicht zu sagen losgetreten hatte. [[Adam Müller-Guttenbrunns]] Heimatromane waren die meistgelesenen Bücher im Banat und hinterließen tiefe Nachdenklichkeit 4, der Bauerndichter Josef Gabriel poetisierte das schwäbische Dorf, Johann Szimits die Mundart, der rebellierende Viktor Orendi-Hommenau gab in Temeswar die Zeitschrift „Von der Heide&amp;quot; heraus, der Historiker Ludwig Baróti-Grünn belegte wissenschaftlich Herkunft und Schicksal der deutschen Siedler im Banat, die Ungarländische Deutsche Volkspartei war gegründet worden, und die schwäbischen Dörfer in Heide und Hecke gehörten zu den ansehnlichsten und wohlhabendsten im Lande. Die Selbstbesinnung und das Anliegen, auf sich selbst hinzuweisen, war für alle ein durchaus politisch zu nennendes Gebot der Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass sich die Banater Schwaben ausgerechnet für ein monumentales Gemälde entschieden, überrascht zunächst. Im eigenen regionalen Kulturverständnis gibt es kaum Anhaltspunkte, die auf eine identitätsstiftende künstlerische Monumentalarbeit hinweisen. Der häusliche Bedarf war im Wesentlichen auf die Heiligenbilder im Herrgottswinkel beschränkt und wurde von Fliegenden Händlern versorgt. Mehr an Kunst war weder nötig noch gewünscht. Die geschichtsbildprägende Funktion der Historienmalerei allerdings war zumindest der gehobenen Schicht so unbekannt nicht und dürfte diese in ihrer Entscheidung für ein Einwanderungsbild bestärkt haben. Es war die legendäre Siedlungsleistung der Ahnen, die als historische Tat im Bewusstsein der Banater Schwaben verankert war, auf die man stolz sein durfte und auf die man hinzuweisen sich nicht scheute. Den Maler dafür meinte man ja zu haben, immerhin einen akademisch ausgebildeten Kunstmaler, ein Banater Kind, das sein Brot in der ungarischen Hauptstadt verdiente 5/. Ein dürftiges Brot freilich, abhängig von der Bestellung des Kunsthändlers [[Almásy]], der seine Klientel mit Heiligenbildern, Landschaften und Stillleben belieferte. Gelegentliche Anfragen gleicher Art aus der Banater Heimat waren ebenso wenig dazu angetan, Großaufträge von den Landsleuten zu erwarten, die für ihr wirtschaftliches Denken und für ihre Sparsamkeit ebenso bekannt wie geachtet waren. Von einem Maler Stefan Jäger wussten damals im Banat nur wenige. Selbst der Heimatdichter [[Peter Jung]] (1887-1966) 6/ will erst nach dem Ersten Weltkrieg erfahren haben, dass der Kunstmaler aus Tschene sich bereits 1910 in Hatzfeld niedergelassen hatte. Es bleibt ohnehin ein kleines Wunder, wie die recht ansehnliche Vorfinanzierung des Bildes und dessen spätere Vermarktung bei den sonst nüchtern kalkulierenden Schwaben auf der Banater Heide greifen konnte. Vergessen wir nicht, hier war viel Geld für etwas auszugeben, von dem die meisten keine rechte Vorstellung haben konnten und wohl auch nicht viel gehalten haben mochten. Der Kasinoverein, der Leseverein, der Gewerbeverein und der Bauernverein haben Liederabende, Konzerte, Vorträge, Dilettantenvorstellungen und Bälle veranstaltet und die Überschüsse für das [[Einwanderungsbild]] zurückgelegt. Auch direkte Spenden wurden gesammelt, wobei Adam Röser mit gutem Beispiel vorangegangen sein soll. Jäger lieferte recht schnell ein drei Meter langes Bild, das so genannte [[„ursprüngliche&amp;quot; Einwanderungsbild]] 7/, das bereits die uns bekannte Dreiteilung&lt;br /&gt;
[[„Wanderung&amp;quot;]], [[„Rast&amp;quot;]], [[„Ankunft&amp;quot;]] enthielt, jedoch in den historischen Trachten der Einwanderungszeit Mängel aufwies, die beanstandet wurden und auf Betreiben von [[Johann Walzer]], Direktor der Gertianoscher Kleinbauernsparkassa, dazu führten, den Künstler auf eine [[Studienreise]] nach Deutschland zu entsenden. Der Vorsitzende des Gewerbevereins [[Anton Gamauf]] beauftragte Lehrer [[Simon Kreppel]] mit der Durchführung einer neuen Sammelaktion, die diesmal Johann Walzer mit einer Spende von 200 Kronen eröffnete. Diese zweite Aktion zeigt recht deutlich, wie sehr das [[Einwanderungsbild]] ein kollektives Anliegen in Gertianosch gewesen sein muss. Das macht auch die erzielte Summe von 4650 Kronen sichtbar, die damals für den Ankauf von viereinhalb Waggon Weizen ausgereicht hätte. Ein Betrag, der die Spesen der Deutschlandfahrt des Malers erheblich überstieg und ihm als ein durchaus nicht unangemessenes Honorar zugewiesen worden war, wie Dr. Peter Pink berichtet 8/. Dieses respektable Sammelergebnis nicht zuletzt mag den auf Repräsentation bedachten [[Adam Röser]] veranlasst haben, nun ein noch größeres, ein richtiges Monumentalgemälde bei Stefan Jäger in Auftrag zu geben. Es wurde dann, mit den uns bekannten Maßen von 5,100 x 1,450 Meter und mehr als 80 dargestellten Gestalten, das bisher größte Gemälde der Banater Schwaben und wohl auch ihr größtes aller Zeiten. Dass es auch mit Abstand unser liebstes Bild ist, verdanken wir dem Können des Malers wie auch der Geschäftstüchtigkeit Rösers, der, neben dem Maler, Miteigentümer des Bildes war. Er hatte die Idee, bei der Budapester Verlagsgesellschaft [[Franklin]] Farbreproduktionen des Einwanderungsbildes in großer Auflage herstellen zu lassen, die einen guten Absatz fanden, von dessen Erlös dem Künstler diesmal, wie berichtet wird, nur ein geringer Teil zufloss. Der besondere Auftrag - ein solcher war es wohl - traf den damals noch nicht dreißigjährigen Künstler fachlich nicht unvorbereitet. In Budapest hatte er bei dem aus Klausenburg stammenden Professor [[Székely Bertalan]] Malerei studiert - einem in seiner Zeit viel beachteten Meister großformatiger historischer Gemälde. Das mag Stefan Jäger in seiner Entscheidung bestärkt haben, den Gertianoscher Auftrag in der Zuversicht einer guten Ausführung anzunehmen. Die Ateliergeschichte des Einwanderungsbildes umschließt eine Fülle von Skizzen, Trachtenstudien und Entwürfen, angefangen vom so genannten „ursprünglichen Einwanderungsbild&amp;quot; bis hin zu später ausgeführten Varianten. Darüber kann in den Veröffentlichungen von [[Dr. Peter Pink]], [[Dr. Matz Hoffmann]], [[Franz Liebhard]], [[Annemarie Podlipny-Hehn]] und [[Karl-Hans Gross]] (der eine zweibändige Monografie über den Hatzfelder Schwabenmaler veröffentlichte) nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stefan Jäger ist es gelungen, in drei Jahren ein malerisch, kompositorisch und historisch überzeugendes Werk zu gestalten, das hundert Jahre später zumindest bei seinen deutschen Landsleuten nichts von seiner Attraktivität eingebüßt hat. [[Annemarie Podlipny-Hehn]] verweist in ihrer 1972 bei Kriterion/ Bukarest herausgegebenen Veröffentlichung „Stefan Jäger&amp;quot; auf „die geschickte Verteilung und Gruppierung der Figuren&amp;quot; hin, auf „das Gleichgewicht der Komposition&amp;quot;, sie hebt die sowohl zeichnerisch wie malerisch erzielte perspektivische Wirkung des Bildes hervor und die sorgfältige Farbgebung. Zu Recht bezeichnet der Temeswarer Essayist [[Franz Liebhard]] in seiner 1970 gleichfalls bei Kriterion erschienenen Studie über den „Schwabenmaler Stefan Jäger&amp;quot; das Einwanderungsbild als dessen Hauptwerk. Tatsächlich hat es sein künstlerisches Werk neu orientiert. Der Gertianoscher Erfolg hatte dazu geführt, in Leben und Arbeit der Banater Schwaben ein Thema zu finden, das auf Jäger zugeschnitten war und zum Inhalt seines Malerlebens werden sollte. Mehr noch als in den vielen Hunderten Aquarellen aus dem Banater Volksleben sind es die ungezählten Skizzen zur Tracht, zum Festtag und zur Arbeitswelt, die zeigen, mit welcher Sorgfalt und Hingabe der Hatzfelder Meister sich des erkannten und gewählten künstlerischen Lebensthemas angenommen hat 9/. Was ihn letzthin zum „Schwabenmaler&amp;quot; werden ließ, ist die tiefe Verinnerlichung und künstlerische Umsetzung der heimatlichen Welt, wie sie sich vorwiegend in der Zwischenkriegszeit wahrgenommen und verstanden hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ereignis der Enthüllung des Einwanderungsbildes zur Landwirtschafts- und Gewerbeausstellung zu Pfingsten 1910 in Gertianosch ist in die Annalen der Banater Schwaben eingegangen. Ausstellungen waren damals weltweit nicht nur Mode - sie entsprachen dem Zeitgeist und dem Bedürfnis nach Selbstdarstellung von Völkern und Mächten, Produzenten und Händlern, Herrschern und Kirchen, Wissenschaftlern und Volkserziehern. Die Großen und Mächtigen machten vor, was, auf das jeweilige Maß reduziert, nachgeschneidert wurde. Kaiser Wilhelm II. demonstrierte in Paradeuniform, von sechs gleichfalls in Paradeuniform eingekleideten Söhnen flankiert, die Vitalität seines Reiches, die Habsburgerin Elisabeth, uns zumindest als Kinolegende Sissy in Erinnerung, hatte sich zur angeblich schönsten Monarchin der Welt durchgehungert, Paris baute zur Weltausstellung von 1889 das damalige Weltwunder Eiffelturm - höher als alles, was die moderne Welt bis dahin zu bieten hatte. Mit alldem zu konkurrieren hatte Gertianosch auf der Banater Heide begreiflicherweise nicht im Sinn, aber im eigenen Landkreis wollte man schon gesehen werden mit gutem Getreide, bestem Vieh, gediegenen Handwerkserzeugnissen, mit der Handarbeitskunst der Bäuerinnen und - mit Stefan Jägers monumentalem Einwanderungsbild. Man sah sich gewissermaßen en miniatur neben den sich an Glanz überbietenden Weltausstellungen, und das war so absonderlich nicht, glaubt man Meyers Konversationslexikon von 1894, worin beanstandet wird: „Es hat Ausstellungen gegeben, deren Wert kein anderer war als der eines Jahrmarktes.&amp;quot; Da konnte man sich 1910 in Gertianosch gut sehen lassen. Tausende 10/ kamen, staunten und feierten alles mit, was es zu feiern gab. Die Ortsgruppe des Bauernvereins und der Handels- und Gewerbeverein feierten Fahnenweihen, Ehrenurkunden wurden an Handwerker und Landwirte verliehen, man rief ausgiebig Éljen, gab sich und war vaterländisch und sah sich bestätigt, als Abt-Domherr Franz Blaskovics in Anwesenheit des Abgeordneten Julius Hódy zur Enthüllung des Einwanderungsbildes seine Anerkennung aussprach und den Segen erteilte. Erwartet worden war, wie Matz Hoffmann berichtet, auch Minister Apponyi aus Budapest, der aber aus politischen Gründen der Veranstaltung fern blieb. Angeblich war es auch den örtlichen Behörden verboten, in amtlicher Eigenschaft an der Enthüllungsfeier des [[Einwanderungsbildes]] teilzunehmen. So beiläufig, wie von uns heute vielleicht angenommen, scheint der Pfingstsonntag 1910 in Gertianosch doch nicht gewesen zu sein. Zwar berichtete die „Temesvárer Zeitung&amp;quot; vom 18. Mai 1910: „Die Politik war gänzlich ausgeschaltet&amp;quot;, doch lässt eine solche Behauptung erfahrungsgemäß die Annahme des Gegenteils zu. 11/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde auch fotografiert. Lehrer [[Simon Kreppel]] hat eine Aufnahme aufbewahrt, ein Gruppenbild der Gewerbevereinsmitglieder mit Familienangehörigen und dem Maler Stefan Jäger in der Mitte. Auf der Rückseite des [[Erinnerungsfotos]] notierte Lehrer Kreppel kurze Bemerkungen zum Ereignis - auf ungarisch, wie es sich für einen schwäbischen Patrioten gehörte. Deswegen muss er kein schlechter Landsmann gewesen sein, es zeigt aber, wie das, was wir Identität nennen, durchaus unterschiedlich auslegbar sein kann. Die Identität der Schwaben in Gertianosch litt nicht unter einer deutsch-ungarischen Gegensätzlichkeit, obwohl doch, aus heutiger Sicht, genügend Anlass dazu bestanden hätte. Zwar sah man sich bewusst in der Reihe der Ahnen, aber ungarisch wollte man schon sein. Da muss auffallen, dass auf Jägers Einwanderungsbild nichts Ungarisches auch nur andeutungsweise vorkommt - neben den dargestellten Einwanderern ist als einzige andere Figur lediglich ein Beamter der Kameralverwaltung dargestellt, der im dritten Teil des Gemäldes den Siedlern die Häuser zuweist. Ein Ungar ist es nicht. Obwohl das Bild damals [[„Einzug der Deutschen in Ungarn&amp;quot;]] hieß, ist von den Ungarn selbst nichts zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch scheint es eher unwahrscheinlich, dass Stefan Jäger damit eine politische Haltung sichtbar machen wollte. Sein Verhältnis zu den Ungarn dürfte unbeschwert gewesen sein, zumal sein gesamter Bildungsweg zwischen 1893 und 1899 über Szegedin und Budapest verlaufen ist, auf einer Schiene, die ungarischer nicht sein konnte. Seine erste Studienreise nach Österreich, Deutschland und Italien diente so gut wie ausschließlich der künstlerischen Fortbildung, dem universellen Gedanken in der Kunst, in den auch die ungarische Welt eingebunden war. Wenn diese in der Konzeption des Einwanderungsbildes, in der Bildidee, keinen Platz gefunden hat, mag das auf eine rein malerische Intuition zurückzuführen sein, die keine politische Auslegung zulässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Historikerkreisen neigt man gelegentlich dazu, den Auftrag zum Einwanderungsbild mit einem politischen Anliegen der Banater Schwaben um die Jahrhundertwende zu verbinden, gewissermaßen als künstlerischer Ausdruck einer deutschen Landnahme, die zur ungarischen oder slawischen dazugestellt werden sollte. 12/ [[Dr. Peter Pink]] führt in seinem Bericht lediglich an, [[Adam Röser]] habe den Kunstmaler Stefan Jäger beauftragt, die Einwanderung der Banater Schwaben zu malen. „Wie das Bild gestaltet werden soll&amp;quot;, so [[Dr. Pink]], „damit musste sich Jäger selbst auseinandersetzen.&amp;quot; Im Bericht von [[Franz Liebhard]] wird, „nach Jäger&amp;quot; die Anregung Rösers auf die Bemerkung reduziert: „Damit nicht allein die Sachsen ein Einwanderungsbild haben sollen.&amp;quot; So irgendwie, fügt Liebhard hinzu, soll der Röserische Ansporn gelautet haben, und er bezeichnet diesen abwertend als „schwäbischen Krähwinkelneid&amp;quot;. Das alles ist wenig dazu angetan, einen ernsthaft durchdachten politischen Gedanken mit dem Einwanderungsbild in Beziehung zu bringen. Wir dürfen davon ausgehen, dass im Weltverständnis und in der Kunst Stefan Jägers das Politische nicht vorkommt und somit alle Versuche, den Meister so oder anders zu vereinnahmen, zum Scheitern verurteilt sein müssen. In seiner Jäger-Studie von 1970 berichtet [[Franz Liebhard]], noch nachträglich um die zeitgemäße sozialistische Einordnung des Künstlers bemüht: „Der hochbetagte Meister schüttelte staunend das Haupt, wenn er vernahm, dass nach Zusammenhängen gesucht wird, die nicht auf der Oberfläche liegen, sondern darunter.&amp;quot; Es ging damals, am Vorabend von Jägers 80. Geburtstag, um dessen bevorstehende Auszeichnung mit dem [[Arbeitsorden]] II. Klasse, für die eben das künstlerische Werk an sich nicht genügte, wenn es nicht klassenkämpferisch zugeordnet werden konnte. Franz Liebhard hat das mit einiger Eleganz zurechtgebogen, um nicht zu sagen verzerrt, und damit Stefan Jäger gewissermaßen sozialistisch hoffähig gemacht. Dieser hat den Orden erhalten und durfte ihn zum Sonntagsanzug - wie geschehen - mit ruhigem Gewissen tragen für ein Werk, das nun auch, möglicherweise von der falschen Seite, anerkannt worden war. Deportationen, Enteignungen und Schauprozesse hatten bei den Banater Schwaben tiefe Verunsicherungen hinterlassen und sie in ihrer Würde verletzt. Ihre Zukunft war mehr als ungewiss. Jägers Auszeichnung kann dennoch als praktiziertes sozialistisches Demokratieverständnis angesehen werden, das im Kern freilich ohne Kern und somit auch unvermittelbar geblieben ist. Jäger selbst hat es eine Rente von monatlich 800 Lei eingebracht, das war mehr als seine Landsleute in den fünfziger Jahren durchschnittlich verdient haben mochten. Er genoss im Sozialismus die Gnade des Alters, und es mag nichts anderes als der Pragmatismus der Diktatur gewesen sein, die ihn und sein Werk unbeschadet ließ. Gewandelt hat es ihn nicht, und es ist nicht einzusehen, warum er uns mit achtzig als hungernder Maler bedeutender sein müsste. 13/ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war indessen nicht eine weltabgewandte Naivität, die den Künstler unpolitisch bleiben ließ. Es war schlichtweg die Aufrichtigkeit des Herzens, mit der Jäger es verstanden hat, das Tagesgeschehen seiner schwäbischen Heimat zu begleiten. Sich selbst und seine Kunst darzulegen, fiel ihm schon immer schwer. Bitte, das waren seine Bilder, und sie waren und sind alles andere als verschlüsselt. Er meint nicht, sie auslegen zu müssen. In einem handschriftlichen biografischen Abriss schreibt er: „Meine malerische Tätigkeit war hauptsächlich dahin gerichtet, meinen Landsleuten gewissenhaft ausgeführte Bilder in leicht verständlicher Form, mit Motiven aus dem Banater Volksleben und Heidelandschaften zugänglich zu machen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sollte eigentlich genügen, und wer mehr hineinzureden sich abmüht, redet an Jäger vorbei und wird ihn seinen Landsleuten entfremden. Es fehlt keineswegs an missglückten Versuchen zur Politisierung des künstlerischen Werkes von Stefan Jäger. Die Deutsche Volksgruppe in Rumänien wollte in ihm den Streiter eines ewigen deutschen Auftrags erkennen, und die auf sie folgenden Kommunisten einen klassenbewussten Porträtisten des kleinen Mannes. Dass Jäger eine heitere und heile Welt dargestellt hat 14/, wollten die einen genau so übersehen wie die anderen die ausgeprägte und sich selbst genügende Regionalität der Bilder. Es könnte allerdings, wenn auch ungewollt, vorkommen, dass wir uns heute in unserer konsumorientierten Gesellschaft als nicht weniger leichtfertig erweisen, wenn wir das Jäger'sche Werk auf die Formel von Markt und Ware bringen wollten. Gewiss - Stefan Jäger malte was gefiel und bestellt wurde, und nicht selten war das der Hühnerhof wie auf dem Bild „von Nochbersch Resi&amp;quot;. Allemal aber bleibt es sein Verdienst, den Banater schwäbischen Bauern die Freude am echten, originalen Kunstwerk vermittelt zu haben, für das sie - was so selbstverständlich nicht ist - bereit waren Geld auszugeben. Das Banat und die Batschka waren, wie Jäger in seinen autobiografischen Aufzeichnungen vermerkt, um 1900 herum „mit reisenden Bilderhändlern überflutet, die mit Dutzendbildern ihre Geschäfte machten... Ich habe mich darauf verlegt, die schönen schwäbischen Trachten, die landschaftlichen Stimmungen, Sitten und Gebräuche bei Festlichkeiten und im Alltagsleben darzustellen&amp;quot;. Er hat mit diesem Grundsatz, über die Freude am schönen Bild hinaus, bildungsfördernd gewirkt und erheblich, wenn auch wohl nicht vorsätzlich, zur Identitätsfindung seiner Landsleute beigetragen. Immer wieder finden wir die Identität politisch ausgedeutet, mit ideologischen Ambitionen vermengt, sie ist aber vorrangig eine kulturelle Erscheinungsform, die sich in der Tradition, im Volksgut und in der Sprache äußert und erhält. In diesem Sinne sind die zahllosen Genre-Bilder Stefan Jägers, ihre Verbreitung und anhaltende Beliebtheit, ganz gewiss identitätsstiftend gewesen, und zwar in höherem Maße als das monumentale Einwanderungsbild, das ja nicht aus dem Alltag gegriffen war, sondern eine zur Legende ausgewachsene historische Erinnerung zur Vorlage hatte. Es markiert allerdings den entscheidenden kreativen Ansatz des Künstlers Stefan Jäger, und wir dürfen davon ausgehen, dass dieser ohne das Einwanderungsbild wohl kaum der „Schwabenmaler&amp;quot; geworden wäre, als den wir ihn heute verehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere auch, so haben auch wir Banater Schwaben mit der Identität unsere Schwierigkeiten. Zur Zeit der Ansiedlung waren wir ein aus vielen deutschen Landschaften zusammen gewürfeltes buntes Völkchen, das recht unterschiedliche Mundarten sprach und zudem von Franzosen aus Lothringen, Italienern aus dem Friaul und anderen Volkssplittern durchsetzt war. Wer aus dem Elsass kam, war dem Odenwälder ebenso fremd wie der Pfälzer dem Sauerländer. Die Identität der Ansiedler war regional geprägt und blieb es, bis die Erinnerung an die heimatliche Landschaft im Reich den konkreten Bezug weitgehend verloren hatte und von der Wahrnehmung einer neuen Zusammengehörigkeit abgelöst worden war, die zunächst noch am ehesten von den eingesessenen Völkern, vornehmlich von den Ungarn, erkannt und benannt wurde. Sie differenzierten die Zuwanderer nicht regional, sondern haben diese zusammenfassend als Schwaben bezeichnet, die wir wohl oder übel geblieben sind. Die alten Straßen- und Ortsnamen in unseren Dörfern aber - die Lothringer- oder die Pfälzer Gass oder Steierdorf im Banater Bergland oder Tirol (auch wenn diese Ortsbezeichnung erst von der rumänischen Verwaltung eingeführt wurde) - zeigen, wie bemüht die deutschen Siedler waren, ihre „wahre&amp;quot; Identität weder zu vergessen noch zu verleugnen. Ähnlich, wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen, wurden nach Flucht, Vertreibung und Auswanderung im 20. Jahrhundert die Namen der Banater Heimatgemeinden auf die Straßen der Vertriebenensiedlungen übertragen, zur Erinnerung an die alte Heimat. Allein - die Identität ist damit nicht gewährleistet. Spätestens in der dritten Generation sind wir weitgehend aufgegangen im bayrischen, württembergischen oder rheinländischen Umfeld - wir nennen das Integration -, wechseln dabei den Dialekt und tauschen die Feste aus. Wir passen uns an. Wie unsere Vorfahren auch. An die Franzosen und Italiener der Siedlungszeit erinnerten drei Generationen später nur noch die Familiennamen - auch sie der deutschen Rechtschreibung recht mutwillig unterordnet, und aus Elsässern, Pfälzern und Sauerländern sind die Banater Schwaben hervorgegangen, wenn man so will, als eigenartiges nicht wiederholbares deutsch-deutsches Konglomerat mit Einsprengseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Identität]] muss übrigens nicht immer als erhebend empfunden werden und nicht immer auszeichnen. Unter anderen sind es immer wieder die Künstler und Literaten, die mit ihrer Identität geradezu kollidieren. Die Aktionsgruppe Banat trat offen gegen das an, was wir landläufig als Heimatliebe oder Heimattreue verstehen, und die ebenso vielgelobte wie gerügte Herta Müller leidet geradezu an ihrer Identität. Das mag mehr oder weniger nachvollziehbare Ursachen haben. Wir sollten das nicht landsmannschaftlich dramatisieren. Dagegen zu sein ist nicht immer ein Gütesiegel, aber auch nicht immer zu verurteilen, und es ist so ungewöhnlich nicht. Auch Thomas Mann, Klabund, Bertold Brecht, François Villon, Marlene Dietrich und viele andere - durchaus auch weniger illustre Gestalten - machten sich heimatlich unbeliebt, weil sie zumindest in Teilbereichen anderer Meinung waren und sich anders als gewünscht verhielten. Zur Identität, so ist zu sehen, gehören auch die Gegensätze, und da wird es nicht viel nützen, dass wir sie gern sauber hätten. Wir sollten uns fürs Ganze entscheiden, und es als gegeben annehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht erkennen wir ja unsere Identität am ehesten in der Gegenüberstellung mit anderen. Dazu benötigen wir nicht den Vergleich mit den Ungarn, den Rumänen oder Serben - um das zu wissen, reicht ein Blick hinüber zu den Siebenbürger Sachsen. Kein Zweifel - wir sind anders, ganz abgesehen davon, dass wir katholisch sind. Das kostet uns heute nur noch ein Lächeln, und es ist gut so. Aber auch die Religion stiftet Identität, und wir sehen, dass diese ebenso trennt wie eint. Kroaten und Serben können uns dabei einfallen, Flamen und Holländer, aber auch die unierten Rumänen oder, ins Globale verlagert, die Schiiten und Sunniten im Orient usw. usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben erlebt, wie die Teilung des Banats nach dem Ersten Weltkrieg zu unterschiedlichen Entwicklungen bei den Banater Schwaben in Rumänien und Jugoslawien geführt hat, und heute sind eigenständige Entwicklungen bei unseren Landsleuten in den USA, in Kanada oder in Brasilien zu sehen, die sich unterschiedlichen Anforderungen stellen müssen und unterschiedlich landsmannschaftlich einzubinden sind. Das Haus der Donauschwaben in Sindelfingen - es nennt sich gern Welthaus der Donauschwaben - stellt sich der Aufgabe eines Dachverbands, der Gemeinsamkeiten auszuloten und Besonderheiten zu berücksichtigen hat, eine Zielvorgabe ausarbeitet und organisatorisch koordiniert. Es bleibt abzuwarten, wie dieser schöne Gedanke die Zeit überdauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was uns bei aller Unterschiedlichkeit einigermaßen zusammenhält sind die verlorene Banater Heimat und der damit verbundene Mythos, zusammengefasst in dem schönen Einwandererspruch: Dem Ersten der Tod, dem Zweiten die Not, dem Dritten das Brot. Etwas davon finden wir in Stefan Jägers Triptychon eingearbeitet: den Drang und die Bereitschaft Heimat zu finden und ihr unser Gesicht zu geben. [[Adam Müller-Guttenbrunn]] lässt uns in seiner einst vielzitierten Hymne das Land anders in Besitz nehmen: „…und wo des Schwaben Pflug das Land durchschnitten, wird deutsch die Erde, und erweicht nicht mehr&amp;quot;, dichtet er. Wir aber wissen, das Unvorstellbare ist geschehen, wir sind gewichen und haben die „Heimat, deutschen Schweißes stolze Blüte&amp;quot; aufgegeben und anderen überlassen oder überlassen müssen. [[Stefan Jägers]] Einwanderungsbild will nicht ein Heldenepos sein. Es ist ein künstlerisch ausgereifter Bericht über das Ereignis der Einwanderung. Der Künstler heroisiert nicht - er zeigt, wie wir Heimat finden, und dass es ein eher fragwürdiges Glück gewesen sein mochte, das die deutschen Auswanderer in Ungarn vorgefunden hatten. Denken wir daran, wie nahe liegend es doch gewesen sein dürfte, zum Beispiel ein Triptychon mit der Eroberung des Banats durch den Prinzen Eugen, die Rodung der Wildnis und dem Triumph der Ernte als Einzelteile zu gestalten, so muss uns Stefan Jägers aufrichtige und dezente Darstellung über unsere Ankunft in der Fremde mit Dank erfüllen. Nichts Belastendes haftet dem Bild an, es ist frei von jeder großen Geste und von jeder Überheblichkeit. Es ist bemerkenswert, dass spätere Varianten sich einer triumphalen Darstellung zwar annäherten, bei den Banater Schwaben jedoch nie eine vergleichbare Aufnahme wie das eigentliche Einwanderungsbild gefunden haben. Das dürfen wir uns gut schreiben, dass wir mit Herz und Sinn immer für dieses Monumentalwerk Stefan Jägers gestimmt haben, es angenommen haben und bewahren wollen - denn es ist ein Stück von uns. Und das, wenn ich es richtig sehe, hat sehr viel mit dem zu tun, was wir unter Identität verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1/ Stefan Jägers Vater Franz Jäger (1839-1901) stammte aus Nakodorf und war in Tschene als Feldscher und Barbier tätig. Die Mutter Magdalena (1855-1927), geborene Schuller (Schuler), war ein adoptiertes Kind aus Billed, die einen kleinen Grundbesitz mit in die Ehe gebracht hat. Stefans älterer Bruder Ferdinand wurde 1875 geboren. Tschene bestand damals aus zwei Gemeinden: Serbisch-Tschene mit 3200 Einwohnern und Kroatisch-Tschene mit 500 auch deutschen Einwohnern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2/ Die kroatische Adelsfamilie Vuchetics gelangte um 1820 ins Banat, wo sie für ihren in der Militärgrenze gelegenen Besitz begütert wurde und über den regionalen Bereich hinaus Einfluss ausübte. Sämtliche 23 Mitglieder der Gemeindevertretung im damaligen Tschene trugen den Namen Vuchetics (vgl. Franz Liebhard: Menschen und Zeiten. Bukarest: Kriterion 1970).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3/ Das Königreich Ungarn umfasste vor dem Ersten Weltkrieg 322.310 Quadratkilo-meter mit insgesamt 17 Millionen Einwohnern, von denen nur etwas über 7 Millionen ungarischer Nationalität waren. Neben ihnen lebten mehr als 2,5 Millionen Serben und Kroaten, nahezu 2 Millionen Slowaken, 380.000 Ruthenen, 2,5 Millionen Rumänen, über 2 Millionen Deutsche, 725.000 Juden, 91.000 Zigeuner und zahlreiche kleinere Gruppen anderer Nationalitäten. Die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts rücksichtslos betriebene Madjarisierungspolitik löste bei den Minderheiten nationale Gegenbewegungen aus, die 1918 zum Zerfall der Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie beigetragen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4/ Adam Müller-Guttenbrunns volkserzieherische Tätigkeit behandelt Dr. Hans Weresch ausführlich in „Adam Müller-Guttenbrunn - sein Leben, Denken und Schaffen&amp;quot;, 2 Bände, Freiburg 1975 im Selbstverlag. Kein anderer Autor aus Banater Wurzel ist bei den Banater Schwaben bekannter oder mehr gelesen. Für seinen 1910 bei Staackmann/Leipzig erschienenen Roman „Glocken der Heimat&amp;quot; wird vom Verlag eine Startauflage von 46.000 Exemplaren angegeben. Nur Jägers Einwanderungsbild fand als Reproduktion eine ähnliche Verbreitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5/ Nach der römisch-katholischen Elementarschule in Tschene besuchte Stefan Jäger 1889-93 die Private Handelsschule von Franz Wieszner in Temeswar. Wieszner (Wiesner, Wiessner) stammte aus Mähren, war 1860 nach Temeswar zugewandert und bis 1899 Direktor der Schule, die 1900 in den Besitz der Stadt überging. 1893-95 besuchte Jäger die Bürgerschule in Szegedin, wo seine künstlerische Begabung von dem Burgenländer Zeichenlehrer Obendorf erkannt und gefördert wurde. Ein Mittellosigkeitszeugnis der Gemeindebehörde Tschene verhalf ihm 1895-99 als Freischüler zur künstlerischen Ausbildung an der Zeichenlehrer-Bildungsanstalt / Landeszeichenschule (Modellzeichenschule) in Budapest (Schüler von E. Balló und B. Székely). Zur Bestreitung der Lebenshaltungskosten war Jäger genötigt, eine Erzieherstelle bei der gräflichen Familie Széchy anzunehmen. 1899-1901 Studienreisen durch Österreich, Deutschland, Italien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6/ Peter Jung (1887-1966), Hatzfelder Dichter und Journalist. 1920-28 und 1931-41 Schriftleiter der „Hatzfelder Zeitung&amp;quot;, 1928-31 Redaktionsmitglied der „Banater Deutschen Zeitung&amp;quot;. Veröffentlichungen in zahlreichen deutschsprachigen Publikationen vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. Sein Gedicht „Mein Heimatland&amp;quot; wurde von Wilhelm Ferch und Josef Linster vertont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7/ Als „ursprüngliches Einwanderungsbild&amp;quot; bezeichnet Dr. Matz Hoffmann (1891-1957) die drei Meter lange erste Ausführung des Bildes. Es wurde erstmals im Gertianoscher Kasinoverein ausgestellt. Dr. Peter Pink (1900-1973) übernahm die Bezeichnung in seiner biografischen Arbeit über Stefan Jäger. Das Bild befand sich im Besitz von Adam Röser und gilt heute als verschollen. In seinem Buch „Stefan Jäger. Maler seiner heimatlichen Gefilde&amp;quot;, Oswald Hartmann Verlag, Sersheim 1991, weist Karl-Hans Gross auf eine im Nachlass des Künstlers aufgefundene Negativplatte hin, in der ein Abbild des „ursprünglichen&amp;quot; Einwanderungsbildes vermutet werden könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8/ Dr. Peter Pink berichtet in „Stefan Jäger - Ein Banater schwäbischer Maler&amp;quot;: „Wie man jetzt hier erfuhr, war nicht nur Adam Röser der ‚Förderer’ des Einwanderungsbildes, sondern auch andere ehrenwerte Personen aus Gertianosch, und wohl gebührt auch der ganzen Gemeinde Gertianosch Dank und Anerkennung.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9/ Sowohl Franz Liebhard wie Dr. Peter Pink und Annemarie Podlipny-Hehn weisen auf die Bedeutung und Vielzahl der Skizzen von Stefan Jäger hin. In den Notizen zu seinem Lebenslauf führt der Künstler an: „...habe 1954 in Temeswar bei einer Regionalausstellung teilgenommen, wo auch ein Stück für das Regionalmuseum angekauft wurde. Dorthin habe ich Skizzen und Entwürfe überlassen (150 Stück).&amp;quot; – Wie Franz Ferch, damals Vorsitzender der Temeswarer Filiale des Künstlerverbandes, berichtet, hat das Temeswarer Museum Jägers Skizzen für 13.000 Lei angekauft. Dr. Peter Pink erwähnt „ca. 600 Skizzen, die (Stefan Jäger) in seinen letzten Lebensjahren nach Themen in Mappen geordnet hatte&amp;quot; und die nach dem Tod des Künstlers von seiner Nichte Maria betreut wurden. Jäger hatte die Skizzen in sechs Abschnitte gegliedert:&lt;br /&gt;
	1. Das Volksleben der Banater Schwaben (Bauarten, Trachten, Typen, Landwirtschaftliche Arbeit auf dem Acker, Mußestunden, Festtage)&lt;br /&gt;
	2. Landschaften - das Flachland des Banats in den vier Jahreszeiten&lt;br /&gt;
	3. Stillleben - Blumen und Obst&lt;br /&gt;
	4. Gemüsemarkt&lt;br /&gt;
	5. Portraits&lt;br /&gt;
	6. Zigeuneridylle&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10/ „Es waren die Behörden, die Intelligenz der Umgebung und nahezu 5000 Festgäste erschienen aus allen Gauen Südungarns.&amp;quot; (Stefan Dold: Die Einwanderung und Ansiedlung der Deutschen in Südungarn, Kurzgefasste Gelegenheitsbroschüre zur Bildenthüllung in Gyertyámos am 15. Mai 1910.) - Die „Temesvárer Zeitung&amp;quot; vom 18. Mai 1910 berichtet: „Aus Nah und Fern, von überall, wo der Bauernverein Mitglieder besitzt, waren Gäste - an 2000 Personen - erschienen, um Zeugen der wirtschaftlichen Erfolge und Bestrebungen der Gyertyámoscher zu sein. Ein besonderes Illustre erhielt das Arrangement durch die Enthüllung des Bildes 'Einzug der Deutschen in Ungarn', das, von einem engeren Landsmann gemalen, doppelt an Werth gewann.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11/ „Zur Enthüllungsfeier wurde auch ein Minister erwartet (Apponyi). Er kam aber nicht, weil die 48-er Partei hier sehr stark war. Es wurde sogar den Behörden verboten, in amtlicher Eigenschaft an der Enthüllungsfeier des Bildes und an der Ausstellung teilzunehmen. So hatte die politische Leidenschaft auch an diesem Feste ihre Hand im Spiel.&amp;quot; (Matz Hoffmann: 1785-1935. Hundertfünfzig Jahre deutsches Gertianosch, Banat- Rumänien. Temeswar 1935)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12/ Josef Wolf vom Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde Tübingen äußerte in einem Diskussionsbeitrag (43. Kulturtagung der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Landesverband Baden-Württemberg, 17./18.11.2007) die Ansicht, dass mit der Entscheidung für das Einwanderungsbild der Banater Schwaben ein Konkurrenzdenken mit den benachbarten Völkern nicht auszuschließen ist. Der ungarischen, slawischen und siebenbürgisch-sächsischen Landnahme sollte damit das Sinnbild einer schwäbischen beigestellt werden. - Es stellt sich die Frage, ob die von Franz Liebhard aufgegriffene angebliche Bemerkung Adam Rösers „damit nicht nur die Sachsen ihr Einwanderungsbild haben&amp;quot; in diesem Zusammenhang zu sehen wäre? Belege für diese Annahme gibt es zurzeit nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13/ In den langen Jahrzehnten zwischen der Festveranstaltung von 1910 und der Auszeichnung mit dem Arbeitsorden 1957 wurden Stefan Jäger kaum öffentliche Ehrungen zuteil. Es gab auch nur wenige, eher bescheidene Ausstellungen mit Werken des Hatzfelder Künstlers. In seinen Aufzeichnungen zum Lebenslauf notiert er 1953: „Bis 1942 habe ich von verschiedenen Aufträgen eine Lebensmöglichkeit gehabt, doch derzeit ist mein Einkommen höchst gering.&amp;quot; Besonders schwierig waren die Jahre 1947-48, als die Enteignung und Entrechtung der Banater Schwaben zu einer allgemeinen Notlage führte. Um die Zeit zu überstehen, musste Jäger die wenigen Wertsachen aus seinem Besitz veräußern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14/ Im Kapitel 7 „Kleine Chronik in Bildern&amp;quot; seines umfangreichen Jäger-Buches geht Karl-Hans Gross auf das Spätwerk des Hatzfelder Malers ein, das auch Gemälde zum Nachkriegsschicksal seiner Landsleute enthält: „Die Flucht&amp;quot;, „Einzug der Kolonisten&amp;quot;, „Die Verschleppung&amp;quot;. Jäger bewährt sich auch hier als zuverlässiger Chronist der Banater Schwaben, bemüht, das künstlerisch festzuhalten, was die Heimat veränderte und letztlich zerstörte. Es sind Schicksalsbilder über Ereignisse, die den Künstler menschlich tief bewegt haben. Die politische Auseinandersetzung hat er nicht gesucht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Repro: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1, Linkes Bild des Einwanderungs-Triptychons: Wanderung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2, Mittleres Bild des Einwanderungs-Triptychons: Rast&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3, Rechts Bild des Einwanderungs-Triptychons: Ankunft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufsatz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturtagung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Identität]]&lt;/div&gt;</summary>
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		<id>https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0215_-_Schwierige_Lehrjahre&amp;diff=13954</id>
		<title>ART:0215 - Schwierige Lehrjahre</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;77.7.86.114: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitschrift&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Gross &lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Karl-Hans&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Schwierige Lehrjahre&lt;br /&gt;
 |Zeitschrifttitel    = Volk und Kultur&lt;br /&gt;
 |Untertitel          = Zeitschrift des Rates für Kultur und sozialistische Erziehung&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = București&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            = 32&lt;br /&gt;
 |Heftnummer          = 5&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsjahr    = 1980&lt;br /&gt;
 |Seite               = 17-18&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Stefan Jägers Schul- und Fortbildung'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich im Jahre 1895 der junge [[Stefan Jäger]] nach [[Budapest]] begab, um sein Malstudium zu beginnen, musste er vorerst mit der Pferdefuhre nach [[Gertjanosch]], der Nachbargemeinde, gebracht werden, weil doch an seinem Geburts- und Heimatort [[Tschene]] einstweilen noch keine Eisenbahnlinie vorbeilief. Allerdings, etliche Jahre später, konnte der junge Maler seine Heimatgemeinde schon mit dem Zug anreisen, da nämlich so um die Jahrhundertwende eine Anschlusslinie durch die neuerbaute Hatzfeld-Pardanyer-Linie geschaffen wurde. Mit einem dieser Züge fuhr also der nun achtzehnjährige [[Stefan Jäger|Stefan]] in die Metropole, um sich als Kunstmaler ausbilden zu lassen. Übrigens hatte er diesen Weg nicht zuletzt auf Anraten seines Zeichenlehrers [[Obendorf]] eingeschlagen, der eigentlich sein Talent erkannte und die Zuneigung fürs Zeichnen und die schönen Künste an der [[Szegediner]] 6-klassigen Knabenbürgerschule förderte, wo Jäger die zwei oberen Studienjahre (1893 – 95) besuchte, nachdem er schon bereits vier Klassen an der privaten [[private Bürgerschule|Bürgerschule]] [[Wieszners]] in [[Timișoara|Temeswar]] absolviert hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 8. September 1895 inskribierte der Szegediner Mittelschulabsolvent [[Stefan Jäger]] an der in Budapest funktionierenden [[Modellzeichenschule]] und Zeichenlehrer-Bildungsanstalt und war dann während des 4jährigen Studiums zeitweilig Schüler etlicher Lehrmeister der Malkunst. So durfte er sich späterhin rühmen, Schüler eines Professor [[Balló]] und des Künstlers [[Székely]] gewesen zu sein. [[Balló]] (geb. 1859) war kein unbedeutendes Künstlervorbild für den studierenden Jäger. Er kam im gleichen Jahr wie Jäger, natürlich als Lehrer und nicht als Eleve, an diese Budapester Malschule und befasste sich hauptsächlich mit Porträtieren. Obzwar erst 36jährig, hatte der neue Kunstlehrer dennoch ein gediegenes Wissen und Können, weil er doch als überaus fähiger und eifriger Schüler bei [[Greguss]] und [[Székely]] in Budapest, bei [[Leitz]] an der Münchener Akademie und [[Sauvens]] in Paris in die Lehre gegangen war. Aber auch als überaus fleißiger Kunstschaffender und nicht nur Kunstpädagoge machte sich Balló in späteren Jahren einen Namen. Er schuf viele großflächige Ölbilder (z.B. „Pieta“) und vor allem Porträts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der aus Klausenburg stammende [[Székely Bertalam]] (1835 – 1910) lehrte schon seit längerer Zeit (1871) an dieser Schule, wo er dann auch 1903 Vorsteher der Lehranstalt wurde. Als gewesener Schüler des Wiener Künstlers [[Rahl]] und des Münchener Malers [[Piloty]] war er in Ungarn längst bekannt. Er malte historische Bilder (z. B. die „Zrinyer Schlacht“), Altarblätter („Golgatha“), Genrebilder („Sturm“, „Das Geständnis“), Aktbilder („Die Quelle“, „Badende Frauen“, „Leda“) und Fresken, wie z. B. am Opernhaus in Budapest. Bei diesem berühmten Künstler nimmt Jäger im anatomischen Zeichnen Unterricht. Nicht nur die genauen Anatomiekenntnisse konnte Jäger diesem Meister verdanken, sondern, im gewissen Sinne auch das Wissen und Können um die Farbgebung seiner Bilder. Insbesonders die leuchtenden Farben in den späteren Jäger-Bildern dürften als ein Nachklang der Lehren dieser Malerpersönlichkeit angesehen werden können, da Székely selbst impressionistische Ausdrucksformen suchte und etliche Arbeiten dieser Art schuf: „Die Tänzerin“, „Notturno“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der erwähnten Budapester Malschule wirkten aber auch noch [[andere gute Meister]]. Und Stefan Jäger konnte sich während seiner Lehrzeit ein gediegenes Wissen um die schönen Künste aneignen. In besonderer Weise zeigte sich der gelehrsame Kunstmalereleve im Zeichnen begabt und so konnten ihm seine Lehrmeister ungehindert die strengen Regeln der Perspektive, der Linien- und Strichführung und im Allgemeinen wie im Besonderen die Gesetze der akademischen Kunst beibringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Glücklicherweise sind uns aus dieser seiner Lernzeit etliche Stift-, Kohle, Tuschzeichnungen und Arbeiten in anderen Techniken erhalten geblieben. Es sind meist Lernarbeiten oder Zeichenstudien, die er von lebenden oder leblosen Pflichtmodellen in der Schulwerkstätte ausgeführt hat: [[Aktstudien]], [[Porträte]], [[Studienköpfe]], [[Säulenbasen]] und [[-voluten]] und dergleichen architektonische Studien der klassischen Baukunst. In besonderer Weise scheint es dabei auf die Linien- und Strichführung, die Schattierungstechnik und den perspektivischen Aufbau angekommen zu sein. Überaus pedant und genau liegen die feinen Striche neben-, vor- oder übereinander schraffiert und lassen die vielen ungezählten Handbewegungen beim Füllen der Flächen und Ziehen der Konturen eindeutig erkennen. Genau sind die Proportionen an den Gesichtern im Profil oder Halbprofil, dem nackten Körper eines Mannes, dem Akt einer Frau, den Fuß- oder Handstudien abgesteckt und zeugen von dem anatomischen Wissen, das sich der eifrige Schüler von Tschene während der Lehrjahre angeeignet hat. In den vier Jahren seiner Berufsschulung erzielte Jäger demzufolge immer wieder die Anerkennung seiner Lehrer, indem sie ihm Lob und gute Zensuren für seine bemerkenswerten Leistungen erteilten. Nicht zuletzt sollte sich dieses Wohlwollen auch in einer anderen Hinsicht bemerkbar machen. Man ermöglichte dem mittellosen Künstlereleven das [[Freistudium]] an der Anstalt. Dazumal waren nicht nur Einschreibegebühren, sondern auch Schultaxen an den Lehrstätten zu entrichten. Demnach hatte auch Jäger für das an der Anstalt getätigte Studium zu bezahlen. Damit im Zusammenhang vermerkt der „amtierende Buchhalter“ (Csészár Dénes) in den Schulakten, dass der Kunststudent Stefan Jäger (I. Jahrgang) für das erste Halbjahr des Schuljahres 1895/96 am 9. September 1895 4 Kronen Einschreibetaxen und 10 Kronen Schulgeld entrichtet hat. Am 5. Feber 1896 sind weitere 10 Kronen Schulgeld für das 2. Halbjahr (also waren es 20 Kronen für das ganze Schuljahr) vermerkt. Im 3. Studienjahr ist dann der fleißige Kunststudent teilweise und schließlich im 4. Studienjahr vollkommen von den Schultaxen befreit, wobei in den Akten Jägers auf die ministerielle Verordnung unter Nr. 14.933/93 Bezug genommen wird. Als Taxen-Eintragung finden sich bei Stefan Jäger für dieses Schuljahr bloß 4 Kronen Einschreibegebühr und 1 Kr. 60 Fill. Schulkorrespondenz. Zu bemerken wäre noch, dass möglicherweise die Mittellosigkeit der Familie noch durch die Krankheit des Vaters (verstorben 1901) bedingt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz des Freistudiums, das die Budapester Lehrstätte dem mittellosen Kunsteleven zuerkannte, hatte es der studierende Jäger nicht leicht. Er musste nämlich auch für seinen Unterhalt aufkommen. Da er aber gerade in dieser Zeit von seinen Eltern nur kleinere Zuschüsse erhoffen konnte, musste er sich noch um eine Stelle als [[Erzieher]] oder Hauslehrer bei der gräflichen Familie [[Sechy]] bewerben. Dennoch aber reichte sein verdientes Geld an manchen Tagen meistens nur für ein karges Mahl aus. Daran sollte sich der Künstler noch im hohen Alter erinnern. Es war nach den offiziellen Feierlichkeiten, die man zu seinem „Achtzigsten&amp;quot; und der Verleihung des [[Arbeitsordens]] (1957) abgehalten hatte. Wir standen im engen Kreise um den alten Meister herum. Und wenn ich heute, nach all den Jahren, so in meinem übervollen Gedächtnisspeicher krame, steht er plötzlich in seiner ganzen Leibhaftigkeit vor mir. Ein lange schon verlebter Augenblick ist wieder da, ist wahr und Wirklichkeit geworden, und eine leise aber immer noch deutlich wahrnehmbare Stimme spricht: ''„Weil die wenigen ,Kreuzer’ nicht immer ausreichten und eingeteilt werden mussten, ging ich häufig auch in eine billigere Auskocherei. Welcher Art diese war, lässt sich schon daraus ersehen, dass als einziges Essbesteck ein eingedellter Blechlöffel mit einer Eisenkette an der rohgezimmerten Tischplatte festgemacht war. Die Mahlzeiten bestanden natürlich nur aus einem einzigen Gang. Man wurde prompt und tatsächlich recht schnell bedient. Da eilte nämlich Einer mit einem großen kübelartigen Suppentopf und einer mächtigen Wurstspritze schnellen Schrittes gleich herbei. Das war so ein ähnliches Werkzeug, wie man es bei uns auf dem Dorfe beim Schweineschlachten verwendet. Mit dieser Spritze wurde Suppe aus dem großen eisernen Topfe angesaugt und dem hungrigen Gast in den Blechteller eingespritzt. Aus einem zweiten Geschirr wurde mit einem großen flachen Schöpflöffel noch eine dicke Knödel hinzugereicht. Das Ganze kostete so einen Sechser. War man noch hungrig nach dem Essen oder besser gesagt, hatte man noch etwas Kleingeld in der Tasche, bekam man für den halben oder ganzen Kreuzer, je nachdem, noch einen kleinen oder größeren Zuschlag mit der Spritze ausgefolgt. Allerdings, eine zweite Knödel gab es nicht.“''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1899 hatte Stefan Jäger seine Studien in Budapest beendet. Er blieb zunächst in dieser Stadt tätig und belieferte eine dortige Kunsthandlung ([[Almásy]]) mit Altarblättern, Heiligenbildern und anderen Arbeiten, meist auf Bestellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bestreben, sich fortzubilden, unternahm der junge Künstler alsbald eine [[Studienreise]] nach Österreich, Deutschland und Italien, die aber vorzeitig wegen des schlechten Gesundheitszustandes seines Vaters abgebrochen werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zweite zielgerichtete [[Studienreise]], nämlich zur eingehenden Erforschung der Einwanderungstrachten, machte Stefan Jäger im Jahre 1906 nach Deutschland. Zwischendurch arbeitete er für Budapest und andere Städte und wurde immer mehr bekannt. So wird, in dem zu Beginn des 2. Jahrzehnts von Ulrich Thieme und Felix Becker herausgegebenen „Allgemeines Lexikon d. Bildenden Künstler v.d. Antike bis zur Gegenwart. Bd. XVIII“, Jäger als Schüler der Akademie zu Budapest geführt, der Altarblätter und eine historische Komposition (gemeint ist das [[„Einwanderungsbild“]], m. Anmk.) gemalt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alsbald entschließt sich der Maler für seine Heimat und es folgen noch viele Jahre ersprießlichen Schaffens und Werdens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Repro&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei schlechtem Weg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitschrift]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volk und Kultur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hauslehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kurzbiografie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>77.7.86.114</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitung&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Geier&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Luzian&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Kleines NBZ-Lexikon&lt;br /&gt;
 |Zeitungstitel       = Neue Banater Zeitung&lt;br /&gt;
 |Untertitel          = NBZ-Kulturbote&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = Timișoara&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            = 28&lt;br /&gt;
 |Nummer              = 6775&lt;br /&gt;
 |Datum               = 23.09.1984&lt;br /&gt;
 |Seite               = 3&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Banatdeutsche Persönlichkeiten'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''(109. Fortsetzung)''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
JÄGER, STEFAN, Bekanntester und beliebtester „Schwabenmaler&amp;quot;, geb. am 28. Mai 1877 in [[Tschene]] als Sohn des Barbiers und Feldschers [[Franz J.]] und der [[Magdalena]] (geb. Schuller aus Billed). Jäger starb am 16. März 1962 in [[Hatzfeld]]. Kindheit und [[Volksschule|Volksschulunterricht]] (1877 – 1839) im Geburtsort, 1889 – 1393 Schüler der „[[private Bürgerschule|Bürgerschule und öffentlichen Handelsmittelschule]]“ des [[Franz Wiessner]] in Temeswar setzte seine Mittelschulstudien anschließend zwei Jahre an der Szegediner Bürgerschule fort, wo Zeichenlehrer [[Obendorf]] seine Begabung entdeckte und in ihm das Interesse für die Malerei weckte. Ausschlaggebend für seinen Werdegang wurde der Besuch der Budapester [[Musterzeichenschule]] und Zeichenprofessorenanstalt, wo er u.a. Schüler von [[Balló Ede]] und [[Székely Bertalan]] war (1895—1899). Dem Abschluss des Kunststudiums folgten [[Studienreisen]] nach Österreich, Deutschland und Italien. Rückkehr ins Banat 1901 (Tod seines Vaters), danach freischaffender Künstler (1902 – 1906) in Budapest. Es entstanden auf Bestellung vorwiegend Stilleben, Idyllen und Landschaftsbilder. 1906 erster großer Auftrag aus seiner Heimat für das Großgemälde [[„Die Einwanderung der Schwaben ins Bannt“]] durch die Gemeinde [[Gertjanosch]], die ihm auch eine [[Reise]] nach Deutschland zwecks Trachtenstudien ermöglichte. Nach der feierlichen Enthüllung des [[Einwanderungstriptychons]] 1910 in Gertjanosch lässt sich Jäger endgültig in Hatzfeld nieder. Trachtenstudien und Skizzen sowie Heimatbilder entstehen, 1914 – 1913 Fronteinsatz beim [[Landsturm]], Rückkehr nach Hatzfeld, widmete sich weiter ausschließlich der Malerei, Erste große [[Ausstellung]] 1930 in Großbetschkerek (Jugoslawien). 1930 – 1940 Glanzzeit von Jägers Heimatkunst. Verleihung des [[Arbeitsordens]] II. Klasse anlässlich des 80. Geburtstages (1957). Erste große [[Gedenkausstellung]] 1967 im [[Banater Museum]] Temeswar, 1969 Gründung der [[Stefan-Jäger-Gedenkstätte]] mit ständiger Ausstellung im ehemaligen Atelier des Malers. Nach: [[Stefan Jäger]] (Kriterion 1972) und [[Banater Malerei]] (Kriterion 1984) von [[Annemarie Podlipny-Hehn]], [[Stefan-Jäger-Biographie]] von [[Dr. Peter Pink]] (Typoskript), Studien von [[Franz Liebhard]], [[Karl-Hans Gross]] und neuesten NBZ-Beiträgen vom 16. März 1982 (20. Todestag des Malers) und 1. Januar 1983 („Hatte Stefan Jäger ein Vorbild ?“)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neue Banater Zeitung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kurzbiografie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>77.7.86.114</name></author>
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		<title>ART:0236 - Seine Landleute und ihr Schaffen gewürdigt</title>
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		<updated>2015-04-08T12:42:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;77.7.86.114: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitung&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Geier&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Luzian&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Seine Landsleute und ihr Schaffen gewürdigt&lt;br /&gt;
 |Zeitungstitel       = Neue Banater Zeitung&lt;br /&gt;
 |Untertitel          = NBZ Heide-Blatt&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = Timișoara&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            = 26&lt;br /&gt;
 |Nummer              = 5992&lt;br /&gt;
 |Datum               = 16.03.1982&lt;br /&gt;
 |Seite               = 3&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Zum 20. Todestag des Schwabenmalers Stefan Jäger'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Geschichte des banatdeutschen Volkslebens steht noch aus, sollte sie mal geschrieben werden, so sind die Darstellungen des Hatzfelder Malers [[Stefan Jäger]] wichtige Vorlagen dazu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn keiner der Banatdeutsehen hat so wie er „das ganze Dasein&amp;quot; seiner Landsleute festgehalten, „von der Wiege bis zum Grabe&amp;quot;, ihre ganze Umwelt in ihrer Vielfalt und ihrem Reichtum, von der Landschaft bis in den engen Familienkreis, die schwäbische Stube, den Gang, die Stiege, den Hof und Garten, das Brauchtum, so wie wir es oft schon „nimmer auffinden'&amp;quot; (nach [[Peter Barth]]), die Tracht bei den verschiedenen Anlässen und mit den typischen Merkmalen in den einzelnen Ortschaften, wahre ethnographische Dokumente, und nicht zuletzt das Leitmotiv Arbeit, das auf unzähligen Gemälden wiederkehrt. Desgleichen vermerkte Jäger wichtige, oft entscheidende Momente im Werdegang dieser, seiner Gemeinschaft, von der Einwanderung und bis zu Ereignissen vor Kriegsende und kurz danach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sohn des Feldschers [[Franz Jäger]] aus Nakodorf (Nakovo, heute Jugoslawien) und der Billederin [[Margarete Schuller]] wuchs in [[Tschene]] auf, wo er auch den Weg in die Welt der Buchstaben beschritt. Sein Vater bestand auf Unterricht in deutscher Sprache und schickte seinen Sohn daher in die private Temeswarer [[private Bürgerschule|Bürgerschule]] des bekannten und geschätzten Pädagogen [[Franz Wiessner]], lange Zeit Vizepräses der städtischen Schul-Kommission. Von hier kam [[Stefan Jäger]] in die sechsklassige ungarische Mittelschule in [[Szegedin]], wo dank seinem Zeichenlehrer [[Obendorf]] sein Talent zum Durchbruch gelangte. Dieser veranlasste den Jugendlichen, vier Jahre die [[Musterlehranstalt]] zur Ausbildung von Zeichenlehrern in Budapest zu besuchen, was für seinen Werdegang ausschlaggebend war. Jäger hatte sich an dieser Anstalt am 8. September 1895 eingeschrieben. Sein wohl bedeutendster Lehrer, der sichtbare Einwirkungen auf den späteren Maler hinterließ, war der Piloti-Schüler [[Székely Bertalan]] (1835 - 1910), ein Klausenburger, der seine Ausbildung u.a. in Wien und München erhalten, wiederholt [[Studienreisen]] nach München, Paris und Italien unternommen hatte. Er galt als einer der größten muralen Meister des 19. Jahrhunderts in Europa und war zugleich als „genialer Historienmaler&amp;quot; bekannt (nach „Das geistige Ungarn“, II. Bd.). Von diesem Meister stammt das Wesentliche der Jägersehen Kunstauffassung und -praxis, die ein Leben lang Leitlinie des Malers blieb. Von ihm stammt Jägers „Achtung vor dem, einem sinnvollen Ganzen zugehörenden Detail und damit vor der Realität des Menschlichen und Gegenständlichen&amp;quot; ([[Franz Liebhard]]), die ihn von Abwegigkeiten und Unlogik im Schaffen bewahrte. Diese Besonderheiten im Lebenswerk des Schwabenmalers machen ihn themenverwandt mit anderen Székely-Schülern, wie beispielsweise [[Rudnay Julius]] (geb. 1878), der trotz Studien bei [[Hollosy]] in Wien, dann in Rom und Paris, auch zu einem „liebevollen Schilderer des Volkslebens&amp;quot; der Tiefebene wurde und mit großer Detail-Treue den „Csardas&amp;quot; (1901), „Die Sorge&amp;quot; (1905), den „Sonntag Nachmittag&amp;quot; (1908), „Die Schnitterin&amp;quot; (1912). „Die Mutter&amp;quot; (1912). „Die nähende Frau&amp;quot; oder den „Rastenden Musikant&amp;quot; (beide 1913) kunstvoll festhielt („Das geistige Ungarn&amp;quot;). Rudnay war möglicherweise ein Jahr Jägers Studienkollege in Budapest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einwirkung auf die Kunstauffassung und das gesamte Schaffen Stefan Jägers hatten die rund 15 Jahre Budapest-Aufenthalt auch durch den damaligen Künstlerkreis und durch die Kunst-Händler, über die er seine zum Lebenserhalt so wichtigen Aufträge erhielt; vorwiegend handelte es sich um Heiligenbilder und Landschaften, die damals entstanden. Dabei ist hervorzuheben, dass der Maler sich eigentlich nie, auch im Alter nicht, mit religiöser oder mythischer Thematik beschäftigte. Wichtig waren für sein Lebenswerk die [[Wanderjahre]], die den jungen Maler u. a. nach Wien, München, Stuttgart und Venedig gebracht hatten; dann die große [[Studienreise]] 1906 nach Deutschland im Hinblick auf die Gestaltung des [[Einwanderungsbildes]], das wohl bekannteste große Werk Jägers, das er 1910 vollendete (Triptychon, 6 m lang).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es bereits eine [[Jäger-Monographie]] gibt, ist das Werk des Malers noch nicht zur Gänze erfasst, bekannt und noch viel weniger ausgewertet, besonders die vielen [[Skizzen]] und Zeichnungen, die eine Fundgrube für den Ethnographen darstellen, dank der Art und Weise, wie er das Spezifische, die Details, Farben und Handlungen aufzeichnete. Dazu mit einer außerordentlichen Sorgfalt. Ebenso wertvoll sind die beigefügten Notizen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Bild der vielseitigen Thematik der noch ungenügend studierten Varianten zu einzelnen Problemkreisen des Alltags, der Wirklichkeitsnähe des Lebenswerkes [[Stefan Jägers]], bietet die durch mühevolle Arbeit angelegte [[Reproduktion-Sammlung]] unseres Mitarbeiters [[Eduard Jankovits]], die rund 500 Bilder umfasst und ein wahres Abbild des Banats darstellt. Daraus ist ersichtlich, wie sehr den Maler auch das Leben und Schaffen, das Brauchtum und die Tracht der Banater Rumänen interessierte, besonders die der Karascher Gegend, und das Leben der Zigeuner. Man merkt, welche Themen ihn immer wieder beschäftigten, beispielsweise die schwäbischen [[Mädchen in Festtracht]], [[Kinder beim Spielen]], die einzelnen [[Arbeiten auf dem Felde]], die [[Landschaft]], der [[Markt]], die [[„Herrischen&amp;quot;]] oder die [[Blumen]], die alle auf die enge Bindung, ein Verschmelzen seines Werkes mit dem Leben des Volkes und seiner Landschaft hinweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Jägers (16. März 1962) verblieb uns als Vermächtnis ein umfangreicher Schatz, bestehend aus Hunderten Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Skizzen, ein von einem „optimistischen Glanz&amp;quot; überzogenes Lebenswerk, beladen mit einer tiefen Heimatverbundenheit und einer zutiefst menschlichen und malerischen Botschaft, die einmalig ist für uns, für die banatdeutsche Kulturgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Foto:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1, Der Maler im Jahre 1925. Kopie nach einer Fotoplatte aus dem Atelier Gerger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Repro: Eduard Jankovits&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1, Schwäbische Mädchen in Festtracht, ein immer wiederkehrendes Thema im Schaffen des beliebten Schwabenmalers&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2, Ein weniger bekanntes Selbstporträt des Künstlers, das ihn im Atelier von etwa 40 Jahren darstellt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3, Porträtskizze: Stefan Jäger&lt;br /&gt;
Der Wind trägt es von Ort zu Ort,&lt;br /&gt;
Und jede Welle rauscht es fort,&lt;br /&gt;
Was ich ins Gold der Sterne schrieb:&lt;br /&gt;
Dass ich dich lieb!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vers: Peter Jung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neue Banater Zeitung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Werdegang]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wertung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>77.7.86.114</name></author>
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		<id>https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0037_-_Ein_Bild_und_sein_Maler&amp;diff=13951</id>
		<title>ART:0037 - Ein Bild und sein Maler</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;77.7.86.114: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitung&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Engelmann&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Nikolaus&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Ein Bild und sein Maler&lt;br /&gt;
 |Zeitungstitel       = Neuland&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = Salzburg&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            = 13&lt;br /&gt;
 |Nummer              = 36&lt;br /&gt;
 |Datum               = 03.09.1960&lt;br /&gt;
 |Seite               = 6&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Stefan Jägers Einwanderungsbild'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Tage hat es sich wieder einmal zugetragen, dass mich Landsleute in ihre Stube geführt und mir voll Stolz an einer Wand, geschmackvoll eingerahmt, das Bild [[„Die Einwanderung der Schwaben“]] gezeigt haben. Es hat gottlob wieder viele Freunde gefunden und soll uns daher Anlass sein, seines Meisters, des [[Jimbolia|Hatzfelders]] [[Stefan Jäger]], des ältesten aller schaffenden schwäbischen Künstler, zu gedenken. Sein Lebenswerk umfasst viele hunderte Blätter, Zeichnungen, Aquarelle, Arbeiten in Öl und eben sein Hauptwerk, das [[Einwanderungsbild]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geboren wurde er am 28, Mal 1877 in der gemischtsprachigen Gemeinde [[Cenei|Tschene]]. Dort war sein Vater, [[Franz Jäger]], Feldscher, das heißt, er hatte zu seiner Barbierkunst auch die Künste zur Ader zu lassen und Zähne zu ziehen erlernt. Die Mutter, [[Magdalena Schuller|Margarete]] geb. Schuler, war eine Billederin. Der Schulweg des Malers führte von der [[Volksschule]] in [[Cenei|Tschene]] über eine private [[private Bürgerschule|Bürgerschule]] in [[Timișoara|Temesvar]], in der damals noch deutsch unterrichtet wurde, und die sechsklassige Bürgerschule in [[Szeged]] an die [[Musterlehranstalt]] für die Ausbildung von Zeichenprofessoren in [[Budapest]]. Sein Talent wurde schon in [[Szeged]] entdeckt, wo sein aus dem Burgenland stammender Zeichenlehrer Obendorf es war, der den begabten Schüler nach [[Budapest]] verwies. Obwohl er dort die großen historischen Gemälde seines Meisters [[Székely Bertalan]] als Vorbilder zu studieren hatte, Gemälde, die damals dem Staats- und Volksbewusstsein und dem Nationalstolz der Ungarn großen Auftrieb gaben, richteten sich die Blicke [[Stefan Jäger|Jägers]] nach seiner Banater Heimat. Sie war das Ziel auch während seiner Wanderjahre, die ihn nach Wien, München, Stuttgart und nach Venedig führten. Im Jahre 1901 kam er in das Banat zurück und blieb ihm mit seinem ganzen Wesen und seiner ganzen Kunst bis auf den heutigen Tag verbunden. Nur 1906 gab es nochmals eine Unterbrechung, als er eine Studienreise nach Deutschland unternahm, um für sein damals schon, geplantes großes Bild alle Unterlagen zu erreichen und, vor allem, um die Trachtenkunde zu studieren. Aus diesen Studien ist eine Fülle von Zeichenblättern und Skizzen hervorgegangen, die den Meister schon sehr nahe an seine eigentliche Lebensaufgabe herangeführt haben: die Welt der schwäbischen Menschen, ihre Arbeit und ihre Feste darzustellen. Uns überfällt wirkliches Heimweh, wenn wir gelegentlich bei Freunden [[Stefan Jäger|Jägerscher]] Kunst vor einem seiner Aquarelle stehen – es gibt deren Gott sei Dank einige in Deutschland und Österreich –, seine Hochhaltung des einfachen Lebens und seine Ehrfurcht vor den Dingen bewundern dürfen. Seine Bilder sind Erzähltes mit Stift und Pinsel, klar und ehrlich in der Zeichnung, verhalten in der Farbe und in ihrem inneren Gehalt. Aus ihnen leuchtet Sinn für Güte und Liebe zum schwäbischen Volkstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mancher hat sich auch daran gestoßen, dass [[Stefan Jäger|Jäger]] so malte und so malt, als wäre das Banat das schönste Land der Welt. Die Kunst [[Stefan Jäger|Jägers]] richtet sich aber auch nach dem kleinem Mann, und der sah diese Welt immer naturgetreu. Ihn beseligt die barocke Bewegtheit der Bilder und die Liebe zum Dekorativen. Sicher, viele seiner Bilder sind schwerelos. Uns ist aber immer noch jene Gefühlsseligkeit zu eigen, die [[Stefan Jäger|Jäger]] mit seiner Kunst einzufangen weiß. Seine Bilder schweifen nicht von der Wahrheit ab, wenn sie auch von der Phantasie in der Liebe zum Gegenstand genährt sind. Von daher gesehen ist seine Kunst immer still gewesen. Sie hat deshalb eine so große Streuung erfahren. In der Stille seiner Bilder spürt man, wenn man das so sagen darf, die heiligen Wasser der Heimat fließen und deshalb ist [[Stefan Jäger|Jäger]] ein Maler des Volkes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zurück zu seinem [[Einwanderungsbild]], das nun hier wieder in vielen Stuben hängt. Es entstand in der Zeit zwischen 1906 und 1910, war von dem [[Cărpiniș|Gertianoscher]] Grundbesitzer [[Adam Röser]] angeregt und gefördert worden und wurde im Jahre 1910 auf einer Landwirtschafts- und Gewerbeausstellung in [[Cărpiniș|Gertianosch]] enthüllt. Wir wollen uns hier die eingehendere Beschreibung des Bildes ersparen – es ist in einer sehr geglückten Reproduktion im Pannonia-Verlag in Freilassing erschienen, einen Ausschnitt bringen wir in der heutigen „Neuland“-Nummer auf Seite 1 –, wollen aber darauf verweisen, dass auch in diesem Gemälde alle Eigenarten der [[Stefan Jäger|Jägerschen]] Kunst anzutreffen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild hat eine sehr bewegte Geschichte. Seine Ausmaße, 6 x 1,40 Meter, rücken es unter die Monumentalgemälde und so war es verständlich, dass es sehr bald in öffentlichen Besitz gelangte. Um 2000 Kronen wurde es von der Stadt [[Timișoara|Temesvar]] angekauft und im [[Banater Museum]] untergebracht. Im Jahre 1942, als die deutsche Volksgruppe in Rumänien eine eigene [[Forschungsstelle]] in [[Timișoara|Temesvar]] errichtet hatte, kam es in den Besitz dieser Institution, war gegen Ende des Krieges nach [[Blumenthal]] evakuiert und wurde 1945 wieder nach [[Timișoara|Temesvar]] zurückgebracht. Zur Zelt ist es, wenn die Informationen stimmen, im neuen Museum der Stadt [[Timișoara|Temesvar]], im ehemaligen Rittersaal des [[Banater Museum|Hunyadischlosses]], untergebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der jetzige Franz Liebhard und ehemalige [[Robert Reiter]], den wir immer als einen der stillen Repräsentanten gepflegter Geistigkeit und Kultiviertheit, als, Kunstfreund und Kenner geschätzt und verehrt haben, schreibt in einer umfangreichen Würdigung des Malers [[Stefan Jäger]] zu dessen 80. Geburtstag im Bukarester „Neuen Weg“ vom. 24. Mai 1957 – wir verdanken dem Beitrag die biographischen Daten und manche Anregung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Als ein wertvolles menschliches und malerisches Zeugnis wird das Einwanderungsbild, [[Stefan Jäger|Stefan Jägers]] unverändert die Sprache der Liebe zu den Menschen sprechen, die einem guten Zweck zuliebe zusammengreifen und bereit sind, als Mühende und Beladene ihren Weg zu suchen, bis sie feste Erde unter den Füßen fühlen und voller Zuversicht sagen können: Hier sind wir daheim, da senken wir unseren Spaten in die Erde, da zünden wir unsere Herdfeuer an und pflanzen ringsherum Bäume. Wie werden wir uns freuen, wenn über der Glut unseres Herdes das Brot gebacken sein wird und wir es teilen können mit den Gutgesinnten, die morgen ihr Brot mit uns teilen würden, wenn unsere Glut aus unvorhergesehenem Grund zeitweilig verlöschen sollte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir setzen diese Worte vollinhaltlich bewusst hierher, denn sie sind auch für unsere Welt hier genau so beherzigenswert und sind Grund, dass dieses Bild in die donauschwäbischen Stuben kommen müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger]] lebt heute mit seinen 83 Jahren noch voller Rüstigkeit und Schaffenslust in [[Jimbolia|Hatzfeld]]. Ihn verbindet eine gute Freundschaft mit dem ebenfalls in [[Jimbolia|Hatzfeld]] lebenden Dichternestor der Banater Schwaben [[Peter Jung]]. Beider Leben verläuft still und (…?) abseits von der Banater schwäbischen Gesellschaft. [[Stefan Jäger|Jäger]] erhielt für seine „realistischen malerischen Schöpfungen den [[Arbeitsorden]] der Rumänischen Volksrepublik und bezieht ein angemessenes Ruhegehalt. Wir hier bedauern nur aus ganzem Herzen, dass der Eiserne Vorhang auch die Welt der Kultur und der (…?) trennt. Die Kunst [[Stefan Jäger|Jägers]] fände hier viele Freunde. Manches Bild und manche Zeichnung würde, hier gewiss die Wohnung seiner Landsleute bereichern. So dürfen wir uns immer freuen, wenn wir gelegentlich einem der geretteten Bilder begegnen. Dann kommt einem aber immer das „Gebet für die Maler“ von Wilhelm Franke auf die Lippen, in dem es heißt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Nicht für mich bitte ich –&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für meine liebsten Brüder, die Maler!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß sie verborgen leben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im letzten Dorf,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verwirrt bis in der Seele Urgrund&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vom Bergsturz der Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr, gib, dass ihrem Tische das Brot nicht fehle,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihrem Herd nicht das Feuer;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gib ihnen wahre Freunde mit bilderlieben Augen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und hilfreichen Händen!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Repro:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1, Die Einwanderung…&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neuland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kurzbiografie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wertung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Budapest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tschene]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gertianosch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hatzfeld]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Temeschburg]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>77.7.86.114</name></author>
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		<id>https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0300_-_Stefan_J%C3%A4ger_-_ein_Banater_Maler&amp;diff=13950</id>
		<title>ART:0300 - Stefan Jäger - ein Banater Maler</title>
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		<updated>2015-04-08T12:38:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;77.7.86.114: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Aufsatz&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Bräuner &lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Hans&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Stefan Jäger – ein Banater Maler&lt;br /&gt;
 |HerausgeberName     = &lt;br /&gt;
 |HerausgeberVorname  =&lt;br /&gt;
 |Buchtitel           = Beiträge zur deutschen Kultur&lt;br /&gt;
 |Untertitel          = Forschungen und Berichte&lt;br /&gt;
 |Reihentitel         = Jg.3, H. 2,&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = Freiburg i.Br.&lt;br /&gt;
 |Verlag              =&lt;br /&gt;
 |Entstehungsjahr     = 1986&lt;br /&gt;
 |Seite               = 25-29&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''geb. am 28. Mai 1877 – gest. am 16. März 1962'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Anblick der Bilder [[Stefan Jägers]] fühlen wir Banater Schwaben uns angesprochen, wir spüren die Zugehörigkeit zu dieser Landschaft der Banater Heide. Die Bilder Stefan Jägers sind geprägt von Flächen und Linien, von einer gedämpften und doch heiteren Farbigkeit, und sie vermitteln uns ein Glücksgefühl über die Schönheit unserer Heidelandschaft mit ihren Menschen. Darin wird der Wille geweckt, die Natur und die Landschaft unserer Heimat in Erinnerung zu bewahren, um so mehr, weil die Erinnerung das einzige Paradies ist, aus dem wir nicht vertrieben werden können und weil nur die Erinnerung wahr redet und in uns die Hoffnung nährt, die ein schönes und berechtigtes Ziel ansteuert, das verpflichtet und verwirklicht sein will. Wichtig ist, bei allen Bildern Stefan Jägers stehen zu bleiben und zu schauen, – sich intensiv ansprechen und die Gemälde auf sich wirken zu lassen. An mich wurde am 17. März 1962 das Ersuchen der Hatzfelder Bevölkerung gerichtet, Stefan Jäger [[Abschiedsworte ins Grab]] nachzurufen, was auch geschah. – Aus Anlass der Eröffnung der [[Gedenkstätte]] für Stefan Jäger, die am 31. Mai 1969 in Hatzfeld in seiner geräumigen Kunstwerkstatt geschmackvoll eingerichtet wurde und heute das Ziel einer Wallfahrt vieler heimatverbundener Banater Schwaben und Freunde der Banater Schwaben ist, durfte und konnte ich als Beauftragter der Stadt Hatzfeld in den mir zugeteilten Minuten unseren Hatzfelder Landsleuten und den Ehrengästen Stefan Jäger und sein Lebenswerk würdigen, und ich habe folgendes gesagt: ''„Einem bescheidenen, innerlich aufrechten Mann, der am 16. März 1962 von uns gegangen ist, ist diese ehrfurchtsvolle Gedenkstunde sowie diese Gedenkstätte gewidmet von und durch die fördernde Liebe unserer Banater Heimat und der Männer des Komitees für die Förderung der Kultur des Kreises Temeswar.&lt;br /&gt;
Kulturfördernde Auswirkungen waren und sind Zeugen großer sittlicher und völkischer Verantwortung unseres Heimatbewusstseins der Kultur und Kunst unseres Volkes gegenüber.&lt;br /&gt;
Wer war dieser Mann?&lt;br /&gt;
Dieser Mann war [[Stefan Jäger]] (28. Mai 1877 – 16. März 1962), – der Sohn der Gemeinde [[Tschene]], der Siedlung am Rande des Großen Sumpfes, – der Sohn des Feldschers [[Franz Jäger]], der aus Nakodorf stammte, in Budapest das Barbierfach erlernte und sich die Befähigung Ader zu lassen und Zähne zu ziehen erwarb, und sich seine zwanzig Jahre jüngere Frau&lt;br /&gt;
- [[Margarete Schuller]] aus Billed – per Achs heimholte,&lt;br /&gt;
- der Schüler der Tscheneer Katholischen [[Volksschule]], die auch von kroatischen Kindern besucht wurde,&lt;br /&gt;
- der Schüler der Mittelschule [[Wiesners]] zu Temeswar,&lt;br /&gt;
- der spätere Schüler der Mittelschule zu [[Szegedin]], wo sein Talent von dem Zeichenlehrer [[Obendorf]], der aus dem Burgenland stammte, entdeckt, ausgerichtet und gefördert wurde,&lt;br /&gt;
- der Schüler der [[Musterlehranstalt]] für Zeichenlehrer zu Budapest, wo der Meister [[Székely Bertalan]] seinem Malertalent zum Durchbruch verhalf und in ihm eine gesunde Kunstauffassung reifen ließ: Achtung vor dem, dass das Detail zu einem sinnvollen Ganzen gehört, Achtung vor der Realität des Menschlichen und Gegenständlichen. Dieser Kunstauffassung blieb er zeitlebens treu.&lt;br /&gt;
Stefan Jäger war der Wanderer, der fahrende Schüler der Malerei. Stationen: Wien, München, Stuttgart, Venedig.&lt;br /&gt;
Stefan Jäger war der Mann, der 1901 und 1906 auf einer großen [[Studienreise durch Deutschland]] im Auftrage Gertjanoscher Landsleute Aufschlüsse über die [[Trachten]] unserer Siedlerahnen aus dem 18. Jahrhundert suchte und fand und so das Triptychon [[„Die Einwanderung der Schwaben&amp;quot;]] schaffen konnte. Stefan Jäger war der Mann, der als [[Landsturmmann]] von 1914 bis 1918 bald an der serbischen, bald an der italienischen, bald an der rumänischen Front im Einsatz war.&lt;br /&gt;
Stefan Jäger war der Maler unseres Heimatstädtchens Hatzfeld, der hier fünfeinhalb Jahrzehnte schöpferische Arbeit leistete und den [[Arbeitsorden]] zu seinem achtzigsten Geburtstag von seiten des rumänischen Staates erhielt. Diese seine Arbeit ist in ihrer Gesamtheit durch eine vielfältige Thematik, durch die Art und Weise, wie sie den Alltag und das Festliche der Banater widerspiegelt, durch ihre realistischen Vorzüge, ihre Wirklichkeitsnahe, unserer Banater Heimat zugehörig. Ihr positivster Zug besteht darin, dass die Landschaft, unsere Heide, ihre höchste Sinnerfüllung durch die Arbeit empfängt, die der Mensch in ihr vollbringt. Das ist Stefan Jäger.&lt;br /&gt;
In dieser Gesinnung wollen wir ehrfurchtsvoll diese durch seine Arbeit geheiligten Räume betreten und für alle Zukunft das Vermächtnis seiner Kunst Generationen erschlossen hinterlassen.“''&lt;br /&gt;
Diese in einer gedrängten Form angeführten sachlichen, klaren Aussagen über Stefan Jäger entheben uns nicht, auf manches im einzelnen einzugeben; obzwar man Gefahr läuft, sich zu wiederholen.&lt;br /&gt;
Der aus [[Schine]] (das ist die mundartliche Bezeichnung für die Banater Ortschaft [[Tschene]]) gebürtige Stefan Jäger ließ sich im Jahre 1910 in der Heidegemeinde Hatzfeld nieder. In dieser Zeit war der verhältnismäßig junge Kunstmaler (33.) kein Unbekannter mehr. Er hatte schon mehrere Bilder für den Budapester Kunsthändler [[Almásy]], so auch Heiligenbilder und Altarblätter für verschiedene Auftraggeber gemalt und wurde schließlich in seiner engeren Heimat (im Banat) durch diese und vor allem durch das große [[„Einwanderungsbild“]] (1,45x5,10) bekannt. Auf drei großen gestaltenreichen Ölgemälden versucht Jäger, Momente des historischen Vorganges der Einwanderung unserer Siedlerahnen festzuhalten: ein Zug unterwegs, die Rast (Ankunft) und schließlich das Aufbauen der neuen Heimat. Diese Gemälde gehören sowohl inhaltlich wie auch der Malweise nach inhaltlich zusammen. Nach wechselvollem Schicksal befinden sie sich heute im Besitze des Banater Temeschburger [[Kreismuseums]] und können in der [[Gedenkstätte Stefan Jäger]] in Hatzfeld besichtigt werden.&lt;br /&gt;
Die Hatzfelder stellen Stefan Jäger in eine Reihe mit den verdienten Männern ihres Städtchens nicht nur allein und aus dem einzigen Grunde, weil Stefan Jäger Hatzfeld zu seiner [[Wahlheimat]] gemacht hat, sondern vielmehr, weil seine gesamte Malertätigkeit auch mit dieser Heidegemeinde verflochten ist und weil die meisten seiner Bilder hier entstanden sind, obzwar er die vielen lebensnahen Themen seines Wirkens aus den nahen und fernen Dörfern der schwäbischen Heimat geschöpft hat. Hier in seiner Wahlheimat lebte er zwar zurückgezogen, für manchen unbekannt und wohl auch noch verkannt, dahin; obwohl schon sein großes Interesse und seine ganze Liebe gerade dieser Landschaft und der werkenden Landbevölkerung galt. Stefan Jäger, fern jedem oberflächlichen und formalistischen Streben, blieb der Wirklichkeit treu, seine Kunst war in all den Jahren dem an Arbeit und auch an malerischen Festen reichen Leben der Banater Schwaben gewidmet. Stefan Jäger hat in liebevoller Mühe – von blasierten und entwurzelten Ästheten oft als „Bauernmaler&amp;quot; geringschätzig und verächtlich angesehen – ein Werk geschaffen, das wohl über die Tageserfolge hinausging und lebendig bleiben wird. Seine [[Skizzenblätter]] – ihre Zahl beträgt über 100 – mit Aufzeichnungen versehen, die Trachten aus allen Dörfern mit größter Genauigkeit festhalten, vergleichen und unterstreichen und dadurch wird das künstlerisch Lebendigste und Wirkungsvollste ins Licht gerückt. Diese Skizzenblätter könnten einem Fachmann hilfreich sein, ein interessantes Trachtenbuch der Banater Schwaben zu schaffen.&lt;br /&gt;
Diese wesenhafte Verbindung, die der Künstler in steter Arbeit zu Land und Leuten seiner unmittelbaren Umgebung immer gehegt und gepflegt und geformt hat, lassen sich in unzähligen Bildern erkennen und empfinden. Und so findet er gerade in diesem Landschaftsbereich zu seiner Kunst, die in vollen Zügen aus dem Leben seiner Menschen schöpft. Er hält überall im Dorfe und den Fluren Ausschau nach realistischen Dingen und Erscheinungen seiner nächsten Umgebung und verleiht ihnen in ungezählten Bildern nicht nur einen künstlerischen, sondern auch einen geschichtlichen, ethnographischen sowie hohen moralischen Wert. So verstehen wir seine Bilder, so begreifen wir sein Werk und sehen im einzelnen auch jene Bilder, die in strikter Weise auf unsere Ortschaft (Hatzfeld) bezogen sind: Die [[„Hatzfelder Kerweih“]] (Öl), mit der Floriani-Statue als Wahrzeichen des großen Dorfes im Hintergrund und dem Kerweihzug, dem vielen Volke, im malerischen Trachtenkleid, das der Künstler zum großartigen Geschehen formt; – die [[„Heimkehr vom Feld“]] (Öl), mit den heimwärts ziehenden Feldarbeitern vor dem Cholerakreuz, das als zentraler Fluchtpunkt tief im inneren des Bildes steht; der [[„Hatzfelder Wochenmarkt“]], vor dem schmiedeisernen Schlossparkzaun; die [[„Jahrmarktszene“]], draußen auf der großen Hutweide vor dem Zettelhaus; der [[„Dorfrand“]], mit den zierlichen Häusergiebeln vor der Kaul; der [[„Melonenmarkt“]], der [[„Kirchgang“]], [[„Auf der Straße“]], im [[„Hinterhof“]], dem [[„Blumengarten“]] und dem [[„Hühnerhof“]], ja in allem verrät uns der vorsorgliche Maler durch schier unbedeutende Beiordnungen und Details den unverkennbaren Ort der Handlung. Nichtsdestoweniger bestärkt er den Beschauer in seinen Annahmen und Gefühlen durch die vielen Aquarell-, Tusch- und Bleistiftskizzen, deren Bedeutung wir schon oben unterstrichen haben, wo er oft mit leserlicher Schrift hinzunotiert: [[„Südzeile“]], [[„Hatzfeld (gegen Heufeld)“]], [[„Wochenmarkt (in Hatzfeld)“]], [[„Vor Allerheiligen (am Friedhof)“]], [[„Herbstabend (Gänseflug in Hatzfeld)“]], [[„Schaffelmacher (Zsombolya)“]], [[„Dorfpartie (Hatzfeld, gelbgrün)“]], usw. usf.&lt;br /&gt;
Mit dem Jahr 1895 beginnt seine berufliche Ausbildung in Budapest an der schon oben angeführten [[„Modellzeichenschule und Zeichenlehrer Bildungsanstalt&amp;quot;]]. Der Beginn seines künstlerischen Schaffens geht auf die Jahrhundertwende zurück. Nahezu 60 Jahre wirkte er ununterbrochen auf dem Gebiete der Malerei. Seine Biographie enthält kaum etwas Außergewöhnliches, insbesondere wenn wir von den beiden Studienreisen (1901 und 1906) und dem Kriegsdienst als Frontsoldat im 1. Weltkrieg absehen. Nahezu geradlinig verläuft sein langer Lebensweg, an dem heute seine vielen Bilder stehen.&lt;br /&gt;
Jägers Bilder sind niemals pure Werkstatt- oder Phantasiegebilde, da das künstlerische Beginnen immer mit dem Erleben in engem Zusammenhang steht. Den nahezu unwiderstehlich drängte es den Maler immer wieder hinaus in Gottes freie Natur, über Wiesen und Felder, zu den Leuten auf den Dörfern der Banater Heide und Hecke, bis hinüber in die Batschka und in die Schwäbische Türkei. Oft sah man ihn mit seinem intimen Freund, dem Bürgerschuldirektor [[Eduard Böß]], auf diesen Wanderungen.&lt;br /&gt;
Ungezählte Zeugen seines Schaffens verweilen in [[Tschatad]], [[Ostern]], [[Grabatz]], [[Billed]], [[Zernya]], [[Banatsko_Veliko_Selo|Skt. Hubert]], [[Wiesenhaid]], [[Sackelhausen]], [[Guttenbrunn]], [[Gaidobra]], [[Parabutsch]], und begleiten kreuz und quer in die vielen Dörfer, die hier unerwähnt geblieben sind, wo er die schönen vielfältigen Trachten, die wogenden Getreidefelder, die Schnitter, die Laubschober, Rossmühlen, Dorfstraßen … und immer wieder die Menschen, seine Menschen, als Modelle malt. Überall ist das Leben und Tun dieser Menschen in seiner natürlichen, unverfälschten Form erhalten. Mit seiner Malkunst erzählt er von der Arbeit, den Festen, und Bräuchen dieser Menschen und löst beim Betrachter immer wieder aufs neue Gefühlsbewegungen, Heimatverbundenheit und Heimatliebe aus. Seine Bilder umfassen eine reichhaltige Thematik, die von der Ansiedlung bis in das Fast-heute, von Hatzfeld bis zu den entlegensten Dörfern des Banates reicht. Unbeirrt von allen möglichen Stilrichtungen seiner Zeit findet er zu seiner eigenen Kunst und macht das bäuerliche Milieu, die bäuerliche Umgebung und Umwelt in vorrangiger Weise zum Kernstück seiner Malerei. So erleben wir auch heute beim Betrachten eines Jäger-Bildes in unverfälschter Weise eine zwar kleine (und gewissermaßen im „Niedergang“ begriffene) aber dennoch wahre Welt. Es ist die Welt der „Donauschwaben“ schlechthin, die auf dem Maltuch und den vielen Aquarellen Jägers ihren farbenprächtigen Niederschlag gefunden hat.&lt;br /&gt;
Zusammenfassend muss festgehalten werden, dass [[Stefan Jäger]] es trefflich verstand, die Wiedergabe von Tagesstimmungen in den verschiedenen Jahreszeiten sowie Schilderungen lebenden Geflügels mit sprühender Lebendigkeit und feinem Farbensinne sowie Dorf- und Fluransichten zu gestalten und dass nichts von der echt Banater Schärfe und Treue der Auffassung und der Wiedergabe seinen Bildern fehlt.&lt;br /&gt;
Es kommen ferner uns kräftige und frische Farbenbehandlung sowie scharfe Charakteristik in den Gesellschaftsstücken zum Erlebnis. Stefan Jäger hebt sich durch seinen liebenswürdigen humoristischen Ton, durch seine Kunst des Helldunkels und der malerischen Stimmung zur höchsten Vollendung unserer Heimatkunst.&lt;br /&gt;
Bald führt er uns in die dämmerige Bauernstube, wo sich originelle, biedere, ehrliche Männer der bäuerlichen Arbeit und des so geschätzten Handwerks am Kartenspiel erfreuen, an einem Glase Wein ergötzen. Bald sind wir Zeugen, wie sich auf dem Festplatz des Dorfes die muntere Kirchweihgesellschaft erlustigt, oder wie die Dorfblasmusikkapelle durch ihr Spiel alt und jung vor die Häuser auf die Straße gelockt hat. Die Figuren der Gemälde, oft nur wenige Zoll groß, sind doch überaus lebendig charakterisiert. Die Farben scheinen auf den Hauptton abgestimmt, die Schatten zeigen feine Durchsichtigkeit. Große Wirkung erzielt Jäger in seinen Hintergründen, seinen Durchblicken in eine hintere Kammer, welche ihm Gelegenheit zu Lichtreflexen und mannigfachen Abstufungen der Beleuchtung bieten. „Dafür gebührt ihm unser Dank! So wollen wir im Geiste, ihm den Ehrenkranz aus frischen Lorbeerblättern winden und lobevoll preisen seine Tat.“ Denn Jäger hat uns die helle Sonne, den hochsommerlichen Himmel, die flimmernde Luftspiegelung über den fruchtbaren Saaten der Banater Heide, die vielen Blumen am Wegrand und den Fluren, die Straßen der Dörfer und jahreszeitlichen Geschehen der Wechsel vollen Natur in unauslöschlicher Weise ins schlagende Herz gemalt. So wird das Schöne und Gute immer und wo immer leise und zart in unseren Herzen erklingen und mit den Worten des Dichters zum sinfonischen Gesang sich umschlingen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„O Land, du allerschönstes Land!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Heimatland! Banaterland!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Erden ist kein Land dir gleich!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wärst du selbst das Himmelreich!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufsatz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lebenslauf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Würdigung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>77.7.86.114</name></author>
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		<title>ART:0077 - Stefan Jäger, Maler des Banater Volkslebens</title>
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		<updated>2015-04-08T12:35:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;77.7.86.114: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitung&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Pink&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Peter Dr.&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Stefan Jäger, Maler des Banater Volkslebens&lt;br /&gt;
 |Zeitungstitel       = Neuland&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = Salzburg&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            = 22&lt;br /&gt;
 |Nummer              = 28 - 29 - 30&lt;br /&gt;
 |Datum               = 12.07. - 19.07. - 26.07.1969&lt;br /&gt;
 |Seite               = 3 - 3 - 5&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Wie in der letzten Folge des „Neuland“ bereits angekündigt, beginnen wir heute mit der Veröffentlichung eines Manuskriptes, das uns von befreundeter Seite von einem noch in Rumänien lebenden Landsmann vermittelt wurde. Doktor Pink hat sich Jahre hindurch als Kunstliebhaber mit dem Leben und Werk [[Stefan Jäger|Jägers]] beschäftigt. Was er hier niederlegt, fußt auf Untersuchungen, Gesprächen mit Verwandten und auf eigenen Einsichten in das Leben und Werk eines bedeutenden und bis zuletzt mit den Menschen seiner Lebensraumes verbundenen Künstlers.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger]] wurde am 28. Mai 1877 in der Gemeinde [[Cenei|Tschene]] als zweites Kind geboren. Er hatte noch einen Bruder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Cenei|Tschene]], deutsch geschrieben [[Cenei|Tschene]], ungarisch [[Cenei|Csene]], liegt 106 Kilometer südöstlich von [[Jimbolia|Hatzfeld]] und 22 Kilometer westlich von [[Timișoara|Temeswar]]. Es ist eine größere gemischtsprachige Gemeinde, in der zum Großteil Serben wohnen, aber es lebt im Ort auch eine ansehnliche Zahl von Kroaten und Deutschen, die durch die Binnenwanderung der Banater Schwaben, die schon kurz nach der offiziellen Ansiedlung der Deutschen im Banat allmählich begann, hierher gezogen waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Maler [[Stefan Jäger]] geboren wurde, gab es noch zwei Gemeinden namens [[Cenei|Tschene]]. Die größere war hauptsächlich von Serben bewohnt und hieß daher [[Cenei|Serbisch-Tschene]]. Sie hatte ungefähr 3200 Einwohner und war ein Marktflecken mit Stuhlamt. Die kleinere trug nach der Mehrheit der knapp 500 zählenden Einwohner den Namen [[Cenei|Kroatisch-Tschene]]. Später wurden beide Gemeinden miteinander vereinigt; so entstand das heutige [[Cenei|Tschene]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''DER VATER JÄGERS WAR FELDSCHER'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Minderheit stellt die Mehrzahl der Handwerker der Ortschaft [[Cenei|Tschene]]. Halb zu den Handwerkern gehörte auch der aus Nakovo stammende Barbier und Feldscher [[Franz Jäger]], der Vater des Malers [[Stefan Jäger]]. Obgleich schon seit dem Jahre 1859 Gewerbefreiheit herrschte, machte er sich nach dem alten Wahlspruch der Wandergesellen: „Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt&amp;quot;, unternehmungslustig auf die Gesellenwanderschaft und gelangte dabei auch nach [[Budapest]], wo er zu seinem Barbierfach auch den Feldscherberuf erlernte. Die Feldscher lernten erste Hilfe zu leisten, so auch zur Ader zu lassen, Zähne zu ziehen, Wunden zu behandeln, Gelenke einzurenken und dergleichen mehr; und da damals ein großer Mangel an gut ausgebildeten Ärzten herrschte, hat man sie gehörig geachtet. Dementsprechend nannten sie höfliche Menschen auch „Chirurg-Arzt-Stellvertreter“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Franz Jäger]] war ein stattlicher Mann mit Vollbart. Er heiratete die um zwanzig Jahre jüngere Margarete Schuler aus Billed und ließ sich auf der Suche nach einer Existenz in der Gemeinde [[Cenei|Tschene]] nieder. Seine Frau [[Margarete]] war klein, zierlich, mit feingeformten Gesichtszügen, die ihr Sohn [[Stefan Jäger|Stefan]] von ihr erbte. Sie war gütig und fleißig und ihre Kinder hingen mit sehr großer Liebe an ihr. Sie war ein adoptiertes Kind und erbte einen verschuldeten Feldbesitz, den das junge Ehepaar bald verkaufen musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ehepaar [[Franz Jäger]] war deutscher Abstammung, benutzte die deutsche Schriftsprache als Umgangssprache und kleidete sich nach städtischer Art. Logischerweise zählte man die Familie des Chirurg-Arzt-Stellvertreters zu den Intellektuellen, hatte sich doch der Feldscher [[Franz Jäger]] in Ungarns Hauptstadt neben einem gediegenen Fachwissen eine gute Allgemeinbildung und gute Umgangsformen angeeignet, die sich auf die Familie übertrugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Stefan Jäger]] schulpflichtig wurde, halte [[Cenei|Tschene]] zwei Elementarschulen, eine serbisch-orthodoxe mit serbischer und eine, römisch-katholisch konfessionelle mit deutscher Unterrichtssprache. Letztere Schule wurde nicht nur von den deutschen, sondern auch von kroatischen Kindern besucht, da auch diese römischkatholisch waren. Sämtliche Klassen waren damals in einem Raum, der sonn- und feiertags auch als Betstätte benützt wurde. Obwohl der Schulbesuch gesetzlich vorgeschrieben war, besuchte kaum die Hälfte der Kinder den Unterricht. Der kleine [[Stefan Jäger]] gehörte aber zu den Fleißigen, weshalb sein Platz, um ihn auszuzeichnen, fast immer in der ersten Bank war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''DAS MYTHISCHE ERBE'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen bescheidenen Verhältnissen fand der kleine Stefan Eingang in die Welt der Buchstaben und Zahlen und besuchte die vorgeschriebenen Volkschulklassen. Nebenbei bemerkt, ein aufmerksamer Beobachter konnte in den zwei Elementarschulen [[Cenei|Tschenes]] zwei etwas abweichende Geistesrichtungen beobachten. Während in der serbisch-orthodoxen Schule der Unterricht auch ein bisschen serbisch-national gewürzt wurde, herrschte in der römisch-katholisch konfessionellen Schule mehr eine katholisch-humanistische Geistesrichtung vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Formung der Geisteshaltung der Kinder spielten in der damaligen Zeit auch die mündlichen Überlieferungen eine sehr große Rolle, an denen alle drei in [[Cenei|Tschene]] wohnhaften Nationalitäten sehr reich waren. Diese mündlichen Überlieferungen waren hauptsächlich nationaler bzw. volksgeschichtlicher, aber auch allgemeingeschichtlicher Natur. Da fast nur die Intellektuellen und die Großgrundbesitzer eine bescheidene Zeitung hielten, die sie über politische, wirtschaftliche und kulturelle Probleme unterrichtete und Tagesneuigkeiten brachten, waren beim werktätigen Volk, neben Familien- und Wirtschaftssorgen, die mündlichen Überlieferungen der Hauptgesprächsstoff, und dabei hörten die kleinen Schüler den Alten sehr gerne zu. Da hörten sie, wie serbische und kroatische Nationalhelden mit kleinen tapferen Scharen gegen große türkische Übermacht, kämpften und schließlich erlagen, wie sie dann in Gefängnissen schmachteten oder in die Sklaverei verschleppt wurden, wie die Türken serbische und kroatische Knaben raubten, die dann in besonderen Lagern zu berüchtigten Janitscharen erzogen wurden und dergleichen mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Deutschen wussten mehr darüber zu erzählen, wie die Türken durch tapfere kaiserliche Heere aus Ungarn wieder weit zurück auf den Balkan vertrieben wurden. Nun gerade auch auf der Gemarkung von [[Cenei|Tschene]] kämpfte ein kaiserliches Heer ausgangs des 17. Jahrhunderts gegen die Türken unter der Führung des sächsischen Kurfürsten Friedrich August l. Man sprach auch gerne über die Napoleonischen Kriege und die 1848-1849-Revolution. Stefans Vater hatte auf Grund seines Berufes ganz besonders engen Kontakt .mit dem werktätigen Volk und pflegte gerne, so weit es möglich war, Geselligkeit. so dass der kleine Stefan immer wieder mit Interesse zuhören konnte, wie die Alten sich über mündliche Überlieferungen unterhielten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''DER EINFLUSS DER MUTTER'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Mutter nahm ihn auch gerne zuweilen mit, wenn sie auf Besuch ging oder eine schwäbische Spinnstube aufsuchte. Wie schön war es da, wenn man beim gleichmäßigen Surren der Spinnräder schöne alte Volkslieder sang, geheimnisvolle Märchen erzählte und zur Abwechslung auch gruselige Hexen- Räuber- und Wolfsgeschichten vortrug. Noch nicht lange vorher gab es im Rohr des ausgedehnten Riedes bei [[Cenei|Tschene]] „Rohrwölfe&amp;quot;, so genannt, weil sie sich am Tag im Rohr versteckten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, die Geselligkeit der Alten war schön, und was der kleine Stefan hörte, bewahrte er in seinem Herzen. Die gute Mutter hatte auch viel Herz und Sinn für die schwäbische Tracht und die alten Sitten und Gebräuche. Bei jeder festlichen Gelegenheit machte sie ihren Stefan schon in seinen jungen Jahren auf die schönen. bunten, farbenfrohen schwäbischen Trachten aufmerksam und erklärte ihm den Sinn der alten Sitten und Gebräuche, deren es recht viele gab und die ihre Beziehungen zu Familienfesten wie Taufe, Trauung, Namensfeste, zu Volksfesten wie Kirchweih. Erntefest und Fasching – und zur Religion hatten wie zu Weihnachten, Ostern, Hl. Drei Könige, Fronleichnam, St. Nikolaus u. a. m. Sie machte ihr Söhnchen auch gerne auf den Stil der althergebrachten schwäbischen Möbel mit ihren Verzierungen an den Stuhllehnen, der Familientruhe, am Zapfenbrett und auf gelegentlich geschnitzte Holzeinlagen an Schränken aufmerksam. Auch die Glasmalerei des Bildaltars in der Stube, dessen Mittelstück das Hl. Grab war, und die buntbemalten Teller am Zapfenbrett sollten seiner Aufmerksamkeit nicht entgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt den kleinen Elementarschüler Stefan in Gesellschaft seiner Mutter sehen, die großen Einfluss auf ihn hatte, so braucht noch niemand zu glauben, dass er ein Stubenhocker war. Er verstand sich mit seinen schwäbischen und kroatischen Schulkameraden sehr gut. Da wurden in der freien Zeit so manche abwechslungs-reiche Spiele gespielt, und in den warmen Jahreszeiten lockte sie sehr oft ein über 270 Joch großes Ried an der alten Bega mit seiner üppig wachsenden Pflanzenwelt und seiner Kleintierwelt an. Dieses Ried war ein Überbleibsel eines großen Sumpfes aus der Ansiedlungszeit. hatte nicht mit Unrecht etwa Geheimnisvolles für die Phantasie der Kinder und bot ihnen auch Gelegenheit zu Bewegungsspielen wie Verstecken, Buschkämpfen, aber auch zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit den „Türken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''DIE WESENSART DER SERBEN BLIEB IHM FREMD'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Ried, das in wasserreichen Jahren eine wirkliche kleine Sumpflandschaft war, prägte sich der kleine Stefan ganz besonders gut ein. Nur mit den serbischen Schulkindern war der Umgang sehr steif, denn unter diesen war immer der eine und andere, dem die Schwaben ein Dorn im Auge waren. Sie fanden leicht Spottworte gegen die Schwaben, wussten auch gereimte Sprüche gegen sie und arteten leicht auch in Tätlichkeiten aus. Diese rauhen Umgangsformen der Serben sagten dem Elementarschüler [[Stefan Jäger]] nicht zu, und er versuchte auch nie, auch später nicht, ihre rauhe Schale zu durchbrechen, um zu ihrem gesunden Kern zu gelangen. So blieb denn auch ihre Arbeits- und Lebensweise für ihn fremd, und so sind auch ihre Sitten und Gebräuche nie in seine Seele gedrungen. Die Kälte der serbischen Nationalität steigerte um so mehr im feinfühligen Kind das Feuer der Liebe zum eigenen Volkstum, dessen Arbeits- und Lebensweise und dessen Sitten und Gebräuche, seine Seele ungeteilt ausfüllen sollten. Was der Elementarschüler [[Stefan Jäger]] im Elternhaus, in der Schule, bei den geselligen Zusammenkünften der Schwaben, speziell auch in der Spinnstube und bei den Festen der werktätigen Volksdeutschen, sah und hörte, waren die ersten kleinen Mosaiksteine zu einem großen Lebenswerk, und er wurde sein ganzes Leben hindurch nicht müde. Mosaiksteine zu sammeln und sie zu seinem Lebenswerk zusammenzufügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Absolvierung der [[Volksschule|Elementarschule]] kam [[Stefan Jäger]] nach [[Timișoara|Temeswar]] in die staatlich genehmigte vierklassige private [[private Bürgerschule|Bürgerschule]] Wiesners mit deutscher Unterrichtssprache, wo er außerschulisch Gelegenheit fand, im Umgang mit ungarischen Kindern auch die ungarische Sprache notdürftig zu erlernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Metropole des Banates interessierten den kleinen Mittelschüler die historischen Baulichkeiten, wie das Hunyadikastell, die alten Festungsmauern, die Siebenbürger Kaserne, die Domkirche, das Dikastrialgebäude und andere amtliche Gebäude der verschiedenen Nationalitäten und der verschiedenen Militäreinheiten.&lt;br /&gt;
Mit vierzehn Jahren kam [[Stefan Jäger]] nach [[Szegedin]], um seine Mittelschulstudien an der dortigen sechsklassigen ungarischen Bürgerschule abzuschließen und gleichzeitig seine mangelhaften Kenntnisse in der ungarischen Sprache zu vervollkommnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wichtigste Moment der Szegediner Jahre liegt für den weiteren Werdegang [[Stefan Jäger|Jägers]] darin, dass sein Zeichenprofessor, ein Burgenländer namens Obendorf, seine künstlerische Begabung erkannte und ihm durch treffliche Ratschläge die Richtung wies, in der er zu gehen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''DER GROSSE LEHRER, DER SEIN TALENT ERKANNTE'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Grund der Wegweisung von Zeichenprofessor [[Obendorf]] begann [[Stefan Jäger]] im Jahr 1895 in [[Budapest]] seine vierjährige Fachausbildung für den Kunstmalerberuf als Eleve an der königlich-ungarischen [[Landeszeichenschule]] und Zeichenprofessoren-Präparandie in der Abteilung für Bildende Kunst, die seinem Talent zur Malerei zum Durchbruch verhalf. Er konnte diese ganze vierjährige Ausbildung auf Grund eines Mittellosigkeitszeugnisses der [[Cenei|Tscheneer]] Gemeindebehörde als Freischüler absolvieren und vollenden. Unter der Leitung des Professors Bartholomäus Székely, Schöpfer großer historischer Gemälde – er unterrichtete figurales Zeichnen und Malen –, und des Professors Eduard Balló, eines bekannten Porträtisten, reifte [[Stefan Jäger]] zu einer Kunstauffassung und Kunstpraxis heran, die durch die Achtung vor dem einem sinnvollen Ganzen zugehörenden Detail und damit vor der Realität des Menschlichen und Gegenständlichen gekennzeichnet war und ihn zeitlebens davor bewahrte, sich in Ausflügen jenseits des einwandfrei Wirklichen zu ergehen und das Leben zum Spielzeug der Phantasie zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz des guten Studienerfolges hatte es der Kunsteleve [[Stefan Jäger]] insbesondere im ersten Studienjahr sehr schwer. Er hatte sich durch das erste Schuljahr buchstäblich durchgehungert. Er erzählte gelegentlich seiner Nichte [[Maria Jäger]], es sei vorgekommen, dass der Hunger ihn auf den Markt getrieben hatte. Sein Taschengeld reichte aber nur, um sich eine Gurke zu kaufen, die er dann roh aß. Er bewarb sich in dieser Zeit um eine Erzieherstelle und erhielt eine solche bei der gräflichen Familie Széchy, wo er drei Jahre tätig war. Er musste von da ab weniger hungern, aber das Studium, das er sehr ernst nahm, und die zusätzliche Erziehertätigkeit stellten an ihn sehr große Anforderungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
..oo00oo..&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Wir setzen in dieser Folge an dieser Stelle die Kurzbiographie [[Stefan Jäger|Stefan Jägers]] von Doktor [[Peter Pink]] fort und verweisen darauf, dass wir in den nächsten Folgen die Darstellungen des Verfassers auf Seite 5 fortsetzungsweise veröffentlichen werden.''&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der bescheidenen Hinterlassenschaft [[Stefan Jäger|Jägers]] befanden sich drei von ihm eigenhändig mit Bleistift geschriebene Aufzeichnungen über seinen Lebenslauf, die offensichtlich für eine Autobiographie verfasst waren, und zwei mit der Maschine geschriebene Autobiographien in rumänischer Sprache. Die eine maschingeschriebene Autobiographie trägt das Datum 5. November 1953. Folglich wurden die handgeschriebenen Aufzeichnungen wahrscheinlich kurz vor der verfasst. Es ist vielleicht angebracht, schon an dieser Stelle authentizitätshalber ein paar Zeilen [[Stefan Jäger|Jägers]] aus zwei von den erwähnten Niederschriften wörtlich anzuführen. In der einen heißt es:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Nach vierjähriger Ausbildung unternahm ich Studienreisen ins Ausland (Österreich, Deutschland und Italien). Dann begann ich in [[Budapest]] selbständig zu arbeiten an den Aufträgen religiöser Bilder, die ich aus der engeren Heimat bekam. Unter diesen war auch der Auftrag für die [[‚Ansiedlung der Deutschen im Südosten’]].“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der zweiten Handschrift [[Stefan Jäger|Jägers]]: „Nach meiner vierjährigen Ausbildung unternahm ich Studienreisen nach Österreich, Deutschland (München, Stuttgart) und Italien (Venedig). Nachher begann ich selbständig zu arbeiten an den. Aufträgen, die mir aus der engeren Heimat zukamen, unter diesen auch der Auftrag für die ,[[Ansiedlung der Deutschen im Südosten]]'. Zwecks Studiumm der Trachten der Ansiedlunq unternahm ich abermals eine Reise nach Deutschland (Stuttgart, Ulm. Nürnberg). Dieses Triptychon habe ich teilweise in [[Budapest]], teilweise in der engeren Heimat ausgeführt. Es wurde 1910 in Gyertyámos gelegentlich einer Gewerbeausstellung enthüllt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ER HAT SICH DEM „SCHWÄBISCHEN&amp;quot; VERSCHRIEBEN'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Da ich die Wahrnehmung gemacht habe, dass in den Jahren 1900 herum das Banat und die Batschka mit reisenden Bilderhändlern überflutet war, die mit Dutzendbildern ihre Geschäfte machten und ich so manche Aufträge aus der Heimat erhielt, habe ich mich entschlossen, mich in [[Jimbolia|Hatzfeld]] niederzulassen. Meine malerische Tätigkeit war hauptsächlich dahin .gerichtet, meinen Landsleuten gewissenhaft ausgeführte Bilder in leicht verständlicher Form mit Motiven aus dem Banater Volksleben mit Heidelandschaften zugänglich zu machen und war darauf bedacht, auch den weniger bemittelten Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, solche Bilder zu beschaffen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ich habe mich darauf verlegt, die schönen schwäbischen Trachten, die landschaftlichen Stimmungen, Sitten und Gebräuche bei Festlichkeiten und im Alltagsleben darzustellen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf die vier [[Budapest|Budapester]] Studienjahre folgten Wanderjahre bzw. Auslandsreisen des nun schon diplomierten Kunstmalers [[Stefan Jäger]], wie er uns zuvor selbst berichtet hatte, die ihn nach Wien, München, Stuttgart und Venedig führten. Er machte seine zweite Studienreise nach Deutschland im Jahr 1906, die ihn nach Stuttgart, Ulm und Nürnberg brachte, um Aufschlüsse zu erhalten über die Trachten, in denen die schwäbischen Vorfahren im 18. Jahrhundert die Wanderung nach Südungarn vollzogen, wodurch es ihm dann erst möglich wurde, das sogenannte „Einwanderungsbild&amp;quot; geschichtlich einwandfrei zu malen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger|Jägers]] erste Auslandsreise wurde im Jahr 1901 vorzeitig unterbrochen, da ihn die Kunde von einer schweren Erkrankung seines Vaters veranlasste, in die Banater Heimat zurückzukehren, der er nun für immer verbunden bleiben sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''DIE AUFTRÄGE WAREN ZUNÄCHST SPÄRLICH'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familienangelegenheiten und materielle Sorgen, die sich durch die Erkrankung seines Vaters gesteigert hatten, fesselten nun den jungen Maler [[Stefan Jäger]] bis 1902 an seine Geburtsgemeinde [[Cenei|Tschene]], wo er sich, mit besseren Aussichten rechnend, nur provisorisch eingerichtet hatte. Der Marktflecken [[Cenei|Tschene]] war zwar schon damals eine relativ große Gemeinde, doch verhältnismäßig rückständig, die – außerhalb der Kulturzentren des Banates liegend – auf die Entwicklung eines jungen Malers auf die Dauer nicht fördernd wirken konnte. Eine gute Seite hatte der Aufenthalt in der Heimatgemeinde für den Anfänger doch. Der Väter des jungen Malers hatte auf Grund seines Berufs und der menschlichen Beziehungen gute Verbindungen zur großen kroatischen Vuchetich-Sippe, die ein Bauernadelsgeschlecht mit guten Verbindungen war; aber er war auch mit anderen Personen und „Chirurg-Arzt-Stellertretern&amp;quot; befreundet. Diese Beziehungen, Kundschaften und Bekanntschaften brachten dem jungen Maler gebührendes Interesse entgegen, um so mehr, als damals im Banat Künstler noch Raritäten waren und man ihnen gerne den Künstlernimbus zubilligte. Sie sollten sich im jungen [[Stefan Jäger|Jäger]] nicht getäuscht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Interessentenkreis um den jungen Künstler [[Stefan Jäger]] war zunächst ohne Zweifel begrenzt und die Aufträge demnach spärlich. Dem damaligen Zeitgeist gemäß verlangte man von ihm hauptsächlich Heiligenbilder, Stilleben und Landschaftsbilder. [[Stefan Jäger|Jäger]] begann aber schon damals, als er mit Aufträgen nicht überhäuft war, mit den Augen des Künstlers das Leben und die Sitten und Gebräuche seiner schwäbischen Landsleute zu studieren und Skizzen zu machen. Das Interesse, das in ihm, als er noch Kind war, seine Mutter weckte und seine Neigung dazu, die sich m ihm als Student und Hochschüler immer mehr steigerte, spornten ihn immer wieder zu volkskundlichen Studien an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der junge Maler [[Stefan Jäger|Jäger]] kam rasch zur Einsicht, dass er aus seinem bescheidenen Geburtsort und seinem noch zu kleinen Liebhaberkreis den Sprung in die große Welt wagen muss, einerseits um nicht auch weiterhin mit unangenehmen materiellen Sorgen kämpfen zu müssen, vor allem aber, um seine künstlerische Weiterentwicklung zu fördern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''DAS INTERMEZZO IN BUDAPEST'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kam ihm seine Bekanntschaft mit dem Leiter einer [[Budapest|Budapester]] Kunstwarenhandlung namens [[Almásy]] zugute, der ihm den Antrag stellte, sich in [[Budapest]] niederzulassen und für ih zu arbeiten. Almásy befasste sich mit Vorliebe mit dem Verkauf von Bildern und schätzte [[Stefan Jäger|Jägers]] Bilder ganz besonders. [[Stefan Jäger|Jäger]] ist 1902 in die ungarische Hauptstadt gezogen, wo er bis 1910 blieb, seinen Freund Almásy fleißig belieferte und auch an Aufträgen arbeitete, die ihm nicht nur aus dem Banat, sondern von den Deutschen aus dem ganzen damaligen Südungarn, also auch aus der Batschka und Syrmien, zugingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufträge aus Südungarn waren auch jetzt, wie [[Stefan Jäger|Jäger]] in seinen Aufzeichnungen schreibt, „hauptsächlich kirchlich-religiöse Bilder“. So malte er zum Beispiel den Erzengel Gabriel zu [[Pasua]], den heiligen Stefan für [[Aracs]] und den Erzengel Michael für [[Jimbolia|Hatzfeld]]. Dann folgten an zweiter Stelle Aufträge für „Bildnisse“, worunter vermutlich Porträts zu verstehen sind, und – ebenfalls während seiner [[Budapest|Budapester]] Zeit, wohl vor 1906 — bekam er den wichtigsten Auftrag seines Lebens: die [[„Einwanderung der Deutschen in das Banat“]] zu malen, ein Triptychon, das sein Hauptwerk ist und das 1910 in [[Cărpiniș|Gertjanoscher]] enthüllt wurde. Über dieses sogenannte „Einwanderungsbild“ wird noch ausführlich die Rede sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Aufzeichnung schreibt [[Stefan Jäger|Jäger]] selbst: „Nach Vollendung dieses Triptychons, das ich teilweise in der engeren Heimat ausführte, habe ich meine weitere malerische Tätigkeit begonnen, die hauptsächlich dahin gerichtet war, meinen Landsleuten die Kunst zugänglich zu machen, indem ich mich bemühte, in leicht verständlicher Form Motive aus dem Banater Volksleben und Landschaften darzustellen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''DAS EINWANDERUNGSBILD BRACHTE DEN DURCHBRUCH'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Einwanderungsbild]] wurde bei seiner Enthüllung von tausenden Deutschen bewundert und alle zollten dem jungen Maler Anerkennung, Bewunderung und Liebe und trugen seinen Ruhm bis in die entlegensten Dörfer der sogenannten Banater Schwaben. Der seinerzeit allgemein bekannte Abt-Domherr Franz Blaschkovics hielt die Enthüllungsrede.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sich der junge Künstler [[Stefan Jäger]] in der Großstadtluft nicht wohl fühlte, entschloss er sich, von der Liebe seiner geliebten Banater Schwaben angezogen, sich im Jahr 1910 in [[Jimbolia|Hatzfeld]] niederzulassen, wo er dann auch bis zu seinem Tod am 16. März 1962 wohnhaft blieb. Er stellte fest, dass [[Jimbolia|Hatzfeld]] ihm günstige Bedingungen bietet, seine volkskundlichen Studien, die er in [[Cenei|Tschene]] begann und an denen er sein ganzes Leben hindurch inniglich hing, fortzusetzen und sie dann später immer mehr bis in die entlegensten Schwabendörfer auszudehnen. Zur Zeit der Niederlassung [[Stefan Jäger| Jägers]] in [[Jimbolia|Hatzfeld]] war dieses eine Großgemeinde, die sich zu einem Marktflecken entwickelte und, durch eine namhafte Industrie gefördert, schließlich zur Kleinstadt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist am Platze, hier die schönen Worte von Robert Reiter einzufügen: „Es kann [[Jimbolia|Hatzfeld]] nicht hoch genug angerechnet werden, dass ein Maler vom Wesen [[Stefan Jäger|Jägers]] hier die Möglichkeit für seine Betätigung gefunden hat. Und dass er sie auch bis ins hohe Alter hinein behalten konnte durch sein ununterbrochenes Bekenntnis zum Menschlichen, zur Schönheit des Lebens bei Arbeit und Fest, durch seine Treue zum einfachen Volk, in seiner rührenden Liebe zu allem, was diesem gehört, vom Spinnrad bis zum Zapfenbrett, von einer einfachen Schnitzerei bis zum Barockgiebel der Bauernhäuser, vom Kerweihstrauß bis zur Haartracht der aufgesteckten Zöpfe, von den einfachen Ornamenten an Möbelstücken bis zu den in die prächtige Seide der Röcke hineingewebten Blumen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Anfang fiel die Anwesenheit [[Stefan Jäger|Jägers]] in [[Jimbolia|Hatzfeld]] nicht auf, da er bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914 fleißig für die Kunstwarenhandlung in [[Budapest]], die sein bereits genannter Freund [[Almásy]] leitete, malte und seine volkskundlichen Studien ganz unauffällig betrieb. Da aber sein Name nach der Enthüllung des Einwanderungsbildes in Südungarn, insbesondere im Banat und in der Batschka, immer mehr bekannt wurde, mehrten sich die Aufträge aus diesen Gebieten; außer Heiligen-, Landschaftsbildern und Stilleben wurden allmählich auch Genrebilder gewünscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner bereits erwähnten, mit der Hand geschriebenen Schrift über seinen Lebenslauf schreibt [[Stefan Jäger|Jäger]]: „Eine unangenehme Unterbrechung kam durch den Ersten Weltkrieg, den ich auch leider mitmachen musste, von 1914 bis 1918. Zurückgekehrt, nahm ich meine Tätigkeit wieder auf.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''JÄGER WAR KEIN MENSCH DER ÖFFENTLICHKEIT'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger|Jäger]] war im Ersten Weltkrieg an den Fronten in Serbien, Italien und Siebenbürgen. Er hatte auch als Soldat in seiner wenigen Freizeit gemalt. (Der Schreiber dieser Lebensdaten gab seinem Sohn Helmuth zwei Aquarelle aus dieser Zeit [[Stefan Jäger|Jägers]]. Das eine stellt die durch Kriegseinwirkung abgebrannte Schabatzer Kirche dar, das andere eine Balkangebirgslandschaft).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausgang des Krieges im Jahr 1918, der neue Grenzen mit sich brachte, trennte den Maler [[Stefan Jäger|Jäger]] endgültig von [[Budapest]], und so wurde auch seine Verbindung mit der früher erwähnten Kunstwarenhandlung unterbrochen. [[Jimbolia|Hatzfeld]] wurde bis zum Jahr 1925 ein Teil des jugoslawischen Banates und wurde dann, durch eine Grenzregelung endgültig an Rumänien angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist bekannt, dass im alten Ungarn sehr ernste Bestrebungen im Gange waren, die Volksdeutschen zu magyarisieren, so auch die Schwaben in Südungarn. Dem hat der Ausgang des Ersten Weltkrieges ein Ende gesetzt. Sowohl in Jugoslawien als auch in Rumänien kam eine deutsche Bewegung auf, die bestrebt war, die ungarische Gesinnung aus den Schwaben im gewesenen Südungarn (Banat, Batschka und Syrmien) wieder auszulöschen, sie zur Treue den neuen Vaterländern gegenüber zu erziehen und sie zu selbstbewussten deutschen Menschen zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese deutsche Bewegung führte in Jugoslawien zur Gründung des [[Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes]] mit dem Sitz in Neusatz, in Rumänien zur Gründung der [[Deutsch-Schwäbischen Volksgemeinschaft]] mit dem Sitz in [[Timișoara|Temeswar]]. [[Stefan Jäger|Jäger]] hatte sich niemals als Politiker betätigt, aber man wurde auf ihn, den schwäbischen Maler, immer mehr aufmerksam, obzwar er niemals in der Öffentlichkeit auftrat, sondern, man könnte fast sagen, wie ein Veilchen im Verborgenen blühte. Sehr intelligente Menschen, auch unser verehrter alter [[Jimbolia|Hatzfelder]] Heimatdichter [[Peter Jung]], sagten, sie wurden erst nach Beendigung des Ersten Weltkrieges darauf aufmerksam, dass der Maler [[Stefan Jäger]] in [[Jimbolia|Hatzfeld]] unter ihnen lebte. Man wurde auf seine schönen Bilder, die Heidelandschaften, die Schwaben bei der Arbeit und ihre Sitten und Gebräuche, auf ihre farbenprächtigen Trachten immer mehr aufmerksam. Sein Einwanderungsbild aber wurde zum Symbol der Volksdeutschen im Südosten. [[Stefan Jäger|Jäger]] hat auf die Rückverdeutschung der Schwaben im gewesenen Südungarn durch seine schönen Genrebilder viel mehr Einfluss gehabt als so mancher lautstarke Politiker, Das große Interesse, das durch die deutsche Bewegung für seine Genrebilder entstand, hat die Aufträge für Heiligenbilder, Porträts und Stilleben immer mehr in den Hintergrund gedrängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder einige Zeilen aus [[Stefan Jäger|Jägers]] eigenhändigen Lebenslaufnotizen:.Um das Jahr 1930 herum war von meinen Arbeiten eine Kollektiv-Ausstellung in Groß-Betschkerek. Die meisten Auftraggeber waren im jugoslawischen Teil des Banates und der Batschka. Darunter auch der Kulturbund in Neusatz. Die ausgestellten Bilder waren Privatbesitz.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Zeilen machen es einem verständlich, dass die Behauptung alter [[Jimbolia|Hatzfelder]] Jäger-Verehrer stichhältig ist, dass bis zum Zweiten Weltkrieg der Großteil der Jäger-Bilder nach Jugoslawien verkauft wurde, um so mehr, als es bis dahin im Grenzverkehr keine Schwierigkeiten gab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger|Jäger]] hatte in [[Jimbolia|Hatzfeld]] im Lauf der fünf Jahrzehnte, die er hier verbrachte, in drei verschiedenen Gassen gewohnt. In der letzten Zeit in der sogenannten Hauptgasse, Strada Tudor Vladimirescu 98. Hier war im Hof sein geräumiges hohes Atelier, das mit seinen großen Fenstern nach dem Süden blickte. Er malte am liebsten mit Ölfarben. Die Zahl seiner Ölgemälde belauft sich auf ungezählte Hunderte. Nichtsdestoweniger hat [[Stefan Jäger|Jäger]] auch Hunderte von Aquarellen gemalt, die von manchen Kunstkennern noch höher geschätzt werden als seine Ölbilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
..oo00oo..&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''(Fortsetzung folgt Teil III)''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor aber von den Bildern selbst, den Bildmotiven und der künstlerischen Wertung der Arbeit des Malers gesprochen werden soll, ist es angebracht, über ihre Vorstufen, die Skizzen, einiges zu sagen. [[Stefan Jäger]] machte bekanntlich eingehende und umfangreiche volkskundliche Studien, die er auf seinen Skizzenblättern festhielt, um durch sie eine gute Grundlage vor allem für seine Genrebilder zu haben. Diese Studien betrieb er mit den Augen des Malers und nicht als Ethnograph, um nur volkskundliche Arbeit zu leisten und das volkskundliche Wissen zu mehren, obzwar diese seine Arbeit auch diesen Gewinn brachte. Bei einem Maler kann man wohl die Skizzen auch als Früchte der malerischen Inspiration betrachten, die sich dann in die größeren Inspirationen der Bildmotive eingliedern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Notizen [[Stefan Jäger|Jägers]] für einen Lebenslauf ist nur an einer Stelle von Skizzen die Rede. Wir zitieren drei Sätze: „1954 habe ich in [[Timișoara|Temeswar]] an der Regionalausstellung teilgenommen, wo auch ein Stück für das [[Banater Museum|Temeswarer Regionalmuseum]] angekauft wurde. Dorthin habe ich auch Skizzen und Entwürfe überlassen (150 Stück). Auch ein in Aquarell- und Deckfarben ausgeführtes Bild (Festtag) war bei der Regionalausstellung in [[Timișoara|Temeswar]] im Jahr 1954 für das [[Banater Museum|Museum]] angekauft“. Laut, Information von Maler [[Franz Ferch]], der Präses der Vereinigung der [[Timișoara|Temeswarer]] Filiale der Plastikkünstler ist, hat das [[Banater Museum|Temeswarer Regionalmuseum]] Jäger als Ehrengabe für die 150 Skizzen 13.000 Lei gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tode des Malers [[Stefan Jäger]] übernahm seine Nichte Marie Jäger mit dessen Verlassenschaft zirka 600 Stück Skizzen, die der Verstorbene in seinen letzten Lebensjahren nach Themen in Mappen geordnet hatte. Sie hatte diese Skizzen dem [[Banater Museum|Temeswarer Regionalmuseum]] zum Kauf angeboten und sie wurden durch eine Kommission geprüft, aber man hat sie ihr mit der Bemerkung zurückgegeben, sie möge sie auch weiterhin aufbewahren. Es hatte ihr zum Trost gereicht, dass bei dieser Gelegenheit der Maler [[Franz Ferch]] zu ihr sagte: „Ich habe Meister Jäger aufrichtig verehrt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 10. August 1962 sandte [[Marie Jäger]] dem Verfasser dieses im bescheidenen Rahmen gehaltenen Lebenslaufes nachstehende Aufstellung (Klassifizierung) der bei ihr befindlichen zirka 600 Skizzen von  [[Stefan Jäger|Jäger]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
I. DAS VOLKSLEBEN DER BANATER SCHWABEN: a) Bauarten, b) Trachten, c) Typen, d) Landwirtschaftliche Arbeit auf dem Acker (hauptsächlich um die Weizensaat, Maispflanzungen, Ernte und der Bauernhof, „Hausfrau&amp;quot;, „Kinder&amp;quot;, „Haustiere&amp;quot;), e) Mußestunden: Spinnstube, Kartenspiel, Plauderern, Gesang, f) Festtage: Kirchgänge und mit der Kirche verbundene Gebräuche, Kirchweihe und Kirchweihgebräuche, Tanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
II. LANDSCHAFTEN: Das Flachland des Banates in den vier Jahreszeiten, doch hauptsächlich im Frühjahr und Sommer, auf dem Feld und im Wald.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
III. STILLEBEN: Blumen und Obst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV. GEMÜSEMARKT&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
V. PORTRÄTS&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VI. ZIGEUNERIDYLLE.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was das weitere Schicksal dieser Skizzen sein wird, ist derzeit noch eine Frage. Es wäre allerdings schade, wenn sie in unbefugte Hände geraten würden.&lt;br /&gt;
Zur richtigen Einschätzung der Skizzen ist es angebracht, die Würdigung dieser durch einen guten Kenner des ganzen Lebenswerkes des Malers Stefan Jäger Wiederzugeben, wie sie uns der Schriftsteller Robert Reiter in zwei Artikeln bietet, die im Jahr 1957 erschienen sind, als unser geliebter Meister sein 80. Lebensjahr vollendete. Ein paar Worte hat der Verfasser frei wiedergegeben und einige Sätze weggelassen, da [[Stefan Jäger|Jäger]] geraume Zeit nach dem Erscheinen des genannten Artikels das Ordnen seiner Skizzen beendete und die Hoffnung des Artikelschreibers, dass in farbiger Wiedergabe ein Trachtenbuch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, bis zur Stunde nicht erfüllt wurde und dem Anschein nach noch lange nicht erfüllt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem einen Artikel: Neben dem Gesamtwerk, das über das ganze Gebiet des Banates zerstreut ist, liegt [[Stefan Jäger|Jägers]] Bedeutung für die Gegenwart und die Zukunft in seinen reichen Skizzenmappen eingeschlossen, die eine wahre Schatzkammer der Dokumente schwäbischen Volkslebens darstellen. Die Ergebnisse der Beobachtungsarbeit von Jahrzehnten liegen in diesen Blättern verschiedener Größen, in diesen Aquarellen und zum kleineren Teil Bleistift- und Tuschskizzen, die oft die Jahreszahl ihrer Entstehung und verschiedene mit Bleistift geschriebene Anmerkungen aufweisen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„So ist eine Skizze der Mädchentracht von Neubeschenowa durch folgenden Text begleitet: Blumen in Silberfarben, ähnlich wie Sackelhausen. Skizzen eines Erntefestes mit der Zeichnung eines halbkugelförmigen Ohrgehänges in Großausführung, Tanzausführungen, Tanzpaare aus Bakova wechseln mit Schnitterinnen aus [[Becicherecu Mic|Klein-Betschkerek]] ab, zu denen die Bemerkung geschrieben ist, dass die besonderen breiten Strohhüte im Schnitt auch von den Männern getragen werden. Neben einer Stube aus Guttenbrunn (Ofen, Spinnrad, Schubladkasten, Bett, davor Stühle und Tisch mit Krug) eine Frau beim Bügeln, ein malerisches Gaßl und das Bild eines Silvesterständchens der Blechmusik aus dem gleichen Dorf. Sackelhausen ist durch eine Frauenhaube vertreten (mit Bleistift: ,Schwarz mit Goldstickerei), matt fleischfarbener Spenzer, Hemd mit roten Zacken eingefasst (liest man neben einem Mädchen in Tracht).“ Ein anderes Sackelhausener Mädchen ist wie folgt beschrieben: „Tochter, Suppe auftragend, Rock hechtgrau“. Und so geht es fort: Deutschbentschek und Kreuzstätten, Jahrmarkt und Schöndorf und noch viele andere Ortschaften. Jedes Blatt eine Fundgrube, auf jedem Blatt eine neue Entdeckung. So kehrt das, was dem Ursprung nach dem Volke gehört, über den Maler wieder zum Volk, zurück „als Spiegelbild der schöpferischen Kraft, die ihm innewohnt und die wir an Hand der [[Stefan Jäger|Jägerschen]] Skizzen noch besser werden kennen lernen, als es bisher möglich war.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem anderen Artikel: „Beredter als alles andere, überzeugender als das sorgfältig fertiggestellte Gemälde geben über des Malers innere Haltung, die Richtung seiner Gedanken und über seine Bekenntnisse, betreffs der kleinen und großen Dinge des Lebens, die während der vielen Wanderjahre flüchtig gezeichnete Skizzen, die sparsam konzentrierten Aquarellwiedergaben, ihm wesentlich dünkender Erscheinungen Auskunft.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Foto:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stefan Jäger hat nie ein Selbstporträt gemalt und Dr. Hans Fraunhoffer, der uns diese Aufnahme Jägers aus seinem letzten Lebensjahr übermittelte, teilt uns mit, dass nur Aufnahmen aus jüngeren Jahren bekannt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neuland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Leben]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Triptychon]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Budapest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tschene]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gertianosch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hatzfeld]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Temeschburg]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>77.7.86.114</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0173_-_Stefan_J%C3%A4ger_-_der_banatschw%C3%A4bische_Trachtenmaler&amp;diff=13948</id>
		<title>ART:0173 - Stefan Jäger - der banatschwäbische Trachtenmaler</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0173_-_Stefan_J%C3%A4ger_-_der_banatschw%C3%A4bische_Trachtenmaler&amp;diff=13948"/>
		<updated>2015-04-08T12:33:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;77.7.86.114: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitung&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Wilhelm&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Lotte&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Stefan Jäger – der banatschwäbische Trachtenmaler&lt;br /&gt;
 |Zeitungstitel       = Der Donauschwabe&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = Aalen&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            = 27&lt;br /&gt;
 |Nummer              = 15-16&lt;br /&gt;
 |Datum               = Ostern 1977&lt;br /&gt;
 |Seite               = 3&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Kulturschaffende aus unseren Reihen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur im Banat selbst, auch in der Bundesrepublik oder in Übersee findet man bei den aus dem Banat stammenden Donauschwaben häufig Jägerbilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man eine so große Anzahl von Bildern bedenkt, weiß man sofort, dass es sich nicht immer um Originale handeln kann, sondern dass eine große Anzahl dieser Bilder Kopien sein müssen. Gute oder weniger gute sind es. Ja, es gibt sogar einige Leute, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, [[Stefan Jäger|Jäger]] zu kopieren. Die Nachfrage nach Bildern ist groß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woher stammt die Beliebtheit der Bilder dieses Malers?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer war schließlich der Maler?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Fragen müssen in umgekehrter Reihenfolge beantwortet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Banat hatte sowohl im 18. als auch im 19. Jahrhundert seine Maler, auch aus den Reihen der deutschen Bevölkerung, doch es hatte keinen Maler des schwäbischen Dorfes und seiner Menschen. Die Maler jener Zeit, um nur einige Namen zu nennen: Anselm Wagner (1766-1806), Ludwig Bersuder (1825-1895), Johann Wälder (1805-1902) waren vorwiegend Porträtisten, die von den Aufträgen einer gutsituierten städtischen Kaufmanns- und Bürgerschicht lebten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bauerntum sollte seinen Maler erst finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bislang hatte der richtige Anstoß dazu gefehlt. Der kam 1906, und zwar in Form eines Auftrags seitens der Gemeinde [[Cărpiniș|Gertianosch]] an einen bisher unbekannten Maler, ein Bild zu gestalten, das „[[die Ansiedlung der Deutschen im Südosten]]“ zum Gegenstand haben sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Maler hieß [[Stefan Jäger]] (28. Mai 1877-16. März 1962). Er lebte zur Zeit des Auftrages in [[Budapest]], war aber Banater. Sein Geburtsort war [[Cenei|Tschene]], wo sein Vater den Beruf eines Feldschers ausübte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werdegang des jungen [[Stefan Jäger]] führte, wie es damals vielfach üblich war, über die dörfliche [[Volksschule]] nach [[Segedin]], wo er nicht nur weiter lernen, sondern auch seine ungarischen Sprachkenntnisse vervollkommnen sollte. Um die Jahrhundertwende und früher wurden viele Schwabenkinder, auf Tausch in ungarische Familien oder in ungarische Schulen (vor allem nach Segedin) gebracht. Sie sollten ungarisch lernen. Ungarn betrieb damals sehr betont die Magyarisierung der Schwaben. Diese entnationalisierenden Tendenzen gingen auf die 1848/49er Revolution zurück. Die Deutschen sollten vor allem dadurch gewonnen werden, dass sich den gebildeten unter ihnen alle Türen öffneten, alle Amtsstellen zugänglich gemacht wurden, besonders dann, wenn sie ihre Namen magyarisierten. Mit den Vornamen begann es. Aus Johann wurde Jani, aus Michel - Miklos, 1/ aus Margarete – Margit… Es gab bald keinen Hans und keine Grete mehr.&lt;br /&gt;
Das Volk ließ sich aber sonst wenig beirren. Erst die 1879 erlassene Schulgesetzgebung hatte es mit dem Magyarischen in Berührung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger]] aber sollte ein Gebildeter werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also besuchte er die Bürgerschule in Segedin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Doch der junge [[Stefan Jäger]] zeigte weniger Interesse für das Erlernen der Sprachen, als vielmehr Begeisterung für das Zeichnen… Durch die Anleitungen des Zeichenlehrers [[Obendorf]], der die Begabung seines Schülers erkannte, wird [[Stefan Jäger]] für das Kunststudium vorbereitet. So bezog der Achtzehnjährige 1895 die [[Modellzeichenschule]] und Zeichenlehrerbildungsanstalt in [[Budapest]]…“(Aus „Stefan Jäger“ von [[A. Podlipny-Hehn]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach abgeschlossener vierjähriger Ausbildung bereiste der junge Künstler zwei Jahre lang Österreich, Deutschland und Italien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1901 brach er seine Studienreisen ab. Der Vater war schwer erkrankt. So kehrte er in sein Heimatdorf zurück. Doch dort fand er keine Existenzmöglichkeit. Ein Jahr später ließ er sich in [[Budapest]] nieder. Ein Kunsthändler namens [[Almasy]] verschaffte ihm Aufträge. [[Stefan Jäger|Jäger]] malte und malte: Heiligenbilder, Stilleben, Landschaften, machte Kopien von Bildern berühmter Meister. Alles im Geschmack und Stil der Zeit, denen er sich fügen musste, wollte er leben: Und er wollte… Ab und zu verlangte auch jemand aus der Heimat ein Bild. Meist waren es Heiligenbilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kam der Auftrag aus [[Cărpiniș|Gertianosch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort gab es Männer, geschart um den Postmeister [[Adam Röser]], eine im völkischen Leben des Banats bekannte Persönlichkeit. Aus ihrem Kreis kam die Idee, ein Bild zu bestellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ‚Volk’ lebte ein passiver Widerstand gegen die Magyarisierung. Er wuchs, je mehr die Behörden darauf drängten. Wohl sprachen die amtlichen Organe deutsch und sprachen auch mit dem Volke deutsch, wenn es sein musste. Doch oft kam es vor, dass solche, die des Ungarischen nicht mächtig waren, von Amtspersonen angeschnarrt wurden. „Büdös sváb&amp;quot; (stinkiger Schwabe), „buta sváb&amp;quot; (dummer Schwabe) waren geflügelte Worte geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein neues völkisches Selbstbewusstsein entwickelte sich in der schwäbischen Bevölkerung. In diesem Zusammenhang muss man des Erzschwaben [[Adam Müller-Guttenbrunn]] gedenken. Er verfocht das Recht jedes Volksstammes auf seine eigene nationale Kultur in diesem multinationalen Staat. Ein neues Besinnen auf Herkunft und Ansiedlung erfolgte. Noch nie wurde so viel Sorgfalt auf die Pflege der Tracht verwendet wie gerade in dieser Zeit. Vielleicht waren unsere Trachten auch nie schöner und prunkvoller als damals. Die Schwaben waren wohlhabend geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesen Umständen hatte eine von [[Röser]] und seinen Freunden in [[Cărpiniș|Gertianosch]] angeregte Sammelaktion ungewöhnlichen Erfolg. [[Röser]] selbst stiftete eine größere Summe und die Gemeinde [[Cărpiniș|Gertianosch gab das Bild in Auftrag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ausführung des [[Einwanderungsbildes]] sollte zur Sternstunde des Künstlers werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein erster Entwurf wurde abgelehnt, da [[Stefan Jäger|Jäger]] nicht die Tracht aus der Zeit der Ansiedlung darstellte. Sonst aber fand das Bild Anerkennung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich zitiere wieder [[A. Podlipny-Hehn]]: „Die Gemeinde [[Cărpiniș|Gertianosch]] eröffnete von neuem eine Sammelaktion, um dem Maler, der die Trachten der eingewanderten Vorfahren studieren wollte, eine Reise nach Deutschland zu ermöglichen… Mit dieser ansehnlichen Summe (4560 Kronen) konnte [[Stefan Jäger|Jäger]] 1906 die zweite große Studienreise antreten, die ihn nach Stuttgart, Ulm und Nürnberg führte und ihm die Möglichkeit gab, sein [[Einwanderungsbild]] einwandfrei zu gestalten.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger|Jäger]] kam ins Banat zurück. [[Jimbolia|Hatzfeld]] wurde seine Wahlheimat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Bild wurde 1910 gelegentlich der Eröffnung einer Gewerbe- und Landwirtschaftsausstellung in [[Cărpiniș|Gertianosch]] enthüllt. Der Künstler wurde gefeiert, er war mit einem Schlag berühmt geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild hatte er wegen der Ausmaße 2/ (5,10 x 1,45) in drei Teile gegliedert, es war also ein [[Triptychon]]: [[Wanderung]], [[Rast]], [[Ankunft der Einwanderer)) stellte es dar. Auf Einzelheiten soll hier nicht eingegangen werden. Angezeigt wäre allerdings, es würde jeder das Bild einmal eingehend betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Röser]] hatte nicht ganz uneigennützig eine so große Spende erbracht. Er hatte sich dadurch das Recht am Mitbesitz des Bildes gesichert. Sein Geschäftssinn wertete den Erfolg des Künstlers aus: Er ließ [[Farbreproduktionen]] herstellen, deren Ertrag auch ihm zugute kam. Schließlich veranlasste er, da er in Geldschwierigkeiten kam – natürlich mit Zustimmung [[Stefan Jäger|Jägers]] –, den Verkauf des Gemäldes. Es ging um 2.000 Kronen in den Besitz der Stadt [[Timișoara|Temeschburg]] über. Heute hängt es in der in [[Jimbolia|Hatzfeld]] 1969 im ehemaligen Atelier des Malers eingerichteten [[Gedenkstätte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Künstler schuf noch manche Varianten des Einwanderungsbildes oder auch nur Varianten des einen oder anderen Teiles desselben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was aber wichtig ist, bleibt die Tatsache, dass [[Stefan Jäger|Jäger]] von den Trachten nie mehr los kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wurde zum banatschwäbischen Trachtenmaler. Er begann ein intensives Studium unserer Trachten. Dies bezeugen vor allem seine noch vorhandenen [[Skizzen]]. Allein oder mit seinem Freund [[Eduard Böß]], Schuldirektor, erwanderte er manche schwäbische Gemeinde. Da finden wir z. B.: [[,ln Jahrmarkt Gesehenes']]. Er skizzierte dort die Zuschauerinnen im Tanzsaal während einer Tanzpause. Im Vordergrund spielen reizende Kindchen in der Tracht der Erwachsenen en miniature. Mütter und Großmütter als Zuschauerinnen auf den Bänken entlang der Wand. Tanzmädchen vor der Mutter. [[,Engelsbrunn']]: Eine Reihe von Figuren, jede einzeln beschriftet: kleine Mädchen (von allen Seiten gesehen), halbwüchsige Mädchen, erwachsene Mädchen, junges Weib, älteres Weib (Vorder- und Rückansicht), altes Weib, Kirchweihbuben. Beim Vergleichen der Skizzen fällt uns sofort die Verschiedenheit der Haartracht der Mädchen auf, die der Faltelung der Röcke… [[,Guttenbrunn 1907’]]: Mädchen, Frauen, junge Burschen, gewissermaßen als Blickfang für uns heute ein „Schlappen&amp;quot;, nahezu in der Mitte der Skizze. Das Interessanteste aber: ein Mädchenkopf mit einer ganz speziellen Guttenbrunner Frisur. Da wird der auf sonderbare Art breit geflochtene Zopf erst wie ein Pferdeschwanz tief am Hinterkopf abgeknotet und nicht wie anderswo üblich auf dem Scheitel vorn mit einem Hornkamm aufgesteckt, sondern rückwärts just über der Mitte des Kopfes. Diese Skizzen sind sehr aufschlussreich für unsere Trachten. Beim Anfertigen von Trachtenpuppen könnten sich manche Gemeinden bei [[Stefan Jäger|Jäger]] beraten. Denn was heute oftmals angefertigt wird, geht vielfach auf Erinnerungen späterer Jahrzehnte zurück, eine Zeit, in der an der Tracht schon manches verkitscht war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kompositionen, die aufgrund der Studien entstanden, sind immer sehr umweltgetreu, wirklichkeitsbezogen, sie atmen die Schlichtheit des dörflichen Daseins. Es geht von den Bildern etwas wie heimatliche Geborgenheit und Wärme aus. Das ist es wahrscheinlich auch, was seine Bilder so ungemein beliebt macht. Es steckt keine welterschütternde Kunst dahinter, aber die dörfliche Gemeinschaft dargestellt wie sie leibte und lebte und den Einzelnen in ihrem Schoße barg, das pocht doch an jedes Herz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Maltechnik lassen wir [[A. Podlipny-Hehn]] sprechen: „…Aquarell und Gouache-Farben, eine Maltechnik, die von [[Stefan Jäger|Jäger]] bevorzugt wurde. Durch die Wasserfarben verleiht der Künstler seinen Bildern Leuchtkraft, Frische und Durchsichtigkeit, während er mittels der Deckfarben stoffliche Gewichtigkeit erzielt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tat, diese Pastelltöne, in denen die meisten Trachten auf seinen Bildern erscheinen, sind ihrer ‚Durchsichtigkeit’ wegen manchmal berückend. Da der Mensch in seiner Umgebung von [[Stefan Jäger|Jäger]] dargestellt wurde, wissen wir auch wie die Stube unserer Ahnen aussah, wie die Gebrauchsgegenstände aussahen, die sie benutzten … Auf einer Skizze: [[,Gesehen bei der Orzydorfer 150-Jahrfeier’]] sehen wir Bett und Truhe, Stuhl, Wandbrett (Zappebrett) mit Aufsatz und Tellern, die Schaukelwiege und – einen Leuchter mit Hangriff (die Kerze steckt drinnen, tropft stark!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger|Jäger]] malte – unermüdlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Themenkreis weitete sich. Er beobachtete seine Landsleute nicht nur bei Fest und Feier, auch bei der Arbeit in Feld und Garten. Schnitter und Schnitterinnen begegnen uns unter dem unsagbar blauen Himmel der Banater Heide. Die großen geflochtenen Strohhüte der Frauen sind festgehalten, ebenso der typische Feldkrug (Sprudelkruch). Ein Mädchen mit ‚Schickseltuch’ kehrt vom Felde heim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich jüngst mit jemand sprach, der einmal Bilder von ihm kaufte, nannte er [[Stefan Jäger|Jäger] einen Sonderling. Die Bilder verkaufte [[Stefan Jäger|Jäger]] ihm über seinen Freund Böß.&lt;br /&gt;
Ein Sonderling! Das Wort wollte mir nicht aus dem Kopf. Nun ja – ein Künstler! Da muss man ein Auge zudrücken. Dann: Man bedenke die Enttäuschungen, die er in materieller Hinsicht mit seinem [[Einwanderungsbild]] und dessen Farbreproduktionen hatte, von deren Erlös er keinen roten Heller sah.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger|Jäger]] malte und verkaufte – billig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deprimierend war sicher für ihn auch, dass nicht in erster Linie seine Landsleute aus dem rumänischen Banat, sondern die aus dem jugoslawischen die Abnehmer seiner Bilder waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Aquarelle und Gemälde wanderten über die Grenze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wurde auch die einzige [[Ausstellung]] seiner Werke veranstaltet. Initiatorin dieser war Frau [[Dr. Martha Petri]], die sich auf kulturellem Gebiet in vielfacher Hinsicht betätigte. Ausstellungsort war [[Betschkerek]]. Zeit: 1943. 3/ (Diese Angaben entstammen dem Buch ,,Essay&amp;quot; von Hans Diplich.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger|Jäger]] lebte sein stilles, bescheidenes, ärmliches und einsames Leben, wie ein Landsmann von ihm behauptete. Malen war ihm schließlich nur mehr Existenzkampf. Schon fast erblindet, malte er noch immer. Keine Neuschöpfungen waren es, Varianten früherer Bilder mit hinzugefügtem Neuen, mit Kürzungen…&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Schwaben aus dem rumänischen Banat begannen, sich so richtig um Jäger-Bilder zu interessieren, war sein Pinsel schon fast müde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sozialistische Rumänien verlieh ihm anlässlich seines achtzigsten Geburtstages den [[Arbeitsorden]] II. Klasse. Mit diesem war eine Rente verbunden, die ihm über seine letzten Tage hinweghalf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus seinen Tuben und Farbtöpfen hatte [[Stefan Jäger|Jäger]] fast nur frühlingshaft leichte und warme Farbtöne auf Leinwand und Papier gezaubert. Eine Welt von Licht, Wärme, Besinnlichkeit, Liebe hatte er gestaltet, deren Sprache auch der einfältigste seiner Landsleute verstand und versteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Geburt her war er ein Frühlingskind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Tod kam ihm im Frühling.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht kannte er nie den Sommer…&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über vielen seiner Werke aber liegt die Melancholie des Herbstes. Oder die Melancholie der weiten, unergründlichen Banater Heidelandschaft?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger]] war der Interpret in Farbe unseres einst idyllischen aber harten Lebens als vorgeschobener Posten des Deutschtums weit im Völkermeer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Repro:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1, Stefan Jäger (Selbstbildnis)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2, Bauernmöbel. (Aquarellzeichnung von Stefan Jäger)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3, Bei der Feldarbeit. (Aquarellzeichnung von Stefan Jäger)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4, Bei der Taufe. (Aquarellzeichnung von Stefan Jäger)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anmerkung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1/ richtig János, Mihály&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2/ Was? bestimmt Was? die Ausmaße den Inhalt oder das Dargestellte die Dimensionen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3/ richtig 1930&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Der Donauschwabe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Triptychon]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Skizzen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ausstellung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Budapest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tschene]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:gertianosch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hatzfeld]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Temeschburg]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>77.7.86.114</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://jaeger.banater-archiv.de/index.php?title=ART:0642_-_Der_Maler_der_Donauschwaben&amp;diff=13947</id>
		<title>ART:0642 - Der Maler der Donauschwaben</title>
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		<updated>2015-04-08T12:30:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;77.7.86.114: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Bibliografie Zeitung&lt;br /&gt;
 |AutorName           = Just&lt;br /&gt;
 |AutorVorname        = Hans Matthias&lt;br /&gt;
 |Aufsatztitel        = Der Maler der Donauschwaben &lt;br /&gt;
 |Zeitungstitel       = Der Donauschwabe&lt;br /&gt;
 |Untertitel          =&lt;br /&gt;
 |Erscheinungsort     = Aalen&lt;br /&gt;
 |Jahrgang            = 52&lt;br /&gt;
 |Nummer              =&lt;br /&gt;
 |Datum               = 03.06.2002&lt;br /&gt;
 |Seite               = 11&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''Stefan Jäger zum 125. Geburtstag und 40. Todestag'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai wurde in [[Hatzfeld]] (rum. Jimbolia) mit inländischer und ausländischer Beteiligung der 125. Geburtstag des Schwabenkünstlers [[Stefan Jäger]] feierlich begangen. Zu diesem Anlass wurde auch eine [[Kunstmappe]] mit 14 Reproduktionen der bedeutendsten Werke, die fürs Einrahmen gedacht sind, sowie zwei Jubiläums-[[Ansichtskarten]] ([[Neckerei]] und [[Kirchgang]]) im Temeswarer Mirton Verlag herausgebracht, mit finanzieller Unterstützung des Minderheitenrates der rumänischen Regierung, des Demokratischen Forums der Deutschen im Banat und der Stefan Jäger-Stiftung von Temeswar. Hinzu kommt noch ein interessantes Buch, verfasst von [[Hans und Maria Schulz]]. In diesem wird zum ersten Mal die Beziehung des Heimatmalers zur religiösen Thematik geschildert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Biographie des Künstlers, die der bekannte Banater Arzt und Jäger-Verehrer [[Dr. Peter Pink]] aus Albrechtsflor 1/ vor fünf Jahrzehnten verfasste, ist zu entnehmen, dass [[Stefan Jäger]] ein grandioses Denkmal für das Donauschwäbische Brauchtum setzte, das wie ein „Felsen stehen bleibt, auch wenn die Banater Schwaben in diesem Völkermeer untergehen sollten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stefan Jäger]] liebte seine Banater Scholle mit seinen Donauschwaben, die er, unterwegs mit seinen beiden Freunden, Schuldirektor Professor [[Eduard Böss]] und [[Dr. Peter Pink]], in der Heide und Hecke skizzierte und nachher auf die Leinwand malte. Die Ehefrau 2/ von Professor Böss hatte öfter den Maler bekrittelt, weil das dreiblättrige Kleeblatt sich samstags auf den Weg machte und erst montags wiederkam, immer mit einem schmucken Feldblümenstrauß, der aber zuerst ins Atelier wanderte, und erst Tage nachher der Frau Schuldirektorin überreicht wurde. Die Enkelin Dagmar Böss schilderte diese Ausfahrten auf Schusters Rappen vorzüglich und bildhaft in einer Reportage „Das Wandern ist des Malers Lust&amp;quot;, die in den sechziger Jahren in der Zeitung „Die Wahrheit&amp;quot; erschienen ist, und damals viel Aufsehen erregte. Der Bürstenabzug wurde der Gedenkstätte übergeben, scheint aber entwendet worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Kunstmaler auf die Welt kam, gab es zwei Ortschaften namens [[Tschene]], eine von Serben, die andere von Deutschen und Kroaten besiedelt, die später zusammengeschlossen wurden. Die deutsche Minderheit stellte die Mehrzahl der Handwerker von Tschene (rum. Cenei). Zu ihnen gehörte auch der Vater des Malers, der Barbier und Feldscher [[Franz Jäger]], der in Budapest sein Fach erlernt hatte. In der damaligen Zeit hatte der Feldscher (Sanitäter), neben seinem Barbierfach, auch erste Hilfe zu leisten, zur Ader zu lassen, Blutegel aufzusetzen, Zähne zu ziehen, Wunden zu heilen und Gelenkverrenkungen einzurichten. Dementsprechend nannten ihn die Landsleute auch „Chirurg-Arzt-Stellvertreter&amp;quot;. Eine Persönlichkeit, die zu den Intellektuellen der Gemeinde zählte, eben weil er sich auch der deutschen Schriftsprache bediente und sich nach städtischer Art kleidete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen großen Einfluss auf Stefan Jäger hatte seine Mutter [[Margareta 3/ geborene Schuller]] aus Billed. Sie nahm ihn gern auf Besuche mit oder auch wenn sie im Winter eine Spinnstube aufsuchte. Wie schön kann es dort gewesen sein, als man beim gleichmäßigen Surren der Spinnräder wunderbare alte Volkslieder sang, Märchen erzählte und zur Abwechslung manchmal auch gruselige Hexen- und Räubergeschichten zum Besten gab. Seine gutherzige Mutter machte ihren Sohn schon in seinen jungen Jahren aufmerksam auf die bunten, farbenfrohen schwäbischen Trachten. Sie war es auch, die ihm den Sinn der alten ehrwürdigen Sitten beibrachte, deren es recht viele im Banat gab. Sie nahm ihn auch mit zu Familienfesten wie Taufe, Firmung, Konfirmation sowie verschiedenen Volksfesten, wie das Kirchweihfest, Erntedank und Letztfasching. Die Mutter machte ihren Sohn auch aufmerksam auf den Stil der althergebrachten schwäbischen Möbel mit ihren wunderbaren Verzierungen an den Stuhllehnen, Familientruhen, auf das Zapfenbrett, das in keiner donauschwäbischen Familie fehlte, und auf die geschnitzten Holzeinlagen an Schränken. Man kann mit Recht behaupten, dass seine Mutter ihm, dem großen Schwabenmaler, die künstlerische Veranlagung in die Wiege legte. Selbst die Glasmalerei des Altars im Paradezimmer, dessen Mittelstück das heilige Grab war und die bunt bemalten Teller auf dem Zapfenbrett sollten seiner Aufmerksamkeit nicht entgehen; dies alles wird später Stefan Jäger auf seinen hunderten [[Skizzen]] und Malereien festhalten und seinen Landsleuten vermachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freund und Biograph Dr. Peter Pink beschreibt mit Würde und rigoroser Genauigkeit die Jugendjahre des Künstlers, wie er sich mit den schwäbischen und kroatischen Schulkameraden in den Ferien in dem großen [[Ried]] an der alten Bega tummelte, wo Stefan Jäger die „vielseitige, artenreiche Pflanzenwelt und Kleintierwelt&amp;quot; erkundete und bewunderte. Dieser Ried war Überbleibsel eines großen Sumpfes aus der Ansiedlungszeit und hatte nicht zu Unrecht etwas Geheimnisvolles, das die Entwicklung der Fantasie der Jugendlichen beflügelte. Es prägte sich dem kleinen Stefan ganz besonders gut ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Volksschule]] in Tschene kam Stefan Jäger nach Temeswar, wo er die private [[private Bürgerschule|Bürgerschule]] von Professor [[Wiesner]] besuchte. In der Metropole des Banats interessierten den jungen Eleven die historischen Baulichkeiten wie das [[Hunyadekastell]], die alten [[Festungsmauern]], die [[Siebenbürger-Kaserne]], das mächtige Dikasterialgebäude, der von Erlach von Fischer erbaute Dom, die Patrizierhäuser von Alt-Temeswar, die Randviertel, und nicht zuletzt das bunte Treiben der 16 verschiedenen Nationalitäten sowie die verschiedenen österreich-ungarischen Militäreinheiten. Mit 14 Jahren kam Stefan Jäger nach [[Szeged]], um seine Mittelschulausbildung an der dortigen sechsklassigen Ungarischen Bürgerschule abzuschließen und gleichzeitig seine mangelhaften Kenntnisse in der ungarischen Sprache zu vervollkommnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wichtigste Moment der Szegediner Lehrjahre liegt für den weiteren Werdegang Stefan Jägers darin, dass sein Zeichenlehrer [[Obendorf]] aus dem Burgenland seine künstlerische Begabung erkannte und ihm durch treffsichere Ratschläge die Richtung wies, in der er zu gehen hatte in seiner künstlerischen Laufbahn. Im Jahre 1895 begann der Heimatmaler in [[Budapest]] eine vierjährige Fachausbildung als Künstlereleve an der Königlichen Ungarischen Landeszeichenschule und Zeichenpräparandie in der Abteilung für Bildende Kunst. Nachher unternahm er [[Studienreisen]] nach Österreich, Italien und Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stefan Jäger erwähnt folgendes in seinem Lebenslauf: ''„Als Banater Kind begann ich meine Tätigkeit in der engeren Heimat, doch bald wurde meine Arbeit durch den Weltkrieg unterbrochen und ich musste denselben von 1914 bis 1918 auch mitmachen. Nach meiner Rückkehr ließ ich mich in Hatzfeld nieder und verblieb hier bis jetzt. Meine Mutter, als adoptiertes Kind erbte wohl einen Feldbesitz, jedoch dieser war derart verschuldet, dass er baldigst verkauft werden musste. Dies trug dazu bei, dass ich nachher meine Ausbildung in Budapest auf Grund eines Armutszeugnisses drei Jahre hindurch als Freischüler vollenden konnte.&amp;quot;''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der kompetenten Anleitung von Professor [[Bartolomeusz Szekely]] - Schöpfer großer historischer Gemälde - und Professor [[Eduard Ballo]], ein bekannter und berühmter Porträtist, reifte Stefan Jäger zu einer Kunstauffassung und Kunstpraxis heran, die durch die Achtung vor der Realität des Menschlichen und Gegenständlichen gekennzeichnet war und ihn zeitlebens davor bewahrte, sich in malerischen Ausflügen jenseits des einwandfrei Wirklichen zu ergehen und das Leben zum Spielzeug der Phantasie zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Studienzeit in Budapest hatte sich Stefan Jäger das erste Jahr buchstäblich durchgehungert. Es ist öfter vorgekommen, dass der Hunger ihn auf den einen oder anderen Marktplatz trieb, sein schmales Taschengeld reichte aber nur, um sich eine „uborka&amp;quot; (Gurke) zu kaufen, die er sofort vertilgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der junge Kunstmaler Stefan Jäger kam rasch zur Einsicht, dass er aus seinem allzu bescheidenen Heimatort und seinen noch geringeren Liebhaberkreis den großen Sprung in die weite Welt wagen musste, einerseits um nicht auch weiterhin mit materiellen Schwierigkeiten kämpfen zu müssen, vor allem aber, um seine künstlerische Weiterbildung zu ermöglichen. Da kam ihm eine gute alte Bekanntschaft zu Hilfe, der Leiter einer Budapester Kunstwarenhandlung namens [[Almasy]], der sich mit Vorliebe mit dem Verkauf von Bildern befasste und der die Werke von Stefan Jäger besonders schätzte (weil sie ihm eine Stange Geld einbrachten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im Jahre 1906 bekam Jäger den wichtigsten Auftrag seines Lebens, [[„Die Einwanderung der Schwaben in das Banat&amp;quot;]] zu malen, ein Triptychon, sein Hauptwerk; Es wurde im Jahre 1910 in der Gemeinde Gertianosch enthüllt. Zurzeit befindet sich das [[„Einwanderungsbild&amp;quot;]] im Foyer des [[Adam-Müller-Guttenbrunn-Hauses]] in Temeswar auf der Gheorghe-Lazar-Straße Nr. 10 -12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stefan Jäger war niemals Mitglied einer politischen Partei, aber man wurde auf ihn, den schwäbischen Kunstmaler, immer mehr aufmerksam, obzwar er niemals in der Öffentlichkeit auftrat. Im Gegenteil, man kann behaupten, er blühte wie ein Veilchen im Verborgenen. Viele Hatzfelder Intelligenzler meinten - darunter auch der Heimatdichter [[Peter Jung]] - sie wurden erst nach dem Ende des Ersten Weitkrieges darauf aufmerksam, dass der „zurückgezogene&amp;quot; Kunstmaler Stefan Jäger unter ihnen weilte, lebte und malte. Man wurde auf seine Skizzen, Malereien (Öl und Aquarelle) aufmerksam, welche verschiedene Heidelandschaften, dann die Donauschwaben bei der Arbeit, hinter dem pferdegezoqenen Pflug, die Sitten und das Brauchtum, nicht zuletzt die farbenprächtigen Trachten darstellen. Kein Zweifel aber, dass [[Einwanderungsbild]] wurde zum Symbol der Deutschen im Südosten Europas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stefan Jäger hat in Hatzfeld im Laufe der fünf Jahrzehnte, die er in der Heidestadt lebte und arbeitete, in drei verschiedenen Straßen gewohnt. Zuletzt in der sogenannten Hauptgasse - Strada Tudor Vladimirescu Nr. 98. Hier war im Hof ein stattliches Gebäude, wo sich sein geräumiges und hohes, lichtdurchflutetes [[Atelier]] befand, mit seinen mächtigen Fenstern nach Süden gerichtet. Er malte am liebsten mit Ölfarben, aber auch in Aquarell. Das Atelier wurde nach seinem Tode saniert, weitere Ausstellungsräumlichkeiten dazu gebaut und von Staatsministerin [[Barbara Stamm]] aus Bayern als [[Stefan Jäger-Gedenkstätte]] der Stadt Hatzfeld übergeben. Nach dem Ableben Stefan Jägers schrieb in memoriam der bekannte Banater Dichter, Schauspieler und Kammersänger [[Hans Mokka]] folgendes Gedicht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pinsel und Palette'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''S'''eht ihr, Landsleut,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Malen ist mein Handwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''T'''rachte über euch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Buch zu malen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''E'''in Banater Buch,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ein farbenwahres,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''F'''ür die Zukunft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seis gedacht und Enkel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''A'''ll- und Festtag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seien hier beisammen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''N'''ot und Wohlstand,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so auch Leid und Freude.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''J'''ahre reihen sich so&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu den Jahren,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ä'''lter wird mein Auge,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
müd der Pinsel;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''G'''lück befohlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lege ich ihn nieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''E'''uer Knecht,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
er diente euch in Treue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''R'''uhet wohl,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begleiter meines Lebens!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Anfangsbuchstaben der Zeilen lässt sich der Name des Kunstmalers einprägen. Schöner hätte es wohl kein anderer zu Reimen gebracht. Beide Künstler kannten und schätzten sich gegenseitig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Stefan-Jäger-Gedenkstätte]] finden im Laufe des Jahres verschiedene Kulturveranstaltungen statt. In ihr leistet die Rumänisch-Deutsche Kulturstiftung „Petre Stoica&amp;quot; einen zielgerichteten Beitrag als Brücke zwischen den Ländern Europas. Nach Ostern wurde eine „Triade&amp;quot; organisiert, die den österreichischen Dramatikern Ödön von Horvarth, Johann Nepomuk Nestroy und Franz Grillparzer gewidmet war, untermalt mit kurzen, saftigen Einlagen aus dem Leben des Theaters, aufgeführt von Studenten des Westuniversität, Abteilung Dramaturgie und unter der Leitung von Dozentin Dr. Eleonora Pascu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Führungen durch die Gedenkstätte betreut [[Prof. Hans Schulz]], dessen Haus - einen Katzensprung - in derselben Straße liegt. Es ist aber ratsam und angebracht sich vorher anzumelden durch ein Telefonat: 00 40 (0)56) 36 19 90. Man wird durch die einmalige Zauberwelt, die uns Stefan Jäger hinterlassen hat, geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht uninteressant wäre noch zu erwähnen, dass nach dem Tode des Malers 1962 dessen Nichte [[Maria Jäger]], die mit ihrem Bruder im Hause des stadtbekannten Temeswarer Bäckermeisters Peschan in der Tirolergasse (heute Ciprian Porumbescu) wohnte, dessen Hinterlassenschaft, ungefähr 600 wertvolle [[Skizzen]], die Stefan Jäger in seinen letzten Lebensjahren in zehn verschiedenen Mappen geordnet hatte, dem [[Banater Museum]] zum Kauf anbot. Das weitere Schicksal dieser Skizzen ist bis heute ungewiss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer kurzen Übersicht stellte der Maler [[Franz Ferch]] die Vielfalt der hinterlassenen Thematik fest: Bauarbeiten, Trachten- und Typenstudien, landwirtschaftliche Arbeiten, Mußestunden, Freizeitbeschäftigung, Festtage, Stillleben, Gemüsemarkt, Porträts und Zigeuneridylle. Stefan Jägers letztes Bild war ein unvollendetes Porträt eines jungen Zigeunermädchens, das man nach seinem Tode auf der Staffelei im Atelier fand und sich heute im Besitz der Familie Schulz befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn jemand behauptet, dass Stefan Jäger zeitlebens ein einsamer Mensch war, der irrt sich. Er war nie allein unterwegs bei seinen Studiengängen. Die Liebhaber des Schwabenmalers aber sind heute verstreut in aller Welt sowie auch seine farbenfrohen Bilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anmerkung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1/ richtig Ostern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2/ Elisabeth geb. Ollinger; falsche Angabe, Böss +1950, Pink nähere Bekanntschaft 1952&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3/ richtig Magdalena&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Der Donauschwabe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gedenkstätte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kurzbiografie]]&lt;/div&gt;</summary>
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